Williams | Gaylaxy - Heiße Beats und coole Drinks | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 196 Seiten

Reihe: Gaylaxy-Reihe

Williams Gaylaxy - Heiße Beats und coole Drinks

Gay Romance
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7368-6590-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Romance

E-Book, Deutsch, Band 1, 196 Seiten

Reihe: Gaylaxy-Reihe

ISBN: 978-3-7368-6590-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Marcs Leben geht gerade mit Schwung den Bach hinunter. Der dreißigjährige Buchhalter hat im Zuge der Betrugsaffäre seines Chefs seinen Job verloren, seine Freundin hat ihn verlassen und er steht vor dem Nichts. Doch resolut und mutig verzweifelt er nicht, sondern sucht Lösungen. Manche kann man durchaus als unkonventionell bezeichnen. So hat er seine Altbauwohnung zur Studenten-WG umfunktioniert und schreckt auch nicht davor zurück in einem berüchtigten Schwulen-Club als Barkeeper zu arbeiten und das obwohl er durch und durch hetero ist. Carsten, der Inhaber des Gaylaxy, gibt Marc eine Chance und dieser nutzt sie. Die Umstände sorgen dafür, dass die zwei so unterschiedlichen Männer nicht nur enger zusammenrücken, sondern regelrecht auf Tuchfühlung gehen müssen. Was macht man als Hetero-Mann, wenn man sich plötzlich von einem Homosexuellen angezogen fühlt, aber dieser scheinbar gar kein Interesse hat? Wie alles in seinem Leben geht Marc es unkonventionell an. Band Eins der Gaylaxy-Reihe ganz nach dem Motto: Heiße Beats und coole Drinks. Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet.

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Erste Schicht
Stöhnend stand Marc vor seinem Kleiderschank. Die Hose konnte er anziehen, hatte sein neuer Boss gesagt, aber etwas enger Anliegendes und ein paar offene Knöpfe erhöhten drastisch die Trinkgelder. Da Marc auf jeden Cent angewiesen war, wollte er so attraktiv wie möglich aussehen. Seufzend verließ er sein Zimmer in der Studenten-WG und klopft an der Zimmertür seines Nachbarn. Tim hatte etwa seine Größe, war aber um einiges schlanker, wenn er sich bei ihm ein Hemd oder Shirt lieh, sollte das dann passend sein für sein Debüt an seinem neuen Arbeitsplatz. „Komme!“, tönte es von drinnen und das leise quietschen der Bettfedern verkündete Marc laut und deutlich, dass sein Mitbewohner entweder dem typischen studentischen Lasterleben frönte oder gerade mit seiner Freundin zugange war. Voll bekleidet öffnete Tim die Tür und lächelte seinen Hausherrn strahlend an. Die jungen Leute mochten den etwas älteren Marc, der ihnen oft mit Rat und Tat zur Seite stand und trotzdem konnten sie tun und lassen, was sie wollten. „Was kann ich für dich tun?“ Marc lächelte etwas schief und dankte dem Herrn in seiner Gnade, dass Tim wohl gerade nur ein Nickerchen gehalten hatte und nicht gerade mit wilden Sexspielchen beschäftigt gewesen war. „Ich würde mir gerne bei dir ein Shirt oder Hemd leihen.“ „Häh?“, dazu erntete Marc noch einen ratlosen und auch etwas ungläubigen Blick. Marc verstand die befremdliche Reaktion seines Mieters und erklärte seufzend: „Ich trete heute Abend meine neue Stelle an und man hat mir geraten, mich etwas körperbetonter zu kleiden und im Moment ist ein Einkaufsbummel noch nicht drin. Vielleicht vom ersten Trinkgeld.“ Nickend marschierte Tim in sein Zimmer, direkt an den Kleiderschrank und begann darin zu wühlen. Schnell förderte er ein schwarzes Hemd zu Tage. Es hatte lange Ärmel mit weißen Nähten. Die Druckknöpfe hoben sich ebenso weiß von dem dunklen Seidenstoff ab. Das ging sicher, wenn Marc denn hinein passte. „Figurbetont? Was hast du denn für einen Job ergattert?“, erkundigte sich der junge Jurastudent. Marc hatte nie ein Geheimnis aus seiner Vorgeschichte gemacht, als er seine riesige Eigentumswohnung in der Schwetzingerstadt untervermietete und wollte auch aus seinem jetzigen Job keines machen. „Ich hab eine Stelle als Barkeepers im Gaylaxy bekommen. Heute Abend geht’s los.“ Tim fuhr herum und stierte Marc irritiert an, dann fragte er vorsichtig: „Bist du denn schwul?“ Bisher hatte nie ein Grund bestanden, danach zu fragen. Leise lachend schüttelte Marc den Kopf und meinte: „Du kennst doch das Sprichwort: In der Not frisst der Teufel fliegen. Und ich hab verdammt viel Not.“ Trotz der Tatsache, dass er seine, von seinen Eltern geerbte, Wohnung in eine WG umgewandelt hatte, würden ihm ab nächstem Monat ganz eindeutig die Mittel fehlen. Sein Arbeitslosengeld lief aus und er hatte keine Ahnung, welche Einschnitte das Amt machen würde. Um dem vorzubeugen, hatte er diesen Job angenommen. Die Vergütung war okay und wenn man noch die Trinkgelder und die Mieten, die er von den Studenten erhielt, dazu nahm, kam er klar. „Na, dann wünsch ich dir viel Glück. Warte aber kurz, ich such dir noch drei vier Oberteile raus. Kannst sie mir ja gewaschen wieder zurück geben“, meinte Tim in aufgeräumten Ton. Während er den Schrank durchforstete erklärte er: „Du hast Schneid, Alter. Ich bin beeindruckt.“ Als er die Kleider überreichte, schob er noch ein: „Viel Glück heute Abend“ hinterher.   Kurz nach halb acht stand Marc vorm Hintereingang des Clubs und strich noch einmal über sein Hemd, beziehungsweise Tims Hemd. Das schwarze Teil mit den weißen Nähten hatte er geradeso zuknöpfen können und es bot sich regelrecht an, die oberen drei Druckknöpfe offen zu lassen. Sachte drückte er die Metalltür auf und betrat den Gang. Seine Schritte führten ihn direkt zum Personalraum. Dort tummelten sich fast zwanzig Leute und quatschten angeregt miteinander. Erstaunlicherweise befanden sich auch drei Frauen unter dem Personal. Mit einem freundlichen Hallo wurde Marc begrüßt und sofort in die Runde integriert. Schnell nahm ihn ein junger Mann bei Seite und erklärte ihm: „Ich bin Raffael. Der Boss hat mich angewiesen, dich anzulernen. Wir sind heute an der Kaffee-Bar. Hast du Zeit gehabt in die Karte zu gucken?“ Nickend sah Marc den kleineren Mann an. Der junge, kompakt gewachsene Italiener machte auf ihn einen echt sympathischen Eindruck und er beschloss spontan, dass er ihn mochte und dankbar dafür war, dass er ihm alles zeigen würde. Gemeinsam verließen sie den Aufenthaltsraum und betraten durch die Schwingtür den Club. Die Musik dröhnte aus den Boxen, Technobeats empfingen sie lautstark. Lichtreflexe tanzten durch die warme Luft und heute wirkte der Club wirklich wie ein Tempel der Künste, ganz im Gegensatz zu dem Mittag, als ihm Carsten alles zeigte. Trotz der Tatsache, dass es Mittwochabend war, tummelten sich eine stattliche Anzahl Gäste auf der Tanzfläche und an der Bar und an den Tischen saßen einige Männer. Marc folgte Raffael durch den Club und sie betraten die Kaffeebar durch die hüfthohe Schwingtür. Der dort tätige Kollege hatte noch eine Stunde Dienst und in dieser Zeit konnte Raffael Marc alles zeigen. Marc profitierte davon, dass er schnell lernte und gut mit technischen Geräten umgehen konnte. Die Funktionsweise des Kaffeevollautomaten hatte er sehr schnell verstanden und die Zapfanlage stellte ebenso wenig ein Problem dar, zumal ein anderer Mitarbeiter für die Befüllung mit dem Postmix für die Softdrinks und dem Anstechen der Bierfässer zuständig war. Es wurden hier über zwanzig Kaffeespezialitäten angeboten und mehr als doppelt so viele Softdrinks. An dieser Theke gab es aber keine harten Sachen, nur Bier und Weinschorle, für Hochprozentigeres musste man weiter in den Club. Die Bar an der Tanzfläche und die im hinteren Teil servierten Longdrinks und Cocktails. An Snacks gab es nur Brezeln, die waren dafür aber frisch gebacken und von einem hiesigen Bäcker kurz vor Cluböffnung angeliefert. Gegen neun Uhr brachte dieser noch einmal Nachschub und die Auslagen an den Theken wurden noch einmal aufgefüllt. Es gab einfache, butterbeschmierte und Brezeln mit Schinken und Käse überbacken. Für einen Club ein reichliches Angebot. Marc hatte in seinem alten Job die Buchhaltung für die „Nachtschicht“ in Heidelberg gemacht und diese Disco bot nur Chips und Gummibärchen an. Bereits gegen zehn Uhr hatte sich Marc soweit eingearbeitet, dass er problemlos die einfacheren Sachen selbst richten und servieren konnte. Auch der Umgang mit dem Datengerät zum Scannen der Armbänder fiel ihm leicht. Er tippte in das Gerät den Artikel ein, beispielsweise einen Cappuccino und wenn er ihn servierte hielt er die „Pistole“ an das Armband des Gastes. Ein grünes Blinken zeigte ihm, dass der Datentransfer erfolgreich war und übertrug gleichzeitig die Daten auf den Server des Clubs, auf den die Kassiererin am Eingang des Clubs zugreifen konnte. So erfolgte eine lückenlose Dokumentation aller Waren im Gaylaxy. Anfangs hatte Marc noch Probleme mit der Lautstärke, doch nach einer gewissen Zeit filterte sein Hirn die Beats einfach heraus und er kam wesentlich besser zurecht. Die wechselnden Lichtverhältnisse, die durch die Lichtorgel über Tanzfläche entstanden und durch den „Sternenhimmel“ noch verstärkt wurden, machten Marc hingegen sehr wenig aus. Trotzdem dankte er der weisen Umsicht seines neuen Chefs, dass er ihn nur zu einer halben Schicht eingeteilt hatte. Vermutlich hätte er acht Stunden mit einer Stunde Pause nicht durchgestanden. Diese Schicht sollte er noch die nächsten beiden Wochen weiter fahren, bevor seine Stundenzahl erhöht werden sollte, vorausgesetzt er machte sich entsprechend gut. Gemeinsam mit Raffael kehrte er in den Personalraum zurück und dort erwartete sie bereit Carsten Staufer. „Wie ist es gelaufen, Jungs?“, erkundigte er sich aufgeräumt. Der Computer hatte ihm bereits verraten, dass Marc trotz seines Anfängerstatus und seiner fehlenden Erfahrung bereits gut mitgearbeitet hatte und scheinbar auch bei den Gästen gut ankam, denn er hatte in den vier Stunden fast dreißig Euro Trinkgeld gemacht. Aus dem konnte was werden. „Gut, Boss“, antwortete Raffael, während er den Scanner in die Ladestation stellte und sich ausloggte. „Marc stellt sich sehr geschickt an und die Gäste mögen ihn. Ein paar haben schon versucht zu flirten, aber Marcs leicht gehetztes Lächeln hat ihnen klar gemacht, dass es dafür noch zu früh ist. Ich denke, er wird sich vor Avancen nicht mehr retten können, sobald er etwas Routine hat und die Aufgaben im Effeff beherrscht.“ Marc blinzelte bei der akkuraten Zusammenfassung seiner Fähigkeiten und seiner Person. Erstaunt sah er Raffael an und dieser blinzelte einfach zu ihm auf. Einerseits schmeichelte es ihm, dass sein Kollege ihn für fähig und scheinbar auch anziehend hielt, andererseits war ihm klar, dass er immer darauf achten musste, bei seinem Kollegen keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Ganz in Gedanken versunken schob...



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