Williams | Gekauftes Glück? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2415, 144 Seiten

Reihe: Julia

Williams Gekauftes Glück?


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1259-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2415, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1259-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der spanische Milliardär Luca Ross ist überzeugt, dass Geld alle Probleme löst. Aber als er sich plötzlich um seinen verwaisten Patensohn kümmern muss, ist er hilflos. Und dann läuft der Kleine auch noch weg! Zum Glück findet die junge Lehrerin Ellie den Ausreißer und gewinnt schnell sein Vertrauen. Das bringt Luca auf eine Idee: Er zahlt Ellie eine immense Summe, wenn sie ein paar Wochen als Jakes Nanny arbeitet. Das ist leicht. Aber sein Begehren für diese unschuldige Schönheit zu ignorieren wird für den Playboy-Milliardär mit jedem Tag schwieriger ...



Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!

Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.

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1. KAPITEL

„Sir, die junge Frau wartet noch.“

Luca Ross schwang in seinem ausladenden Schreibtischsessel herum. Es war noch lange nicht Abend, doch dieser Tag war nicht mehr zu retten. Eben hatte er das Kindermädchen entlassen und ein ernstes Gespräch mit seinem sechsjährigen Patensohn geführt. Nun stand noch eine Unterredung mit dieser undurchschaubaren Frau an, die vor einigen Stunden mit Jake hier aufgetaucht war.

Pflichtbeflissen stand die Haushälterin, Miss Muller, in der Tür zu seinem Arbeitszimmer. Sie war eine der wenigen Personen, die sich nicht von Lucas einschüchterndem Auftreten beeindrucken ließen. Mit resoluter Hand und zur vollsten Zufriedenheit des Hausherrn kümmerte sie sich seit vielen Jahren um seine Londoner Stadtvilla.

„Sie können sie jetzt vorlassen“, wies Luca knapp an. „Haben Sie diese Köter in den Hof gesperrt? Sie haben schon genug Dreck hereingebracht, und der Regen wird ihnen wohl kaum schaden! In meinem Haus haben Tiere nichts zu suchen!“

Miss Muller nickte kurz und verschwand.

Zum wiederholten Mal ließ Luca die Geschehnisse des Tages Revue passieren. Sie markierten den absoluten Tiefpunkt in einer langen Reihe von bedauerlichen Vorfällen und misslichen Umständen. Wie Luca es auch drehte und wendete, sein Fazit blieb eindeutig: Er hatte versagt.

Alles hatte damit angefangen, dass sein Patensohn vor einem halben Jahr völlig unerwartet in seine Obhut gekommen war. Wie hätte er ahnen sollen, worauf er sich einließ, als ein Cousin ihn fragte, ob er das Patenamt für seinen Sohn Jake übernehmen wolle? Damals hatte Luca sich geschmeichelt gefühlt und spontan zugesagt, obwohl er noch nie viel für Familie übriggehabt hatte.

Zunächst war alles ganz einfach gewesen. Bei der Taufe hielt Luca das schlafende Baby zum ersten und einzigen Mal auf dem Arm. Bald darauf wanderte die junge Familie nach Amerika aus; naiverweise schien Jakes Vater zu glauben, dass in Kalifornien das Geld auf der Straße läge. An Jakes Geburtstagen schrieb Luca E-Mails und überwies großzügige Summen auf ein Sparkonto, das er eigens für den Jungen eingerichtet hatte. Damit sah er seine Pflichten als erfüllt an. Wie wenig hatte er damit gerechnet, dass jemals mehr von ihm verlangt werden könne! Schon gar nicht, dass er plötzlich allein für das Kind verantwortlich sein würde!

Doch das Schicksal hatte andere Pläne, und Lucas streng geordnetes Leben war von einem Tag auf den anderen gehörig aus den Fugen geraten.

Anfang des Jahres waren Jakes Eltern bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen. Natürlich hatte Luca sich sofort bereit erklärt, Jakes Lebensunterhalt zu finanzieren. Doch Geld allein hatte nicht genügt. Letztlich blieb ihm nichts anderes übrig, als den verwaisten Jungen bei sich aufzunehmen. Und seitdem, so viel musste er sich zähneknirschend eingestehen, war einfach alles schiefgegangen.

Heute Morgen war Jake verschwunden. Obwohl Luca Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hatte, war der Junge unauffindbar gewesen. Erst am frühen Nachmittag hatte ihn diese seltsame Frau nach Hause gebracht, die Luca nun eingehend befragen wollte.

Sein Versagen setzte seinem Stolz schwer zu. Noch nie war er einer seiner zahlreichen Verpflichtungen nicht gerecht geworden! Nun galt es, Licht in die jüngsten Ereignisse zu bringen, und natürlich musste er Jakes Betreuung besser organisieren. Nicht auszumalen, was alles hätte passieren können! Oder was noch alles passieren konnte! So verfahren die Lage auch schien, Luca war zuversichtlich, dass ihm bald eine Lösung einfallen würde.

Vor der angelehnten Tür trat Ellie unschlüssig von einem Fuß auf den anderen. Schweigend hatte die Haushälterin mit dem stahlgrauen Haar und dem strengen Gesichtsausdruck sie hierhergeführt und war sogleich wieder verschwunden. Wie bestellt und nicht abgeholt stand Ellie nun auf dem Flur. Sollte sie klopfen? Einfach eintreten? Oder besser noch, auf dem Absatz kehrtmachen? Die letzte Möglichkeit schied aus. Schließlich konnte sie ihre Hunde nicht im Stich lassen. Weder die Haushälterin noch der Hausherr schienen Tiere besonders zu mögen. Warum sonst hätten sie die armen Hunde trotz des Regenwetters in den Hof gescheucht?

Ellie befeuchtete ihre Lippen und wrang die Hände, während sie vergeblich versuchte, nicht länger daran zu denken, wie Luca Ross sie vor zwei Stunden in seinem Haus empfangen hatte. Sie hatte doch nur einen kleinen Ausreißer nach Hause bringen wollen! Unverhofft stand sie dann dem bestaussehenden Mann der Welt gegenüber! Beinahe zwei Meter groß, mit tiefschwarzem Haar und dunklen Augen starrte er mit versteinerter Miene auf sie herunter. Sein Anblick verschlug ihr den Atem, und sein kalter Blick ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Statt ihr zu danken, beorderte er sie mit ein paar schroffen Worten in die Küche und ließ die Hunde in den Hof sperren. Was hatte das alles zu bedeuten?

Ellie atmete tief ein und straffte die Schultern. Hoffentlich wirkte sie selbstsicherer, als sie sich fühlte. Sie nahm all ihren Mut zusammen, klopfte vorsichtig an die Tür des Arbeitszimmers, zu dem sie soeben vorgelassen worden war, und trat ein.

Der Raum war in weißem Marmor und kühlen Grautönen gehalten. Auf den Bücherregalen standen Reihe um Reihe dicke Schinken aus der Finanzwelt. Links an der Wand hing eine abstrakte Zeichnung, die ihr vage bekannt vorkam, gegenüber bemerkte sie mehrere reich verzierte Uhren unterschiedlicher Größe, von denen jede eine andere Zeit anzeigte. Geradeaus standen drei große Computerbildschirme auf einem riesigen Schreibtisch aus Holz und Granit, hinter dem der Hausherr thronte.

„Entschuldigen Sie, dass Sie warten mussten.“ Luca wies mit dem Kinn auf einen der Ledersessel vor seinem Schreibtisch. Mit kühlem Blick verfolgte er jede von Ellies Bewegungen. Noch nie in seinem Leben war er einer derart unansehnlichen Frau begegnet. Sie war klein und schmächtig; kurzes dunkelbraunes Haar rahmte ihr schmales Gesicht. Ihr weiter Mantel war über und über mit lehmigen Pfotenabdrücken übersät, und ihre schmutzige Jeans endete in von Dreck verkrusteten Wanderstiefeln. Trotz des Wetters hatte sie nicht einmal einen Regenschirm bei sich, sondern trug stattdessen einen breitkrempigen Hut. Sie gehörte definitiv zu der Sorte von Menschen, mit denen er so wenig wie möglich zu tun haben wollte: Taugenichtse, Naturliebhaber, Idealisten. Nein, sie war wirklich ganz und gar nicht sein Typ.

„Bitte setzen Sie sich.“

„Ich weiß nicht, was ich hier noch soll, Mr. Ross. Warum halten Sie mich auf? Mein Tag ist völlig durcheinander!“

„Was Sie nicht sagen. Ich denke wohl, dass ein paar Verzögerungen in Ihrem Tagesablauf nicht annähernd so schwer wiegen wie meine geschäftlichen Einbußen. Miss … Edwards, richtig? Ich bekomme nicht alle Tage einen Anruf, dass mein Patensohn verschwunden ist.“

„Dann seien Sie doch froh, dass ich ihn nach Hause gebracht habe!“ Ellie reckte ihr Kinn vor. Was war dieser Kerl doch für ein Idiot! Ein sechsjähriger Junge war von daheim weggelaufen, hatte mutterseelenallein mehrere viel befahrene Straßen überquert, um durch einen Londoner Park zu streunen, in dem ihm alles Mögliche hätte zustoßen können! Und dieser Typ sorgte sich um seine Geschäfte!

Es tat gut, wütend zu sein. Die Wut hielt ein anderes, ungewohntes und unwillkommenes Gefühl in Schach, das sich beunruhigend schnell in ihrem Bauch ausbreitete, je länger Luca Ross sie über den Tisch hinweg grimmig anstarrte. Dieser Mann war ein Dummkopf! Aber sein Anblick sandte Schauer heißer Funken durch jede Faser ihres Körpers. Noch nie in ihrem Leben war sie einem so unglaublich gut aussehenden Mann begegnet! Sein tief gebräunter Teint, seine fein geschliffenen Gesichtszüge und seine nachtschwarzen Augen waren geradezu perfekt!

Sein feindseliger Blick jedoch verhieß nichts Gutes. Aber das war nicht der Grund, warum ihre Knie weich wurden. Die ungeheure Anziehungskraft dieses Mannes drohte sie zu überwältigen. Rasch besann sie sich auf den Grund ihrer Anwesenheit in seinem Haus.

„Sie haben ja keine Ahnung, wie gefährlich London ist! Ein kleiner Junge, allein in dieser Stadt … das schreit geradezu nach einem Unglück.“

„Zweifellos.“ Luca lehnte sich zurück. „Was für ein Glück Jake doch hatte, dass ausgerechnet Sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren, um ihn zu retten.“

„Genau.“

„Vielleicht sollten Sie auch in Betracht ziehen, was Sie selbst für ein Glück hatten, dass ich nicht umgehend die Polizei gerufen habe!“

Ellie starrte ihn verdutzt an. Sie konnte seinen Gedankengängen beim besten Willen nicht folgen. „Die Polizei?“

„Ganz recht. Im ersten Moment vermutete ich eine Entführung.“

„Wie bitte?“

„Sehen Sie sich um, Miss Edwards.“

Pflichtschuldig kam Ellie seiner Aufforderung nach und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Neben der Tür hing ein Original von Picasso, in einer Ecke stand die Marmorstatue einer liegenden Frau.

„Bislang habe ich es nicht für nötig gehalten, Leibwächter zu beschäftigen oder mich für den Fall einer Entführung abzusichern“, erklärte Luca. „Aber ich hatte auch noch nie die Verantwortung für ein unberechenbares Kind. Ich wollte gerade die Polizei hinzuziehen, als Sie mit Jake auftauchten.“ Er machte eine kleine Pause. „Also, welche Rolle haben Sie beim Verschwinden meines Patensohnes gespielt?“

Fassungslos starrte Ellie ihn an. „Sie … Sie denken, dass ich …“

„Warum nicht?“ Lucas Stimme war eisig. „Mit Ihren drei verspielten...



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