Williams | Heimdalls Ragnarök | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 188 Seiten

Reihe: Ragnarök-Reihe

Williams Heimdalls Ragnarök

Gay Fantasy Romance
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7438-6061-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Fantasy Romance

E-Book, Deutsch, Band 2, 188 Seiten

Reihe: Ragnarök-Reihe

ISBN: 978-3-7438-6061-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seit ewigen Zeiten fungiert Heimdall als Torhüter Asgards. Seine Aufgabe bestand darin Gefahren von seiner Heimat fernzuhalten und Reisende sicher zu ihrem Ziel zu geleiten. Jetzt, nach dem Fall Asgards und der vollständigen Zerstörung seiner Welt, steht er vor dem Nichts. Nur Odin und Freya hat er es zu verdanken, dass er in Midgard, der Erde des einundzwanzigsten Jahrhunderts, einen Neuanfang wagen kann. Heimdall findet seine Aufgabe im Schutz eines jungen Mannes, dem das Schicksal schon übel mitgespielt hat. Kann er Tobias' Leben verbessern und ihn glücklich machen? Kann ein schweigsamer und eigenbrötlerischer Krieger sich so weit öffnen, um den misshandelten Jungen aufzufangen?   Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet.

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Kollision der Gefühle
Energisch öffnete John Stevenson die Tür zu dem Räumen seines Sohnes. Das Zimmer war riesig und L-förmig. In der Nähe der Tür saß eine Dame mittleren Alters im Sessel und strickte an einem Kleidungsstück, vermutlich einem Schal. Höflich nickte Heimdall der Frau zu, dann glitt sein Blick weiter durch den restlichen Raum. Helle Tapete, dunkle Vorhänge, riesige Fenster und viel Licht gaben dem Zimmer ein freundliches Wesen. Die schweren antiken Möbel hingegen wollten so gar nicht in den Raum passen. Hier hatte ein Innenarchitekt gewirkt und kein junger Mann Hand angelegt. Warum zwang man einen Teenage, in solch einer Ausstattung zu leben? Erst als er weiter ins Zimmer vordrang fand er den gesuchten Bewohner. Zwei Meter vom Fenster entfernt, stand ein breites Ledersofa. Mittig darauf kauerte ein junger Mann, anders konnte man es nicht nennen. Auf dem Foto in der Akte wirkte Tobias noch wie ein Halbwüchsiger, aber er hatte wohl einen Wachstumsschub erlebt und maß nun mindestens einen Meter achtzig. Sein blondes schulterlanges Haar umfloss das ausdruckslose Gesicht. Er hatte die Beine an den Körper gezogen und seine Füße auf der Couch abgestellt. Mit den fast schon dürren Armen umschlang er seine Knie. Trotz der warmen Temperatur im Raum lag eine Wolldecke um seinen Körper und er schien ab und an sogar zu zittern. Heimdalls Herz zog sich schmerzhaft zusammen. „Ab hier komme ich alleine zurecht.“ Er nickte seinem neuen Arbeitgeber zu und dieser verließ regelrecht beschwingt den Raum. Hier zeigte sich ganz deutlich, wie unangenehm die Situation seines Sohnes dem Mann tatsächlich war. Danach richtete Heimdall seine Worte an die Haushälterin: „Guten Morgen Mrs. Carlyle, ich bin Heimdall Vakter und in Zukunft für die Sicherheit von Tobias zuständig. Ich habe keine Ahnung wo mein Gepäck abgeblieben sein könnte. Könnten Sie es ausfindig machen?“ Natürlich war Heimdall bewusst, dass er Asgard ohne jegliches Hab und Gut verlassen hatte, aber um seine neue Identität zu wahren, hatte sich Freya mit Hilfe von Brisingamen sicher auch darum gekümmert. Sofort leuchtete das Gesicht der bis eben eingeschüchtert wirkenden Haushälterin. Das grobe Aussehen und die enorme Größe Heimdalls schien ihr Angst gemacht zu haben. „Sicher, Mr. Vakter. Ich kümmere mich darum und räume es auch gleich in ihren Kleiderschrank. Um halb eins bringe ich das Mittagessen. Dann werden wir sehen, wie wir etwas davon in den jungen Herren hineinbekommen.“ Nach dieser Ansage verließ sie schnurstracks die Räumlichkeiten. Trotz ihrer mitfühlenden und warmherzigen Art merkt man, dass sie sich von der ganzen Situation maßlos überfordert fühlte und wohl froh war, die Verantwortung abtreten zu können.   Als sie endlich alleine waren, näherte sich Heimdall dem katatonischen jungen Mann. Leise umrundete er das schwere lederbezogene Sitzmöbel und verharrte links neben dem hübschen Blonden. Tobias brachte etwas tief in Heimdall zum Klingen. Sein Herz setzte regelrecht einen Schlag aus, danach begann es im Galopp dahinzurasen. Was für eine Schönheit! Insgeheim hatte sich Heimdall nach seiner Ankunft eine Zukunft mit Frau und Kindern gewünscht, doch in diesem Moment revidierte er seine Wünsche. Dieser junge Mann war seine Zukunft. Jeder seiner Sinne machte ihm das deutlich. Er fühlte sich, als würde sein Blut in den Adern kochen, das Verlangen erfasste ihn schlagartig und am liebsten hätte er den Süßen gegriffen und ihn fest an sich gedrückt. Krampfhaft unterdrückte er dieses Verlangen. Für lange Zeit würde er jedes seiner Bedürfnisse in seinem Innersten verschließen müssen und mit Argusaugen über sich selbst wachen. Er durfte von dem Hübschen nichts fordern, was er nicht geben konnte oder durfte. Aus der Akte wusste Heimdall, dass Tobias Stevenson gerade erst sechzehn Jahre alt geworden war und als potentieller Partner für einen jahrhundertealten Asen nicht in Frage kam. Nach irdischem Recht durfte er Tobias erst mit achtzehn anfassen und voll mündig wäre er sogar erst mit einundzwanzig. Auch in Asgard hatte ein Mann erst mit einundzwanzig die Volljährigkeit erreicht. Seufzend akzeptierte Heimdall, dass er noch mindestens zwei Jahre warten musste, bevor er ihn überhaupt berühren konnte. Schlafen konnte er mit ihm erst in fünf Jahren! Was für eine Scheiße! Hinzu kam noch das Trauma seines kleinen Lieblings. Auch das musste er berücksichtigen. Es gab immer wieder Fälle, dass Menschen solch ein Erlebnis nie verwanden und immer drunter litten. Wie sollte Heimdall nur damit umgehen, wenn Tobias seine Berührungen nicht ertrug?   Fest umschlang Tobias mit den Armen seine Beine. Seine dürren Knie stachen durch die edle Wolldecke und zeigten ihm wie jeden Tag, dass er nur noch eine Ruine seiner selbst war. Sie hatten ihn zerstört, ihn wie ein marodes Haus niedergerissen. Niemals würde er sich davon erholen. Einzig der wunderschöne Blick auf die Parklandschaft ließen ihn Tag für Tag durchhalten. Irgendwie entsprach der Anblick auch seinem eigenen Zustand. Der Sommer ging zu Ende, der Herbst nahte und mit ihm der Fall der Blätter. Die kahlen Äste passten perfekt zu Tobis ausgemergeltem Körper. Auch er fühlte sich wie ein Baum im Herbst. Nur würde es für ihn keinen neuen Frühling nach dem Winter geben, zumindest nicht, wenn es nach ihm ginge. In seiner grenzenlosen Lethargie konnte er nicht aktiv an seinem Dahinscheiden arbeiten. Es war so still, friedlich und niemand verlangte etwas von ihm, während er dort hinaus starrte. Die tägliche Routine des Essens, Waschens und Schlafens hingegen strapazierte ihn, machte ihn fertig, kostete ihn seine letzte Kraft. Er wehrte sich, denn sein Ziel war es, ins Nichts zu verschwinden. Doch mit ihrer Zwangsernährung sorgten sie dafür, dass er nicht noch dünner wurde. Zu verhungern klang doch verdammt gut. Niemand brauchte ihn noch. Was sollte er so mutterseelenalleine auf dieser Welt? Schon vor Jahren hatte er erkannt, dass er für seinen Vater simpel und einfach einen Aktivposten darstellte. Entsprach er nicht den Erwartungen wurde er wie eine verschwendete Geldanlage einfach abgeschrieben. Nur sein messerscharfer Verstand und die Tatsache, dass er einen mordsmäßig hohen IQ hatte, hatten jahrelang dafür gesorgt, dass sich sein Vater wenigstens ein Mindestmaß um ihn kümmerte. Im Grunde war Tobias damit auch zufrieden gewesen. Er hatte nie viel gebraucht. Seine Mutter hatte ihn geliebt und bis zu ihrem Todestag nicht gegeizt, es ihm auch zu zeigen. Noch heute zehrte er von dieser unerschütterlichen Hingabe. Ein Schatten legte sich über ihn. Ein riesiger Mann schob sich zwischen ihn und die Glasfront. Schon wieder ein neuer Bodyguard? Wieder einer der glaubte, er müsse nur mit den Fingern schnippen, und Tobi würde wieder normal werden? Normal gehörte nicht mehr zu seinem Repertoire. Seine Augen ruhten nun auf den mächtigen Oberschenkeln des Mannes. Wie groß musste der Kerl denn sein, dass er nicht wie üblich, die Metallschließe des Gürtels vor Augen hatte? Für eine Sekunde hatte Tobi sogar das Bedürfnis, den Kopf in den Nacken zu legen und nach oben zu sehen. Was zur Hölle?   Die durchscheinende helle Haut spannte sich über den fein geschwungenen Wangenknochen und betonte die ausdrucksstarke Kieferpartie. Mit etwas Training und mehr Nahrung könnte aus dem schmächtigen Bürschchen ein ansehnlicher und attraktiver Mann werden. Doch jetzt wirkte er wie ein Schluck Wasser in der Kurve und niemand würde ihm einen zweiten Blick gönnen. Dieses Häufchen Mensch brauchte etwas Starthilfe und Heimdall wollte diese geben, vorausgesetzt Tobias akzeptierte ihn. „Hallo Tobias. Mein Name ist Heimdall, Heimdall Vakter. Ich bin in Zukunft für deine Sicherheit zuständig.“   Die tiefe raue Stimme löste eine Lawine an Gefühlen in Tobis Innerem aus. Sein Herz raste, seine Atemfrequenz erhöhte sich und er fühlte erstmals, seit einer gefühlten Ewigkeit, wie sich Blut in seinem Schritt sammelte. Bekam er hier und jetzt nur von der Stimme des Riesen einen Steifen? Was ging hier vor? Ein Zittern erfasste seinen Körper und seine Zähne schlugen unkontrolliert aufeinander. Angst und Verlangen hielten sich die Waage. Trotz der neuartigen Empfindung, er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, wie es sich vor seiner Vergewaltigung angefühlt hatte, erregt zu sein, hatte er das Bedürfnis, dem Fremden ins Gesicht zu sehen. Sofort verbot er sich diesen Gedanken. Erregung und jeglicher Gedanke an Sex löste Erinnerungen in ihm aus. Auf keinen Fall wollte er das erneut durchleben. Immer wieder hatte er Flashbacks und sein Hirn zeigt ihm Bilder seiner Folter und seiner Schmach.   Langsam ging Heimdall vor dem jungen Mann in die Hocke, um nicht wie ein Turm über ihm aufzuragen. Die Couch war groß, bequem und nicht allzu niedrig, trotzdem überragte der Ase den sitzenden Menschen um einiges. Mit seinen zwei Metern Größe konnte er gestandene Männer und durchtrainierte Kämpfer einschüchtern. Wie sehr musste sich solch ein schmächtiger Mann vor ihm fürchten? „Ich weiß, dass du nicht mit mir sprechen, mich vermutlich nicht mal ansehen wirst, aber es ist mir...



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