E-Book, Deutsch, Band 2163, 144 Seiten
Reihe: Julia
Williams Heimliche Nächte mit Holly
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0133-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2163, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0133-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie eine Göttin liegt sie vor ihm auf dem großen Sofa, ihr Haar in weichen Wellen aus Karamell und Gold um ihren Kopf herum ausgebreitet ... Luiz Casella brennt vor Verlangen nach seiner Geliebten Holly George. Doch nur einige Nächte im Monat sind für sie im ländlichen Yorkshire reserviert. Die Tage gehören seinem Milliardenimperium in London. Von dem Holly nichts weiß, denn seit über einem Jahr hält er seine wahre Identität vor ihr geheim! Luiz ahnt nicht: Heute Nacht wird Holly ihn etwas fragen - und plötzlich stehen seine heimlichen Nächte in ihren Armen auf dem Spiel ...
Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!
Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Verbissen trat Luiz Casella das Gaspedal seines silbernen Sportwagens noch weiter durch. Die Luxuskarosse raste in einem irrsinnigen Tempo über die schmale Landstraße. Er musste völlig verrückt geworden sein. Was machte er hier draußen überhaupt? Im tiefsten Winter auf einer einsamen Straße irgendwo in Yorkshire. Glaubte er etwa, die Natur besiegen zu können? Auf der einen Seite der Straße lagen endlose schneebedeckte Felder, die andere wurde von schroffen Berghängen begrenzt. Nur ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und sein Wagen würde an den vereisten Felsen zerschellen.
Luiz war sich der Gefahr durchaus bewusst. Aber er musste das hier tun. Den Tod herausfordern. Hier draußen, weit entfernt von der Sicherheit seiner exklusiven Stadtvilla in London. Es war der einzige Weg, diesen brennenden Schmerz in ihm zu betäuben.
Mittlerweile war fast ein Jahr vergangen seit dem Tod seines Vaters. Mario Casella hatte zum Zeitpunkt des Unglücks noch mitten im Leben gestanden. Luiz erinnerte sich, wie sein Vater ihn gedrängt hatte, endlich eine Familie zu gründen und ein geregeltes Leben zu führen. Er hatte ihm sogar gedroht, von Brasilien zu ihm nach London zu fliegen, um ihn zur Vernunft zu bringen. Einen Tag später hatten sie seinen leblosen Körper aus den Überresten der kleinen Cessna geborgen.
Luiz’ Mutter hatte ihm am Telefon schluchzend von dem tödlichen Unfall erzählt. Noch am gleichen Tag war Luiz nach Brasilien geflogen, um ihr zur Seite zu stehen. Als einziger Sohn musste er nun die Rolle des neuen Familienoberhauptes einnehmen. Er kümmerte sich um alles, von der Organisation der Beerdigung bis zur Beseitigung des Chaos im Unternehmen seines Vaters, das sein unerwarteter Tod ausgelöst hatte.
Luiz war der Fels in der Brandung, an den sich seine Mutter, seine drei Schwestern und auch die Geschäftspartner seines Vaters klammerten. Er erlaubte sich keinerlei Anzeichen von Schwäche, sondern tat, was getan werden musste. Er arrangierte den Verkauf der Familienvilla, weil seine Mutter den Gedanken nicht ertragen konnte, allein in dem großen Haus zurückzubleiben. Ohne auch nur eine Träne zu vergießen, sortierte er die wichtigsten Erinnerungsstücke aus, um sie für seine Mutter aufzuheben, bis sie stark genug war, sich damit zu beschäftigen.
Als er Wochen später nach London zurückkehrte, konnte er seiner Trauer immer noch nicht freien Lauf lassen. Denn er musste sich um sein eigenes Unternehmen kümmern. Nach wenigen Tagen war er wieder ganz in seinen stressigen Arbeitsalltag eingetaucht und absolvierte ein Pensum, bei dem jeder andere vermutlich früher oder später zusammengebrochen wäre. Gnadenlos fuhr er fort, fremde Unternehmen aufzukaufen, um seinen Reichtum immer weiter zu vermehren.
Die letzte Übernahme eines bankrotten Elektronikunternehmens im Nordosten Englands ermöglichte es ihm schließlich, seinem Londoner Büro einen Tag lang den Rücken zu kehren. Endlich würde er ein wenig Zeit haben, um an seinen Vater zu denken und zu trauern. Und einen Teil seiner angestauten Wut und Frustration über die Ungerechtigkeit des Lebens abzureagieren.
Sein Wagen stand am Flughafen schon für ihn bereit. Die lange Fahrt durch die verschneite Winterlandschaft würde Luiz’ guttun. Eigentlich hatte er den direkten Weg nehmen wollen, doch die kleinen einsamen Landstraßen waren einfach unwiderstehlich. Er hatte auf sein Navigationsgerät verzichtet, und nun war er hier. Mitten im Nirgendwo.
Im Licht der Abenddämmerung beobachtete er durch die Windschutzscheibe die unzähligen tanzenden Schneeflocken vor ihm. Handy und Radio hatte er ausgeschaltet. Die einzigen Geräusche waren der tosende Wind draußen und das leise Schnurren seines Sportwagens.
Ob sein Vater Schmerzen gehabt hatte, bevor er starb? Er musste gewusst haben, dass dies sein Ende war. In dem Moment, in dem das Flugzeug sich im freien Fall befunden hatte. Wie ein Vogel, dem die Flügel abgeschnitten worden waren. Woran mochte er zuletzt gedacht haben?
Luiz konnte sich nicht vorstellen, dass er irgendetwas in seinem Leben bereute. Sein Vater war das beste Beispiel dafür, wie weit man es mit Intelligenz und Lebensfreude bringen konnte. Er hatte sich aus ärmsten Verhältnissen hochgearbeitet, bis zu dem Punkt, an dem Geld keine Rolle mehr spielte, weil er so viel davon hatte. Dann hatte er seine Jugendliebe geheiratet, die all die Jahre zu ihm gehalten und ihn unterstützt hatte. Zusammen hatten sie vier Kinder. Nein, es gab sicher nichts, was er bereute.
Der Gedanke tröstete Luiz ein wenig. Doch die Trauer und der Schmerz darüber, dass der einzige Mann, den er jemals wirklich bewundert hatte, für immer aus seinem Leben verschwunden war und so viele Fragen nie beantwortet würden, blieben.
Seine Hände krampften sich um das Lenkrad. Er spürte, wie Tränen in seine Augen stiegen, und presste die Lippen fest aufeinander. Unwillkürlich beschleunigte er noch weiter. Er musste blinzeln, denn der Tränenschleier vor seinen Augen nahm ihm die Sicht.
Und dann passierte es. Die Felswand neben ihm kam immer näher.
Blitzartig riss Luiz das Lenkrad herum und trat auf die Bremse. Doch es war zu spät. Er hörte, wie das Metall des Wagens auf Stein traf. Im nächsten Moment verlor er die Kontrolle über den Wagen, der in Richtung Feld schleuderte. Dann wurde es dunkel um ihn herum.
Irgendetwas drückte gegen sein Gesicht. Es war ganz still, bis auf den heulenden Wind. Langsam kam Luiz wieder zu sich. Der Airbag hatte ganze Arbeit geleistet. Auch sein Wagen schien den Aufprall an der Felswand relativ unbeschadet überstanden zu haben. Doch sein Bein war verletzt. Er hatte Schwierigkeiten, sich aus dem Wagen zu hieven. Als er es endlich geschafft hatte, schleppte er sich so weit wie möglich von dem Fahrzeug fort. Der Tank musste noch fast voll sein, und es war nicht unwahrscheinlich, dass das ganze Ding in Flammen aufgehen würde.
Nach wenigen Metern wurde Luiz klar, dass er zu Fuß nicht weit kommen würde. Er konnte mit dem einen Bein kaum auftreten. Und es schneite noch immer heftig. Die Schneeflocken blieben in seinem Haar hängen und an seiner maßgeschneiderten und in dieser Situation völlig unpraktischen Anzughose. Sein Kaschmirpulli würde in spätestens einer halben Stunde komplett durchweicht sein. Und seinen Mantel hatte er im Wagen zurückgelassen. Er sah sich um. Um ihn herum war es stockfinster. Offensichtlich wohnte hier in der Gegend niemand.
Luiz biss die Zähne zusammen und humpelte langsam zurück auf die Straße. Wenigstens hatte er sein Handy dabei. Irgendwo würde er schon wieder Empfang haben, wenn er einfach der Straße folgte.
Ein Lächeln glitt über sein südländisches aristokratisches Gesicht. Nach all den Monaten, in denen er sein Leiden immer nur unterdrückt hatte, fühlten sich diese körperlichen Schmerzen fast gut an …
Zwei Kilometer weiter hielt Holly George inne. Sie war gerade dabei, ihren letzten Rundgang durch die Außenanlagen ihres geliebten Tierheims zu machen, als sie in der Ferne das Geräusch eines Aufpralls hörte.
Holly war in dieser wilden einsamen Landschaft aufgewachsen und kannte die Gegend wie ihre Westentasche. Sie kannte die plötzlichen Wetterumschwünge mit all ihren typischen Geräuschen. Erst recht im tiefsten Winter, wenn die Stille fast greifbar war.
Hastig schloss sie das Tor zur Weide von Buster, dem Esel, einem Neuankömmling, und eilte zurück in ihr Cottage. Ihr lockiges blondes Haar fiel ihr lang über den Rücken, als sie die Wollmütze abnahm.
Jemand ist von der Straße abgekommen. Es war ihr sofort klar gewesen, als sie den lauten Knall gehört hatte. Einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie Andy anrufen sollte, ihren besten Freund, der ihr mit dem Tierheim half. Doch sie verwarf den Gedanken gleich wieder. Andy hatte sich seit Wochen auf diesen Kochkurs in der Stadt gefreut, der von seinem Lieblingskoch aus dem Fernsehen gegeben wurde. Sie würde ihm jetzt nicht den Spaß verderben und ihn zu einer Rettungsmission nötigen.
Ben Firth hingegen würde es gefallen, wenn er und seine Jungs ihre Feuerwehrwagen wieder einmal einsetzen konnten. Und Abe, der Arzt im Ort, würde sich ebenfalls sofort auf zur Unfallstelle machen. Wenn sie bloß wüsste, wo genau sie suchen mussten. Die umliegenden Berge sorgten für ein ordentliches Echo. Geräusche aus der Ferne waren hier in der Gegend sehr schlecht zu orten. Sie kannte jedoch sämtliche gefährlichen Straßenabschnitte.
Mit ihren sechsundzwanzig Jahren war Holly George ungewöhnlich reif, vernünftig und obendrein praktisch veranlagt. Sie war die harten Winter und die schwierigen Bedingungen im ländlichen Yorkshire gewohnt. Manchmal dachte sie, dass praktisch und vernünftig nicht gerade typisch weibliche Eigenschaften waren. Vielleicht war das der Grund für ihren Mangel an Verehrern. Zudem gab es hier nicht sehr viel Auswahl und der Märchenprinz würde wohl kaum einfach mal so an ihre Tür klopfen. Doch der Gedanke, ihr Cottage und die Tiere zu verlassen, um in eine der großen Städte zu ziehen, machte sie geradezu krank. Sie vermisste die Clubs, Bars und Restaurants nicht, auch wenn ihre Freunde das immer glaubten.
Ihr Vater war ein Farmer gewesen, sie war mit Tieren aufgewachsen. Sie liebte es, früh aufzustehen und ihre Vierbeiner zu füttern. Und jedes Jahr freute sie sich auf das Frühjahr, wenn die kleinen Lämmer geboren wurden. Ihr Vater war kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag gestorben. Es war ihr schwergefallen, die Farm zu verkaufen. Doch sie wusste, allein wäre sie mit der ganzen Arbeit vollkommen überfordert. Und so hatte sie sich von dem Geld ein kleines Tierheim aufgebaut. Viel war von dem Erbe nicht übrig geblieben,...




