E-Book, Deutsch, Band 2121, 144 Seiten
Reihe: Julia
Williams Küsse niemals einen Playboy!
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0049-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2121, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0049-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der reiche Playboy Gabriel Diaz ist Lucys einzige Hoffnung! Tatsächlich sagt er ihr spontan seine Hilfe zu, als ihre Eltern in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Aber er nennt auch sogleich den Preis dafür: Lucy soll ihm eine zärtliche Liebesnacht schenken! Ihr stockt der Atem. Wie kann Gabriel es wagen? Spontan hasst sie ihn - und ist doch ungewollt fasziniert von seiner unwiderstehlich männlichen Ausstrahlung. Kaum hat Gabriel ihr einen ersten Kuss gestohlen, muss sie sich eingestehen, dass ihr verräterischer Körper sich bereits nach mehr sehnt ...
Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!
Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Das müsst ihr mir noch einmal erklären.“ Lucy Robins blickte fragend zwischen ihren Eltern hin und her und versuchte zu verstehen, was ihr gerade mitgeteilt worden war.
„Nicht jetzt, Freddy!“, sagte sie zu dem Mops, der sich vor ihr auf den Rücken gelegt hatte und ‚tot‘ spielte, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Beim Anruf ihrer Mutter hatte sie sofort gewusst, dass etwas nicht stimmte. Celia Robins rief ihre Tochter sonst nie während der Arbeit an.
Das große Gartencenter innerhalb des Botanischen Gartens war ein sehr entspannter Arbeitsplatz. Lucy arbeitete dort halb als Gärtnerin und halb als Künstlerin, denn als Grafikerin hatte sie die Illustration eines Pflanzenbuches übernommen. Sie hatte gerade eine sehr empfindliche Orchidee umpflanzen wollen, als der Anruf ihrer Mutter kam. „Liebes, könntest du vielleicht nach Hause kommen? Es gibt da etwas Dringendes …“
Jetzt starrte sie die zusammengesunkene Gestalt ihres Vaters an. „Was heißt das, du bist in Schwierigkeiten?“
Nicholas Robins, so rund und klein wie seine Frau groß und schlank war, sah seine Tochter zaghaft an. „Ich habe mir vor ein paar Jahren von der Firma unerlaubterweise Geld geliehen. Nicht viel. Als deine Mutter ihren Schlaganfall hatte. Ich glaubte, wir würden sie verlieren, und wollte ihr einen Traum erfüllen. Die Kreuzfahrt, die sie sich schon immer gewünscht hat. Ich konnte gar nicht mehr klar denken …“
Damals hatte er erzählt, er hätte unerwartet einen Bonus erhalten. Lucy hatte ihm geglaubt und sich für ihn gefreut.
„Ich wollte ihr etwas Besonderes bieten. Und ich dachte, wenn ich mir nur ein wenig borge, kann ich es zurückzahlen, bevor man etwas merkt. Kaum zu glauben, dass ich so dumm war.“
Lucy warf einen besorgten Blick auf ihre Mutter. Celia Robins war eine zerbrechliche Frau. Der Schlaganfall hatte ihre Kraft aufgezehrt. Lucy und ihr Vater lebten in ständiger Furcht, sie könnte noch einen erleiden.
„Ich dachte doch nicht, dass sich irgendetwas ändern würde, nachdem GGD uns übernommen hatte“, fuhr ihr Vater mit zitternder Stimme fort. „Vor der Übernahme war ich der einzige Buchhalter, doch sie brachten ein Team von Finanzprüfern mit. Eine Zeit lang konnte ich alles noch geheim halten, und ich hatte auch schon begonnen, das Geld zurückzuzahlen. Aber heute Morgen riefen sie mich ins Büro und sagten mir, es gäbe Unregelmäßigkeiten, und ich sollte besser Urlaub nehmen, bis die geklärt wären …“
Lucy wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Vater war kein Betrüger, doch jeder Richter würde das ganz anders sehen. Für rührselige Geschichten und Entschuldigungen war da kein Platz. Jedenfalls nicht bei GGD.
Gabriel Garcia Diaz hieß der Kerl, der GGD gegründet hatte. Rücksichtslos, kalt und brillant war es ihm gelungen, innerhalb von acht Jahren den Elektronikmarkt zu beherrschen. Er war der Hai im Karpfenteich. Und einen Hai kümmerte ein kleiner Fisch wie ihr Vater nicht.
Ihr brach der Schweiß aus. Die letzten zwei Jahre lang hatte sie versucht, Gabriel Diaz aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Aber jetzt holte die Vergangenheit sie ein und zerstörte die brüchige Schutzmauer, die sie gegen die beunruhigende Erinnerung an ihn errichtet hatte.
Ihre Begegnung war rein zufällig gewesen. In der Stadt sprach man damals über nichts anderes als die Übernahme von Sims Electronics durch GGD.
Lucy hatte gerade ihren Job im Gartencenter bekommen, und alles andere war ihr egal gewesen. Sie liebte Pflanzen, sie liebte es, draußen zu arbeiten, und außerdem gab es noch etwas, das sie feiern konnte. Man hatte ihr angeboten, für das geplante Buch über die seltenen exotischen Pflanzen, die in den großen Gewächshäusern des Botanischen Gartens kultiviert wurden, die Illustrationen zu entwerfen.
So hatte sie völlig vergessen, dass der Chef von GGD angekündigt hatte, in die Stadt zu kommen. Aufgeregt war sie auf ihr Rad gesprungen, um ihrem Vater von dem Auftrag zu berichten. Die Eltern wussten, wie sehr sie darauf brannte, ihr Diplom von der Kunsthochschule unter Beweis zu stellen.
Erst als sie die schwarze Luxuslimousine und den Konvoi aus großen Wagen auf dem Parkplatz vor der Firma sah, erinnerte sie sich daran, dass heute der große Tag war.
Alle Angestellten von Sims hatten sich vor dem Gebäude im hellen Sonnenschein versammelt. Auf dem leeren Platz in der Mitte, umgeben von einem Kreis bedrohlicher Männer in dunklen Anzügen, stand ein Mann, der buchstäblich alle anderen überragte.
Er zog Lucys Blick auf sich. Selbst aus sicherer Entfernung konnte sie die Kraft seiner Persönlichkeit deutlich spüren. Abgesehen von seiner Aura war er der bemerkenswerteste Mensch, der ihr je unter die Augen gekommen war. Groß, mit rabenschwarzem Haar und einem markanten, perfekt geschnittenen Gesicht, verlieh ihm seine bronzefarbene Haut etwas atemberaubend Exotisches. Er war außergewöhnlich schön, wie die Statue eines griechischen Gottes.
Während der hochgewachsene Mann samt Entourage auf den Eingang des Gebäudes zuging, war ihr Vater ein wenig abseits geblieben. Lucy ergriff die Gelegenheit und fuhr schnell zu ihm, um ihm die gute Neuigkeit zu erzählen.
Später hätte sie nicht sagen können, wieso Mr Diaz sie bei dem ganzen Rummel überhaupt entdeckt hatte. Hatte er sie fortradeln sehen, oder funkte er einen seiner Lakaien an, die allzeit bereit draußen bei den Autos warteten? Jedenfalls dachte sie sich nichts dabei, als dieser bullige Kerl im Anzug sie fragte, wer sie wäre und was sie auf dem Firmengelände zu suchen hätte.
Sie wusste nicht, ob es gegen die Regeln verstieß, mit einem der Angestellten zu sprechen, dessen Interesse doch hundertprozentig seinem Chef gelten sollte. Also erzählte sie ihm, sie würde im Gartencenter arbeiten und müsste den Blumenschmuck wegen des heutigen Besuchs kontrollieren.
Später am Tag hatte sie dann ihre erste Begegnung mit Gabriel Diaz. Sie beugte sich gerade über ihr Rad, um das Schloss aufzuschließen, und als sie sich aufrichtete, stand er vor ihr. Zwei Leibwächter warteten im Hintergrund an einem glänzenden schwarzen Auto. Noch nie hatte sie ein solches Bedürfnis verspürt, einen Menschen anzustarren. Als könnte sie nicht genug bekommen von seiner exotischen Schönheit. Aus der Nähe war er noch atemberaubender. Und als er sprach, hatte seine Stimme einen tiefen, dunklen Klang. Er fragte sie nach ihrem Namen, sagte, sie wäre ihm aufgefallen. Und dass er eigentlich nicht vorgehabt hätte zu bleiben. Aber jetzt würde er eine Ausnahme machen … um sie auszuführen …
Lucy war sprachlos gewesen, verwirrt und auch ein wenig erschrocken. Welcher Mann sprach so mir nichts dir nichts eine fremde Frau an und sagte ihr, er würde sie zum Essen einladen? Und das auch noch in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete?
Bei seiner Weltgewandtheit, seinem umwerfend guten Aussehen und dem sinnlichen Blick dieser rabenschwarzen Augen wurde ihr ganz schwindlig. Doch sie hatte seine Einladung spontan abgelehnt. Was sollte ein Mann wie er von jemandem wie ihr schon wollen? Aber kaum war ihr die Frage durch den Kopf geschossen, hatte sie auch schon die Antwort gewusst: Sex.
Sie war praktisch sofort in Deckung gegangen und hatte auch für den Rest der Woche jede Einladung abgelehnt, obwohl Unmengen von Blumen – sehr teure Blumen – und ein goldenes Armband, das sie sich weigerte anzunehmen, bei ihr eintrafen. Persönlich war er nicht mehr bei ihr aufgetaucht, aber das ununterbrochene Bombardement, das sie mürbe machen sollte, hatte sie verwirrt und sie noch in ihrem Entschluss bestärkt, weiterhin unsichtbar zu bleiben. Schließlich schickte sie ihm eine SMS, dass sie einen Freund hätte und er sie in Ruhe lassen solle.
Das hatte er dann auch.
Komischerweise war sie nach dem jähen Ende aller Aufmerksamkeiten wochenlang mit einem seltsam leeren Gefühl herumgelaufen. Nach und nach hatte sie sich aber wieder gefangen und die Erinnerung an ihn beiseitegeschoben.
Die Arbeit im Gartencenter ließ ihr auch kaum Zeit, um über die eigenartige Wirkung nachzudenken, die er auf sie gehabt hatte. Und die Büros, in denen ihr Vater arbeitete, hatte er auch nicht wieder besucht. Wenn die Modernisierung und Expansion für Sims auch von riesiger Bedeutung war, so war die Firma doch nur ein kleines Rädchen in einem Mammutunternehmen.
Lucy sah ihre Eltern an. Ganz offensichtlich befürchteten sie, dass alles, was sie kannten, aus den Fugen geriet. Und in Lucys Kopf tauchte das Bild von Gabriel Diaz auf als ein finsterer Racheengel.
„Vielleicht könnte ich euch helfen“, bot sie ihnen an. „Ich meine, ich verdiene ganz gut. Ich könnte auch fragen, ob man mir einen Vorschuss auf meine Illustrationen zu dem zweiten Buch geben könnte …“
„Das hilft nichts, Schatz.“ Nicholas schien der Verzweiflung nahe. „Ich habe versucht, ihnen alles zu erklären. Ich habe ihnen angeboten, das Geld von meinem Gehalt abzuziehen, bis alles bezahlt ist. So würden sie ihr Unternehmen nicht führen, sagten sie. Ein Fehler, und du bist draußen.“
„Und hast du auch mit Mr Diaz persönlich gesprochen?“ Als Lucy seinen Namen aussprach, lief ihr unwillkürlich ein Schauer über den Rücken, und sie erinnerte sich wieder an den Blick dieser faszinierenden dunklen Augen.
„Leider nein“, seufzte ihr Vater. „Ich bat, ihn sprechen zu dürfen, aber das Ganze ist nicht wichtig genug, um ihn mit hineinzuziehen.“
„Und was geschieht jetzt?“ Lucy wagte es kaum, die Frage zu stellen. Aber sie unterdrückte...




