Williams | Küsse zwischen Feuer und Eis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2689, 144 Seiten

Reihe: Julia

Williams Küsse zwischen Feuer und Eis


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3463-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2689, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-3463-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein verhängnisvoller Fehler: Die junge Lehrerin Alice hat sich allein auf eine abgelegene Skipiste am Montblanc gewagt - und wird von einem Schneesturm überrascht! Ein schwaches Licht in der Ferne verspricht Rettung, und als sie zögernd an die Tür des Luxus-Chalets klopft, öffnet ihr ein Traummann. Der italienische Unternehmer Mateo Ricci nimmt sie auf, wärmt sie zärtlich - und mit jeder Berührung wächst ihr Verlangen! Vor dem eisigen Sturm ist Alice in Mateos starken Armen sicher. Aber das Feuer der Leidenschaft bringt ihr Herz in allerhöchste Gefahr ...



Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!

Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.

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1. KAPITEL


Allmählich fragte sich Alice, ob dies der Tag wäre, an dem sie endlich dem Großen Typen dort oben begegnen würde, von dem ihr Dad jeden Sonntag predigte.

Ihr Gesicht brannte vor Kälte, und trotz der dicken Skikleidung fror sie in dem Schneesturm erbärmlich. Sie konnte kaum etwas erkennen.

Sie hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, seit sie das Chalet verlassen hatte, in dem sie mit ihren drei Freundinnen wohnte. In ihrer Eile hatte sie ihre Smartwatch vergessen, und ihr Mobiltelefon steckte so tief in der Tasche einer der unteren Schichten, dass sie nicht herankam.

Natürlich hätte sie die Hütte nie verlassen sollen, doch zu dem Zeitpunkt hatte sie einfach frische Luft gebraucht.

Bea hatte stolz ihren Verlobungsring gezeigt – eine unerwartete Ankündigung, die sie sich für einen besonderen Moment aufgespart hatte. Dann stießen sie mit Champagner darauf an, und die anderen beiden bestürmten sie mit Fragen und sprachen aufgeregt über Brautjungfernkleider.

Sie hingegen saß da und drehte lächelnd das Glas zwischen den Fingern, während sie sich an ihre geplatzte Verlobung vor acht Monaten erinnerte. Sie hatte alle Punkte auf ihrer Checkliste für den idealen festen Partner abgehakt, und dennoch war Simon einfach nicht der Richtige gewesen. War letztendlich nicht gewesen, was sie sich gewünscht hatte.

Sie war diejenige gewesen, die den Mut zur Trennung aufgebracht hatte. Noch immer war die Wunde nicht ganz verheilt, und plötzlich hatte es wieder wehgetan, während ihre Freundinnen sich von der Aufregung über eine bevorstehende Hochzeit mitreißen ließen.

Da es sie innerlich zerrissen hatte, war sie aufgestanden und hatte erklärt, eine kleine Verschnaufpause zu brauchen. Dass alle sie so aufgewühlt erlebt und sich für ihre Gedankenlosigkeit bei ihr entschuldigt hatten, hatte alles nur noch schlimmer gemacht.

Also befand sie sich nun hier. Sie glitt nicht mehr dahin, sondern kam auf ihren Skiern nur langsam voran, weil sie daran denken musste, dass sie vielleicht bald ihrem Schöpfer gegenübertreten würde.

Sie hatte unbeschreibliche Angst.

Inzwischen war niemand mehr zu sehen. Um den Massen zu entfliehen, hatte sie sich auf die gefährlicheren Pisten begeben. Und als der Schneesturm aufkam, war sie auf einmal allein gewesen.

Und nun suchte sie verzweifelt nach irgendeinem Schild oder einem markanten Punkt, um den Weg zurück in die Zivilisation zu finden, was in dem Schneegestöber allerdings unmöglich war. Panik stieg in ihr auf, doch Alice wusste aus Erfahrung, dass sie sie ausblenden musste.

Ein Schneesturm war die schlimmste Situation auf einem Berg. Man konnte nichts sehen, und der Schnee und die hohe Luftfeuchtigkeit führten schnell zu Unterkühlung. Das waren die grundlegenden Fakten, die man ihnen als Schulkindern vor über zehn Jahren vor ihrer ersten Klassenreise an den Montblanc eingebläut hatte. Und die sie in diesem Skigebiet vor weniger als vier Jahren ihren Anfängern vermittelt hatte, als sie vor dem Studium sechs Monate als Skilehrerin jobbte.

Niemand, der bei Verstand war, wollte in einem Schneesturm auf einem Berg sein – und doch war sie hier. Alice blieb stehen, schob ihre Skibrille hoch und blickte in das dichte Schneegestöber. Für einen Moment wurde sie von einer Welle der Angst erfasst, weil die Welt so bedrohlich, so fremd wirkte.

Geh immer bergab, dann bist du bald in Sicherheit – so lautete die Faustregel.

Aber wenn sie aus diesem Abenteuer etwas lernen sollte, hob sie sich etwaige Gefühlsausbrüche besser für später auf, wenn sie wohlbehalten in ihrem gemütlichen Wohnzimmer saß, am besten mit einem Becher Eis in Reichweite.

Nachdem Alice tief durchgeatmet hatte, kämpfte sie sich weiter vorwärts. Sie hatte keine Ahnung, wie lange es dauerte, bis sie endlich etwas entdeckte – ein schwaches Licht, das die Schneewand durchdrang. Vielleicht war es nur eine optische Täuschung, ihr Gehirn, das ihr einen Streich spielte, doch inzwischen war es ihr egal. Sie würde einfach in die Richtung gehen müssen, denn sie hatte keine andere Wahl mehr.

Mateo bereitete gerade in der Küche sein Abendessen zu, als er ein Geräusch wahrnahm, das die leise Jazzmusik im Hintergrund nur leicht übertönte. Das Tosen des Schneesturms draußen war hier im Chalet dank der Dreifachverglasung kaum zu hören. Er hielt inne, drehte die Musik ab und lauschte.

Hier auf der abgelegenen und herrlich einsamen Seite des Montblanc kam kein Skifahrer auf eine Tasse Kaffee vorbei. Die Pisten hier waren trügerisch und nur für Profis geeignet und daher meistens so leer, dass er fast immer allein lief.

Unter anderem deshalb hatte er das Chalet vor einigen Jahren gekauft. Er hatte kein Problem mit den vielen Touristen … solange sie nicht in seine Nähe kamen.

Er hoffte also, dass das Geräusch vor der Tür nur wie ein Klopfen klang und eigentlich von dem Schneesturm herrührte. Dass es nicht irgendein Idiot wäre, der sich in diesem Schneesturm verirrt hätte, der seine Geduld überstrapazierte, denn das konnte er jetzt nicht gebrauchen. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt, aber nicht hier, nicht jetzt.

Er hatte sich sieben Tage freigeschaufelt. Dies war seine einzige Auszeit von seiner anstrengenden Tätigkeit als Chef zahlreicher Unternehmen und seinem Leben auf der Überholspur. Er war jetzt zwei Tage hier und wollte in den restlichen fünf Tagen auf keinen Fall von irgendeinem Lebensmüden gestört werden.

Hier und nur hier konnte er fast an seine Vergangenheit anknüpfen, die er schon lange hinter sich gelassen hatte. Ihm war wichtig, nie seine Anfänge zu vergessen. Er war in diesem Teil der Welt aufgewachsen – nicht auf dieser Seite des Bergs, sondern in einem kleinen Ort in der Nähe der weniger exklusiven Urlaubsorte, in einem kleinen Haus mit jungen Eltern, die gegen schlechte Bezahlung in einem Billighotel gearbeitet hatten. In der Hochsaison waren sie auf Trinkgeld angewiesen gewesen, und in der Nebensaison hatten sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Sie hatten keinen falschen Stolz gehabt.

Vielleicht hätte sich nie etwas daran geändert, wenn er nicht mit zwölf Jahren seine Mutter verloren hätte. An die traurigen Jahre danach erinnerte er sich nur undeutlich. Und als Teenager war ihm dann klar geworden, dass sein immer noch junger Vater ohne seine Frau, seinen Fels in der Brandung, nicht mehr zurechtkam.

Dieser ging seinem Job im Hotel noch einige Jahre nach, trank allerdings immer mehr und nahm Drogen, was sich natürlich auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkte. Und schließlich war er ganz unten gewesen und hatte sich nicht einmal mehr um sich selbst, geschweige denn um seinen Sohn kümmern können.

Deshalb verließ Mateo mit sechzehn die Schule, um Geld zu verdienen und die Rechnungen bezahlen zu können. Gleichzeitig las und lernte er so viel wie möglich, um später nicht arm und von anderen abhängig sein zu müssen. Schon damals wusste er, dass er sehr intelligent war, und wollte sein Potenzial nicht verschenken.

Zuerst jobbte er in einem Boxverein im Ort. Aus Spaß hatte er als Amateur selbst geboxt und dabei einen enormen Ehrgeiz entwickelt. Tagsüber arbeitete er und lernte abends und nachts. Er war clever und nutzte seine Begabung für Mathematik, um sich selbst Programmieren beizubringen.

Und von dort hatte er es bis hierher geschafft. Vom Siebzehnjährigen, der für seinen Trainer eine Website entwickelt hatte, zum Achtzehnjährigen, der für jemand anders die Website entwickelt und dann mehr gewollt hatte, als nur für andere zu arbeiten, mehr, als nur von der Hand in den Mund zu leben.

Er hatte gespart und war zum Jäger geworden, der Typ, der genau wusste, wo er das nächste große Start-up fand. Der Typ, bei dem sich alles in Gold verwandelte, was er anfasste. Mit Ende zwanzig war er unbesiegbar gewesen. Gewinnen war zu seinem erklärten Ziel geworden, und sein Erfolg hatte ihm den Reichtum beschert, von dem die meisten Menschen nur träumen konnten.

Abgesehen davon wusste er, dass man leicht vergessen konnte, woher man kam, und somit die Lektionen zu vergessen riskierte, die man auf diesem Weg gelernt hatte. Man konnte in kürzester Zeit wieder ganz tief fallen. Man brauchte nur etwas zu faul und etwas zu selbstgefällig zu sein.

Hier auf dem Berg zu sein erinnerte Mateo daran. Sein Vater lebte nicht mehr hier. Er selbst wohnte in London und besaß weitere Domizile in New York, Hongkong und Dubai, doch dieses stille Fleckchen erinnerte ihn an sein früheres Ich.

Und dass nun irgendein Clown in sein Heiligtum eindringen könnte, erfüllte ihn mit grimmiger Wut. Als es wieder klopfte, wurde ihm bewusst, dass er diesen Idioten schlecht wegschicken konnte. Oder diese Idioten – Typen, die ihr Leben aufs Spiel setzten und sich der jugendlichen Illusion hingaben, dass immer jemand wie durch ein Wunder auftauchen und ihnen den Hintern retten würde.

Mateo schaltete den Herd aus und ging barfuß zur Tür, um zu öffnen.

Alice wollte gerade zum dritten Mal an die Tür klopfen, als diese ohne Vorwarnung aufgerissen wurde. Prompt stolperte sie auf ihren Skiern nach vorn und sank vor Erschöpfung und Erleichterung zu Boden. Sie hatte gar nicht wahrgenommen, wer dort stand, spürte nur, wie derjenige sie auffing und dann aufrecht hielt.

Es handelte sich um einen großen...



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