Williams | Law of Attraction | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 337 Seiten

Reihe: LYX.digital

Williams Law of Attraction


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1094-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 337 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1094-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



10 Dinge, die ich an ihm hasse ...

Lianna hat nach dem Tod ihrer Eltern eine schwierige Zeit hinter sich. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr: Als sie einen neuen Job in der renommierten Anwaltskanzlei findet, scheint es steil bergauf zu gehen ... wäre da nicht Darren de Best, Senior-Partner in der Kanzlei. Ein Mann wie ein rotes Tuch für Lianna - seine kühle und arrogante Art treiben sie zur Weißglut. Und für genau diesen Kerl soll sie jetzt als persönliche Assistentin zur Verfügung stehen. Zähneknirschend nimmt sie an. Und obwohl er so anders ist als sie, kann sie die Spannung zwischen ihnen und das Kribbeln in ihrem Bauch immer weniger ignorieren. Bis ein Zufall dafür sorgt, dass beide ein wohlgehütetes Geheimnis voreinander preisgeben müssen. Ein Geheimnis, das für ihre Arbeit ernsthafte Konsequenzen hätte, käme es ans Licht ...

Eine sexy Office-Romance mit einem teuflisch heißen Boss

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2


Obwohl ich kaum geschlafen habe, fühle ich mich am nächsten Morgen wach und voller Energie. Die Erinnerungen an den gestrigen Tag lassen mich mit einem breiten Lächeln aufstehen.

Skye ist ein echter Schatz. Sie ist noch bis zwei Uhr nachts geblieben, damit mein provisorisches Schlafzimmer im Erdgeschoss vor der ersten Nacht bezugsfertig wird.

Wir haben im gesamten Haus den Boden und auch die Wände gefegt, weil überall Staub lag und Spinnenweben hingen, gefeudelt, die Fenster geputzt und die restliche abgestandene Luft rausgelassen.

Dabei habe ich Floyd richtig beneidet. Er hat währenddessen Schmetterlinge im Garten gejagt und sich danach in der Sonne geaalt. So wohl, wie er sich in dem Garten fühlt, habe ich Skye angeboten, ihn am Wochenende öfter bei mir zu lassen, auch wenn sie etwas anderes vorhat.

Während ich mich an das Reinigen der Bäder gemacht habe, ist Skye noch einmal zu einem Megastore ein paar Orte weiter gefahren und hat ihr Auto mit Farbe vollgeladen. Ein wunderschönes Cremeweiß, mit dem wir die Wände meines provisorischen Lagers im Erdgeschoss gestrichen haben.

Wann habe ich in letzter Zeit so viel Produktives geschafft? Mir fällt nichts ein. Deshalb fühle ich mich gut, als ich zu meiner neuen Arbeitsstelle aufbreche.

Doch je näher ich den mehrstöckigen, verglasten Bauten des Core Districts, dem Geschäftsviertel von San Diego, komme, desto schneller klopft mein Herz. Meine Hände schwitzen, und das nicht, weil die Klimaanlage im Wagen spinnt. Wer kommt beim Autokauf in Eiseskälte schon auf die Idee, so etwas auszuprobieren?

Bold & Partners ultramoderner, luftig wirkender Bürokomplex liegt an einer stark befahrenen Straße, die jetzt zur Hauptverkehrszeit hoffnungslos verstopft ist. Der Stau gibt mir ein paar Minuten, in denen ich tief durchatmen kann. Mein Puls wird langsam wieder ruhiger.

Als Mitarbeiterin darf ich in der Tiefgarage parken. Die Einfahrt liegt gut sichtbar vor der nächsten Kreuzung, genau wie Mr Bold es mir beschrieben hat.

Ich zwänge mein breites Auto in eine freie Parklücke, weit entfernt vom Fahrstuhl. Das Einparken dauert eine Weile, da ich keine Servolenkung habe und mit den großen Ausmaßen des Fords noch nicht so vertraut bin.

Anscheinend bin ich die Einzige, die keinen Neuwagen fährt, wenn ich mir die geparkten Wagen anschaue. Es juckt mich in den Fingern, die Sonnenbrille aufzusetzen, damit ich vom Glänzen des Lacks und Chroms im hellen Neonlicht nicht geblendet werde.

Ein dunkelgrauer Porsche fährt dicht an mir vorbei, als ich gerade mal wieder eingeschlagen habe und zurücksetzen will. Aus dem Inneren heraus höre ich sogar durch die geschlossenen Fenster den neusten Hit von The Weeknd dröhnen.

Ich setze zu einem lauten Fluch an und versuche, einen Blick in den Wagen zu erhaschen.

Du rücksichtsloser Idiot!

Eine Schimpftirade bleibt mir im Hals stecken, denn am Steuer des Porsches sitzt ein so unverschämt gut aussehender Mann, dass es mir die Sprache verschlägt. Teurer Anzug, weißes Hemd, das zwischen der geschlossenen Knopfleiste hervorblitzt, sonnengebräunt, zurückgekämmtes dunkles Haar und markante Gesichtszüge. Ein Mann, der Frauen verdammt gefährlich werden kann.

Solche Menschen sieht man ja nicht jeden Tag. Schade, dass er so ein rücksichtsloser Fahrer ist. Ich wende den Blick ab und mühe mich erneut mit dem Auto ab.

»Im Augenblick sind es knapp tausend«, beantwortet kurze Zeit später Mr Bold meine Frage nach der Anzahl der Mitarbeiter. »Aber natürlich über mehrere Standorte verteilt.«

»Natürlich«, pflichte ich ihm bei und hoffe, nicht allzu beeindruckt zu wirken. Was für eine Menge Arbeitsplätze, für die Aden Bold die Verantwortung trägt. Vorsichtshalber schließe ich auch den offen stehenden Mund.

Der große Besprechungsraum mit Blick über San Diego zwischen den großen Gebäuden des Geschäftsviertels bis zum strahlend blauen Meer, die modernen hellen Stahlmöbel, der gemaserte Holztisch und das weiche Leder der Stuhlpolster machen für mich dieses Gespräch irgendwie surreal. Ich in dieser Kanzlei. Ist das ein Traum?

»Hier in diesem Gebäude sitzen zweihundert. Wir sind auch in zwei Außenstellen in Los Angeles, in San Francisco, aber auch an mehreren Standorten in Florida.«

Ich kann mich gerade noch zurückhalten, fast hätte ich laut durch die Zähne gepfiffen. Das wäre wohl unangebracht und passt auch nicht zu meinem Business-Outfit. Die weiße Seidenbluse liegt kühl auf der Haut. Der Stoff streicht bei dem leichten Lufthauch, der aus einer indirekten Klimaanlage kommt, immer wieder sanft über meine Haut. Dazu trage ich die etwas weite graue Stoffhose von Nila und ein paar ihrer flachen Ballerinas in einem modischen Schlammton.

In Gedanken schicke ich ein riesengroßes Dankeschön an Skye. In der Mittagspause muss ich ihr unbedingt schreiben. Die ganzen Klamottenberge sparen mir Hunderte von Dollar, die ich sonst für ordentliche Bürokleidung auf den Tisch blättern müsste und jetzt ins Haus stecken kann. Am liebsten würde ich mich bei Nila persönlich bedanken, aber Skye meint, das wäre nicht so klug, da diese glaubt, ihre Sachen wären irgendwo in der Kleiderspende. Ich muss mir merken, dass ich nie irgendetwas davon trage, wenn ich Skye und sie mal besuche.

Akten sortieren, Gutachten abtippen, Unterlagen für Gericht und gegnerische Parteien zusammenstellen, allgemeine organisatorische Tätigkeiten, Schreibarbeiten … Die Worte von Aden Bold rauschen nur so durch meinen Kopf, und ich nicke eifrig. Selbst wenn er sagen würde, ich solle die Waschräume putzen oder den Müllcontainer reinigen, hätte ich zu allem genickt. Denn ich habe einen Job! Und er hat wenigstens noch ein bisschen mit dem zu tun, von dem ich mir einbilde, etwas zu verstehen.

»Ein polizeiliches Führungszeugnis und das Empfehlungsschreiben eines gewichtigen Unternehmens ist natürlich Standard, bevor der Einstellungsvertrag unterschrieben wird«, kommt es wie nebenbei von ihm.

Schluck.

»Das dürfte kein Problem sein, oder?«

Mein Hals ist wie zugeschnürt, und mit einem Mal platzt dieser wunderschöne Traum, den ich in den letzten Wochen geträumt habe.

Das Blut rauscht mir laut in den Ohren und verhindert für einen Augenblick, dass ich klar denken kann.

»Den Arbeitsvertrag habe ich schon dabei …« Meine Stimme klingt kratzig und rau. Mit zitternden Fingern ziehe ich das gewünschte Dokument aus der Schutzhülle.

Mr Bold greift über den Tisch und schaut sich die einzelnen Seiten an. Der entschlossen wirkende Mann mit den grauen Schläfen und den sympathischen, von Lebenserfahrung geprägten Gesichtszügen wirkt für eine Sekunde unschlüssig. »Manchmal ist unsere Personalabteilung schneller, als ich denke. Darren hat sicher alles kontrolliert. Na, dann haben die ja schon alles von Ihnen. Super. Dann will ich Sie nicht weiter aufhalten. Guten Start!« Geschäftig schiebt Mr Bold seinen Stuhl zurück und reicht mir die Hand.

Ich müsste jetzt etwas sagen. Die Sache aufklären. Aber das kann ich nicht. Ich bin doch gerade erst hier angekommen. Ich kann nicht wieder zurück!

Wie ferngesteuert greife ich nach seiner Hand und bleibe stumm.

Die nächsten Stunden verbringe ich damit, mir von Coleen, der guten Seele der Kanzlei, wie Bold sie nennt, alles Wichtige zeigen zu lassen. Die Räumlichkeiten, meinen Arbeitsplatz ihr gegenüber, zumindest für die Einarbeitungszeit, das Ablagesystem der Fälle und so viel mehr, dass mir schon der Kopf gehörig dröhnt, als sie einen Lunch vorschlägt.

Die firmeneigene Kantine gleicht einem modernen Restaurant. Der Raum ist hell, verschachtelt und bietet an unterschiedlich großen Tischen sicher Platz für zweihundert Personen. Vorsichtig geschätzt. Es ist um diese Uhrzeit sehr voll. Und ich sehe rings um mich herum nur schöne Leute. Die Frauen sind überwiegend blond und top gestylt, die Männer sehen eher aus wie Fitnessgurus und nicht wie Anwälte. Entweder zieht es nur Blondinen und Sportfreaks nach San Diego oder man wird so, wenn man nur lange genug hier lebt.

Coleen empfiehlt mir den Caesars Salad und bestellt sich auch einen an der Essensausgabe. Dann steuert sie auf einen großen runden Tisch zu, an dem schon ein paar andere Frauen in meinem Alter sitzen. Und obwohl sie alle auf den ersten Blick sehr geschäftig und kühl wirken, täuscht der Eindruck. Ich werde warmherzig begrüßt und wie selbstverständlich in die Unterhaltung einbezogen.

Ich versuche zuzuhören und mir zu merken, worüber die anderen reden. Wie hieß die Rothaarige mir gegenüber noch einmal? Allison? Und die mit den schwarzen langen Haaren links von ihr? Sie hat etwas von Pokahontas. Insgeheim verpasse ich ihr diesen Spitznamen. Den Namen der Kleinen mit der Brille kann ich mir vor lauter Aufregung auch nicht merken.

Plötzlich wird es still um mich herum. Irgendetwas hat sich in den letzten Sekunden unter meinen Tischnachbarinnen verändert. Das spüre ich instinktiv. Nur kann ich nicht ausmachen, was es ist. Ich werfe Coleen einen fragenden Blick zu, aber die guckt haarscharf an mir vorbei auf irgendetwas, das direkt hinter mir stattfinden muss. Die anderen senken die Blicke und stochern in ihrem Essen, von ausgelassener Stimmung ist hier keine Spur mehr.

»Dein Geheimtipp war scheiße, Coleen, nur dass du es weißt!«, höre ich eine männliche Stimme laut und selbstbewusst.

An den Tischen um uns herum konzentrieren sich die Mitarbeiter angestrengt auf ihr Essen. Beziehungsweise tun so, denn ich...



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