Williams | Nur eine turbulente Affäre? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1749, 160 Seiten

Reihe: Julia

Williams Nur eine turbulente Affäre?


1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-767-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1749, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86295-767-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie hat beeindruckend weibliche Kurven, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist überhaupt nicht sein Typ: Doch als der reiche Grieche Theo Miquel das erste Mal in Heathers Armen liegt und sie sich zärtlich lieben, genießt er jede ihrer verführerischen Rundungen. Trotzdem hält Theo sein Herz mit beiden Händen fest. Er will sich niemals binden! Und auf Heathers Frage, ob er sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen könne, antwortet er kühl mit Nein! Der größte Fehler seines Lebens! Denn als er Heather kurz darauf mit einem anderen Mann sieht, wird er vor Eifersucht fast verrückt ...



Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!

Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.

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2. KAPITEL


Theo bat seinen Chauffeur, der sich auf Abruf bereithielt, über sein Handy, ihn sogleich abzuholen. Innerhalb weniger Minuten fuhr die Limousine vor dem Gebäude vor.

Heather protestierte nicht nur dagegen, dass Theo sie nach Hause bringen wollte, sondern auch gegen die Einladung. Sie hatte vorhin die Sandwiches gegessen, deshalb war ihrer Meinung nach ein Abendessen in einem Restaurant völlig überflüssig.

Doch er dirigierte sie entschlossen zu dem Wagen, schob sie auf den Rücksitz und setzte sich neben sie.

„Es ist sehr nett von Ihnen, Mr. Miquel …“

„Da Sie sozusagen vor meiner Tür zusammengebrochen sind, können wir auf die formelle Anrede verzichten. Nennen Sie mich Theo.“

„Okay. Trotzdem brauchen Sie mit mir nicht irgendwohin zu gehen. Sie sind nicht für mich verantwortlich. Ich bin Ihnen natürlich dankbar für Ihre Hilfe …“

Theo warf ihr einen leicht belustigten Blick zu. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals eine Frau meine Einladung so hartnäckig abgelehnt hat.“

Eigentlich hatte sie gar nichts dagegen, mit ihm zu Abend zu essen, sondern freute sich sogar darauf und fand es aufregend.

„In dem Outfit kann ich wohl kaum mit Ihnen ausgehen“, erklärte sie dann und betrachtete ihre festen Schuhe und den dicken schwarzen Mantel.

„Da haben Sie recht“, stimmte er ihr zu. „Aber Henri ist es sicher egal, was Sie anhaben.“

„Henri?“ Obwohl sie daran gewöhnt war, dass die Männer sie nicht attraktiv fanden, und sie immer im Schatten ihrer schönen Schwester gestanden hatte, bedrückte und deprimierte es sie, dass Theo ihr zustimmte.

„Er ist der Inhaber eines kleinen französischen Bistros, in dem ich oft esse“, erklärte er. „Wir kennen uns schon lange.“

„Ah ja? Woher?“

„Ich habe ihm einmal geholfen … finanziell, damit er das Restaurant eröffnen konnte.“

„Ja, ich habe schon gemerkt, dass Sie viel Mitgefühl haben und ein gutmütiger Mensch sind“, erwiderte sie und lächelte ihn an.

Du liebe Zeit, man muss die Frau vor sich selbst schützen, sie ist viel zu offen und ehrlich, schoss es ihm durch den Kopf. „Es war ein Geschäft, sonst nichts“, korrigierte er sie. Niemand sollte auf die Idee kommen, er sei mitfühlend oder gutmütig. „Damit Sie sich keine Illusionen machen: Ich habe bei dem Geschäft gut verdient.“

„Ich bin aber sicher, Sie hätten ihm das Geld auch gegeben, wenn Sie es für ein schlechtes Geschäft gehalten hätten. Es ist doch unter Freunden üblich, dass man sich hilft, oder?“

„Darüber habe ich noch nicht nachgedacht“, antwortete er gelassen. „Wir sind da.“ Er nickte in Richtung des Bistros, als der Chauffeur langsamer fuhr.

Heather sah sich um. Das kleine Bistro, wie er es genannt hatte, entpuppte sich als schickes Restaurant. Man konnte es als trendig bezeichnen. Die Gäste musterten jeden, der hereinkam, interessiert.

Sie stöhnte laut auf und blickte Theo ärgerlich an. „In dem Outfit passe ich nicht dorthin!“

„Warum nicht?“, fragte er leicht gereizt. Was war in ihn gefahren, diese leicht verrückte Frau zum Essen einzuladen? Natürlich war er etwas betroffen über ihre Bemerkungen im Zusammenhang mit dem neuen Job, aber es ging ihn letztlich nichts an, was sie machte. Das wird meine einzige gute Tat in diesem Jahr bleiben, nahm er sich fest vor.

„Sehen Sie mich doch an!“, forderte sie ihn entsetzt auf.

„Niemand wird Sie beachten.“ Mehr wollte er dazu nicht sagen, um nicht lügen zu müssen.

„Doch. Schauen Sie sich die Leute an, dann wissen Sie, dass ich recht habe“, entgegnete sie beinah schrill.

Durch die vom Boden bis zur Decke reichenden Fenster konnte man erkennen, wie elegant und vornehm die Gäste waren.

Nachdem der Chauffeur den Wagen angehalten hatte, stieg er aus und hielt Heather die Tür auf.

Was für eine entsetzlich peinliche Situation, dachte sie und blickte Theo geradezu flehentlich an. Er schüttelte jedoch ungeduldig den Kopf. „Sie machen sich zu viele Gedanken wegen Ihres Aussehens.“

„Sie haben gut reden, an Ihrem Aussehen gibt es ja nichts auszusetzen.“

„Sagen Sie immer, was Sie denken?“ Er packte Heather am Arm und zwang sie, mit ihm das Restaurant zu betreten. Sie spürte die Blicke der vielen Menschen und wünschte, sie wäre unsichtbar. Da sie den Kopf gesenkt hielt, fiel ihr prompt auf, wie schäbig ihre praktischen Schuhe in dieser luxuriösen Umgebung wirkten.

„Wir setzen uns an den Tisch da drüben“, flüsterte Theo ihr zu. „Soll ich Sie hinführen, oder sind Sie bereit, ohne meine Hilfe weiterzugehen?“

„Sehr komisch“, erwiderte sie, ebenfalls im Flüsterton. „Merken Sie etwa nicht, dass alle mich anstarren und sich fragen, was ich hier mache?“

„Niemand starrt Sie an.“

„Doch, die Leute haben mich angestarrt“, blieb sie beharrlich bei ihrer Meinung. Schließlich waren sie an dem Tisch angelangt, und sie ließ sich erleichtert auf den Stuhl sinken.

„Ihre Mutter müsste sich bittere Vorwürfe machen, weil sie es zugelassen hat, dass Ihre Schwester vorgezogen wurde und Sie immer mehr Minderwertigkeitsgefühle bekamen.“ Er nahm die Speisekarte in die Hand und warf nur einen flüchtigen Blick darauf, ehe er sie wieder hinlegte. Offenbar wusste er, was er bestellen wollte.

Heather beugte sich vor. „Es ist nicht die Schuld meiner Mutter, dass die eine Tochter ein schöner Schwan ist und die andere ein hässliches Entlein“, erklärte sie mit ernster Miene.

„Das stimmt natürlich. Ist ihr bewusst, dass Sie sich ständig mit Ihrer Schwester vergleichen?“

„Meine Mutter ist vor sieben Jahren gestorben.“ Sie erwartete, er würde sein Bedauern äußern, was er jedoch nicht tat. Stattdessen sah er sie nachdenklich an und nickte nur. „Sie war zwei Jahre lang krank, ehe sie gestorben ist. Deshalb konnte ich meine Ausbildung noch nicht beenden. Ich musste arbeiten.“

„Was hat Ihre Schwester denn gemacht?“

„Claire hat hier in London einen Schauspielkurs besucht und aushilfsweise als Bedienung gearbeitet.“

„Hat Ihre Mutter Ihnen nichts hinterlassen, sodass Sie hätten weiterstudieren können?“ Gegen seinen Willen interessierte er sich für ihren familiären Hintergrund. Er bestellte eine Flasche Wein und das Tagesmenü, ein Fischgericht, für sie beide.

Heather errötete. „Doch, aber nicht viel. Claire brauchte das Geld dringender als ich. Sie hat versprochen, mir meinen Anteil zurückzuzahlen, sobald sie genug verdient. Im Übrigen war Geld für mich nie wichtig. Meine Mutter war nicht mehr da, ich war traurig, und es war mir egal, ob ich etwas erbte oder nicht.“

„Verdient Ihre Schwester jetzt genug?“, fragte er betont beiläufig und fand seine Vermutung bestätigt. Die Träume von einer blendenden Karriere in den USA erfüllten sich sowieso in den wenigsten Fällen. Es überraschte ihn nicht zu erfahren, dass ihre Schwester ihr niemals etwas zurückgezahlt hatte. Erstaunlicherweise war Heather damit offenbar zufrieden.

„Macht es Ihnen Spaß, sich ständig mit Ihrer Schwester zu vergleichen, deren einziger Vorzug ihre angebliche Schönheit zu sein scheint?“

„Sie ist auch ein sehr warmherziger Mensch“, verteidigte Heather ihre Schwester. Insgeheim gestand sie jedoch ein, dass Claire nur dann lieb und nett war, wenn man tat, was sie wollte. Sie war sehr egoistisch, zugleich aber auch sehr charmant. „Im Übrigen vergleiche ich mich nicht mit ihr, sondern finde ihre Schönheit bewundernswert. Haben Sie keine Brüder, mit denen Sie sich manchmal vergleichen und die Sie bewundern? Nein, wahrscheinlich nicht“, beantwortete sie sich die Frage selbst und musste lächeln. „Sie bewundern niemanden, dafür sind Sie viel zu selbstbewusst. Eher erwarten Sie, dass man Sie bewundert.“

„Ich habe keine Geschwister“, erklärte er kurz angebunden, und sein Tonfall verriet, dass er über sein Privatleben nicht reden wollte.

Heather ignorierte es und blickte ihn nachdenklich an. „Das ist sehr schade. Wo leben denn Ihre Eltern? Sie sind bestimmt sehr stolz auf Sie, weil Sie so erfolgreich sind …“

Normalerweise wussten die Frauen, mit denen er ausging, welche Grenzen sie nicht überschreiten durften, ohne dass er es ausdrücklich erwähnen musste. Heather hatte jedoch offenbar kein Gespür dafür, wann es angebracht war, ein Thema fallen zu lassen. Er war fest davon überzeugt, dass die Frauen sich Hoffnungen machten, sobald man ihnen private Dinge anvertraute. Sie glaubten dann, sie hätten es geschafft, ihn für sich zu gewinnen, und fingen an, Ansprüche zu stellen.

Doch Heather war nicht eine von den Frauen, die sich einen reichen Mann angeln wollten, dessen war er sich sicher.

„Mein Vater ist gestorben, als ich noch ein Kind war, und meine Mutter lebt in Griechenland“, antwortete er deshalb.

„Natürlich sind Sie auch Grieche.“

Theo verzog die Lippen zu einem leichten Lächeln. „Wieso natürlich?“

„Man behauptet doch, alle griechischen Männer seien groß, dunkelhaarig und attraktiv.“ Beim Anblick seiner verblüfften Miene musste sie lachen. Sie hatte ihn nur necken wollen. „Besucht Ihre Mutter Sie ab und zu?“

„Sie wollen viel wissen.“

In dem Moment wurde das Essen serviert, und man schenkte ihnen noch einmal Wein ein.

„Die Lebensgeschichten mancher Menschen sind sehr interessant. Wie soll man etwas über andere erfahren, wenn man keine Fragen stellt?“...



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