Williams | Verbotene Verführung am Gardasee? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2612, 144 Seiten

Reihe: Julia

Williams Verbotene Verführung am Gardasee?


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1876-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2612, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1876-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ihr Herz klopft rasend schnell, als Sophie den italienischen Milliardär Alessio Rossi-White aufsucht: Seinem betagten Vater geht es schlecht. Aber nichts hat die junge Haushälterin auf Alessios Sex-Appeal vorbereitet - und auf seine Einladung an den herrlichen Gardasee! Wo aus der sinnlichen Anziehungskraft zwischen ihnen eine heimliche Affäre wird. Bis sein Vater sie erwischt! Wütend beschuldigt der Senior seinen Sohn, er hätte Sophie gegen ihren Willen verführt. Und noch bevor sie das klären kann, behauptet Alessio, sie seien heimlich ein Paar und würden heiraten ...



Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!

Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.

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2. KAPITEL


Aus nächster Nähe zu ihr fiel Alessio auf, wie ungewöhnlich ihre Augen waren – mandelförmig und nussbraun, umrahmt von langen, dunklen Wimpern, die eindrucksvoll mit der blassen Haut kontrastierten. Sein Blick schweifte zu Sophies kurz geschnittenem Haar. Er war Frauen gewöhnt, die sich in Szene setzten, deshalb weckte diese, die ihre Reize anscheinend bewusst unter trister, sackartiger Kleidung zu verstecken suchte, seine Neugier.

„Also gut“, fing er an, „wenn Sie mir an den Kragen wollen, verraten Sie mir wenigstens Ihr Motiv. Sie meinen, der Schlaganfall meines Vaters ist stressbedingt. Und Sie haben Geldsorgen erwähnt, von denen ich nichts weiß, denn mein Vater ist mir Ihrer Meinung nach ja egal. Dann erzählen Sie mir doch bitte ein paar Einzelheiten.“

Ein Kellner erschien, und Alessio lehnte sich zurück, doch anstatt die Speisekarten entgegenzunehmen, bestellte er Tapas, deren genaue Auswahl er dem Koch überließ, und eine Flasche Chablis. Nicht eine Sekunde wandte er den Blick von Sophie ab.

Sie biss sich auf die Unterlippe und schwieg. Er fuhr fort: „Oder wollen Sie noch mehr Anschuldigungen loswerden, bevor Sie mir Beweise liefern?“ Er gestikulierte ausladend. „Bitte, raus mit der unbequemen Wahrheit, zieren Sie sich nicht.“

Sophie hätte ihm gern noch mehr Vorwürfe gemacht, doch stattdessen verschränkte sie die Arme. „Es gibt da einen Zusammenhang“, sagte sie ruhig. „Zwischen Leonards Gesundheit und seinen Geldsorgen. Ich sollte Ihnen nichts von alldem verraten, aber ich muss einfach. Als Leonard im Krankenhaus gelegen hat, hat mir sein Finanzberater anvertraut, dass die Firma rote Zahlen schreibt. Ich kenne nicht alle Details, aber ich glaube, da ist ein Kredit, der fällig ist. Aber die Firma verliert wohl seit Jahren Geld. Wahrscheinlich hätte Mr. Ellis Sie gern kontaktiert, doch auch er ist zu Verschwiegenheit verpflichtet und sollte besonders Sie nicht einschalten. Er hat es mir nur gesagt, weil er nicht wusste, an wen er sich sonst wenden sollte.“

„Unfassbar“, schimpfte Alessio. „Was hat der Alte da ausgeheckt?“

„Sagen Sie so etwas nicht“, erwiderte Sophie traurig. „Das ist nur sein Stolz. Ganz normal in dem Alter. Er will nicht, dass Sie von seinen Fehlern erfahren … na ja, er hat Leuten vertraut, die ihre Arbeit nicht richtig gemacht haben …“

Alessio lachte trocken. „Bleiben Sie lieber in Ihrer Rolle, Miss Court. Ihre persönlichen Einschätzungen haben nichts mit der Realität zu tun. Unglaublich, dass Ellis nicht zu mir gekommen ist.“

„Die Verschwiegenheitsvereinbarung …“

„Und trotzdem erzählen Sie mir alles.“

„Leonard liegt mir am Herzen. Vielleicht würde er es nicht überleben, wenn die Firma scheitert.“

„Ich muss alle Einzelheiten über diesen Schlamassel wissen. Und Ellis sollte sich nach einer neuen Stelle umsehen. Wenn ich mit ihm fertig bin, wird ihm klar werden, wie falsch seine Loyalität gegenüber meinem Vater war.“

„Haben Sie denn gar kein Verständnis?“

„Wenn Sie mich jetzt schon für verständnislos halten, dann warten Sie nur ab, bis ich wirklich die Geduld verliere“, sagte Alessio gereizt. „Ellis ist Bankdirektor! Er muss alles tun, um eine Insolvenz abzuwenden, und wer, wenn nicht ich, kann das geradebiegen? Etwa gute Feen mit Scheckheften?“

Der Kellner unterbrach die Standpauke, aber Sophie bemerkte kaum, wie er die Tapas auf dem Tisch platzierte. Sie war wie hypnotisiert von Alessios bohrendem Blick. Dieser Mann war faszinierend und Furcht einflößend zugleich.

„Ich weiß keine Einzelheiten …“

„Sie wissen mehr als ich. Und wenn sogar Sie die Lage für dramatisch genug halten, um aus Ihrem Versteck zu kriechen, dann ist alles sicher noch schlimmer, als Sie denken.“

„Ich war in keinem Versteck.“

„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich Sie zuletzt bei meinem Vater angetroffen habe.“

„Ich … lasse Sie und Leonard lieber unter sich, damit Sie … sich nah sein können. Ich würde nur stören, wenn ich nebenbei Leonards Tabletten sortiere und ihm sage, was er essen kann und was nicht.“

„Wer weiß? Vielleicht wäre das mal eine Abwechslung. Unsere Gespräche waren anscheinend noch oberflächlicher, als ich dachte. Wenn er mir all das verheimlicht hat … Aber egal. Sagen Sie mal, brauchen Sie Hilfe?“

„‚Hilfe‘ …?“

„Unterstützung bei der Betreuung? Ich weiß, Sie sind ausgebildete Pflegefachkraft, aber vielleicht ist mein Vater nicht mehr so mobil wie vorher?“

Sophie fand es beeindruckend, dass er an diese Möglichkeit dachte. Er war pragmatisch, und genau das konnte sie jetzt gebrauchen, denn sie war seit Wochen völlig durcheinander. Es war beruhigend, sich auf praktische Dinge zu konzentrieren, erst recht, wenn Alessio involviert war.

Sie spürte auch, dass er aufrichtig besorgt war, obwohl ein außenstehender Beobachter meinen könnte, dies sei eine geschäftliche Angelegenheit. Sie hatte ein Problem vorgetragen, und er suchte Wege, damit umzugehen, denn er war lösungsorientiert.

„Nein.“ Sie machte eine Pause, um dann hinzuzufügen: „Danke, dass Sie fragen. Das meine ich ernst.“ Sie lächelte schief und fing etwas verspätet an, die Tapas zu kosten, denn sie hatte einen Mordshunger. „Sie wären überrascht, wie viel Kraft man für die Pflege braucht. Man muss die Patienten ständig heben. Aber wir werden darin ausgebildet, wie man es am effizientesten und sichersten tut.“

„Was machen Sie sonst so?“, fragte Alessio plötzlich.

„Wie meinen Sie das?“

„Sie sind wie alt?“

„Neunundzwanzig“, sagte sie verlegen.

„Sie sind neunundzwanzig und trotzdem reicht es Ihnen, in Vollzeit für meinen Vater zu arbeiten? Ist Ihnen das nicht zu eintönig?“

Sie verkrampfte sich. Da seine Stimme ernsthaft interessiert klang, fühlte Sophie sich umso beleidigter.

Leonard war zwar alt, aber immerhin ein interessanter Mann. Und sie hatte genug Freizeit, um ihre Freunde aus der Pflege zu treffen – vorausgesetzt, sie erwischte sie zwischen zwei Schichten – und nebenbei zu erfahren, wie sie alle feste Beziehungen eingingen.

Sie selbst verspürte keinen Drang, sich zu binden. Sie wusste, was die Liebe anrichten konnte. Zwar hielt sie sich für stärker als ihre Mutter, doch sie schreckte davor zurück, Gefahr zu laufen, so abhängig zu werden, dass sie allein nicht mehr leben konnte.

War das weise und vorausschauend? Oder einfach bequemer? Gefiel ihr der Job etwa nur, weil er sie von der riskanten Welt der Romantik fernhielt? Ihre letzte Beziehung war eher freundschaftlich gewesen. Er hatte sich mehr gewünscht, doch Sophie war nicht bereit dazu. Sie hatte keine Angst, die wahre Liebe zu finden. Sie hatte Angst, sie zu finden und dann zu verlieren.

Und dennoch war dieser interessierte Blick irritierend.

„Ist es nicht eintöniger, nur am Computer zu sitzen?“, konterte sie streitlustig.

Ihr war schmerzlich bewusst, dass sie ihm gern ihre Meinung sagte, aber gereizt auf seinen Gegenschlag reagierte. Er hatte einen wunden Punkt getroffen.

„Ich … ich bin ja nicht eingesperrt bei Leonard“, führte sie aus, um die unangenehme Stille zu füllen. „Ich treffe mich viel mit meinen Freunden aus der Pflege.“

„Hätten Sie nicht gern mehr Zeit für sie?“

Sophie dachte kurz nach. „Sie haben zu viel Stress. Sie machen Schichtarbeit und sind schlecht bezahlt.“

„Sie hingegen verdienen ja extrem gut.“ Alessio schob seinen Teller mit einem Finger zur Seite. „Geld ist Ihnen also wichtig?“ Er lehnte sich weiter vor und sprach mit tiefer Stimme und kritischem Blick. „Sie tun so, als würden Sie sich um meinen Vater sorgen, aber in Wirklichkeit haben Sie nur Angst um Ihre Stelle?“

„Nein!“ Ihre Wangen glühten.

Aber natürlich war das Geld wichtig. Sie unterstützte ihre Schwester, denn Schauspieljobs waren rar, hielten Addy aber von einer festen Tätigkeit ab. Und der Rest vom Kredit für ihr Elternhaus musste auch noch abbezahlt werden.

Alessio wechselte abrupt das Thema. „Wo übernachten Sie?“

Sophie blinzelte und schwieg kurz, bevor sie eine billige Hotelkette in einem finsteren Teil Süd-West-Londons nannte.

Er runzelte die Stirn, und sie platzte hervor: „Was Besseres kann ich mir nicht leisten.“ Was die Sache nicht besser machte.

„Das kann nicht sein. Ich kenne doch Ihr Gehalt.“

„Wie bitte? Woher denn?“

„Ich habe meinen Vater überzeugt, dass ich Sie bezahle. So wollte ich sicherstellen, dass er Sie nicht entlässt, um zu sparen.“

„Das war mir nicht bewusst …“

„Natürlich nicht. Nach dem ersten Schlaganfall habe ich darauf bestanden, dass er eine Pflegerin bekommt. Er wollte sie aber unbedingt selbst aussuchen. Und ich wollte ihr so viel zahlen, dass sie nicht in Versuchung kommt, die Stelle zu wechseln. Mein Vater ist sicher nicht pflegeleicht.“

„Er ist ein Goldstück.“

„Wie bitte?“

„Ich hatte keine Ahnung, dass Sie mein Gehalt zahlen.“

„‚Goldstück‘?!“

„Ach, ich verstehe mich einfach gut mit Leonard. Er braucht viel Hilfe, mit der Ernährung, der Medizin … und ich achte darauf, dass er sich genug bewegt … Aber vor allem braucht er Gesellschaft, auch wenn er das nie zugeben würde. Sein Selbstvertrauen hat unter dem Schlaganfall gelitten. Also hat er all seine Aufgaben an die...



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