E-Book, Deutsch, Band 3, 207 Seiten
Reihe: Wild Territories
Williams Wild Territories III
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7396-3164-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Afrikanische Nächte - Gay Romance
E-Book, Deutsch, Band 3, 207 Seiten
Reihe: Wild Territories
ISBN: 978-3-7396-3164-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Seit Wochen versucht Cole dem Mann seiner Träume wieder näherzukommen, doch der kleine Puerto Ricaner lässt ihn einfach abblitzen. Keine Sekunde hält er sich mit dem Jaguarwandler im selben Raum auf. Betritt Cole ein Zimmer, verlässt Pedro es umgehend. Verzweifelt beschließt Cole dieser Farce ein Ende zu machen. Da er diese Hängepartie nicht mehr aushält, geht er weg, nimmt sich eine Auszeit, auch wenn sein Alpha so seine Schwierigkeiten hat, ihn zu ersetzen. Der erzkonservativ erzogene Pedro kämpft derweil mit seinen Gefühlen. Er fühlt sich extrem zu dem großgewachsenen Jaguar hingezogen, kann aber diese Liebe niemals ausleben, wenn er weiter mit seiner Familie verkehren will. Alternativ könnte er ein Verhältnis mit Cole anfangen und es einfach verheimlichen. Noch bevor sich Pedro zu einer Entscheidung durchringen kann, nimmt Cole sie ihm einfach ab und verlässt New York. Verzweifelt versucht Pedro nun herauszufinden, was er tun soll. Einerseits ist es die pure Erleichterung, nicht mehr dieser Versuchung ausgesetzt zu sein, andererseits schmerzt sein Herz so sehr, dass es sich schon körperlich auswirkt. Was wird gewinnen, die anerzogene Konditionierung oder die Liebe? Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet.
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Momente der Entscheidung
Die Nacht breitete ihre Schwingen über Manhattan aus, die letzten roten Fetzen des Sonnenuntergangs wurden vom Dunkel abgelöst. Resigniert stand Cole am Fenster seines Einliegerapartments und lehnte mit der Stirn an der kühlen Glasscheibe. Seit Wochen schlichen er und Pedro nun schon umeinander herum. Dieses Katz und Maus Spiel ging ihm gehörig auf die Nerven. Scheinbar gab es für ihr Problem keine praktikable Lösung, also würde Cole es beenden müssen. Trotz der Tatsache, dass er endlich ein Rudel gefunden hatte, dass seine einzelgängerischen Tendenzen tolerierte und in dem er sich auch noch heimisch und gut aufgehoben fühlte, würde er weggehen müssen. Dieses konstante Leid fraß an seiner Substanz und mittlerweile litt er nonstop an Magenbeschwerden und Krämpfen. Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass Liebeskummer solche Auswirkungen haben könnte. Vor einigen Wochen sah die Welt noch rosig aus, der Himmel hing voller Geigen und der Jaguarwandler hörte regelrecht die Engelschöre singen. Doch Pedros Reaktion nach ihrem weltbewegend guten Sex hatte ihn schlagartig ernüchtert. Erschwerend kamen damals noch die Umstände hinzu. Wäre Chris nicht entführt worden, hätte er seinen Alpha nicht nach Alaska begleiten müssen, hätte er vielleicht die Gelegenheit gehabt, alles mit Pedro von Angesicht zu Angesicht zu klären und sie stünden heute nicht an dieser Stelle. Doch so hatte Pedro darüber nachdenken, in Panik verfallen, sich auf seine katholischen Grundwerte besinnen, es seiner Familie Recht machen und Cole einfach absägen können, bevor es seiner Meinung nach Ernst wurde. Das Problem war, dass es für Cole nicht mehr Ernst werden musste, das war es schon. Als Gestaltwandler konnte er wittern, mit welchem Partner er harmonisch zusammenleben, eine gute Partnerschaft führen und den perfekten Sex haben konnte. Als Cole von Pedro die erste Duftnote aufschnappte, rastete etwas in ihm ein. Der kleine süße Koch war der perfekte Gefährte für den stillen und zurückhaltenden Jaguar. Drei Jahre versuchte Cole Pedro auf sich aufmerksam zu machen. Er umwarb ihn mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten. Er hielt dem Koch die Türen auf, half ihm die Einkäufe hereinzubringen und zu verstauen, tat einfach alles, damit dieser ihn wahrnahm. Doch der Kleine hielt es für einfache Freundschaftsdienste oder für gute Kollegialität, denn sie beide standen direkt in Leo de Leeuws Diensten. Erst der extreme Hormoncocktail von ihrem Alpha und seinem Gefährten schob sie beide in die richtige Richtung und sie hatten auf dem harten Boden von Leos Schlafzimmer ihren ersten und weltbewegend guten Sex. Doch die Trennung machte alles zunichte. Cole wusste nicht, ob Pedros Verhalten mit seiner Familie zusammenhing oder ob er selbst die Homosexualität so sehr ablehnte. Sollte das der Fall sein, würden sie nie zusammenkommen. Da der Jaguar ständig die Erregung seines Süßen wittern konnte, wusste er, dass er ihn erregte und sexuell anzog, aber da er sich so beharrlich dagegen wehrte, wollte er wohl nichts von ihm. Dieser Zustand brachte Cole um. Frustriert fuhr er sich durch sein kurzgeschnittenes braunes Haar und brachte es total durcheinander. Jetzt hatte er die klassische Out-of-bed-Frisur. Es half nichts. Cole hatte es mit ignorieren versucht, hatte versucht Pedro zurückzugewinnen, doch all seine Bemühungen brachten keine Ergebnisse. Da er aber keinen Zwang anwenden wollte, beschloss er, dass er jetzt handeln musste. Schnellen Schrittes verließ er seine kleine Wohnung und betrat die Diele von Leos Apartment. Seine Nase verriet ihm, dass Pedro bereits nach Hause gegangen war und sich Leo und Chris wohl im Wohnzimmer aufhielten. Als die ersten Harfenklänge von dort erklangen, wusste der Jaguar, dass er richtig lag. Leise betrat er das große Zimmer und setzte sich zu Leo auf die Couch. Niemals würde er Chris beim Spielen unterbrechen. Es klang einfach zu gut, wenn der Rotfuchs die Saiten an dem riesigen Instrument tanzen ließ. Seufzend schloss Cole die Augen und lauschte. Eine halbe Stunde später richtete Chris das Instrument auf und sah die beiden Großkatzen auf dem Sofa durchdringend an. Eine Vorahnung verriet ihm, dass sich jetzt ihr aller Leben grundlegend verändern würde. Cole wirkte, als würde ihm etwas auf der Seele brennen und das Harfespiel hatte ihm eine kleine Galgenfrist ermöglicht, doch jetzt schien er sich nur mit Mühe ruhig halten zu können. „Na los, Kater, spuck‘s aus!“, kommandierte der kleine Canide. Seufzend sah Cole von Leo zu Chris und wieder zurück. Man konnte vor dem Fuchs keine Geheimnisse haben. Dieser hatte extrem feine Sinne und las in fast jedem wie in einem offenen Buch. „Ich werde weggehen. Die Situation ist untragbar geworden und mittlerweile leidet unser beider Gesundheit darunter. Pedro hat dermaßen an Gewicht verloren, dass es schon nicht mehr schön ist. Mir selbst geht es nicht viel besser. Ich kann einfach nicht mehr. Es tut mir leid.“ Mit einem harschen Knurren stand Leo von der Couch auf und marschierte nun im Zimmer auf und ab. Sein großer Körper bildete einen schönen Kontrast zu der einmaligen Aussicht des Penthouses. Chris hingegen saß noch immer ganz ruhig auf seinem Hocker und musterte Cole eindringlich. Er verstand die Gründe des Jaguars, aber er konnte auch Leos Unwillen nachvollziehen, auf seine rechte Hand verzichten zu müssen. Nicht nur, dass er einen extrem fähigen Chauffeur, Organisator und Assistenten verlor, auch ein Freund würde ihn auf unbestimmte Zeit verlassen. Cole zu ersetzten würde eine Herkulesaufgabe werden. „Wie sieht dein Bruder das?“, vielleicht brachte das den Jaguar dazu zu bleiben. Das enorme Pflichtgefühl seinem jüngeren Bruders gegenüber hatte ihn bisher immer hier in New York gehalten. Chris zog alle Strippen, auch wenn er vermutete, dass es wenig Sinn machte. „Jace hat seine neue Stelle bei Pearson & Chillton angetreten und fühlt sich sehr wohl dort. Er braucht niemanden, der ihm Händchen hält. Langsam wird der Kleine erwachsen“, kommentierte Cole. Chris‘ Frage nach seinem Bruder brachte ihn nicht aus dem Konzept. Glucksend zog Leo die Augenbrauen nach oben und sah seinen Freund erstaunt an: „Der Kleine? Himmel Cole! Jace überragt dich um mindestens fünf Zentimeter.“ Brummend nickte der Jaguar, erklärte aber: „Ist aus seiner Kindheit hängen geblieben. Da er sechs Jahre jünger ist als ich, kommt er mir immer noch wie ein Halbwüchsiger vor, ein Spargeltarzan zwar, aber trotzdem noch ein Jugendlicher. Mit der Zeit legt er auch noch das Schlaksige ab.“ „Es gibt nichts, womit wir dich dazu verlocken können zu bleiben?“, erkundigte sich Leo in einem berechnenden Ton. Kopfschüttelnd sah Cole zu seinem Alpha hin: „Du könntest Pedro feuern, damit ich ihm nicht mehr begegnen muss, aber das würde mich todtraurig machen und ich würde mir dann Vorwürfe machen. Natürlich könntest du mich einfach in einen anderen Bezirk versetzen, dann bliebe ich dem Rudel erhalten, aber ich ginge trotzdem von New York weg.“ Cole tat es leid, dass er seinen Alpha gerade jetzt im Stich lassen musste. Sein Beta hatte ihn wegen seines Gefährten verlassen und lebte nun in Rooster, Alaska. Zwar gönnte Cole Veris‘ sein Glück mit dem attraktiven Polarwolf, aber es machte sein Leben zunehmend kompliziert. Resignation machte sich in Leo breit. Als Löwe und Alpha war er es gewohnt zu bekommen, was er begehrte, doch heute schien er auf verlorenem Posten zu kämpfen. Er würde Cole nicht halten können. Nichts würde dessen Weggang verhindern. „In Ordnung, ich lasse dich ziehen. Sag mir aber bitte, wo du hin willst.“ „Im Ngorongoro-Krater in Afrika werden Wildhüter gesucht. Ich habe mich beworben und gestern kam die Mail, dass ich jederzeit anfangen kann. Noch habe ich nicht zugesagt. Es würde mir gefallen und ich käme raus.“ Hoffnungsvoll sah er seinen Alpha an. „Tansania? Dein Ernst?“, kam das Echo von Chris. Der Fuchs blinzelte total erstaunt. Zwar hatte er gewusst, dass der Jaguar in seiner Jugend einige Jahre im Mittel- und Südamerika verbracht hatte, um dort den Dschungel zu erforschen, aber er hätte nie gedacht, dass es ihn in die afrikanische Savanne ziehen würde. Schulterzuckend sah Cole den Fuchs an und erklärte: „Der Chef der Wildlife-Station dort ist ein Australischer Wolf. Er weiß Wandler als Parkranger zu schätzen und bevorzugt sie. Daher hat er mir und nicht einem der zehn anderen Bewerber die Stelle angeboten. Unsere Instinkte toppen jede Ausbildung. Ich würde das wirklich gerne machen.“ Zähneknirschend fragte Leo: „Wann geht’s los?“ „Am liebsten gestern, aber morgen genügt auch“, kam es postwendend von Cole. „Brauchst du ein Visum?“, erkundigte sich Chris fürsorglich. „Nein, denn ich werde bei einem Subunternehmen in den Staaten angestellt sein und auch von denen bezahlt werden. Daher benötige ich nur eine Aufenthaltsgenehmigung, um die sich Marcus Oranga bereits gekümmert hat. Ich muss nur noch anreisen.“ Trotz des eher unglücklichen Hintergrundes der Aktion,...




