Williams | Wild Territories IV - Die Liebe des Alphas | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 190 Seiten

Reihe: Wild Territories

Williams Wild Territories IV - Die Liebe des Alphas

Gay Fantasy Romance
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7396-8017-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Fantasy Romance

E-Book, Deutsch, Band 4, 190 Seiten

Reihe: Wild Territories

ISBN: 978-3-7396-8017-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich Urlaub! Der Alpha des Alaska-Caniden-Rudels Darius Amarok, ein schwarzer Wolfswandler, fliegt nach Portland in Maine, um die Ausbildung der Sicherheitsoffiziere von Panthera Enterprises zu überwachen. Als er auf den Beta des Katzenrudels Gattic Tora, einen Tigerwandler, trifft, fliegen die Fetzen. Zusammen sind sie wortwörtlich wie Hund und Katze. Sie können scheinbar nicht miteinander, aber ohneeinander geht es eben auch nicht.   Gelingt es den beiden so unterschiedlichen und in manchen Bereichen so ähnlichen Männern, sich zusammenzuraufen und einen gemeinsamen Weg zu finden?   Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet.

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Katzenjammer
  Mit einem breiten Lächeln trat Eve auf Darius zu und schüttelte diesem die Hand. Automatisch begann sie mit dem großgewachsenen Wolf zu flirten, obwohl ihre gute Nase ihr verriet, dass er gar nicht zu ihr passte. Erst nachdem sie bereits einige nichtssagende Floskeln mit diesem gewechselt hatte, fing sie die Witterung Gattics auf. Dieser roch dermaßen nach Unbehagen, dass man es fast schon schmecken konnte. Erst jetzt analysierte sie die unterschiedlichen Duftnoten und erkannte zu ihrer Bestürzung, dass dieser Wolf zu ihrem Tiger besser passte, als sie selbst. Zähneknirschend bot sie diesem nun eine Führung durch die Filiale an und hoffte, ihm dabei klar machen zu können, dass Gattic bereits vergeben war. Zwar waren sie nicht verheiratet oder verlobt, aber der Tiger bezeichnete sie zuweilen als seine Freundin und er ging mit keiner anderen aus. Vermutlich stand ihr Kater gar nicht auf Kerle, zumindest versucht sie sich genau das einzureden. Die meisten Wandler machten keinen Unterschied, sondern entschieden ausschließlich nach der Kompatibilität bei der Auswahl ihrer Bettpartner. Es machte keinen Sinn jemanden zu umwerben, der gar nicht mit einem harmonierte. Die Passgenauigkeit betraf nicht nur die Bettspiele sondern jeden Bereich im Leben. Fand man jemanden, der perfekt zu einem passte, konnte und sollte man diesen sofort fest an sich binden, denn es gab nichts Erfüllenderes, als ein Leben mit dieser Person an seiner Seite. Nur sehr wenige Wandler fanden diese sogenannten Seelenverwandten. An dem schlagartig veränderten Verhalten der Katze erkannte Darius, dass ihr eben bewusst geworden war, wie es zwischen ihm und Gattic stand. Eve hatte eben erkannt, dass er ein ernstzunehmender Rivale sein konnte. Darius hatte fest vor, nicht nur ein Rivale zu sein. Er hatte vor, Gattic fest an sich zu binden. Niemals hatte er damit gerechnet, mit fast sechzig Jahren endlich doch noch jemanden zu finden, der wirklich zu ihm passte und ihn ergänzte. Dass es sich dabei um einen Kater und einen Mann handelte, störte ihn eher weniger. Er hatte so wenig Auswahl, dass er nehmen würde, was ihm Mutter Natur anbot. Oft hatte er die Wissenschaftler verflucht, die ihrer aller Vorfahren erschaffen hatten. Seine genetische Kombination war so selten, dass es wenig bis gar keine Übereinstimmungen gab und er daher ein eher unbefriedigendes Leben führte, zumindest im sexuellen Bereich. Auch Darius‘ Eltern hatten nur zu etwa sechzig Prozent zueinander gepasst. Sie hatten das Beste daraus gemacht und sich damit arrangiert. Ansonsten konnte sich Darius über sein Dasein nicht beklagen. Er hatte es mit gerade einmal dreißig Jahren zum Alpha geschafft, hatte sein Rudel erfolgreich an die Spitze ihres Wirtschaftszweiges geführt und sie lebten in finanzieller Sicherheit. Ebenso hatte er es fertig gebracht, einen Nachfolger zu finden und sein Rudel von den letzten Hirnverbrandheiten zu befreien. Solch hinterwäldlerisches Gebaren passte nicht zu einem Rudel dieser Zeit und Darius hatte dafür die Weichen gestellt. Jetzt, da er sich selbst ebenfalls an einen Mann binden wollte, stellte er erneut fest, dass er schon vor Jahrzehnten hätte etwas ändern müssen. Doch jetzt darüber zu jammern würde wenig bringen. Die Milch war verschüttet und kam nicht zurück in den Krug. In Gattics Magen sammelten sich Kieselsteine, zumindest fühlte es sich so an. Er wusste, dass Eve Darius auf einen Rundgang einladen würde. Normalerweise würde er die Zeit nutzen, um noch etwas zu arbeiten, bevor er sich wieder um den Besucher kümmern musste. Jetzt überlegte er aber, ob es nicht sinnvoller wäre, die beiden zu begleiten, in der Hoffnung, dass Eve keinen Blödsinn machte. Würde er das tun, bekäme die Gepardin aber auf jeden Fall den falschen Eindruck und würde glauben, dass ihm etwas an dem Wolf lag. Zwar sprach seine Libido eindeutig auf ihn an und es kostete ihn enorme Beherrschung, allein von dessen Duft nicht hart zu werden, aber gefühlsmäßig band ihn noch nichts an den Alpha. Alles in ihm sträubte sich dagegen. Er liebte sein Leben, fühlte sich wohl dort wo er war und er wollte nichts daran ändern. Meistens fand er willige und kompatible Partner beiderlei Geschlechts, um seinen Sexualtrieb zu befriedigen und war nicht auf einen dahergelaufenen Wolf angewiesen. Nur weil dieser fast perfekt zu ihm passte, musste er noch lang nicht darauf eingehen. Daher nickte er Eve kurz zu und erklärte Darius: „Ich bin in meinem Büro. Wenn ihr die Runde gemacht habt, fahre ich dich zu deinem Hotel und du kannst dich erst einmal häuslich einrichten. Ich habe das Training für morgen früh angesetzt.“ Zufrieden wippte Eve auf den Zehenspitzen und presste sich kurz der Länge nach an den großgewachsenen Tiger. Ihre Lippen streiften über Gattics Mund und ein Schnurren verließ ihre Kehle. Nach dieser besitzergreifenden Zurschaustellung kümmerte sie sich wieder um den Wolf und bat diesen äußerst charmant, ihr zu folgen. Mit fest zusammengepresstem Kiefer sah Gattic den beiden hinterher. Der Kuss hatte sich dermaßen falsch angefühlt, dass es ihn innerlich schmerzte. Bereits jetzt signalisierte ihm sein Körper, dass Eve nicht gut genug für ihn war. Sein Instinkt ignorierte, dass sie sich gestern noch in den Laken gewälzt hatten und es ihm durchaus gefallen hatte. Die fehlenden dreißig Prozent erstreckten sich hauptsächlich auf die Lebenseinstellung, die Art wie sie Dinge angingen oder handhabten. Gattic neigte zu spontanen Beschlüssen und Aktionen. Eve war eine Planerin, manchmal wunderte es den Tiger, dass sie keine Wegbeschreibung zur Toilette besaß. Sofort schüttelte er diesen gemeinen Gedanken ab und verzog sich wie angekündigt in sein Büro. Seufzend ließ er sich auf den Bürostuhl fallen und startete seinen Computer. Auf ihn wartete Arbeit.   Aufmerksam lauscht Darius den Ausführungen der Geparden-Lady. Er bewunderte, dass sie sich professionell gab und zurückhielt. Im Moment lag ihr Augenmerk darauf, ihm einen Überblick über Panthera Enterprises und deren Tochtergesellschaften zu geben. Hier in Portland befand sich in diesem Gebäude die große Druckerei, spezialisiert auf Offset-Druck, und im Nachbargebäude die hauseigene Werbeagentur. Panthera Design bot alles, von der aufwendigen Fernsehwerbekampagne bis hin zu einfachem Homepage-Design. Mit einem Lächeln signalisierte er Eve, dass er zuhörte und ihm auch gefiel, was er gerade hörte. Am Ende der fast zweistündigen Tour kamen Eve und Darius wieder im Empfangsbereich der Druckerei an. Die Gebäude lagen leicht versetzt parallel nebeneinander und der Architekt hatte taktisch klug die Eingänge gewählt. Von der Druckerei aus sah man auf den Hafen und durch die Glastür der Agentur auf die Parallelstraße, verbunden waren beide Gebäude durch zwei Glastunnel, damit man trockenen Fußes von hier nach da kam. Die routinemäßige Aufgabe hatte dafür gesorgt, dass sich ein Großteil von Eves Wut und Entrüstung bereits gelegt hatte. Mittlerweile konnte sie vernünftig über den Umstand nachdenken, dass der neben ihr herlaufende Wolf zu Gattic besser passte als sie. Trotzdem hatte sie ihrer Meinung nach alle Trümpfe in der Hand. Der Wolfswandler war nur Gast von Panthera. Er würde bald wieder verschwinden. Also selbst wenn sich Gattic mit ihm einließe, würde er anschließend wieder zu ihr zurückkehren. Da sie beide eine On-/Off-Beziehung führten, handhabten sie es beide so, wenn sie ein Techtelmechtel unterhalten wollten. Eifersucht war bisher kein Thema gewesen, aber bisher hatte noch keine oder keiner Eve in der Kompatibilität übertroffen. Zudem baute Eve darauf, dass Gattic selten etwas mit dem gleichen Geschlecht hatte. Die meisten Wandler bevorzugten das andere Geschlecht, was vermutlich mit dem Wunsch nach Kindern zusammenhing. Bei den Wandlern war der Wille, Nachwuchs zu zeugen, noch wesentlich höher als bei den Menschen. Dies lag vermutlich an der Tatsache, dass dies in ihre tierischen Gene von Mutter Natur einprogrammiert worden war. Eve beschloss daher, dem Fremden klar zu machen, wo er stand und dass er auf nichts Dauerhaftes zu hoffen brauchte. Die Professionalität der Marketingchefin hatte Darius dermaßen beeindruckt, dass er beschloss, das Thema Gattic von sich aus nicht anzusprechen. Die Sache würde sich mit der Zeit automatisch lösen, denn Darius hatte nicht vor, diese einmalige Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. „Dir ist schon bewusst, dass Gattic selten etwas mit Männern anfängt und wenn er es tut, dann hält das nie lange. Er ist der typische Beta, immer darauf bedacht seine Gene weiterzugeben“, erklärte Eve in mitfühlendem Ton. Sie gab sich redlich Mühe nicht überheblich zu klingen, doch der Blick des Wolfes zeigte ihr umgehend, dass es ihr nicht wirklich gelungen war. Tief durchatmend erwiderte Darius den eindringlichen Blick der gefleckten Katze. Diese künstlich erzeugte Verschnaufpause sorgte dafür, dass er nicht spontan das sagte, was ihm als erstes einfiel. Er neigte dazu, Gemeinheiten rauszuhauen, auch wenn das Gegenüber sie nicht verdiente. Mit den Jahren hatte er es geschafft, diese Eigenschaft weitestgehend einzudämmen und er wollte nicht jetzt gerade rückfällig werden. Auf keinen Fall wollte er zulassen, dass ihn Gattic von dieser eher negativen Seite erlebte....



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