E-Book, Deutsch, 218 Seiten
Willke / Ling Unterstützte Kommunikation
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-17-041256-9
Verlag: Kohlhammer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sonderpädagogischer Schwerpunkt Geistige Entwicklung
E-Book, Deutsch, 218 Seiten
ISBN: 978-3-17-041256-9
Verlag: Kohlhammer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Prof. Dr. Melanie Willke ist Professorin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH). Karen Ling ist dort Dozentin.
Weitere Infos & Material
Vorwort der Reihenherausgeber
Prof. Dr. phil. Holger Schäfer (*1974) lehrt und forscht am Institut für Förderpädagogik der Universität Koblenz (Arbeitsbereich SGE); langjährige Tätigkeit als Förderschullehrer, Fachleiter, Schulleiter sowie Lehrbeauftragter an der PH Heidelberg; Beiratsmitglied und Mitherausgeber der Fachzeitschrift LERNEN KONKRET und Herausgeber der Studienreihe »Schule – Unterricht – Behinderung«.
Kontakt: holgerschaefer@uni-koblenz.de
Dr. phil. Lars Mohr (*1976) ist Sonderpädagoge und Dozent am Institut für Behinderung und Partizipation der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) sowie Lehrbeauftragter am Departement für Sonderpädagogik der Universität Fribourg.
Kontakt: lars.mohr@hfh.ch
Zur Praxisreihe
Die Praxisreihe Schule und Unterricht bei intellektueller Beeinträchtigung beschäftigt sich
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mit zentralen didaktischen und methodischen Fragestellungen der Unterrichtsgestaltung,
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angemessenen Möglichkeiten eines pädagogischen, interdisziplinären Zugangs und konkreter Intervention
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sowie organisatorischen und strukturellen Aufgabenstellungen der Schulentwicklung im Kontext intellektueller Beeinträchtigung.
Die praxisnahen Anregungen berücksichtigen pädagogische und unterrichtliche Belange sowohl in Förderschulen als auch in einem inklusiven Setting unter den jeweiligen Bedingungen.
Die Autorinnen und Autoren sind tätig in der Aus- und Weiterbildung für Lehrpersonen bzw. für Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen und ausgewiesene Expertinnen und Experten in ihrem Fachbereich. Sie verfügen über Praxiserfahrungen und stellen das jeweilige Themenfeld in einem kompakten Bild ausbildungswirksam sowie mit konkreten unterrichtspraktischen Bezügen dar.
Die Ausführungen sind bundeslandübergreifend, beziehen Erfahrungen aus dem deutschsprachigen Raum ein und orientieren sich an den aktuellen erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Nationaler wie auch internationaler Forschungsstand finden Berücksichtigung. Als besondere Hinweise werden neben wichtigen Definitionen und Begrifflichkeiten auch Exkurse sowie Hinweise und Beispiele aus der Praxis grafisch hervorgehoben:
kennzeichnet Definitionen und Begriffsklärungen.
deutet auf Praxisbezüge und weiterführende Ideen hin.
verweist auf weiterführende Literatur.
bietet Links zu Quellen im Internet (zuletzt geprüft am 01.?03.?2025).
Die Praxisreihe möchte eine Lücke schließen in der Grundlagenliteratur für die Aus- und Weiterbildung im Studium und Referendariat sowie für die Kolleginnen und Kollegen in der Praxis, denen nun in einer stringenten methodischen Aufarbeitung die zentralen Themenfelder für die Gestaltung von Unterricht und die Schulentwicklung im sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung (SGE) kompakt und aus einem Guss zur Verfügung stehen.
Dabei ist uns bewusst, dass in der Pädagogik für Schülerinnen und Schüler im SGE eine Vielfalt an Begriffen herrscht, die der Bezeichnung des Personenkreises dienen sollen. Man spricht und schreibt etwa von Lernenden mit kognitiver Beeinträchtigung, mit (zugeschriebener) geistiger Behinderung oder mit Lernschwierigkeiten (um nur wenige Beispiele zu nennen). In unserer Buchreihe kommen zudem Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Regionen und Ländern zu Wort, mit entsprechend unterschiedlichen Formulierungsneigungen.1 Wir haben uns mit ihnen – auch in Anlehnung an die Empfehlungen des Deutschen Instituts für Menschenrechte sowie orientiert am Originalwortlaut der UN-Behindertenrechtskonvention (»intellectual impairments«)2 – dankenswerterweise auf eine einheitliche Begriffsverwendung verständigen können: Im vorliegenden wie in den übrigen Bänden ist die Rede von Kindern und Jugendlichen im »sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung (SGE)« oder – angelehnt an den internationalen Sprachgebrauch – »mit intellektueller Beeinträchtigung«. Demgemäß haben wir auch der Buchreihe als Ganze den Titel »Schule und Unterricht bei intellektueller Beeinträchtigung« gegeben.
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Folgende Bände sind bereits erschienen: Wirtschaft-Arbeit-Technik (Isabelle Penning), Konzepte, Verfahren, Methoden (Hans-Jürgen Pitsch & Ingeborg Thümmel), Unterricht bei komplexer Behinderung (Holger Schäfer, Thomas Loscher & Lars Mohr), Wahrnehmungsförderung (Erhard Fischer) sowie Praxiswissen Schulhund (Holger Schäfer, Karin Schönhofen & Andrea Beetz).
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Folgende Bände befinden sich in Vorbereitung: Herausforderndes Verhalten (Lars Mohr & Alex Neuhauser), Planen und Gestalten von Unterricht (Ariane Bühler & Albin Dietrich), Diagnostik und Förderplanung (Frauke Janz & Stefanie Köb), Psychische Störungen (Pia Bienstein), Autismus (Remi Frei), Sport und Bewegung (Christiane Reuter) (Hrsg.).
Weitere Hinweise zur Praxisreihe unter www.Kohlhammer.de
Die Reihenherausgabe erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Universität Koblenz (www.uni-koblenz.de) und der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich (www.hfh.ch).
Zu diesem Band
»No man is an island«, »Niemand ist eine Insel« – mit dieser Gedichtzeile illustrierte der englische Poet John Donne (1572?–?1631), dass Menschen keine Einzelwesen sind, sondern Verbindungen zueinander haben. Um gut zu leben, müssen sie sich austauschen können. Für Lernende mit intellektueller Beeinträchtigung ist das eine besondere Herausforderung. Denn intellektuelle Beeinträchtigung bringt (fast) immer auch eine Beeinträchtigung der Kommunikation mit sich:
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Zum einen macht es den Betroffenen oft Mühe, die Äußerungen anderer korrekt zu verstehen, zum Beispiel die Anweisungen der Lehrperson im Unterricht: Um welche Aufgaben geht es? Was muss getan und was unterlassen werden?
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Zum anderen haben die jeweiligen Lernenden Schwierigkeiten, sich (verbalsprachlich) differenziert mitzuteilen. Dadurch misslingt es ihnen häufig, Empfindungen oder Gedanken adäquat »nach außen zu bringen«, etwa Schmerzen, emotionale Belastungen, Vorlieben oder Erwartungen. Das erhöht nicht zuletzt die Wahrscheinlichkeit herausfordernder Verhaltensweisen, die als »letztes Mittel« bleiben, um sich Ausdruck zu verschaffen oder in der Umwelt etwas zu bewirken.
Beide Komponenten des sozialen Austauschs – das Verstehen wie die Ausdrucksmöglichkeiten – sind die Handlungsfelder der Unterstützten Kommunikation (UK). Es handelt sich bei ihr um ein Fachgebiet mit einer kaum zu unterschätzenden Bedeutung für eine praxisnahe und wirksame Pädagogik bei intellektueller Beeinträchtigung. Mittels UK lassen sich nicht nur mehr Bildungszugänge auftun, sondern auch Exklusionsrisiken (zum Beispiel infolge herausfordernden Verhaltens) verringern. Eine erfolgreiche Implementierung Unterstützter Kommunikation steigert folglich die Teilhabechancen und erhöht die Lebensqualität der Betroffenen.
UK umfasst ein breites Spektrum an Hilfsmitteln, das sowohl Lowtech-Lösungen wie Bildkarten oder Symboltafeln als auch Hightech-Medien wie Kommunikations-Apps oder Sprachcomputer beinhaltet. Dabei hat jede Methode (dann) ihre Berechtigung, wenn sie individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten ist. Das verlangt von den Fachkräften, dass sie offen dafür sind, sowohl analoge als auch elektronische Mittel einzusetzen und sich das Know-how für deren Verwendung anzueignen. »Viel hilft viel« oder »Hauptsache digital« kann ebenso wenig als Maßgabe dienen wie die Ablehnung oder grundsätzliche Skepsis, sich auf neue Technologien einzulassen (»So haben wir es immer gemacht und dabei bleiben wir«). Stattdessen gilt es, auf einer sorgfältigen Diagnostik der kommunikativen Kompetenzen der Lernenden aufzubauen. Sie weist den Weg, welche – passgenauen – Fördermaßnahmen infrage kommen.
Berücksichtigung in der Diagnostik wie in der Förderung muss nicht zuletzt der kulturelle Kontext finden, in dem eine Schülerin oder ein Schüler aufwächst. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kommunizieren auf verschiedene Weise, und ihre Vorstellungen von Verständigung, Unterstützung und Bildung können stark variieren. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern (oder anderen primären Bezugspersonen) ist daher in der Arbeit mit UK unabdingbar dafür, dass sich ein ganzheitlicher und individuell zugeschnittener Kommunikationsplan für das jeweilige Kind entwickeln lässt.
Kein Mensch ist eine Insel. Wir müssen somit darauf bedacht sein, die Verbindungen untereinander zu verbessern, wo dies nötig ist. Wir...




