Wilson | Für immer an Eurer Seite, Hoheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 172021, 144 Seiten

Reihe: Julia

Wilson Für immer an Eurer Seite, Hoheit


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7337-1896-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 172021, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1896-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jahrelang hat Gabrielle vor jedem geheim gehalten, dass sie die Prinzessin von Mirinez ist. Sie genießt ihr zurückgezogenes Leben fernab den urteilenden Blicken der Öffentlichkeit und liebt ihren Job als Ärztin. Doch ausgerechnet, als es endlich zwischen ihr und ihrem Kollegen, dem smarten Dr. Sullivan Darcy, funkt, bekommt Gabrielle die erschütternde Nachricht: Ihr Bruder hat abgedankt, und von heute auf morgen muss sie ein Land regieren! Für ihre junge Beziehung mit Sullivan bedeutet das die Feuerprobe ...



Scarlet Wilson hat sich mit dem Schreiben einen Kindheitstraum erfüllt, ihre erste Geschichte schrieb sie, als sie acht Jahre alt war. Ihre Familie erinnert sich noch immer gerne an diese erste Erzählung, die sich um die Hauptfigur Shirley, ein magisches Portemonnaie und eine Mäusearmee drehte - der Name jeder Maus begann mit dem Buchstaben 'M'. Heute kann Scarlet neben den Kindheitserinnerungen auf über 27 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen zurückblicken: Sie hat zum Beispiel als Krankenschwester und Gesundheitsbeauftragte gearbeitet. Ihr angeeignetes medizinisches Wissen nutzt sie jetzt für ihre romantischen Arztromane! Sie vermag es, ihre Figuren individuell anzulegen und durch viele persönliche Details zum Leben zu erwecken, nicht bloß in den Arztromanen, sondern auch in all ihren anderen, vielseitigen Geschichten! Mit ihrem Verlobten und ihren zwei Söhnen lebt sie glücklich an der Westküste Schottlands.

Wilson Für immer an Eurer Seite, Hoheit jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

„Es ist ein Notfall, Sullivan. Wirklich.“

Sullivan lachte auf, schüttelte den Kopf und fuhr sich mit den Fingern durch sein feuchtes Haar. Mit dem Mobiltelefon am Ohr ließ er den Blick ziellos über die Innenwand des khakifarbenen Zeltes streifen. „Es ist immer ein Notfall, Gibbs.“

Jetzt lachte auch Gibbs. „Dieses Mal wirklich. Asfar Modarres ist zusammengebrochen. Der Darm. Wir haben ihn gerade noch rechtzeitig ausfliegen lassen.“

Angespannt begann Sullivan, auf und ab zu schreiten. „Geht es ihm gut?“ Er mochte Modarres. Der iranische Arzt hatte zeitgleich mit ihm bei Ärzte ohne Grenzen angefangen. Sie waren nie gemeinsam auf einem Einsatz gewesen, aber Sullivan kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er seinen Job mit Leidenschaft machte.

„Ich denke schon. Er wurde vor ein paar Stunden operiert.“ Gibbs holte tief Luft. Sullivan lächelte. Jetzt kommt’s.

„Jedenfalls dauert der Einsatz noch zwei Wochen, und ohne ihn ist jetzt nur noch ein Arzt vor Ort. Wir befinden uns in einer kritischen Phase. Die Infektionsrate mit der multiresistenten Form von Tuberkulose ist in Narumba beunruhigend hoch. Wir brauchen noch eine helfende Hand.“

Sullivan schüttelte den Kopf und lief weiter im Zelt herum. „Ich bin Chirurg, Gibbs, kein Internist. Mit Tuberkulose hatte ich das letzte Mal im Medizinstudium zu tun. Ich weiß so gut wie nichts über diese Krankheit – und erst recht nichts über die resistenten Formen.“

Das war kein Scherz. Ginge es um einen chirurgischen Einsatz, würde er keine Sekunde zögern. Als Militärchirurg hatte er die schrecklichsten Verletzungen behandelt, oft unter extremen Bedingungen. Niemand hatte jemals seine Fähigkeiten infrage gestellt. Das konnte er mit Stolz behaupten.

Aber wenn man ihn ins kalte Wasser warf?

„Wir brauchen einen Arzt, Sullivan. Und du bist einer. Es gibt sowieso niemand anderen, den ich hinschicken kann.“ Gibbs zögerte. „Und da wäre noch etwas.“

„Was?“

„Narumba kann … schwierig sein.“

Sullivan runzelte die Stirn. „Spuck’s aus, Gibbs.“

„Die Ärztin ist Gabrielle Cartier. Lucy Propan und Estelle Duschanel sind die beiden Krankenschwestern, und die Apothekerin heißt Gretchen Koch.“

Sullivan stöhnte auf. Vier Frauen auf sich allein gestellt.

Die Stämme von Narumba waren sehr traditionell. Einige der Stammesanführer würden mit den Frauen aus dem Westen wahrscheinlich nicht einmal sprechen wollen. Das Sicherheitsrisiko war real: Vor ein paar Monaten hatte eine Kollegin von Feindseligkeiten auf einem Einsatz berichtet.

Er musste nicht länger überlegen. Auf keinen Fall würde er die vier zwei Wochen lang allein lassen. Sein Vater hätte die eigenen Kollegen niemals einem Risiko ausgesetzt. Verantwortungsgefühl hatte Sullivan von ihm gelernt. Ganz ohne Worte.

„Na gut. Überredet. Wann kannst du den Transport organisieren?“

„Ich sende dir unsere aktuellen Informationen und Protokolle zur Tuberkulose.“ Gibbs klang erleichtert und sprach jetzt schneller. „Du kannst sie unterwegs lesen. Der Helikopter holt dich in fünfzig Minuten ab.“

Die Verbindung brach ab. Sullivan starrte auf sein Handy.

Fünfzig Minuten. Offensichtlich hatte Gibbs den Piloten schon losgeschickt, bevor er ihn, Sullivan, angerufen hatte.

Es schien fast so, als hätte er gewusst, dass zu Hause niemand auf Sullivan wartete.

Vor drei Jahren war sein Vater gestorben. Sullivan hatte die Nachricht in Afghanistan erhalten, während eines Einsatzes mit den US-Streitkräften. Er war nach Hause geflogen und dabei gewesen, als sein Vater mit militärischen Ehren beerdigt wurde. Er war ein herausragender Pilot gewesen.

Als der Einsatz in Afghanistan abgeschlossen war, hatte Sullivan seine Militär-Karriere beendet und war Ärzte ohne Grenzen beigetreten.

Seither war er gerade einmal neunzehn einzelne Tage lang zu Hause gewesen. Er hatte immer noch nicht die Schränke seines Vaters ausgeräumt oder irgendetwas zusammengepackt.

Sullivan warf das Handy auf seine Pritsche und nahm die Tasche vom Schrank herunter.

Er brauchte nicht viel Gepäck.

Sobald der Helikopter wieder in den blauschwarzen Nachthimmel abhob und die Luftverwirbelungen der Rotorblätter die Bäume um Sullivan flachdrückten, hörte er die Musik.

Er neigte den Kopf und versuchte herauszufinden, aus welcher Richtung sie kam. Vom Landeplatz aus führte nur ein Pfad zwischen den Bäumen hindurch.

Er folgte diesem Weg, während die Musik mit jedem Schritt lauter wurde, bis er schließlich auf die Lichtung mit den Zelten kam. In genau einem solchen Zelt hatte er sich auch vor drei Stunden aufgehalten, einige hundert Kilometer entfernt von hier.

Sullivan schaute sich um. Der Aufbau der Camps war an jedem Einsatzort nahezu gleich. Ein Küchenzelt. Waschräume und Duschen. Ein Operationszentrum und Schlafzelte für die Mitarbeiter.

Der Eingang zu einem der Zelte stand offen, von hier schien die Musik zu kommen. Sullivans Neugier war geweckt.

Eine Frau stand mit dem Rücken zu ihm, und sein Blick fiel direkt auf ihre nackten, gebräunten Beine. Sie trug ein rosafarbenes T-Shirt, das über ihren Hüften zusammengeknotet war und ihre wohlgeformte Taille betonte. Ihr dunkles Haar war zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und hüpfte bei jeder ihrer Bewegungen mit. Die khakifarbenen Shorts fielen ihm sofort ins Auge – den fransigen Rändern nach zu urteilen waren sie einmal eine lange Hose gewesen.

Die Füße der Frau steckten in einem Paar schwerer schwarzer Militärstiefel und bewegten sich im Takt der Musik. Jetzt wippte sie auf den Zehenspitzen. Sie tanzte nicht nur zu dem Song von Justin Timberlake, sie sang auch noch lauthals dazu. Und die Schritte, die sie machte, waren eine richtige Choreografie.

Er stellte seine Tasche auf dem Boden ab, verschränkte belustigt die Arme vor der Brust und sah dabei zu, wie sie von einer Seite zur anderen glitt und exakt so tanzte wie Justin Timberlake in seinem Musikclip. Sie hatte Rhythmusgefühl. Und sie hatte Stil.

Und seine volle Aufmerksamkeit.

Sein Herzschlag beschleunigte sich. Dieser Notfalleinsatz hatte eben begonnen, interessant zu werden.

Er konnte fast spüren, wie die Hormone durch seinen Körper strömten. Er musste lächeln. Zum ersten Mal seit langer Zeit regte sich wieder etwas in ihm. Er genoss das Gefühl.

Wer war sie noch einmal? Er ging die Namen, die Gibbs ihm genannt hatte, im Kopf durch. Gabrielle vielleicht? Seit drei Jahren war er schon bei Ärzte ohne Grenzen, aber bei über 30.000 Mitarbeitern in 70 Ländern war es unmöglich, jeden kennenzulernen.

Ärzte ohne Grenzen ermöglichte eine medizinische Versorgung bei bewaffneten Konflikten, Epidemien, Naturkatastrophen und anderen Krisensituationen. Es gab auch Langzeitprojekte, um Gesundheitskrisen zu bewältigen und den Menschen zu helfen, denen sonst niemand helfen konnte.

Jeder Tag war anders. Sullivan hatte gerade drei Monate an einer Station für Brandopfer gearbeitet. Davor war er in Haiti und Syrien im Einsatz gewesen.

Jetzt hob die junge Frau ihre Hände über den Kopf, sodass noch mehr von ihrer Taille und ihren geschwungenen Hüften zu sehen war. Sein Lächeln wurde breiter.

Dieses Mädchen wusste, wie man sich bewegte. Rhythmisch schob sie die Hüften hin und her, wippte mit dem Kopf von einer Richtung zur anderen – sie tanzte mit vollem Körpereinsatz.

Wären sie jetzt in einem Club, hätte er vermutlich der Versuchung widerstehen müssen, sich hinter sie zu stellen, seinen Körper gegen ihren zu drücken und mitzumachen. Aber sie waren nicht in einem Club. Sondern mitten im Dschungel von Narumba.

Nun überkreuzte sie die Füße in den klobigen Stiefeln und drehte sich. Offenbar sollte es eine ganze Umdrehung werden, aber als sie die ihr unbekannte Person hinter sich erblickte, zuckte sie zusammen und verlor auf halbem Weg das Gleichgewicht.

Instinktiv trat er einen Schritt nach vorn, fing sie am Ellenbogen auf, bevor sie auf dem Boden landen konnte, und zog sie zu sich hoch.

Sie hatte schöne große Augen, und ihre Haut fühlte sich weich an. Ein blumiger Duft umgab sie. Die Hand, die sie ausgestreckt hatte, um den Sturz abzufangen, lag nun auf seiner Brust.

Einen Augenblick lang standen sie beide wie erstarrt da. Die Musik lief in voller Lautstärke weiter, und die schwüle Luft zwischen ihnen war wie elektrisch geladen.

Ihre Augen waren so dunkel, dass sie fast schwarz wirkten. Sie passten zu ihrer gebräunten Haut und ihrem dunklen Haar. Für den Bruchteil einer Sekunde schien die Wärme ihrer Handfläche durch den dünnen Stoff seines T-Shirts bis in seinen Körper zu dringen.

Dann schnappte sie nach Luft und trat einen Schritt zurück.

„Gabrielle?“

Als ob es nicht schon genug wäre, dass plötzlich ein Unbekannter vor ihr stand, der aussah wie ein Filmstar. Nein, der Klang seiner tiefen rauen Stimme durchfuhr sie wie ein Blitz, der direkt in ihr wild klopfendes Herz schoss.

Sie brauchte einen Augenblick, um wieder zu Atem zu kommen.

Verdammt. Er lächelte sie an. Ein perfektes strahlend weißes Lächeln.

Ihre Hand kribbelte dort, wo sie eben noch seine festen Brustmuskeln gespürt hatte. Der Mann war groß, schlank und kräftig. Bestimmt war sein ganzer Körper so muskulös wie seine Brust.

Er trug khakifarbene Hosen im Army-Style und ein dünnes dunkelgrünes T-Shirt. Mit seinen kurz...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.