E-Book, Deutsch, Band 242024, 144 Seiten
Reihe: Julia
Wilson Süße Versuchung am Pazifik
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2515-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 242024, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2515-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In einem exklusiven Öko-Resort in Costa Rica will Eliza den Urlaub ihres Lebens verbringen. Höchste Zeit, dass sie nach langer Krankheit endlich wieder unter Menschen kommt! Dumm nur, dass sie aufgrund eines Versehens über die Weihnachtstage der einzige Gast ist. Aber zum Glück kümmert sich der attraktive Besitzer der Anlage um sie. Allein mit Matt auf abenteuerlichen Exkursionen im Regenwald, kommt sie ihm ungeahnt nah. Doch nach leidenschaftlichen Küssen und sinnlichen Nächten muss Eliza fürchten, dass sie Matt niemals geben kann, was er ersehnt ...
Scarlet Wilson hat sich mit dem Schreiben einen Kindheitstraum erfüllt, ihre erste Geschichte schrieb sie, als sie acht Jahre alt war. Ihre Familie erinnert sich noch immer gerne an diese erste Erzählung, die sich um die Hauptfigur Shirley, ein magisches Portemonnaie und eine Mäusearmee drehte - der Name jeder Maus begann mit dem Buchstaben 'M'. Heute kann Scarlet neben den Kindheitserinnerungen auf über 27 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen zurückblicken: Sie hat zum Beispiel als Krankenschwester und Gesundheitsbeauftragte gearbeitet. Ihr angeeignetes medizinisches Wissen nutzt sie jetzt für ihre romantischen Arztromane! Sie vermag es, ihre Figuren individuell anzulegen und durch viele persönliche Details zum Leben zu erwecken, nicht bloß in den Arztromanen, sondern auch in all ihren anderen, vielseitigen Geschichten! Mit ihrem Verlobten und ihren zwei Söhnen lebt sie glücklich an der Westküste Schottlands.
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1. KAPITEL
Elizas Herz klopfte wie verrückt, als sie Gatwicks Abflughalle betrat. Sie wusste, an welchem Londoner Flughafen sie wann ankommen und an welchem Ticketschalter sie sich melden musste … mehr nicht.
Sie zog ihren roten Koffer hinter sich her, den Thea und Sienna für sie gepackt hatten, ohne zu wissen, was darin war. Jede von ihnen hatte eine Liste mit den wichtigsten Dingen aufstellen dürfen, und darum hoffte Eliza, dass Sienna und Thea wenigstens ihre Lieblingskleidung eingepackt hatten.
Ein Blick auf die Abflugtafel präsentierte ihr eine Vielzahl möglicher Ziele: Griechenland, Spanien, Südafrika, Budapest, Island und etliche andere Orte. Letzte Nacht war die Versuchung enorm groß gewesen, zu spionieren und via Internetrecherche herauszufinden, welche Flüge um diese Zeit von Gatwick abgingen. Doch schlussendlich hatte sie darauf verzichtet. Immerhin war ein Teil des Abenteuers um ihren Weihnachtspakt herum: das Nichtwissen …
Also meldete sie sich an dem für sie infrage kommenden Schalter. „Eliza Kendall, ich möchte die Unterlagen für eine auf meinen Namen gebuchte Reise abholen.“ Sie ärgerte sich, dass ihre Stimme vor Anspannung zitterte.
Die junge Frau hinter dem Schalter hob die makellosen Brauen, schürzte ihre roten Lippen, zog einen Ordner zu sich heran, schlug ihn auf und nahm einen großen Umschlag heraus. „Darf ich kurz Ihren Reisepass sehen, um ihre Identität zu überprüfen? Ich möchte nicht riskieren, dass jemand anders als Sie in den Genuss dieses Traumurlaubs kommt“, erläuterte sie mit breitem Lächeln.
Zum ersten Mal verspürte Eliza so etwas wie kribbelnde Vorfreude. Traumurlaub klang ziemlich verheißungsvoll. Insgeheim hatte sie sich sogar schon gefragt, ob ihre Schwestern sie vielleicht zur Strafe irgendwo in die Wüste schicken würden, weil sie auf diese verrückte Idee verfallen war.
Sie reichte ihren Pass über den Tresen und erhielt ihn keine Minute später zusammen mit dem Umschlag zurück. „Sie dürfen an Schalter zweiunddreißig einchecken, Miss Kendall. Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Urlaub.“
„Danke.“ Eliza trat ein paar Schritte zur Seite, ehe sie den Umschlag öffnete. Als Erstes checkte sie den Reiseplan: Flughafen San Jose. Wo war das?
Sie runzelte die Stirn und warf erneut einen Blick auf die Abfahrttafel. Da stand es: Flug nach San Jose, Abflug in dreieinhalb Stunden. Doch wo genau San Jose lag, stand nicht dort. Also zückte sie ihr Handy. Doch es gab mehr als nur ein San Jose, weshalb sie nochmals die Flughafenbezeichnung checkte: SJO.
Eliza holte tief Luft. Costa Rica! Geografie war nicht gerade ihr Lieblingsfach gewesen, doch als sie den von ihren Schwestern ausgeheckten Reiseplan überflog, klopfte ihr Herz plötzlich ganz oben im Hals.
Mach dich bereit für den Urlaub deines Lebens. Du reist in ein luxuriöses Öko-Resort, das mitten im Regenwald Costa Ricas liegt. „Natural Paradise Escapes“ ist nicht von dieser Welt, also bereite dich auf ein Weihnachtsfest vor, wie du es noch nie erlebt hast. Alice Bates, die PA des CEO, wird sich um dich kümmern. Bei ihr bist du in den besten Händen!
Die Notiz hatten ihre beiden Schwestern unterschrieben. Dazu gab es noch ein paar Fotos. Eliza überlief ein wohliger Schauer. Die Unterkünfte befanden sich tatsächlich inmitten von Bäumen! Holzkonstruktionen mit Strohdächern, die ringsherum offen waren. Zwischen weißen Vorhängen konnte sie ein großes Bett und eine luxuriöse Whirlpool-Wanne erkennen. Eliza stockte der Atem.
Es hatte ihr Spaß gemacht, die Reisen für ihre Schwestern zu planen, und natürlich hatte sie sich gefragt, was die beiden für sie aussuchen würden. Vielleicht einen Trip nach Island oder zu einem anderen verschneiten Ort. Der Regenwald wäre ihr nie in den Sinn gekommen. Was für ein aufregendes Abenteuer!
Lärm und Hektik um sie herum hatten zugenommen, also beeilte sie sich, zum Check-in-Schalter zu kommen. Kurz darauf war sie auch schon auf dem Weg in die Lounge der ersten Klasse. Ein paar Schrecksekunden fragte sie sich, was das alles kosten mochte, aber sowohl Sienna als auch Thea waren häufig geschäftlich unterwegs und sprachen immer davon, Flugmeilen zu sammeln. So hoffte sie insgeheim, dass sie für sie nicht allzu tief in ihre Taschen hatten greifen müssen.
In der First-Class-Lounge traf sie auf ein paar semibekannte Reality-TV-Stars, die offenbar unbedingt der ganzen Welt mitteilen wollten, dass sie dort waren. Doch zurückgezogen in einer Ecke entdeckte sie eine international berühmte Schauspielerin und einen bekannten schottischen Autor, der sich an der Bar einen Cocktail gönnte.
Sie nahm neben ihm auf einem der Barhocker Platz, bestellte sich ebenfalls einen Cocktail und zog ein Buch aus ihrer Tasche.
„Den Autor kenne ich …“, sagte ihr Sitznachbar mit Blick auf das Buch.
Eliza schaute auf den Titel. „Nett? Oder nicht so?“
„Nett, aber geizig“, kam es unerwartet zurück. „Kann mich nicht erinnern, wann er zuletzt einen ausgegeben hat.“
Sie konnte nicht anders, als laut aufzulachen; und bevor sie wusste, wie ihr geschah, hörte sie sich ihrem Trinkkumpan, der auf dem Weg zu einer Buchmesse in Kanada war, von ihren Schwestern und dem Weihnachtspakt erzählen.
„Der Weihnachtspakt …“, wiederholte er nachdenklich. „Darf ich das in einen Roman einbinden?“
„Ich weiß nicht so recht … angesichts der Mordrate in Ihren Krimis …“
Lachend stieß er mit ihr an, wünschte Eliza viel Spaß auf ihrem Abenteuertrip und machte sich auf den Weg zu seinem Flieger. Wäre sie mutiger gewesen, hätte sie ihn um ein Selfie gebeten und darum, dass er für ihren Vater ein Buch signierte; doch damit hätte sie wahrscheinlich alles verdorben.
Als es Zeit zum Einsteigen war, präsentierte Eliza ihr Ticket und wurde zu einem Sitzplatz in der ersten Klasse geführt. Sie war noch nie erster Klasse geflogen und gab dies der Stewardess gegenüber auch offen zu. Daraufhin wurde ihr freundlich erklärt, was ihr an Annehmlichkeiten zur Verfügung stand, um ihr den Flug von elfeinhalb Stunden so komfortabel wie möglich zu machen.
Doch ein Cocktail hatte Eliza gereicht, also zog sie etwas Bequemeres an, schob ihren Sitz zurück, streckte sich wohlig aus und schaffte es tatsächlich, mehr als fünf Stunden zu schlafen. Nachdem sie sich im Bad erfrischt und ein köstliches Essen zu sich genommen hatte, gönnte sie sich einen der neuesten Actionfilme und schaute sich anschließend neugierig im Flugzeug um, ob sie vielleicht noch weitere Promis zu Gesicht bekommen würde. Doch alle Reisenden in ihrer Nähe sahen aus wie sie, also völlig normal.
Als sie in San Jose landeten, trug Eliza wieder ihr Reise-Outfit, hatte ein paar Tassen Kaffee intus und war bereit für das, was vor ihr lag.
Die Informationen ihrer Schwestern waren begrenzt, aber es gab noch einige weitere Kontaktdaten. Erst einmal würde ein Auto sie vom Flughafen abholen. Der Transfer zum Resort dauerte etwa drei Stunden. Die wenigen Bilder waren sehr eindrucksvoll gewesen, aber es war ihr peinlich, dass sie außer ein, zwei Dokumentarfilmen, die sie im Fernsehen gesehen hatte, kaum etwas über den Regenwald wusste.
Und noch weniger wusste sie, worauf genau sie sich hier einließ …
Nachdem sie den Zoll passiert hatte und auf den Ausgang zusteuerte, fiel Eliza ein großer Mann auf, der ein Schild hochhielt, auf dem ihr Name stand.
Sie ging zu ihm und stellte sich vor. „Hallo, ich bin Eliza Kendall.“
Er schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. „Willkommen in Costa Rica, Miss Kendall. Ich bin Leo, Ihr Fahrer.“ Er hob ihren Koffer mit einer Leichtigkeit an, der ihn in Elizas Augen zum Superhelden mutieren ließ. „Kommen Sie, Miss …“
Leo war professionell, höflich und freundlich. Ihn störten ihre Fragen nicht, aber er wusste offenbar nur wenig über Elizas Zielort. Sein Unternehmen transportierte Fluggäste und setzte sie in verschiedenen Resorts in ganz Costa Rica ab.
Damit musste Eliza sich zufriedengeben. Sie schaute aus dem Wagenfenster zu, wie die fremde Welt an ihr vorbeiflog. Zuerst sah alles noch sehr vertraut aus … Wohngebäude und Autobahnen, dann wichen die bebauten Gebiete wunderschönen Landschaften, Küstenszenerien, Bergketten und schließlich einer Art grünem Dschungel.
Irgendwann stoppte Leo den Wagen, und Eliza hielt unwillkürlich den Atem an, nachdem sie die Tür geöffnet hatte. Alles um sie herum war still.
Doch bereits Sekunden später wurde ihr klar, dass sie sich getäuscht hatte. Ihre Ohren brauchten nur ein paar Augenblicke, um sich an die fremden Geräusche zu gewöhnen … das Rascheln der Blätter, das Knarren der Zweige, leises Zirpen, dann ein Kreischen. Keine Frage, der Dschungel war voller Leben, und sie war nicht sicher, ob sie eher freudig erregt oder ängstlich war.
Leo grinste breit angesichts ihres lebhaften Mienenspiels. „Folgen Sie mir“, forderte er sie auf und marschierte einen Pfad entlang, der sie zu einem ausladenden Tresen führte, was Eliza mehr als skurril vorkam. Doch schon auf den zweiten Blick schien er mit der Umgebung zu verschmelzen.
„Niemand zu sehen“, bemerkte Leo stirnrunzelnd. „Ich werde warten, bis jemand kommt und sich um Sie kümmert.“
Doch...




