E-Book, Deutsch, 212 Seiten
Winter Skinchanger: Wildes Blut
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-938281-88-8
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Erotischer Roman
E-Book, Deutsch, 212 Seiten
ISBN: 978-3-938281-88-8
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eines Nachts wird Devin auf dem Heimweg von einem riesigen Wolf angefallen und schwer verletzt.
Jackson West, Kronprinz des Lycaon-Clans und Inhaber eines SM-Clubs, muss verärgert feststellen, dass sein unbeherrschter Bruder einmal mehr Mist gebaut hat: Er findet ihn blutverschmiert im Park, ganz in der Nähe einer verletzten Frau. Jackson muss reagieren - weder die Öffentlichkeit darf hiervon erfahren, noch der Clan selbst, denn durch die Bisse unkontrollierter Wölfe werden Menschen infiziert und zu reißendem Wildem Blut. Jacksons Clan hat die Aufgabe, das Wilde Blut aufzuspüren und zu vernichten.
Jackson erfährt, dass sein Bruder das Wilde Blut seit Jahren aufspürt, um die Infizierten heimlich zu lehren, sich zu kontrollieren. Statt Devin gemäß der Clanregeln zu töten, bringt Jackson sie ins Versteck seines Bruders und nutzt seine Erfahrung als Dominus, um das Tier in ihr zu bändigen. Je ungehorsamer Devin sich gebärdet, desto mehr begehrt Jackson sie.
Doch die Jäger des Lycaon-Clans heften sich an die Spuren des Wilden Blutes ...
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
„Du bist mein Hengst, oh mein Gott, du bist so groß und stark und wild. Ja, gib´s mir, Baby …“ Es war Spätnachmittag, als Devin mit einer Müslischale am Küchenfenster stand und mit dem Löffel den Takt der Geräusche aus dem Nebenzimmer dirigierte. Überrascht hob sie bei den Bezeichnungen ihre Augenbrauen und schmunzelte. „Oh ja, das ist gut, mach das noch mal. Uh, du Stier, du.“ Devins Nase kräuselte sich bei dem lauter werdenden Geräuschpegel, und innerlich zählte sie von Fünf abwärts. Bei Eins angekommen schrie die Freundin ihres Bruders den Orgasmus aus sich heraus. „Und der Oscar für den besten vorgetäuschten Höhepunkt geht an … Kayla Thomson. Juhu!“ Freudlos stocherte sie in ihrem Müsli herum und schüttelte genervt den Kopf. So ging es jetzt schon seit sechs Monaten. Dieses riesige Haus hatte viel zu dünne Wände, zu viel Glas und vor allem viel zu viel Weiß. Wände, Teppiche, Vorhänge und Möbel gaben den Räumen Ton in Ton einen ungemütlichen, kalten, lieblosen und klinisch reinen Charakter. „Honeybunny, ich hab da ein tolles Paar Schuhe gesehen!“ Devin schloss die Augen und nickte. Colin fragte nie nach dem Preis, denn Kayla wusste ihre Talente eben gut einzusetzen. Sie griff nach ihrer Kaffeetasse, als ihr verschwitzter Bruder mit einem Handtuch um die Hüften in die Küche kam. Mit wenigen Zügen leerte er eine Flasche Wasser. „Wie viel wird dich wohl diese Nummer kosten, Bruderherz?“ „Neidisch, Schwesterherz?“ „Vollkommen, ich stehe so unter Strom, dass ich mich wie ein untervögeltes Eichhörnchen fühle.“ „Du hast mein tiefstes Mitgefühl.“ Dies war einer der seltenen Augenblicke, in denen Colin wieder der tolle ältere Bruder war, mit dem es Spaß machte, sich Wortgefechte zu liefern. Die Großstadt hatte ihn verdorben. Aus dem einst naturverbundenen Helden ihrer Kindheit war heute ein geldgieriger, geltungsbedürftiger Geschäftsmann geworden. Jemand, den Devin nicht wiedererkannte. „Wann hast du vor, die Rostlaube endlich zu verschrotten?“ Colin schob den Vorhang beiseite und sah hinab auf die kiesbedeckte Einfahrt. Neben seinem Benz mit der aufpolierten Sonderlackierung stand ein rostiger Truck, der älter war, als die Geschwister. „Das ist Daddy`s Truck und er läuft. Er hat mich von Crystal Falls hierher gebracht, ohne nennenswerte Pannen.“ Sein Blick wirkte angewidert, als wäre der Wagen das reinste Krebsgeschwür. „Liegt der Hammer noch auf dem Beifahrersitz?“ Devin nickte grinsend. „Na klar, wenn man weiß, wo man hämmern muss, schnurrt der alte Herr wie eine Katze.“ Colin schwieg einen Moment und wirkte nachdenklich. „Wie ist es passiert?“ „Er ist friedlich eingeschlafen und hatte keine Schmerzen.“ Es schien, als rührte sich sein schlechtes Gewissen, als er Devins Blick erwiderte. „Daddy hätte dich sowieso nicht erkannt. Zum Schluss hat er mich mit Mama verwechselt.“ Tränen stiegen in ihre Augen, doch sie lächelte sie fort. „Aber die Beisetzung war schön. Alte Armeekameraden waren da. Im Grunde hat die ganze Stadt von ihm Abschied genommen. Du weißt, wie gern ihn alle mochten.“ Colins Kiefer arbeiteten, als würde er mit den Zähnen knirschen. „Ich weiß, du hattest viel zu tun. Viele Nachbarn haben nach dir gefragt.“ Erneut sah er aus dem Küchenfenster. „Kauf dir endlich einen neuen Wagen. Ich will die Schrottschüssel nicht in meiner Einfahrt haben.“ Mit den Worten drehte er sich um und verschwand im angrenzenden Bad. Devin sah ihrem Bruder fassungslos nach. Unverständnis, Wut und Enttäuschung wechselten sich, begleitet von Hitzeschauern, in ihrem Innern ab. „Du darfst ihm nicht böse sein. Er ist nicht so gefühlsduselig.“ Kayla tauchte in der Küche auf. Devin öffnete ihren Mund, schloss ihn jedoch wieder und starrte die nackte Blondine an. Kayla beugte sich gerade tief am Kühlschrank hinunter und präsentierte ihr Hinterteil. „Ich kann von hier aus deine ungeborenen Kinder sehen.“ „Oh, tut mir leid, ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, dass du dich hier breitgemacht hast. Ähm, wann hast du vor, dir etwas in deiner Preisklasse zu mieten?“ Der süffisante Gesichtsausdruck der Jungschauspielerin bestätigte einmal mehr ihre Talentfreiheit. „Dann, wenn du eine Hauptrolle in einem echten Blockbuster bekommst.“ „Wenigsten wische ich nicht die Kotze von besoffenen Rockern vom Boden einer Kneipe auf.“ „Wie viel kosten die Schuhe, die Colin dir für das Schäferstündchen spendieren soll?“ „Devin, es reicht!“ Colin war aus dem Bad zurück, legte beschützend seine Arme um Kayla und küsste ihre Schläfe. Devin hob ihre Hände. „Du hast recht, ich muss sowieso los.“ Bevor sie die Küche verließ, wandte sie sich den beiden erneut zu. „Ich muss vor meiner Schicht noch die Kotztüten bügeln.“ Bevor Colin etwas erwidern konnte, verschwand sie lachend in ihrem Zimmer. Durch die Milchglastür hörte sie die Beschwerden von Kayla und das entzückte Kreischen, als Colin ihr die Schuhe als Wiedergutmachung versprach. Auf dem Weg zu Geckos Bar drehte sie das Radio auf und trällerte die Lieder lautstark mit. Auf dem Parkplatz kam ihr der Besitzer, ein grauhaariger, bärtiger und dicker Biker, grinsend mit erhobener Hand entgegen. „Hey, Kleines. Heute spielen die Lions, hoffentlich hast du deine Laufschuhe anzogen.“ Gecko lachte über seinen eigenen Scherz, aber Devin wusste es besser. Wenn die erfolglose Footballmannschaft der Stadt spielte, ertränkten die Fans ihren Frust gern in Bier, sehr viel Bier. „Go Lions.“ Halbherzig hob Devin ihre Faust und Gecko lachte noch lauter. Er tätschelte sanft ihren Kopf. „Braves Mädchen. Du lernst es noch.“ Der Abend verlief noch schlimmer, als sie erwartet hatte. Die Löwen wurden vernichtend geschlagen, und die Wut einiger Barbesucher zettelte manche Streitigkeiten und Prügeleien an. Am Ende jedoch gingen die meisten von ihnen sturzbetrunken gemeinsam zu Fuß nach Hause. „Macht´s gut, Jungs, und lasst euch nicht von fremden Männern anquatschen.“ Die beiden letzten Thekenstützen schwankten Arm in Arm die Straße hinunter, und Devin konnte endlich die Schicht beenden. Seufzend ließ sie sich auf einen Hocker nieder und betrachtete das Chaos. „Morgen ist auch noch ein Tag, Kleines.“ Gecko schien Gedanken lesen zu können, und Devin nickte dankbar. „Schließt du ab?“ „Okay. Schlaf gut, Gecko.“ „Go Lions.“ Sein ironisches Zwinkern ließ sie auflachen, dann ging auch er. Sie räumte die letzten Gläser von den Tischen, stellte die Stühle hoch und legte ihre Schürze ab. Der Rest konnte wirklich bis morgen warten. Ihre Füße schmerzten, die Waden brannten, und sie war müde. Nachdem sie die Tür hinter sich verschlossen und das Rollgitter heruntergelassen hatte, lief sie über den Parkplatz zu ihrem Truck. Liebevoll tätschelte sie die rostige Motorhaube und dachte an Colins Worte. Die Pflege ihres kranken Vaters hatte jegliche Ersparnisse aufgefressen, und nach seinem Tod gehörte das Haus der Bank. Nur der alte Truck war ihr geblieben. „Dich geb ich nicht her.“ Devin stieg ein, drehte den Zündschlüssel, aber der Motor stotterte nur. „Oh nicht doch, nicht jetzt.“ Ein weiterer Versuch brachte keine Besserung. Mit dem Hammer bewaffnet stieg sie wieder aus und öffnete die Motorhaube. Kaum hatte sie das Werkzeug über den Kopf gehoben, hielt sie inne. Ein leises Knurren hinter ihr erregte ihre Aufmerksamkeit. Langsam drehte sie sich um, doch der Platz war zu spärlich beleuchtet, um etwas erkennen zu können. Das Geräusch verstummte. Sicherlich nur einer der vielen Streuner, der sich gestört fühlte. Wieder hob sie den Hammer, und diesmal kam das Knurren näher, gefolgt von kratzenden Krallen auf dem Asphalt. Erneut drehte sie sich um, kniff die...




