E-Book, Deutsch, Band 0424, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Winters / Crews / Yates Julia Extra Band 424
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-0800-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0424, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0800-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DER RACHEKUSS DES GRIECHEN von YATES, MAISEY
'Ich besitze jetzt deine Firma. Ich besitze dich.' Elle hat es immer geahnt: Eines Tages wird der griechische Tycoon Apollo Savas sich an ihr rächen. Und dieser Tag ist nun gekommen! Warum erregt sie dennoch der Gedanke, dass sie wirklich Apollo gehören könnte?
DAS SHOWGIRL UND DER MILLIARDÄR von ELLIS, LUCY
Für die zarte Tänzerin Gigi Valente ist das L'Oiseau Bleu in Paris ihr wahres Zuhause. Und das will der eiskalte Khaled Kitaev jetzt schließen. Das muss sie verhindern! Doch wie weit geht sie mit diesem Mann, dessen glutvolle Blicke sie atemloser machen als ein Tanz im Cabaret?
IN VENEDIG KEHRT DIE LIEBE ZURÜCK von CREWS, CAITLIN
Fünf Jahre ist es her, seit Lily ihren Tod vortäuschte und so die verhängnisvolle Affäre mit Rafael Castelli beendete. Doch jetzt läuft sie ihm erneut über den Weg! Er ist fassungslos über Lilys Betrug - aber weigert sich trotzdem, die Liebe seines Lebens verloren zu geben ...
WEIHNACHTSSTERNE ÜBER NIZZA von WINTERS, REBECCA
Ich habe etwas in Nizza geerbt? Erstaunt lauscht Laura dem attraktiven Nic Valfort. Sie muss an die Côte d'Azur fliegen, wo die Valforts wohnen - die größten Feinde ihrer Familie! Bis Laura mit dem französischen Milliardär das Fest der Liebe in seinem Château verbringt ...
Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.
In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Manchmal malte Elle St. James sich aus, wie sie Apollo Savas genüsslich einen Kugelschreiber in die Brust rammte. Da Apollo sowieso kein Herz hatte, konnte ihm das zwar nicht wirklich etwas anhaben, aber wenigstens würde sie ihm endlich mal so richtig wehtun.
In einer anderen Fantasie durchquerte sie das Konferenzzimmer, löste ihm die Krawatte und riss ihm das Hemd auf. Dann krallte sie die Fingernägel in seine heiße Haut, um seine harten Muskeln zu spüren. Endlich. Nach neun langen Jahren, in denen sie ihm widerstanden hatte – ihm und dem Verlangen, das ihren Körper jedes Mal durchpulste, wenn ihre Blicke sich trafen.
Diese Fantasie war viel verstörender als die mit dem Kugelschreiber.
Und leider durchlebte Elle sie auch viel häufiger …
Sie befanden sich gerade in einem wichtigen Meeting, das eigentlich Elles volle Aufmerksamkeit erforderte. Doch sie konnte an nichts anderes denken als daran, was sie mit Apollo anstellen würde, wenn sie nur fünf Minuten allein mit ihm hinter verschlossenen Türen wäre.
Entweder würde sie ihn umbringen oder vernaschen.
Apollo sprach mal wieder über Budgets und Sparmaßnahmen, Worte, die sie hasste. Sie bedeuteten nämlich, dass sie ihr Team noch weiter verkleinern musste. Dabei hatte sie das sofort getan, nachdem Apollo ihr Zeitschriftenunternehmen aus dem Firmenimperium ihres Vaters aufgekauft hatte. Ein Imperium, das seitdem unaufhaltsam dem Bankrott entgegensteuerte.
Ihr Vater hatte ihr erst spät die Verantwortung für das Blatt übertragen – nachdem sich herausgestellt hatte, dass sein Stiefsohn Apollo ein falsches Spiel trieb. Nun war Elle zwar die Geschäftsführerin des Magazins, doch Apollo war der Eigner. Und er war gnadenlos …
Dass es mit dem Zeitschriftenunternehmen bergab ging, war hauptsächlich seine Schuld, davon war Elle felsenfest überzeugt.
Es wurmte sie, dass Apollo sich nicht für ihre Pläne zu interessieren schien. Sie würde „Matte“ auch ohne Entlassungen retten konnte, aber er gab ihr einfach keine Chance. Weil er es als seine Mission betrachtete, sie zu demütigen – so wie er es schon immer getan hatte. Um zu beweisen, dass er besser war als sie.
Doch das hielt sie leider nicht davon ab, seine schönen schlanken Hände beim Gestikulieren zu beobachten. Und sich zu fragen, wie diese Hände sich wohl auf ihrer nackten Haut anfühlen würden …
Was Elle über Sex wusste, passte auf ein Taschentuch, denn traurigerweise bestanden ihre Kenntnisse aus exakt zwei Worten:
Apollo Savas.
Er war für sie gleichbedeutend mit Sex, seitdem sie überhaupt wusste, was das war. Seit dem Moment, als sie verstanden hatte, warum Männer und Frauen unterschiedlich waren und warum das etwas Wundervolles war.
Der dunkelhaarige, dunkeläugige Sohn der Griechin, die Elles Vater geheiratet hatte, als Elle vierzehn gewesen war, hatte sie von Anfang an fasziniert, weil er so ganz anders als sie gewesen war. Rau und wild – das Produkt einer Kindheit in einem Milieu, mit dem Elle nie Berührungspunkte gehabt hatte. Ihm zu begegnen, war wie ein Kulturschock gewesen. Und sehr, sehr interessant.
Doch irgendwann hatte er sich zu einem eiskalten, skrupellosen Mann entwickelt, der ihrer Familie in den Rücken gefallen war und Elle in die Knie zwingen wollte.
Und trotzdem begehrte sie ihn.
Den großen bösen Wolf der Wirtschaft, der sich schon so viele angeschlagene Unternehmen unter den Nagel gerissen hatte. Natürlich nur, um sie in diverse Einzelteile zerlegt möglichst gewinnbringend an den Nächsten zu verkaufen …
„Stimmen Sie mir etwa nicht zu, Ms. St. James?“
Sie hob den Blick und begegnete dem Apollos. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Auf keinen Fall wollte sie zugeben, dass sie nicht aufgepasst hatte. „Ich fürchte, Sie müssen Ihre Frage wiederholen, Mr. Savas. Meine Aufmerksamkeitsspanne erlahmt bei Wiederholungen irgendwann. Wir hören diese Leier jetzt schon seit Monaten, was sie jedoch nicht nachvollziehbarer macht.“
Apollo erhob sich so geschmeidig wie eine Raubkatze. Seine dunklen Augen blitzten wütend auf. Elle wusste, dass sie ihre Worte später noch bereuen würde, eine Vorstellung, die ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Und keineswegs nur einen angstvollen.
„Tut mir leid, dass ich Sie langweile. Ich werde mich bemühen, Ihre Aufmerksamkeit in Zukunft mehr zu fesseln. Ich habe gerade darüber gesprochen, dass man eine Firma gesundschrumpfen muss, um Erfolg zu haben, und sie mit einer gut geölten Maschine verglichen. Alle Teile müssen reibungslos funktionieren. Nicht funktionierende Teile werden erbarmungslos aussortiert. Ich habe versucht, mich mit dieser Metapher zurückhaltend auszudrücken.“
Er begann, hinter dem Konferenztisch auf und ab zu gehen. Die Leute, an denen er vorbeiging, senkten nervös die Köpfe. „Vielleicht hätte ich Ihre Aufmerksamkeit eher fesseln können, wenn ich einfach gesagt hätte, dass ich jeden entlassen werde, der nicht perfekt funktioniert.“
Elles Gesicht brannte, und das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie ballte die zitternden Hände zu Fäusten. „Alle hier in dieser Firma …“
„Ihre Einwände sind bestimmt sehr inspirierend und anrührend, aber da wir hier nicht in einem Hollywoodfilm über siegende Underdogs sind, können Sie sich die Mühe sparen, Ms. St. James. Was auch immer Sie sagen wollen, die Zahlen lügen nicht. Ich habe mir die Bücher angesehen und werde die Personalkosten reduzieren. Doch da Sie offensichtlich keine Geduld für langschweifige Ausführungen haben, ist das Meeting hiermit beendet. Sie alle können gehen.“
Die Angestellten sprangen auf und strömten so hastig aus dem Konferenzsaal wie eine Herde Gnus, die vor einem Löwen flieht.
Einem großen gelangweilten Löwen, der sich bisher nur darauf beschränkt hatte, ihnen zähnefletschend Angst einzujagen. Er hatte noch nicht zum Sprung angesetzt, um sie zu verschlingen, aber das war nur eine Frage der Zeit.
Obwohl … zurzeit hatte er einzig und allein sie im Visier.
„Du bist ja heute mal wieder in Hochform, Elle.“
„Ich bin in genau der richtigen Form, Apollo“, erwiderte sie. Privat duzten sie sich immer, denn letztlich gehörte er zur Familie. Nicht dass sie ihn je als Bruder betrachtet hatte, inzestuöse Fantasien waren nicht ihr Ding. Er war ihr größter Konkurrent und ihr Feind, aber auf keinen Fall ihr Bruder.
„Deine Firma gehört mir“, sagte er. „Genauso wie du.“
Oh verdammt, warum lösten seine Worte nur diese … schmerzhafte Begierde in ihr aus?
„Du lässt es mir gegenüber am nötigen Respekt fehlen, Elle.“
„Gute Chefs regieren nicht mit eiserner Faust“, fauchte sie. „Mit Einschüchterung verschafft man sich keinen Respekt.“
Sie wusste, dass es ein Fehler war, ihm zu widersprechen, aber sie hatte ihre Zunge in seiner Gegenwart noch nie im Zaum halten können. Sie beide kannten einander einfach zu lange, hatten zu viele Jahre unter einem Dach gewohnt. Und viele dieser Jahre hatte sie damit verbracht, ihn zu ärgern und ihm zu beweisen, dass sie die Oberhand hatte. Sie war schließlich die leibliche Tochter ihres Vaters, diejenige, die zu Recht in dem großen Haus wohnte.
Aber die Dinge hatten sich verändert. Und wie!
„Sagt die Frau, die nicht länger Chefin ist.“ Apollo lächelte. Oder bleckte vielmehr die Zähne.
Aber Elle würde sich von ihm nicht unterkriegen lassen, niemals! „Klar bin ich die Chefin. Solange ‚Matte‘ noch unabhängig von deinem Firmenkonglomerat operiert, leite ich das Magazin weiter. Ich vertrete meine Angestellten besser, als sämtliche Zahlen auf Papier es können.“
„Mach dich nicht lächerlich. Heutzutage läuft alles elektronisch. Ich verschwende kein Geld für Ausgedrucktes.“ Apollo drehte sich um und verließ das Büro.
„Du weißt genau, was ich meine! Ein zweidimensionaler Bericht reduziert alles auf Statistiken, und bloße Zahlen sagen noch lange nicht alles aus.“
„Da irrst du dich.“ Er ging den Flur mit großen Schritten entlang.
Elle musste sich beeilen, um mit ihm Schritt zu halten. Ihre hohen Absätze hallten laut auf dem Marmorfußboden wider. „Tue ich nicht! Zahlen sind nur ein Teil der Wirklichkeit. Du hast keine Ahnung, wie die Dinge hier laufen und wie unentbehrlich meine Leute für den kreativen Prozess sind. ‚Matte‘ ist nicht nur eine Zeitschrift, sondern auch ein Kosmetiklabel und eine Modemarke. Wir bringen Ratgeber heraus und …“
„Ja“, sagte Apollo, als er einen Fahrstuhl betrat. „Danke, ich bin mit den Abläufen in meinen Firmen vertraut.“
„Dann solltest du auch wissen, dass mein neues Konzept das gesamte Personal erfordert. Es wird etwas dauern, aber wenn es so weit ist, wird ‚Matte‘ als Marke weltweit bekannt sein.“
„Das hast du bei unserem letzten Meeting bereits gesagt. Anders als du pflege ich nämlich bei wichtigen Besprechungen nicht einzuschlafen.“
Elle stöhnte frustriert auf und schoss hinter ihm her in den Fahrstuhl. „Ich bin nicht eingeschlafen!“
Apollo drückte auf den Knopf fürs Erdgeschoss. Als die Türen zuglitten, drehte er sich zu Elle um und fixierte sie. Sie hatte plötzlich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. „Du hast recht, Elle“, sagte er mit einem wissenden Lächeln. „Du hast mich nämlich sehr intensiv angesehen. Zu intensiv, um gedanklich woanders zu sein. Es würde mich brennend interessieren, woran du...




