Winters | Crown of Lies | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 432 Seiten

Winters Crown of Lies


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0756-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 432 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0756-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)



Sie ist jung, sie ist reich, sie ist mächtig - doch sie lebt in einem goldenen Käfig und kennt keine Freiheit und keine Liebe

Drei Jahre
zuvor brach Noelle Charlston aus ihrem goldenen Käfig aus, tanzte in New Yorks Straßen und verlor beinah ihr Leben. Bis ein unbekannter Fremder auftauchte und die reiche Kaufhauserbin rettete.

Drei Tage
seit sie Penn Everett ihren Drink ins Gesicht schüttete und sich in seinen Armen wiederfand - seine verführerische Stimme im Ohr, die ihr ein unwiderstehliches Angebot machte.

Drei Stunden,
um ihn hassen zu lernen, da er so viele Dinge vor ihr verbirgt. Der geheimnisvolle Geschäftsmann kann unmöglich ihr Retter von damals sein - und doch fühlt sich jede Berührung unendlich vertraut an.

Drei Minuten,
um ihm hoffnungslos zu verfallen. Und es gibt nichts, was Noelle mehr begehrt als diesen Mann.

Drei Sekunden,
um mit seinen Lügen ihr Herz zu stehlen und ihr Hoffnung, Vertrauen und Liebe einzuflößen.

Drei Atemzüge,
um sie mit der Wahrheit zu zerstören.

'Sinnlich und fesselnd - man kann die Seiten gar nicht schnell genug umblättern. Pepper Winters hat sich selbst übertroffen!' New-York-Times-Bestseller-Autorin Meghan March

Auftakt der Truth & Lies-Serie von New-York-Times-Bestseller-Autorin Pepper Winters

Pepper Winters ist eine neuseeländische New-York-Times- und USA-Today-Bestseller-Autorin. Sie hat viele Gesichter: Autorin, Leserin und manchmal auch Ehefrau. Sie liebt dunkle Liebesgeschichten, je gequälter der Held, desto besser. Weitere Informationen unter: www.pepperwinters.com

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1. KAPITEL
»Du kannst deine Tochter am Wochenende nicht einfach so mit zur Arbeit bringen, Joe.« »Sagt wer?« Steve verschränkte die Arme vor der Brust und versuchte, streng zu wirken, aber seine Mühe war vergebens. »Sagst du selbst.« Ich schlang die Arme um meinen in Rüschen gehüllten Oberkörper, mein Blick flog wie ein Volleyball zwischen Dad und dem Mann, der ihm bei der Leitung seiner Firma half, hin und her. Mit durchgedrücktem Rücken wartete ich darauf, dass sie wütend die Stimmen erhoben, aber ihre nicht mehr jungen Gesichter blieben fröhlich. Seit Moms Tod vor vier Jahren reagierte ich empfindlich auf Wutausbrüche. Ich hasste es, wenn Dad laut wurde oder Leute sich vor aller Augen stritten. Dad legte einen Arm um meine mageren Schultern und zog mich an sich. »Und wann genau soll ich gesagt haben, dass ich meine liebe Tochter samstags nicht mit zur Arbeit bringen kann, Steve?« Steve zwinkerte mir zu. Seine dunkelblonden Haare waren kurz geschoren, der Schnurrbart dafür umso buschiger. »Als du die Hausordnung für deine Firma geschrieben hast, Joe. Es steht im Kleingedruckten.« Ich wusste, dass sie nur Spaß machten – auch wenn ich das Spiel nicht verstand. Ich war schon an sämtlichen Wochentagen im Büro gewesen. Auch samstags und sonntags. Aber weil sie erwarteten, dass ich ihnen ihre kleine Komödie abkaufte, tat ich ihnen den Gefallen. Ich erlaubte mir, mich jünger zu geben, als ich mich fühlte – eigentlich war ich noch ein Kind und sollte noch nicht viel von den Angelegenheiten Erwachsener verstehen. Moms Tod und die Tatsache, dass ich schon als kleines Mädchen viel Zeit in der Firma verbracht hatte … beides zusammen hatte dazu geführt, dass ich vor allem zwei Ziele verfolgte: in die Pubertät zu kommen und erwachsen zu werden. Meist wurde ich bereits als Erwachsene behandelt und benahm mich auch so, heute aber machte es mir nichts aus, jünger zu tun, weil ich zur Abwechslung mal tatsächlich jünger sein wollte. Ich wollte weinen dürfen, weil der Tag heute eine Riesenenttäuschung war, und wenn ich ein Kind war, durfte ich meinen Kummer zeigen. Als Erwachsene musste ich ihn in mich hineinfressen und so tun, als machte mir das alles nichts aus. Der Grund meiner Traurigkeit war total blödsinnig. Eigentlich sollte es mich nicht so sehr aus der Fassung bringen – eigentlich wusste ich es doch besser. Doch Dad hatte unsere dumme Geburtstagstradition vergessen, und jetzt wusste ich nicht, wie ich ihm sagen sollte, wie traurig ich darüber war, ohne wie ein schmollendes Kind zu wirken, das nicht zu schätzen weiß, was es alles hat. »Hausordnung?«, meldete ich mich zu Wort und sah zu Dad hoch. »Du hast eine Hausordnung geschrieben, so wie die in der Schule? Stehen in deiner genauso spießige und strenge Vorschriften darüber, wie lang die Socken sein dürfen und wie die Uniform aussehen muss?« Mit einem Blick auf Steves ungebügeltes Hemd und die zerknitterte Hose rümpfte ich die Nase. »Und wenn das so ist, warum bist du nicht entsprechend angezogen?« Dad trug eine frisch gebügelte Hose, eine graue Weste und einen Blazer mit Marinestreifen an den Ärmeln. Manschetten und Bügelfalten saßen militärisch korrekt. Unter all den anderen Anzugträgern in seinem Hochhaus stach er deutlich heraus, vor allem im Vergleich mit Steve in dessen knittriger Pracht. Was nichts Neues war. Dad achtete, solange ich zurückdenken konnte, stets auf eine makellose Erscheinung. Sogar auf den Fotos, auf denen er mich nach meiner Geburt, noch im Krankenhaus, auf dem Arm hielt, trug er einen dreiteiligen Anzug und eine Chrysantheme (Moms Lieblingsblume) im Knopfloch. Steve kicherte. »Du musst eine Schuluniform tragen, Elle?« Er wusste es. Er hatte mich nach der Schule schon in meiner verhassten karierten Herrlichkeit gesehen. Ich nickte. »Ich hasse sie. Sie kratzt und ist hässlich.« »Aber du siehst so bezaubernd darin aus, Bell Button.« Dad drückte mich. Insgeheim liebte ich es, wenn er mich in den Arm nahm (vor allem, seit wir sonst niemanden mehr hatten), aber nach außen musste ich natürlich den Ruf einer Zwölfjährigen verteidigen. Ich spielte weiter mit und leierte: »Da-ad, du hast versprochen, mich nicht mehr so zu nennen.« Er zuckte übertrieben zusammen. »Ups, hab ich vergessen.« Dann tippte er sich an die Schläfe. »Ich bin ein alter Mann, Elle. Ich kann nicht an alles denken.« Ich stupste ihn mit der Schulter an. »Deshalb hast du wohl auch vergessen, dass in deiner Hausordnung steht, dass Töchter am Wochenende nicht erlaubt sind.« »Genau«, strahlte er. »Und dass ich heute Geburtstag habe?« Ups. Eigentlich hatte ich das nicht sagen wollen. Aber es hatte sich schon den ganzen Vormittag aufgestaut. Ich gab mir Mühe, so zu tun, als wäre es ein Scherz gewesen, aber ganz konnte ich nicht verbergen, dass ich verletzt war. Er hatte meinen Geburtstag noch nie vergessen. Sonst hatte er mich immer mit einem kleinen Geschenk geweckt und dann mit mir unternommen, was immer ich mir für den Nachmittag wünschte. Aber nicht heute. Ich war zwölf geworden, und es hatte weder Kuchen gegeben noch Kerzen – nicht mal eine Umarmung zum Geburtstag. Stattdessen hatte er Toast gemacht, mich angewiesen, mich schick zu machen, und mich anschließend zur Arbeit mitgeschleppt. Er nahm mich häufig mit ins Büro, aber heute hatte ich auf einen gemeinsamen Ausflug in den Central Park oder wenigstens auf ein Mittagessen bei meinem Lieblingsthailänder gehofft. Ist Spaß ab jetzt nicht mehr erlaubt? Musste ich mir nun, da ich älter war, mein eigenes Geld verdienen, wie er es immer gesagt hatte? Fand er, dass es Zeit war, etwas aus meinen paar Jahren Schulbildung zu machen? Ich dachte immer, das hätte er nur im Scherz gesagt. Aber dieses ganze Rollenspiel war ja nur ein Scherz. Mein Herz setzte einen Schlag aus und versuchte mit aller Macht, das alles zu begreifen. Steve schnappte nach Luft. »Du hast den Geburtstag deiner Tochter vergessen?«, mokierte er sich kopfschüttelnd. »Schäm dich, Joe.« »Pass bloß auf. Ich kann dich jederzeit vor die Tür setzen.« Dad verzog das Gesicht, um sich das Lachen zu verkneifen. Doch dann gab er es auf und erlaubte sich ein breites Grinsen. »Aus dem Grund habe ich gegen die Hausordnung verstoßen und meine Tochter an einem Samstag zur Arbeit mitgebracht.« Ich erstarrte, unfähig, das Glückgefühl zu unterdrücken, das in mir aufwallte. Moment … heißt das, er hat es gar nicht vergessen? »Was … damit sie hier schuftet?« Steve machte große Augen. »Da hättest du wenigstens warten können, bis sie dreizehn wird.« Er zwinkerte mir wieder zu. »Damit sie ein bisschen was von der Welt sieht, bevor sie hier festgekettet wird.« »Dafür bleibt ihr noch genug Zeit.« Er drückte mich noch mal, dann marschierte er los und zog mich mit sich fort. »Komm mit, Bell Button!« Ich verdrehte die Augen. »Schon wieder Bell Button.« »Find dich damit ab.« Er gluckste, und das Neonlicht schimmerte auf seinem ergrauenden Haar, während wir durch den breiten Flur schlenderten. In den Fenstern funkelten die Lichter von Downtown Manhattan. Die in der hochherrschaftlichen Höhe der siebenundvierzigsten Etage gelegenen Büros des CEO und des Managements von Belle Elle beeindruckten mich jedes Mal, und zugleich fand ich sie beängstigend. Nebst diesem Gebäude gehörten Dad noch ein paar andere. Meine Mitschülerinnen tratschten oft darüber, wie stinkreich er sei. Ich wusste, wie viel Kraft und Zeit er in sein Unternehmen investierte, und war sehr stolz auf ihn. Aber ich fürchtete mich davor, was er nun, da ich älter war, von mir erwarteten mochte. Mein Leben hatte sich schon vor Jahren verändert. Zwei Monate nach dem Tod meiner Mutter war meine Kindheit zu Ende gewesen, als mir klar wurde, wie sehr sich unser Leben von dem Moment angewandelt hatte. Es gab keine Märchenstunden und Gutenachtgeschichten mehr. Weder Aladdin noch Die Schöne und das Biest. Keine Illusionen mehr. Stattdessen zeigte Dad mir die Geschäftsbücher und die Kleider der Saison. Er trug mir als Hausaufgabe auf, mich mit unserer Website vertraut zu machen, und brachte mir bei, wie ich entschied, ob es sinnvoll war, im Einkauf zwei Dollar für ein Kleid zu investieren, das uns im Verkauf neunzehn einbrachte. Ich lernte, Miete, Steuern, Löhne und andere Betriebskosten zu berechnen und herauszufinden, ob das Kleid überhaupt Gewinn abwarf (wie sich zeigte, brachte es nach den Ausgaben gerade noch zwanzig Cent pro Verkauf und damit zu wenig für einen tragfähigen Profit). Die Firma beherrschte seit frühester Kindheit meinen Alltag und meine Gedanken. Und jetzt schien sie sogar meinen Geburtstag zu bestimmen. Dad blieb vor seinem Büro stehen und hielt mir die Tür weit auf, damit ich hindurchschlüpfen konnte. Während er die Tür schloss, ging ich zu seinem Schreibtisch. Ich liebte seinen Schreibtisch. Er erinnerte mich an einen uralten Baum, der jahrelang vor unserem Stadthaus gestanden hatte, bis er eines Tages gefällt werden musste. Ich warf mich in Dads bequemen Ledersessel, wirbelte damit herum und stieß mich ab, um mich auf der zweiten Runde noch schneller zu drehen. »Elle.« Dad verschwamm vor meinen Augen. Er war nicht sauer. Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht, und er...



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