Winters | Endlich im Schloss des Glücks | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1819, 144 Seiten

Reihe: Romana

Winters Endlich im Schloss des Glücks


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-104-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1819, 144 Seiten

Reihe: Romana

ISBN: 978-3-86295-104-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sein Antrag reißt sie in einen Strudel der Gefühle: Prinzessin Regina liebt Sergio, seit sie denken kann, aber bisher hat der engagierte Tierarzt sie immer zurückgewiesen: Zu groß erschien ihm der Standesunterschied. Als er sie überraschend um ihre Hand bittet, sollte sie überglücklich sein. Doch Sergio will sie nicht aus Liebe zum Traualtar führen - ihre Hochzeit soll nur einen Skandal abwenden, der das Fürstentum erschüttern würde. Eine Zweckehe aus Loyalität zum Herrscher! Das ist es nicht, was sich Regina von einem Leben an Sergios Seite erträumt



Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.

In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.

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1. KAPITEL

„Guido?“

Unwillig wandte der Gärtnermeister des Fürstenhauses von Castelmare sich um. Wer störte ihn denn jetzt schon wieder bei der Arbeit? Die jungen Bäumchen hinter dem Gewächshaus mussten dringend versorgt werden. Doch als er sah, wer nach ihm rief, verneigte er sich respektvoll.

Buona sera, principessa. Ich habe vom Tod Ihres Vaters gehört. Mein herzliches Beileid.“

Obwohl er sie ausgesprochen höflich behandelte, spürte Regina, dass der Gärtner etwas gegen sie hatte. Nein, das bildete sie sich nicht nur ein! Wieso sprach er sie sonst immer noch mit „Prinzessin“ an, wo sie ihn doch schon hundertmal gebeten hatte, sie einfach bei ihrem Vornamen zu nennen? Aber für ihn war dies anscheinend ein unerhörter Verstoß gegen die Hofetikette. Der alte Gärtnermeister wachte scharf darüber, dass auch seine drei Söhne sich zu keinerlei freundschaftlicher Intimität mit ihr hinreißen ließen.

„Danke“, murmelte sie seufzend und blickte zu Boden. Wie um alles in der Welt sollte sie jemals über den Verlust ihres geliebten Vaters hinwegkommen? Rodolfo Vittorio IV., Herrscher über das winzige, aber wunderschöne Fürstentum Castelmare, war einfach viel zu früh verstorben.

Wie schaffte ihre Mutter es nur, so außerordentlich gut die Fassung zu bewahren? Vielleicht empfand sie es als Trost, dass ihr Mann die lange, qualvolle Krebskrankheit endlich hinter sich hatte? Sicher half ihr auch das neugeborene Enkelchen über den größten Schmerz hinweg. Ihr Bruder Lucca, der neue Fürst von Castelmare, hatte seine Frau Alexandra und sein süßes Töchterchen Catarina. Jeder in ihrer Familie hatte irgendjemanden, der ihn tröstete. Und sie selbst brauchte jetzt den Mann, den sie seit ihren Kindertagen liebte. Ihren besten Freund und engsten Vertrauten.

„Wo ist Sergio?“, fragte sie angespannt. „Ist er noch im Schlosspark, Guido?“ „Leider nein, Prinzessin.“ Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, wandte der Gärtnermeister sich wieder seiner Arbeit zu.

Guidos gewohnt schroffe Art grenzte schon fast an Feindseligkeit. Stirnrunzelnd blickte Gina auf die Uhr. Kurz nach sechs. Eigentlich hatte sie gehofft, Sergio, den sie stets Gio nannte, nach seiner Arbeit in den Schlossgärten abzufangen, bevor er für die Nachtschicht in die Tierklinik der Universität fuhr. Dass sie ihn ausgerechnet heute verpassen musste!

„Würden Sie ihm bitte ausrichten, dass ich ihn gern wegen der Neuanpflanzungen sprechen möchte? Er weiß, was ich meine.“

Langsam drehte der alte Gärtner sich wieder zu ihr um. „Das würde ich ja gern, Prinzessin“, begann er zögernd, „aber mein Sohn ist in Italien. Auf Sardinien, um genau zu sein.“

Sardinien?

Anscheinend fühlte Guido sich zu keiner weiteren Erklärung verpflichtet, denn er fuhr ungerührt mit seiner Arbeit fort.

Oh, Gott! Sie hatte so sehr darauf gezählt, dass Gio für sie da sein würde, dass sie mit ihm über alles reden könnte. Wie immer, seit sie ihn kannte, wenn sie vor Verzweiflung und Mutlosigkeit nicht mehr weiterwusste. So wie damals an ihrem einundzwanzigsten Geburtstag, als ihre Eltern von ihr verlangt hatten, dass sie sich mit Kronprinz Nicolas von Pedrosa verlobte. Jetzt fühlte sie sich irgendwie von Gio im Stich gelassen.

„W…wann ist er denn abgereist?“, fragte Gina, als sie ihre Stimme wieder halbwegs unter Kontrolle hatte.

„Heute früh, Prinzessin.“

Also noch vor der Beerdigung ihres Vaters! Während der Gärtnermeister außerordentlich zufrieden schien, spürte Gina, wie sich ihr Herz zusammenkrampfte. Wieso war Gio nicht zur Beisetzung gekommen? Wieso hatte er nur so plötzlich und vor allem völlig ohne Abschied das Land verlassen?

„Ich verstehe“, sagte sie tonlos und meinte das genaue Gegenteil. „Wann erwarten Sie ihn denn zurück?“ Auf keinen Fall sollte Guido merken, was für ein Gefühlschaos in ihr tobte. Ganz Castelmare trauerte um seinen verstorbenen Fürsten, ihr Verlobter Nicolas, der vor Kurzem in seinem Land den Thron bestiegen hatte, wollte die Hochzeit nicht länger aufschieben. Und auf Gioio konnte sie sich auch nicht mehr verlassen. Schlimmer konnte es wirklich nicht mehr werden!

„Ich erwarte ihn überhaupt nicht zurück, Prinzessin.“

Und ob es schlimmer werden konnte! „Ist … ist irgendjemand in der Familie krank geworden?“ Sie wusste, dass die Forneses ursprünglich aus Sardinien stammten. Auch Gioio war in Sassari, der Hauptstadt der gleichnamigen sardischen Provinz, zur Welt gekommen. Und Guidos Bruder lebte dort noch immer mit seiner Familie.

So oft wie möglich besuchte Gioio seine Verwandten auf der Insel. Doch zwischen dem Medizinstudium an der Universität von Castelmare und der Arbeit in den Schlossgärten blieb ihm meist nicht viel Zeit dafür.

Was nur gut war! Gina hasste es, wenn er verreisen musste. Selbst wenn es lediglich für ein oder zwei Tage war. Jede Sekunde ohne ihn schien ihr endlos.

„Nein, Prinzessin. Niemand ist krank. Sergio wird demnächst heiraten.“

Lüge! Nein, das konnte nicht wahr sein! Und wenn Guido zehnmal wünschte, dass sich sein ältester Sohn endlich dazu entschließen würde, eine Familie zu gründen – Wunschdenken allein schuf noch lange keine Tatsachen. Wenn das stimmte, hätte Gio doch längst mit ihr darüber gesprochen! Oder nicht?

„Kämpfe nur, wenn du sicher bist, dass du den Kampf gewinnen kannst“, hatte ihr Vater immer gesagt. Und auf einmal erschien es Gina klüger, einen strategischen Rückzug anzutreten. Jedenfalls für den Moment.

„Das wusste ich ja gar nicht“, sagte sie betont gleichgültig. „Danke für die Information, Guido.“

Prego, principessa.“ Damit machte der alte Mann kehrt und marschierte zu seinem Lieferwagen hinüber, um einen Sack Komposterde zu holen. Für ihn war das Gespräch ganz eindeutig beendet.

Wie lange sie schon wie in Trance durch den Schlosspark geirrt war, wusste sie nicht. Nur ein Gedanke beschäftigte sie: Gio wird heiraten! Erst als ihr ein wohlbekannter alter Jeep entgegenkam, wurde sie wieder lebendig. Heftig winkte sie mit beiden Armen und signalisierte Guidos zwei jüngeren Söhnen, anzuhalten.

Verwundert steckte Fonsi den Kopf aus dem Autofenster. „Prinzessin, ist alles in Ordnung?“

In Ordnung? Nichts ist in Ordnung! „Ich wollte gerade mit Sergio besprechen, welche Blumen ich auf dem Grab meines Vaters anpflanzen möchte, aber er war nicht da. Wie ich höre, ist er nach Sardinien geflogen?“

Fonsi nickte stumm.

„Euer Vater meinte, er würde bald heiraten.“ Jetzt mussten sie mit der Wahrheit herausrücken und zugeben, dass das nicht stimmte.

„Ja, Ende August“, erwiderte Pasquale aus dem Inneren des Wagens. „Außerdem hat er auf der Insel schon einen Job gefunden.“

Was? Wie konnte das möglich sein? Nicht ein Sterbenswort hatte Gio ihr davon gesagt! Außerdem lag seine Abschlussprüfung doch gerade mal ein paar Tage zurück. Und natürlich hatte sie immer geglaubt, dass er sich hier in Capriccio als Tierarzt niederlassen würde, um in der Nähe seiner Familie zu sein. Darauf hatte sie ganz fest gebaut. Ohne Gio konnte sie einfach nicht leben!

Und das musste sie auch nicht! Guido steckte hinter all dem. Er hatte seinen Söhnen eingeschärft, seine Lüge zu decken. Anders konnte es nicht sein!

„Papa wird sicher gern die Bepflanzung des fürstlichen Grabes übernehmen“, sagte Fonsi tröstend.

„Ja, natürlich“, erwiderte sie tonlos. „Euer Bruder meinte nur, er hätte bereits ein paar Ideen, deshalb wollte ich mich zuerst mit ihm beraten.“

„Wir alle sind sehr traurig über den Tod des Fürsten, Prinzessin. Und Papa hat ihn ganz besonders geschätzt. Es wird ihm eine Ehre sein, sich um sein Grab zu kümmern“, erklärte Pasquale eifrig.

Ein bisschen zu eifrig. Irrte sie sich, oder versuchten die beiden krampfhaft, das Gespräch von Gio abzulenken? Das konnte nur eins bedeuten: Guido hatte ihnen ganz genau eingetrichtert, wie sie sich ihr gegenüber verhalten sollten. Gott, wie musste der alte Gärtner sie hassen!

Fonsi und Pasquale waren beide längst verheiratet und selbst Väter, dennoch würden sie Guidos Autorität niemals infrage stellen. Was Signor Fornese festlegte, war seinen Söhnen Gesetz. Als er damals darauf bestanden hatte, dass sich ein Universitätsstudium für seine Jungen nicht lohnte, weil sie ja bereits einen tadellosen Job in der Schlossgärtnerei hatten, beugten sie sich bedingungslos seinem Urteil.

Ganz anders Gio. Zwar respektierte er seinen Vater nicht weniger, und er half ihm auch sooft er irgend konnte in der Gärtnerei, doch er hatte andere Pläne im Leben. Und er verfolgte sie mit bewundernswerter Zielstrebigkeit, obwohl er wusste, dass sie dem alten Mann missfielen. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern wollte er selbst entscheiden, was gut für ihn war.

Was auch immer ihn also dazu bewogen hatte, so plötzlich das Land zu verlassen, eines war sicher: Er selbst hatte die Entscheidung getroffen. Und genau das machte Gina Angst.

„Ende der Woche werde ich mit eurem Vater sprechen“, erwiderte sie schließlich. „Wenn er nicht so viel zu tun hat. Ich danke euch.“

Die Brüder nickten freundlich zum Abschied und fuhren langsam davon.

Aus dem Augenwinkel beobachte Regina den Wagen. Solange sie ihn noch sehen konnte, lief sie ganz normal...



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