E-Book, Deutsch, Band 0407, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Winters / Hart / Bianchin Julia Extra Band 407
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0472-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0407, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0472-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
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Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.
In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.
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1. KAPITEL
Niccolò da Conti hasste Hochzeiten, Weihnachten und Liebe. Aber noch mehr hasste er es, wenn Leute nicht taten, was er wollte.
Wütend unterdrückte er ein grobes Schimpfwort, während er in der großen Suite in einem New Yorker Hotel umherging. Draußen hoben sich Wolkenkratzer und Sterne glitzernd vom dunklen Nachthimmel ab. Noch heller funkelte allerdings die weihnachtliche Beleuchtung, die die gesamte Stadt erhellte.
Aber Niccolò bekam nichts von der festlichen Stimmung draußen mit. Ihm war noch nicht einmal bewusst, dass die verhasste Vorweihnachtszeit bereits begonnen hatte. Im Augenblick drehten sich seine Gedanken ausschließlich um seine einzige Schwester, die so verdammt eigensinnig war.
Angestrengt versuchte er, sein hitziges Temperament zu zügeln. „Ich werde nicht zulassen, dass ein billiges Nacktmodell deine Brautjungfer ist, Michela. Schließlich habe ich lange und hart dafür gearbeitet, dir einen gewissen Grad an Seriosität zu verschaffen.“
Vom anderen Ende der schicken Penthouse-Suite erwiderte Michela trotzig: „Du wirst mich nicht davon abhalten können. Ich bin die Braut, also ist es meine Entscheidung.“
„Meinst du?“ Niccolò presste den Mund zusammen, als ihn seine heiße Wut erneut zu überwältigen drohte. „Und wenn ich mich nun weigere, die Kosten für die Hochzeit zu tragen?“
„Mein zukünftiger Mann ist reich genug, um alles zu bezahlen.“ Michela zögerte kurz und fuhr fort: „Aber soll wirklich die ganze Welt erfahren, dass Niccolò da Conti sich weigert, für die Hochzeit seiner einzigen Schwester zu bezahlen, nur weil er mit ihrer Brautjungfer nicht einverstanden ist? Sogar für einen altmodischen Mann wie dich wäre das in der heutigen Zeit etwas übertrieben.“
Niccolò ballte die Hände kurz zu Fäusten, streckte die Finger dann wieder und wünschte sich insgeheim einen Punchingball. Eigentlich war er es gewohnt, dass sich die Welt nach seinen Wünschen richtete. Schlimm genug, dass sich sein Freund Alekto Sarantos derzeit wie eine Primadonna aufführte. Dass nun auch noch Alannah Collins hier auftauchen sollte, war wirklich zu viel!
Aufgebracht dachte er an die vielen Opfer, die er für seine Schwester schon erbracht hatte. Lange hatte er darum gekämpft, die nur aus ihr und ihm bestehende kleine Familie zusammenzuhalten, und er war noch nicht bereit, die Kontrolle über Michela aufzugeben. Er hatte Schande und tragische Ereignisse überstanden und seine Schwester so gut beschützt wie nur möglich. Nun wollte sie eine Ehe eingehen, die ihr Sicherheit fürs Leben bringen würde. Sein sorgfältiges Prüfen potenzieller Kandidaten hatte sich ausgezahlt: Michela würde in eine der mächtigsten italo-amerikanischen Familien New Yorks einheiraten und den guten Ruf bekommen, den Niccolò sich schon immer für sie gewünscht hatte. Auf keinen Fall würde er zulassen, dass irgendetwas oder irgendjemand einen Schatten auf die Hochzeit warf, schon gar nicht Alannah Collins.
Es beunruhigte Niccolò, wie heftig sein Körper schon beim bloßen Gedanken an das kleine Biest reagierte, denn normalerweise hatte er sich immer absolut unter Kontrolle. Lust und Bedauern erfüllten ihn, doch am stärksten war seine Wut, und an die hielt er sich.
„Wie kann sie so unverfroren sein, hier aufzutauchen?“, fragte er wütend. „Ich dachte, du hättest sie nicht mehr gesehen, seit ich dich von dieser grässlichen Schule genommen habe.“
„Wir … wir sind seit damals in Kontakt geblieben“, erwiderte Michela zögernd. „Und wir haben uns immer getroffen, wenn ich in England war. Außerdem ist sie letztes Jahr nach New York gekommen. Wir sind zusammen in die Keys gefahren, und alles war genau wie früher. Wir kennen uns einfach schon ewig, Niccolò. In der Schule war sie meine beste Freundin.“
„Und das alles hältst du jahrelang vor mir geheim – bis zum Abend vor deiner Hochzeit!“, stellte er aufgebracht fest. „Was für einen Eindruck wird das machen, wenn diese … diese Exhibitionistin so eine wichtige Rolle bei deiner Hochzeit übernimmt?“
Frustriert hob Michela die Hände. „Wundert es dich, dass ich dir nichts erzählt habe – so wie du reagierst?“
„Was sagt Lucas denn zu deiner Verbindung mit ihr?“
„Die Sache ist lange her und längst Geschichte, Niccolò. Die meisten Menschen hier in den USA haben noch nicht mal vom Stacked Magazine gehört. Außerdem gibt es die Zeitschrift schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Und ja, ich weiß, dass ein Video vom Original-Shooting irgendwie auf YouTube gelandet ist …“
„Was?“, rief Niccolò.
„Aber nach heutigen Maßstäben ist es total harmlos“, fügte Michela schnell hinzu. „Außerdem macht Alannah so etwas nicht mehr. Du schätzt sie ganz falsch ein, Niccolò. Sie ist …“
„Sie ist ein Flittchen!“, fiel ihr Bruder ihr so wütend ins Wort, dass sein sizilianischer Akzent viel deutlicher zu hören war als sonst. „Ein Flittchen, das man nicht auf anständige Menschen loslassen sollte. Wann wirst du endlich begreifen, dass Alannah Collins …“
„Ups!“ Eine kühle Frauenstimme bereitete seiner Schimpftirade ein abruptes Ende. Als Niccolò sich umdrehte, sah er, dass ausgerechnet Alannah Collins ins Zimmer spaziert war. Natürlich ohne vorher anzuklopfen.
Schlagartig hatte Niccolò vergessen, was er sagen wollte. Und das, obwohl er sie im ersten Moment gar nicht erkannt hatte, denn in seiner Erinnerung trug sie so gut wie nichts am Leib – während die Frau vor ihm kaum Haut zeigte. Doch ihre sinnliche Stimme rief sofort die Erinnerungen in ihm wach und ließ sein Verlangen heiß auflodern.
Nach wie vor besaß Alannahs verführerischer Körper eine unvergleichlich erotische Ausstrahlung.
Unter der Jeans und dem hochgeschlossenen weißen Oberteil zeichneten sich ihre üppigen Kurven deutlich ab. Ihr glänzendes schwarzes Haar fiel ihr über eine Schulter, und die intensiv blauen Augen funkelten ein wenig spöttisch. Niccolò schluckte. Er hatte vergessen, wie zart ihr Teint und wie rosig ihre Lippen waren … Die Halb-Irin mit der zweifelhaften Vergangenheit war einfach zu verführerisch!
Als sie durch die Suite ging, sah er an ihrem Kragen eine Brosche in Form einer kleinen Libelle funkeln, die genau zur Farbe ihrer faszinierenden Augen passte. Und obwohl Niccolò diese Frau von ganzem Herzen verachtete, konnte er nichts gegen das heftige Verlangen tun, das seinen Körper erfasste. Bei Alannahs Anblick konnte er nur an eins denken: Sex.
„Ist hier gerade mein Name gefallen?“, fragte sie unbefangen. „Soll ich vielleicht rausgehen und noch einmal hereinkommen?“
„Du kannst gerne rausgehen, wann immer dir danach ist“, antwortete er kühl.
Als Alannah den Kopf zur Seite neigte, fiel ihr das Haar über den Rücken wie ein tiefschwarzer Wasserfall. „Wie ich sehe, hast du nichts von deinem angeborenen Charme eingebüßt, Niccolò“, stellte sie ironisch fest. „Die Kunst der Beleidigung beherrschst du wirklich meisterhaft.“
Niccolò spürte, wie es in ihm vor Wut zu brodeln begann. Noch schlimmer war aber die heftige Lust, die ihn erfasste und gegen die er sich nicht wehren konnte. Am liebsten hätte er Alannahs beleidigende Worte einfach weggeküsst. Nein, am liebsten hätte er sie gleich jetzt genommen, leidenschaftlich und hart. Er wollte hören, wie sie vor Erregung seinen Namen schrie, wieder und wieder …
Verdammt soll sie sein, dachte er, mit ihrer Selbstsicherheit, ihrer zweifelhaften Moral und diesen sündhaften Kurven, für die jeder Mann auf Knien über Glasscherben kriechen würde. „Entschuldige bitte“, sagte er trocken. „Einen Moment lang habe ich dich gar nicht erkannt, so bekleidet.“
Dass sie einen Moment lang peinlich berührt wirkte, erfüllte ihn mit Befriedigung. Denn immerhin hätte sie damals fast den Ruf seiner Familie zerstört.
Doch dann lächelte Alannah strahlend. „Darauf werde ich gar nicht eingehen“, sagte sie nur und wandte sich an seine Schwester. „Bist du bereit für die Anprobe?“
Michela nickte, blickte jedoch Niccolò nervös an. „Ich wünsche mir, dass ihr beide höflich und zivilisiert miteinander umgeht – zumindest bis zum Ende der Hochzeit. Danach braucht ihr euch ja auch nie wiederzusehen.“
Niccolò wurde wütend. Er fand es unglaublich heuchlerisch von Alannah, dass sie tatsächlich eine so wichtige Rolle spielen wollte. Warum hielt sie sich nicht im Hintergrund? Wie würden wohl die mächtigen Großeltern des Bräutigams darauf reagieren, dass eine Frau Brautjungfer sein würde, die sich im Schulmädchenlook dabei hatte ablichten lassen, wie sie gerade die eigenen Brustwarzen massierte? Für ihn war sie eine Persona non grata. „Bitte lass Alannah und mich kurz unter vier Augen miteinander reden“, sagte er zu seiner Schwester. „Vielleicht finden wir eine für alle Beteiligten gute Lösung.“
Auf Michelas fragenden Blick hin nickte Alannah. „Er wird schon nicht beißen“, sagte sie.
Als seine Schwester die Suite verlassen hatte, wurde Niccolòs Verlangen so heftig, dass es ihn fast überwältigte. Bei Alannahs Bemerkung war sein Blick unwillkürlich zu ihrem schlanken Hals gewandert …
Doch Alannah stand einfach ruhig da und blickte ihn amüsiert aus ihren faszinierenden Augen an. „Dann mal raus mit der Sprache, Niccolò. Lass uns eine Lösung finden, damit deine Schwester genau die Hochzeit bekommt, die sie verdient hat.“
„Ja, ich finde auch, dass Michela eine perfekte Feier verdient hat“, fuhr er sie an. „Und zwar ohne eine Frau,...




