E-Book, Deutsch, Band 1731, 160 Seiten
Reihe: Romana
Winters Küsse - süßer als griechischer Wein
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-327-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1731, 160 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-86349-327-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Traceys verzweifelter Bitte kann Nikos Lazarides sich nicht widersetzen! Der griechische Milliardär ist bereit, das Unternehmen ihrer Familie zu retten. Aber er stellt eine Bedingung: Tracey, die er für ein oberflächliches Partygirl hält, muss vorübergehend auf allen gewohnten Luxus verzichten. Sie soll mit ihm in einem schlichten Bauernhaus in den Bergen leben und eigenhändig einen kargen Acker bestellen. Und wenn in der Nacht der Mond und die Sterne am griechischen Himmel leuchten, will er ihr die Mühen des Tages mit zärtlichen Küssen versüßen ...
Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.
In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.
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1. KAPITEL
„Kyrie Lazaridis? Verzeihen Sie die Störung!“
Nikos entschuldigte sich bei seinen Gesprächspartnern und wandte sich zu dem jungen Kellner um. „Ja bitte?“
„Eine hinreißende Amerikanerin auf dem Vordeck bat mich, Ihnen dies zu geben.“
Mit hochgezogenen Augenbrauen musterte Nikos den zusammengefalteten Zettel. „Wie viel hat sie Ihnen denn bezahlt?“
„Fünftausend amerikanische Dollar“, gestand der junge Mann mit leuchtenden Augen.
Nicht schlecht … Obwohl er die Methoden dieser Amerikanerin verachtete, verstand Nikos die Begeisterung des Kellners über das üppige Trinkgeld nur zu gut. Er dachte an die Zeit zurück, als sein Bruder und er dem Vater jeden Tag bei der harten Feldarbeit helfen mussten, um den elterlichen Hof zu retten. Eine solche Summe Geldes hätte damals ihr aller Leben verändert.
„Sagen Sie mir, was da steht“, bat er. Es widerte ihn an, auf welches Niveau sich manche dieser vergnügungssüchtigen Partygirls herabließen. Seine Antwort würde dafür sorgen, dass die betreffende Dame umgehend das Weite suchte.
„Sei gegrüßet, Helios“, las der verblüffte Kellner nun laut vor.
„Wie bitte?“ Nikos nahm ihm den Zettel aus der Hand, um selbst weiterzulesen.
So nannte Sie mein Großvater, wussten Sie das nicht? Den Wächter über Götter und Menschen. Den Allwissenden.
Ihre Worte trafen ihn bis ins Mark.
Vor Ihnen, sagte er, könne niemand ein Geheimnis bewahren.
Danke für die wunderschönen Blumen, deren Duft Mutter noch im Himmel erfreut haben wird.
Nun, da sie fort ist, frage ich mich, ob Sie ahnen, weshalb ich hier bin.
Nikos stockte der Atem. Nach all den Jahren streckte sie zielsicher die Fühler nach ihm aus. Sie schreckte wirklich vor nichts zurück.
Einst war ihm Tracey wie eine zarte, scheue Meerjungfrau erschienen, deren flammend rotes Haar flüchtig über den Wellen auftauchte, um sofort wieder in den Tiefen des Meeres zu verschwinden. Das war, bevor sie zu einer äußerst irdischen jungen Frau herangereift war, die ihre Wirkung auf Männer geschickt einzusetzen wusste.
An jenem Tag, als Paul Loretto ihm beiläufig mitgeteilt hatte, Tracey werde an ihrem achtzehnten Geburtstag Karl von Axel heiraten, hatte Nikos all seine Träume begraben. Die Nachricht war ein herber Schlag für ihn gewesen. Der junge Playboy Karl, Spross einer verarmten europäischen Adelsfamilie, hatte ihr nichts als einen wertlosen Titel zu bieten. Nikos war fassungslos gewesen über Traceys mangelndes Urteilsvermögen.
Damals hatte er seine Besuche in Buffalo eingestellt. Wenn er später geschäftlich mit Paul Loretto zu tun hatte, einem harten, gerissenen Mann, hatte er sich mit ihm in Athen getroffen. Von Tracey hatte er nie wieder etwas gehört.
Ihre verhängnisvolle siebenjährige Ehe mit dem jungen Adligen war in allen Klatschspalten genüsslich ausgeschlachtet worden. Nikos hatte ihren Abstieg aus der Ferne mitverfolgt. Wann immer ihr skandalumwitterter Lebenswandel wieder Schlagzeilen machte, dankte er seinem Schicksal, dass sich ihre Wege getrennt hatten.
Mit der Loretto’s Mustard Company war es bereits lange vor Paul Lorettos Tod schleichend bergab gegangen. Es gab kontinuierliche Gewinneinbußen zu verzeichnen, und in der Firmenleitung herrschte Uneinigkeit. Der Fortbestand des Unternehmens war ernsthaft gefährdet.
Nun, da ihr Großvater seine schützende Hand nicht mehr über sie hielt und kein reicher Ehemann ihre extravaganten Eskapaden finanzierte, suchte die Exprinzessin also ihr Glück in Griechenland. Angesichts versiegender Geldquellen hatte sie offenbar ihn, Nikos, als letzte Rettung auserkoren.
Sie hatte es auf sein Vermögen abgesehen. Und ironischerweise wäre er, der Bauernsohn aus ärmlichen Verhältnissen, tatsächlich in der Lage gewesen, ihr den aufwendigen Lebensstil zu finanzieren, den sie gewohnt war.
Doch sie konnte sich auf eine böse Überraschung gefasst machen.
„Seien Sie gegrüßt, Tracey.“
Der Klang der warmen, dunklen Männerstimme mit dem griechischen Akzent erzeugte das vertraute Kribbeln auf Traceys Haut. Ihr Herz raste, als sie sich langsam zu ihm umdrehte.
„Hallo, Nikos. Ich bin gerade erst angekommen.“
„Sie sind viel unterwegs. Wie war Monaco?“ Sein Sarkasmus war unüberhörbar.
Sie schluckte. „Keine Ahnung, meine Freunde waren ohne mich dort.“
„Herzliches Beileid zum Tod Ihrer Mutter. Und nun entschuldigen Sie mich bitte, denn auf mich warten meine Freunde.“
Als er sich abwandte, ergriff sie spontan seinen Arm. „Bitte, Nikos, nur eine Minute! Ich möchte mit Ihnen reden.“
Ein gefährliches Glitzern erschien in seinen Augen. „Das haben Sie mit Ihrem Fünftausenddollar-Trinkgeld ausreichend klargestellt. Tracey Loretto, die sich für ein Geschenk des Himmels hält, egal, ob sie eingeladen ist oder nicht!“
Seine Worte waren genauso eisig wie der Blick, mit dem er ihre aufdringliche Hand am Ärmel seines eleganten Jacketts taxierte. Sie zog sie zurück, ließ sich aber nicht einschüchtern.
„Giorgios Padakis schickte meiner Mutter eine Einladung; er wusste nicht, dass sie nicht würde kommen können. Ich bin stellvertretend für sie hier.“
Unter dichten dunklen Wimpern hervor musterte er sie ungerührt. „Warum erzählen Sie mir das? Bin ich der Gastgeber?“
Seine abweisende Reaktion verschlug ihr die Sprache. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte er sie wie etwas Kostbares behandelt … Doch das war lange her.
„Als ich hörte, dass Sie Blumen zur Villa gebracht haben, tat es mir unendlich leid, Sie verpasst zu haben. Ich wollte Ihnen persönlich danken.“ Nervös rieb sie die Hände an dem schlichten schwarzen Stoff ihres schmal geschnittenen Kleides.
„Was Sie hiermit getan haben.“
Sie legte den Kopf in den Nacken, um in sein stolzes, abweisendes Gesicht zu sehen. Unter kühn geschwungenen Augenbrauen, pechschwarz wie sein dichtes, glänzendes Haar, schimmerten bernsteinfarbene Augen, die sie an eine Raubkatze erinnerten.
Seine Miene drückte deutliches Missfallen aus, und sie glaubte, den Grund dafür zu kennen. Kurz vor dem Flug hatte sie ihr langes Haar zu einem modischen Bob schneiden lassen, der ihr herzförmiges Gesicht umrahmte. Das leuchtende Tizianrot, das sie an ihrem Vater, nicht aber an sich selbst gemocht hatte, war einem dezenteren Ton gewichen. Da ihre Mutter tot war, brauchte sie deswegen kein schlechtes Gewissen mehr zu haben.
„Wo ist die Meerjungfrau geblieben?“, fragte Nikos ziemlich spöttisch.
Meerjungfrau? Sie verstand die Anspielung nicht, wohl aber, dass ihm ihr neues Aussehen nicht gefiel. Doch darauf kam es nicht an. Viel ärgerlicher war, dass sie ihn bei seinem Kondolenzbesuch in Buffalo nicht empfangen hatte.
„Ich hatte dem Personal in der Villa gesagt, ich wolle niemanden sehen“, entschuldigte sie sich. „Wenn ich gewusst hätte, dass Sie kommen, hätte ich eine Ausnahme gemacht.“
Sein abfälliges Lächeln tat ihr in der Seele weh. „Ersparen Sie mir Ihre Lügen. Jeder weiß, dass Sie Tausende Meilen weit weg waren, als Ihre Mutter starb.“
Mühsam rang sie um Fassung. „Sie sollten nicht alles glauben, was in den Zeitungen steht.“ Sie hatte tatsächlich eine Kurzreise geplant, aber zusammen mit ihrer Mutter, bevor sich deren Zustand rapide verschlechterte. „Ich bin nicht von ihrer Seite gewichen.“
Sie sah ihm an, dass er ihr kein Wort glaubte. Ach Nikos!
„Sie war schwer krank, wünschte keine Besuche und auch kein offizielles Begräbnis. Ich habe sie in aller Stille neben meinem Vater beisetzen lassen.“
Mit dieser Vorgehensweise hatte ihre Mutter ihr den Firmenvorstand vom Hals halten wollen. Männer wie Vincent Morelli und auch David, den Anwalt, die nur darauf warteten, sich wie Hyänen auf sie zu stürzen.
„Diana Connor war eine wundervolle Frau. Sie erinnerte mich an meine eigene Mutter. Eine echte Dame.“
Im Gegensatz zu mir, fügte Tracey in Gedanken hinzu. Wehmütig dachte sie an die Zeit zurück, als Nikos ihr das Gefühl gab, der wichtigste Mensch auf der Welt zu sein. Jetzt jagte ihr sein abschätziger Blick einen Schauder über den Rücken.
„Sie ist erst seit einer Woche tot“, sagte er scharf, „aber für Frauen wie Sie besteht das Leben wohl nur aus Partys.“
Sie zuckte zusammen. „Ich wollte Sie um einen Gefallen bitten, aber wenn Ihre Begleiterin auf Sie wartet …“
Gereizt hob er die kräftigen, sonnengebräunten Hände. „Sie wissen doch längst, dass ich allein hier bin, Tracey. Machen Sie mir nichts vor.“
Sie hätte sich denken können, dass er solche Partys nur besuchte, um Geschäftsfreunde zu treffen. Sein Privatleben spielte sich diskret im Verborgenen ab. Merkwürdig, dass er noch nicht verheiratet war … Doch darüber wollte sie jetzt nicht weiter nachdenken. Auch sie war schließlich geschäftlich hier.
„Ich wusste gar nicht, ob ich Sie hier antreffen würde. Als ich Sie sah, beschloss ich, die Gelegenheit zu nutzen, Ihnen mein Anliegen vorzutragen.“
„Gut, ich höre. Aber das haben Sie nur Ihrer Mutter zu verdanken, die immer sehr freundlich zu mir war.“ Tracey hoffte, dass ihr hochgeschlossenes Cocktailkleid und das schmale Diamantcollier die heftig pochende Ader...




