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Wittchen / Neudeck Konfrontationstherapie bei psychischen Störungen
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-8409-1735-6
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Theorie und Praxis
E-Book, Deutsch, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8409-1735-6
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Reizkonfrontationsverfahren von sind, richtig durchgeführt, sehr effi-zient und auch längerfristig erfolgreich. In diesem Buch werden aktuelle und praxisorientierte Möglichkeiten der Durchführung Reizkonfrontationsmethoden bei verschiedenen psychischen Störungen dargestellt.
Neben der Beschreibung der theoretischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf einer praxisnahen Vermittlung des therapeutischen Vorgehens bei Phobien, Zwängen, Abhängigkeitserkrankungen, Essstörungen und der Posttraumatischen Belastungsstörung. Ausführlich wird auf die Beschreibung und Behebung von Problemen und Schwierigkeiten, die sich bei der Anwendung der Verfahren ergeben können, eingegangen. Das Buch bietet damit einen bisher einmaligen Überblick zur Anwendung von Konfrontationsverfahren in der klinischen Praxis.
Die Herausgeber
Dr. Peter Neudeck, geb. 1962. Studium der Psychologie in Mainz und Berlin. 1998 Promotion. Ausbildung als Verhaltenstherapeut und Tätigkeit am Christoph-Dornier-Centrum für Klinische Psychologie in Münster. Danach Bezugstherapeut in der salus klinik Lindow. Wissenschaftlicher Angestellter am Universitätsklinikum Aachen. Seit 2001 in eigener Praxis tätig.
Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen, geb. 1951. Studium der Psychologie in Wien. 1975 Promotion. 1984 Habilitation. Seit 1990 Leiter der Abteilung Klinische Psychologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München sowie seit 2000 Direktor des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Technischen Universität Dresden.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Die Vernachlässigung der Expositionsverfahren – ein Verstoß gegen die Regeln der Kunst!;8
2.1;Zeit zum Umdenken;9
2.2;Ein kleiner historischer Abriss;9
2.3;Varianten und Vorgehen;10
2.4;Störungsspezifische Verfahren und Schwerpunkte der einzelnen Beiträge;11
2.5;Literatur;15
3;I. Phobien;16
3.1;„Bedrohliche Hasen“ – Konfrontationstherapie bei Panikstörungen;18
3.1.1;1 Panikanfälle und Panikstörung;18
3.1.2;2 Klinische und nichtklinische Panikanfälle;19
3.1.3;3 Diagnostik und Differenzialdiagnostik;21
3.1.4;4 Behandlungsansätze und therapeutisches Vorgehen;23
3.1.5;5 Das Vorgehen in den Therapiephasen;25
3.1.5.1;5.1 Mitteilung der Diagnose und psychoedukative Phase;25
3.1.5.2;5.2 Kognitive Vorbereitung;29
3.1.5.3;5.3 Konfrontationsübungen bei Panikstörung;36
3.1.6;6 Varianten und Kontraindikationen;42
3.1.7;7 Wirkweise und empirische Überprüfung;43
3.1.8;Literatur;44
3.2;Konfrontationsbehandlung bei Sozialer Phobie;48
3.2.1;1 Soziale Phobie: Symptomatologie, Prävalenz und Behandlung;48
3.2.1.1;1.1 Erscheinungsbild der Sozialen Phobie;48
3.2.1.2;1.2 Epidemiologie;50
3.2.1.3;1.3 Behandlung der Sozialen Phobie;50
3.2.2;2 Beschreibung und Durchführung des Verfahrens;50
3.2.2.1;2.1 Diagnostische Phase;51
3.2.2.2;2.2 Vorbereitung der Übungen;52
3.2.2.3;2.3 Durchführung der Übungen;53
3.2.3;3 Fallbeschreibung: Angst vor öffentlichem Sprechen;55
3.2.4;4 Varianten und Kontraindikationen;60
3.2.4.1;4.1 Übungen in sensu;60
3.2.4.2;4.2 Rollenspiele;61
3.2.4.3;4.3 Shame attacks;61
3.2.4.4;4.4 Vorgehen bei Patienten mit komorbiden Störungen;63
3.2.4.5;4.5 Kontraindikationen;64
3.2.5;5 Wirkweise und empirische Erfolgskontrolle;64
3.2.6;Literatur;65
3.3;Konfrontationsbehandlung bei Spezifischen Phobien;68
3.3.1;1 Einleitung;68
3.3.2;2 Konfrontationsbehandlungen bei Spezifischen Phobien;71
3.3.2.1;2.1 Beschreibung der Konfrontationstherapie;71
3.3.2.2;2.2 Die Konfrontationssitzung bei unterschiedlichen Spezifischen Phobien;76
3.3.3;3 Fallbeschreibungen;79
3.3.3.1;3.1 Konfrontationsbehandlung einer Tierphobie vor Katzen;79
3.3.3.2;3.2 Konfrontationsbehandlung einer Schluckphobie;82
3.3.4;4 Varianten und Kontraindikationen;87
3.3.4.1;4.1 Spritzen-, Blut- und Verletzungsphobien;87
3.3.4.2;4.2 „Virtual reality“-Konfrontationen;88
3.3.4.3;4.3 Kontraindikationen;90
3.3.5;5 Wirkungsweise und empirische Erfolgskontrolle;90
3.3.6;Literatur;92
3.4;Sorgenexposition bei Generalisierter Angststörung;96
3.4.1;1 Einleitung: Was ist anders bei der Generalisierten Angststörung?;96
3.4.2;2 Erklärungsmodell pathologischer Sorgen;97
3.4.3;3 Sorgenexposition;101
3.4.4;4 Durchführung der Sorgenexposition;104
3.4.4.1;4.1 Vermittlung eines patientennahen Modells auf der Grundlage systematischer Selbstbeobachtung;104
3.4.4.2;4.2 Disputation von Vermeidung und Sorgenkontrolle;108
3.4.4.3;4.3 Vermittlung des Behandlungsrationals;109
3.4.4.4;4.4 Auswahl relevanter Sorgenthemen und Vorbereitung der Sorgenexposition;111
3.4.4.5;4.5 Die Konfrontation in sensu;112
3.4.4.6;4.6 Konfrontation in vivo;115
3.4.5;5 Probleme und Schwierigkeiten bei der Durchführung;116
3.4.6;6 Varianten und Kontraindikationen;117
3.4.7;7 Empirische Erfolgskontrolle und Wirkungsweise;118
3.4.8;Literatur;121
3.4.9;Anhang;124
4;II. Zwänge;126
4.1;Was kommt nach dem Ritual? Umgang mit Emotionen während und nach der Exposition;128
4.1.1;1 Einleitung;128
4.1.2;2 Methode und theoretischer Hintergrund;128
4.1.3;3 Durchführung des Verfahrens;130
4.1.3.1;3.1 Konkrete Hinweise zur Umsetzung;130
4.1.3.2;3.2 Besonderheiten in der Therapie von Waschzwängen, Kontrollzwängen und gedanklichen Zwängen;133
4.1.4;4 Häufig gestellte Fragen;138
4.1.5;5 Ergebnisse der Therapieforschung, Varianten/ Kontraindikationen;140
4.1.6;6 Wirkfaktoren;141
4.1.7;Literatur;142
4.2;Exposition mit Reaktionsmanagement bei Zwangserkrankungen;144
4.2.1;1 Einleitung;144
4.2.2;2 Beschreibung der Exposition mit Reaktionsmanagement;145
4.2.3;3 Durchführung der Exposition mit Reaktionsmanagement;148
4.2.3.1;3.1 Vorbereitung auf die Exposition mit Reaktionsmanagement durch Psychoedukation und Vermittlung des Behandlungsrationals;148
4.2.3.2;3.2 Selbstbeobachtung und Verhaltensanalyse: Das Protokoll für Zwänge;150
4.2.3.3;3.3 Hierarchie der Zwänge;154
4.2.3.4;3.4 Funktionsanalyse der Zwangsstörung;154
4.2.3.5;3.5 Exposition mit Reaktionsmanagement;156
4.2.4;4 Wirkungsweise und empirische Erfolgskontrolle;167
4.2.5;Literatur;168
4.3;Verhaltenstherapie bei Zwangsgedanken;172
4.3.1;1 Zwangserkrankungen;172
4.3.2;2 Was sind Zwangsgedanken?;173
4.3.3;3 Ein Expositionsansatz bei Zwangsgedanken;175
4.3.3.1;3.1 Defizite und Therapieziele;175
4.3.3.2;3.2 Das Modell der kumulativen Subjektkonstituierung;176
4.3.4;4 Anwendung und Probleme bei der Durchführung;184
4.3.4.1;4.1 Ein Beispiel;184
4.3.4.2;4.2 Darstellung der Therapie;186
4.3.4.3;4.3 Therapieergebnisse;196
4.3.5;5 Gegenindikation und Wirkfaktoren der Therapie;197
4.3.6;Literatur;197
5;III. Abhängigkeitserkrankungen;200
5.1;Behandlung von Alkoholabhängigkeit: „Ich habe kein Verlangen“ – Cue reactivity bei Alkoholabhängigen;202
5.1.1;1 Einleitung;202
5.1.2;2 Der Stellenwert von Exposition in vivo in der Behandlung von Alkoholabhängigen;203
5.1.2.1;2.1 Modell der cue reactivity als klassisch-konditionierter Reaktion;204
5.1.2.2;2.2 Modell der subkortikalen Sensitivierung;205
5.1.2.3;2.3 Modell von Controlled Processing vs. Automatic Processing;205
5.1.3;3 Die möglichen Wirkfaktoren von Expositionsbehandlung bei Alkoholabhängigen;207
5.1.4;4 Beschreibung der Methode;209
5.1.4.1;4.1 Vermittlung des Paradigmas;209
5.1.4.2;4.2 Durchführung der Expositionsübungen;209
5.1.4.3;4.3 Verarbeitung der Expositionserfahrung;210
5.1.5;5 Durchführung;211
5.1.5.1;5.1 Vermittlung des Expositionsparadigmas;211
5.1.5.2;5.2 Die erste Expositionsübung in Gegenwart des Therapeuten;215
5.1.5.3;5.3 Weitere Expositionsübungen in vivo ohne Therapeuten;217
5.1.6;6 Ein Fallbeispiel;220
5.1.7;7 Probleme und Schwierigkeiten bei der Durchführung;221
5.1.7.1;7.1 Mangelnde Bereitschaft des Patienten;221
5.1.7.2;7.2 Keinerlei Alkoholverlangen des Patienten;221
5.1.7.3;7.3 Alkoholverlangen lässt im Verlauf der Expositionsübung nicht nach;222
5.1.7.4;7.4 Rückfall während der Übung;222
5.1.8;8 Kontraindikationen;222
5.1.9;9 Empirische Erfolgskontrolle;223
5.1.10;Literatur;224
6;IV. Essstörungen;226
6.1;Konfrontation mit dem eigenen Körperbild;228
6.1.1;1 Einleitung;228
6.1.2;2 Methoden der Körperbildexposition;230
6.1.2.1;2.1 Beschreibung des Vorgehens bei der Figurexposition;231
6.1.3;3 Wirksamkeit der Behandlung;245
6.1.4;Literatur;247
6.2;Reizexposition mit Reaktionsverhinderung bei der Binge-Eating-Disorder (Esssucht);250
6.2.1;1 Einleitung;250
6.2.2;2 Reizreagibilität;250
6.2.3;3 Wie wird die Reizexposition mit Reaktionsverhinderung durchgeführt?;252
6.2.3.1;3.1 Aufklärung der Patientin über das Grundprinzip;252
6.2.3.2;3.2 Bestandsaufnahme der Essattacken auslösenden Reize;253
6.2.3.3;3.3 Trennung der Kopplung von Auslöser und Essanfall;255
6.2.4;4 Probleme und Schwierigkeiten bei der Durchführung;260
6.2.4.1;4.1 Ein unverstärktes Verlangen;260
6.2.4.2;4.2 Ein sich nicht verringerndes Verlangen;261
6.2.5;5 Kontraindikationen;262
6.2.6;6 Empirische Befunde;262
6.2.7;Literatur;265
6.2.8;Anhang;267
6.3;Elemente der Konfrontationsbehandlung im Ernährungsmanagement und beim Umgang mit Heißhungerattacken bei Frauen mit Bulimia nervosa;270
6.3.1;1 Empirische und theoretische Grundlagen;270
6.3.1.1;1.1 Heißhungerattacken;270
6.3.1.2;1.2 Ernährungsverhalten;272
6.3.1.3;1.3 Ätiologische Modelle zu Essanfällen;273
6.3.1.4;1.4 Ableitung eines integrativen Modells zur Auslösung und Aufrechterhaltung von Essanfällen;274
6.3.1.5;1.5 Zusammenfassung;277
6.3.2;2 Vorgehen bei der Behandlung;277
6.3.2.1;2.1 Etablierung eines regelmäßigen Essverhaltens;280
6.3.2.2;2.2 Konfrontationsverfahren zur Reduktion der Auftretenswahrscheinlichkeit von Heißhungerattacken;281
6.3.3;3 Durchführung und Fallbeispiel;282
6.3.3.1;3.1 Zusammenfassender Überblick über die Durchführung;284
6.3.3.2;3.2 Fallbeispiel;285
6.3.4;4 Schwierigkeiten bei der Durchführung;292
6.3.4.1;4.1 Etablieren eines ausgewogenen und regelmäßigen Ernährungsverhaltens;292
6.3.4.2;4.2 Schwierigkeiten bei der Durchführung der Expositionsübungen;292
6.3.5;Literatur;294
6.4;Konfrontationsverfahren in der stationären Therapie bei Anorexia und Bulimia nervosa;304
6.4.1;1 Einleitung;304
6.4.2;2 Beschreibung der störungsspezifischen Befunde und Modelle;305
6.4.2.1;2.1 Psychobiologische Befunde;305
6.4.2.2;2.2 Genetische Prädisposition;306
6.4.2.3;2.3 Soziokulturelle Faktoren;306
6.4.2.4;2.4 Interpersonelle und familiäre Faktoren;307
6.4.2.5;2.5 Individuelle Faktoren;308
6.4.2.6;2.6 Störungsmodell;309
6.4.3;3 Therapie;310
6.4.3.1;3.1 Therapeutische Implikationen der dargestellten Befunde;310
6.4.3.2;3.2 Allgemeiner Motivationsaufbau;311
6.4.3.3;3.3 Konfrontation mit dem Essen;314
6.4.3.4;3.4 Konfrontation mit der Gewichtszunahme;317
6.4.3.5;3.5 Konfrontation mit der Figur;319
6.4.4;4 Fallbeschreibung;324
6.4.4.1;4.1 Beschreibung der Symptomatik;324
6.4.4.2;4.2 Biografie;324
6.4.4.3;4.3 Bedingungsmodell;325
6.4.4.4;4.4 Therapeutischer Verlauf;325
6.4.4.5;4.5 Veränderungsorientierte/Konfrontierende Perspektive;326
6.4.4.6;4.6 Klärungsorientierte Perspektive;326
6.4.5;5 Varianten und Kontraindikationen;327
6.4.6;6 Wirkungsweise und empirische Erfolgskontrolle;327
6.4.7;Literatur;329
7;V. Posttraumatische Belastungsstörung;334
7.1;Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen nach Typ-I-Traumen;336
7.1.1;1 Einleitung;336
7.1.1.1;1.1 Das Störungsbild;337
7.1.1.2;1.2 Überblick über die Therapieformen;338
7.1.1.3;1.3 Störungs- und Veränderungsmodelle der PTBS;338
7.1.2;2 Beschreibung der Therapiemethode;340
7.1.3;3 Durchführung;341
7.1.3.1;3.1 In-sensu-Konfrontation;341
7.1.3.2;3.2 Kognitive Umstrukturierung;344
7.1.3.3;3.3 In-vivo-Konfrontation;346
7.1.4;4 Probleme und Schwierigkeiten bei der Durchführung;346
7.1.4.1;4.1 Falldarstellung;346
7.1.4.2;4.2 Lösung von Problemen und Schwierigkeiten;349
7.1.5;5 Varianten und Kontraindikationen;349
7.1.6;6 Wirkungsweise und empirische Erfolgskontrolle;351
7.1.7;Literatur;352
7.2;Konfrontationsbehandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung nach Typ-II-Traumatisierung;354
7.2.1;1 Einleitung;354
7.2.1.1;1.1 Typ-I- versus Typ-II-Traumatisierung;354
7.2.1.2;1.2 Was macht ein Trauma schwer? Von objektiven Kriterien zur Psychopathologie;355
7.2.1.3;1.3 Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung;355
7.2.2;2 Das kognitiv-behaviorale Modell der chronischen PTB von Ehlers und Clark;355
7.2.3;3 Traumatherapie als eine Therapie der schlimmsten Momente;360
7.2.3.1;3.1 Traumagraphiken;360
7.2.4;4 Beschreibung der Methode: Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT);361
7.2.4.1;4.1 Rational;362
7.2.4.2;4.2 Beendigung der IRRT;365
7.2.4.3;4.3 Probleme und Schwierigkeiten bei der Durchführung;365
7.2.4.4;4.4 Indikation und Kontraindikation für die IRRT;365
7.2.4.5;4.5 Varianten;366
7.2.5;5 Fallbeschreibung;366
7.2.5.1;5.1 Beschreibung der Symptomatik;366
7.2.5.2;5.2 Traumagraphik;367
7.2.5.3;5.3 Auswertung der klassifikatorischen Diagnostik und der Traumagraphik;368
7.2.5.4;5.4 Welche Intervention bietet sich an?;368
7.2.5.5;5.5 Durchführung der IRRT;369
7.2.5.6;5.6 Kognitive Nachbereitung der IRRT;371
7.2.6;6 Empirische Erfolgskontrolle;372
7.2.7;Literatur;373
8;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;376
9;Stichwortverzeichnis;378
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(S. 17-18)
Panikanfälle können im Kontext aller Angsterkrankungen, bei Zwangserkrankungen, aber auch bei Depressionen und anderen psychiatrischen Erkrankungen auftreten (Barlow et al., 1985; Reed & Wittchen, 1998; Goodwin & Hamilton, 2001; Goodwin et al., in press). Im Rahmen dieses Beitrags wird der Fokus auf die Behandlung von Panikanfällen bei der Diagnose Panikstörung ohne Agoraphobie (ICD-10: F41.0) gelegt. Es ist prinzipiell möglich, sofern keine Kontraindikation auf Grund der Ausschlusskriterien für Konfrontationsbehandlung vorliegt (vgl. Hand, 2001), die beschriebene Vorgehensweise auch in den Rahmen einer Therapie, z. B. von Panikstörung mit Agoraphobie, sozialen Ängsten, generalisiertem Angstsyndrom oder spezifischen Ängsten, einfließen zu lassen. Lediglich der situationale Kontext wird für jede Erkrankung verschieden sein.
1 Panikanfälle und Panikstörung
Ein Panikanfall ist nach DSM-IV (APA, 1998) ein abgrenzbarer Zustand intensiver Angst oder Unbehagens, der einhergeht mit einer Reihe körperlicher Symptome und typischen Kognitionen. Die Angst tritt plötzlich und („wie aus heiterem Himmel") scheinbar ohne Ursache in objektiv ungefährlichen Situationen auf und wird von den Betroffenen subjektiv oft als lebensbedrohlich erlebt. Ein Panikanfall beginnt abrupt, d.h. nicht vorhersagbar, erreicht innerhalb von einigen Minuten ein Maximum und dauert mindestens einige Minuten an (durchschnittlich ca. 30 Minuten, mit einer großen Streubreite) (Taylor et al., 1986; Margraf & Schneider, 1998).
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) bezeichnet eine Angststörung, die durch situationsunabhängige Panikanfälle, Erwartungsangst und zu einem hohen Prozentsatz auch durch Vermeidungsverhalten charakterisiert ist. Bis zur Einführung des Klassifikationssystems DSM-III wurde die Panikstörung gemeinsam mit der Generalisierten Angststörung (GAS) häufig auch als „Angstneurose" bezeichnet. In den heute aktuellen Diagnosesystemen DSM-IV und ICD-10 bilden diese Erkrankungen sowie die Posttraumatische Belastungsstörung eine Gruppe der Angsterkrankungen; Spezifische, Soziale Angst und Agoraphobie bilden die andere Gruppe der (phobischen) Angsterkrankungen. Diese Einteilung wurde nicht auf ätiologischen Grundlagen, sondern aus epidemiologischen, neurobiologischen und therapeutischen Gründen so vorgenommen (Hand & Wittchen, 1986, 1988).
Anders als bei den phobischen Angststörungen werden bei der Panikstörung nicht bestimmte Orte oder Situationen gemieden; es handelt sich vielmehr um eine Vermeidung hauptsächlich interner körperlicher Reize, die einen Panikanfall auslösen könnten. Dies ist hinsichtlich der Durchführung von Reizkonfrontationen von erheblicher Bedeutung. Im DSM-IV wird dieser Tatsache Rechnung getragen, indem die Kriterien eines Panikanfalls den spezifischen Angststörungen vorangestellt sind. Unerwartete (nicht ausge löste) sowie situationsbegünstigte Panikanfälle (das Aufreten von Panikanfällen ist in bestimmten Situationen wahrscheinlicher) werden von situationsgebundenen Panikanfällen abgegrenzt. Unerwartete Panikattacken sind notwendig für die Diagnose einer Panikstörung, situationsgebundene Panikattacken sind charaktersitisch für andere Angststörungen (z. B. Spezifische und Soziale Phobien).
Die Lebenszeitprävalenz von klinisch diagnostizierten Panikstörungen liegt über verschiedene Kulturen hinweg zwischen 0,4 % (Taiwan) und 3,5 % (USA, National Comorbidity Survey) (Weissman et al., 1997). Für den deutschen Raum fanden Reed und Wittchen (1998) in einer Bevölkerungsstichprobe von insgesamt 3021 14- bis 24-jährigen Probanden eine Prävalenzrate von 1,6 %. Für die deutsche Gesamtbevölkerung im Alter von 18 bis 65 Jahren ergab sich im Bundesgesundheitssurvey für Frauen eine Lebenszeitprävalenz von 5,5 % und für Männer von 2,2 % (Jacobi et al., 2004). Panikstörungen können bereits in der Adoleszenz auftreten, die Hochrisikozeit für Panikstörungen liegt aber im frühen Erwachsenenalter. Dabei ergab sich im National Comorbidity Survey eine bimodale Ersterkrankungskurve mit einer ersten Hochrisikoperiode zwischen dem 15. und 24. Lebensjahr und einem zweiten Gipfel zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr (Eaton et al., 1994). Der Verlauf ist unterschiedlich und variiert von – allerdings seltenen – kompletten Remissionen bis zu den häufigeren chronischen Verläufen.
An der Entstehung von Panikstörungen sind eine Vielzahl von Faktoren beteiligt, die von genetischen Einflüssen bis zu proximalen Ereignissen im Alltag reichen. Obwohl Panikstörungen familiär gehäuft auftreten, handelt es sich offensichtlich zumeist um familiär vermittelte Risikoerhöhungen (z. B. Modelllernen). Der Beitrag einzelner Gene ist als gering einzuschätzen. Studien legen nahe, dass es sich wahrscheinlich um solche Gene handelt, über deren Proteine Panikanfälle ausgelöst werden können. Es ist wahrscheinlich, dass eine unspezifische Vulnerabilität weitergegeben wird, die spezifische Ausformung der Störung jedoch von Umweltfaktoren beeinflusst wird (Scherrer et al., 2000; Andrews et al., 1990). Spezifische traumatische und kritische Lebensereignisse können das Risiko für Panikstörungen erhöhen. Gut belegt sind dabei Verlust/Trennung eines Elternteils, frühe emotionale Deprivation sowie sexueller Missbrauch (z. B. Kessler et al., 1997). Weitere etablierte distale Vulnerabilitäts- und Risikokonstellationen sind „Behavioral Inhibition" als Temperamentsvariable, Trennungsangst in der Kindheit sowie Substanzstörungen (z. B. Craske et al., 2001; Isensee et al., 2003; Wittchen et al., 2000). Den Verlauf der Erkrankung beeinflussen ferner Persönlichkeitsfaktoren, das Verhalten der Bezugspersonen und die Komorbidität mit anderen Störungen bzw. Folgeerkrankungen (Alkoholmissbrauch, Depression). Ohne therapeutische Intervention zeigten nur 14,3 % der Probanden einer Studie nach sieben Jahren Spontanremissionen (Wittchen, 1991).




