E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten
Wolff Addicted - Brennende Sehnsucht
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7325-3637-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Von der Spiegel-Bestseller-Autorin der Katmere-Academy-Chroniken
E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten
Reihe: Ethan Frost Billionaire Series
ISBN: 978-3-7325-3637-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Für die einen ist es Liebe ... für die anderen Sucht.
»Ich gehöre zu Ethan Frost. Er besitzt mich auf eine Weise, wie es sonst noch nie jemand getan hat, wie es niemand jemals tun wird. Er besitzt mein Herz, meine Seele und meinen Körper.«
Ethan Frost ist alles, wovon Frauen träumen. Er sieht gut aus, ist unglaublich vermögend, mächtig und einer der begehrtesten Junggesellen der Welt. Aber nicht deswegen bin ich mit ihm zusammen.
Ich liebe ihn für all die Dinge, die niemand anderes je zu sehen bekommt: seine berührende Güte, seine waghalsige Spontanität - und die Entschlossenheit, mit der er seine Macht für Gutes einsetzt. Ich liebe die Art, wie er mich ansieht, wie er mich berührt. Dass er mich die Trümmer meiner Vergangenheit vergessen lässt - und die verdrehte Angst, die noch immer in mir lebt.
Aber manchmal erschreckt es mich auch, wie stark mein Verlangen nach ihm ist, wie sehr ich ihn zum Atmen brauche. Ich habe immer befürchtet, dass meine Vergangenheit uns zerstören wird. Aber da ist eine Dunkelheit in Ethan, von der ich nichts ahnte. Werden wir seine Geheimnisse überleben, die nach und nach an die Oberfläche kommen?
Emotional, leidenschaftlich, fesselnd: Eine Billionaire-Romance von der Autorin der Katmere-Academy-Chroniken.
Weitere Bücher der SPIEGEL Bestseller-Autorin Tracy Wolff bei beHEARTBEAT:
Ruined - Verbotenes Verlangen
Dark Royal - Unwiderstehlich
Dark Royal - Unberührbar
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin Tracy Wolff lebt in Texas und unterrichtet Kreatives Schreiben am örtlichen Community College. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
»Chloe.«
Ethan streckt die Hand nach mir aus, und seine Finger legen sich sanft um meinen Arm.
Ich fühle sie nicht.
Ich fühle nichts mehr, außer der Kälte, die sich langsam in mir ausbreitet, über meine Haut gleitet, durch meine Adern fährt, ebenso wie durch mein Blut, meine Seele. Sie lässt mich selbst erstarren, verwandelt alles, was formbar ist – alles, was echt ist –, in scharfkantige Puzzleteile, die nicht mehr zusammenpassen.
»Was –« Meine Stimme bricht, das eine Wort, das ich herausbringe, verklingt und fällt in den schwarzen, scheinbar endlosen Abgrund, der sich plötzlich zwischen uns aufgetan hat.
Ethan antwortet nicht. Er sieht mich nur an, sein schönes Gesicht ist ramponiert, und seine blauen Augen sind fiebrig.
Wieder läutet es an der Tür. Und wieder. Und wieder. Eine nicht enden wollende Kakophonie, die das Gefühl des Surrealen und der Verwirrung verstärkt, das von allen Seiten auf mich einstürzt.
Aber es ist nicht surreal, nicht wahr? Denn das geschieht wirklich. Es ist real.
Ich verstehe es nicht.
Nein, das stimmt nicht. Ich will es nicht verstehen.
Ich atme tief durch, versuche nachzudenken. Aber nichts geschieht.
Ein Teil von mir will zurück ins Bett, will diesen Tag neu beginnen, damit ich aus dem Albtraum erwache, in dem ich mich plötzlich befinde. Aber so funktioniert die Wirklichkeit nun einmal nicht. Das ist kein Traum, und ich kann mir nicht einfach wünschen, es wäre nicht so, ich kann davor nicht davonlaufen, kann mich nicht verstecken, so gerne ich das auch tun würde.
Und selbst jetzt, wo ich das weiß – wo ich es begreife –, bin ich doch entschlossen, es zu versuchen.
Ich schiebe mich an Ethan vorbei und renne zur Treppe.
Zu seinem Schlafzimmer am anderen Ende des Hauses.
Zu der Chance, zu dem Zeitpunkt vor zehn Minuten zurückzukehren, als das Leben beinahe noch einen Sinn gemacht hat.
Und noch während ich renne, spüre ich einen inneren Drang in mir. Eine Stimme, die nach Antworten sucht, die die Wahrheit wissen will, und ich weiß, ich kann sie nicht ewig ignorieren. Aber in diesem Moment, nur in diesem einen, eisigen Moment will ich so tun, als könnte ich sie nicht hören.
Ich will das alles verdrängen, so wie ich Brandon und die Vergewaltigung vor all diesen Jahren verdrängt habe.
Wie ich meine Eltern weggedrängt habe.
Wie ich gerade diese gottverdammte Klingel verdränge.
Aber als ich Ethans Zimmer erreiche, ist es nicht der sichere Rückzugsort, den ich zu finden gehofft hatte. Weil das Bett aussieht wie ein Kriegsschauplatz. Weil unsere Kleider auf dem Boden verstreut liegen. Und weil diese Erinnerungen – unsere Erinnerungen – überall sind und mir die Luft zum Atmen nehmen.
»Chloe«, sagt Ethan hinter mir. Seine Stimme ist heiser und voller Schmerz und kaputt. »Chloe, es tut mir leid.«
Mein Herz – erstarrt, schwach, zerbrochen – zerspringt in meiner Brust, und die Scherben schneiden mich entzwei, bis ich blute und wieder völlig kaputt bin.
»Ethan.« Dieses kaum hörbare Flüstern entreißt mir seinen Namen.
»Ich kann …« Seine Stimme erstirbt.
»Was? Alles erklären?« Ich würge die Worte aus meiner brennenden Kehle und zwischen meinen schmerzenden Lippen hervor, während ich versuche zu atmen.
Aber meine Lungen sind wie zugeschnürt. Sie schmerzen.
Alles schmerzt. Jedes Körperteil von mir. Jeder Zentimeter. Jede Zelle.
Aber ich bin bereits auf diesem Weg, die Erinnerungen treffen mich wie Pistolenkugeln. Sie stürzen zu schnell auf mich ein. Ich kann nicht weglaufen, mich nicht ducken, kann nichts anderes tun, als dazustehen und zu spüren, wie sie mich treffen.
»Bitte. Erkläre mir, was der Mann, der mich vergewaltigt hat, an deiner Tür macht, und wieso er offensichtlich noch schlimmer verprügelt wurde als du.«
Ethan wendet den Blick ab, fährt sich mit der Hand durchs Haar, aber er antwortet mir nicht, obwohl ich ungeduldig auf eine Erklärung warte. Etwas – irgendetwas –, das beweist, es ist nicht so, wie es aussieht.
Ich möchte ihn anschreien, dass er es mir sagen soll – er ist mir gefolgt, er ist derjenige, der darauf bestanden hat, dass wir darüber reden –, aber am Ende stehe ich einfach nur da. Warte. Manchmal glaube ich, ich habe nie etwas anderes getan.
»Brandon ist mein Halbbruder. Meine Mutter hat wieder geheiratet, nachdem sie sich von meinem Dad scheiden ließ.«
Die Worte fallen in den Abgrund zwischen uns, und für einige Sekunden verstehe ich ihre Bedeutung gar nicht. Als es endlich so weit ist – als ich sie wirklich höre –, trifft mich ihre Bedeutung mit der Kraft eines Tsunamis, und ich bin kurz davor, den Verstand zu verlieren.
Alles, was ich tun kann, ist, mich zusammenzureißen und nicht einfach auf den Boden zu sinken und zu heulen. Meine Knie werden weich, ich atme zu schnell und mein Herz – das, was von meinem Herzen übrig geblieben ist – fühlt sich an, als würde es jeden Moment explodieren und aus meiner Brust springen.
Und doch … mein Körper mag völlig hinüber sein, aber mein Gehirn funktioniert noch sehr gut. Ich bin immer noch damit beschäftigt, die Teile zusammenzufügen, und ertrage die Antworten nicht, die mir das fertige Bild liefert. Die Erkenntnisse, die mein Hirn durchzucken und meinen Magen verkrampfen, sind zu viel für mich.
»Du hast es gewusst.«
»Chloe.« Wieder streckt er die Hand nach mir aus, und wieder schiebe ich sie weg.
»Du hast es die ganze Zeit über gewusst, und du hast mich dazu gebracht -« Meine Stimme bricht. »Trotzdem hattest du mit mir Sex. Du hast mich dir alles erzählen lassen, was passiert ist – weißt du, wie schwer das für mich war? –, und du hast es alles bereits gewusst. Du hast bereits … Oh Gott.«
»Nein, Baby.« Dieses Mal weicht er meinen Händen aus und zieht mich an seine Brust. Seine starken Arme halten mich ebenso, wie sie mich einsperren. »Ich wusste es selbst nicht, bis ich vor ein paar Tagen nach Hause geflogen bin. In einer Zeitschrift war ein Foto von uns beiden abgedruckt – von dem Tag im Zoo –, und meine Mutter hat dich erkannt. Sie sagte mir, wer du bist und -« Seine Stimme wird noch rauer. »Ich wusste es nicht, Chloe. Ich schwöre dir, ich wusste es nicht.«
Ich schubse ihn von mir weg, versuche verzweifelt, mich von ihm zu befreien. Seine Arme schließen sich noch enger um mich, und für einen Moment befürchte ich, er wird mich nicht gehen lassen. Dass ich kämpfen muss, um mich zu befreien.
Immerhin ist er Brandons Bruder. So etwas liegt einem vermutlich im Blut.
Doch schließlich muss ich ihn nur fragen. »Bitte«, flüstere ich. »Lass mich los.«
Sofort lässt Ethan mich los und macht einen Schritt zurück, bis er außerhalb meiner Reichweite ist.
Genau das will ich, das brauche ich, und dennoch fühle ich mich von etwas beraubt. Verloren. Ich sollte wütend sein, und vielleicht werde ich das auch, sobald der Schock nachlässt, aber im Moment ist da nur Trauer. Überwältigend, alles umfassend, absolut.
Ich will schreien, bis ich nicht mehr kann, will ausrasten, bis es nicht mehr schmerzt. Will einfach in der Verwirrung und dem Grauen ertrinken, die wieder einmal mein Leben zerstören.
Aber Erinnerungsfetzen der letzten Nacht schieben sich in mein Bewusstsein, und ich setze sie zusammen, auch wenn es das Letzte ist, was ich jetzt tun will.
Ethan, der mit mir Schluss macht.
Ethan, der aussieht, als würde seine ganze Welt auseinanderbrechen.
Ethan, der mir nachläuft, und wie wir, an die Wand gelehnt, Sex haben, als wären wir die beiden letzten Menschen auf Erden.
Einen Moment lang, nur einen Moment, reagiert mein Körper auf die Erinnerung daran, wie es war, in seinen Armen zu liegen. Wie es war, ihn in mir zu spüren. Vielleicht wusste er wirklich nicht, dass es Brandon gewesen war, als es zwischen uns ernst wurde. Vielleicht sagt er wirklich die Wahrheit. Er hat mich noch nie zuvor angelogen.
Wieder zittern mir die Knie, aber nicht nur vor Schmerz, sondern auch vor Verlangen.
Vor Sucht ebenso wie vor Sorgen.
Meine Augen finden die seinen, sturmumtost und blau, während ich noch versuche, die Wahrheit herauszufinden.
Ich versuche, mich zu entscheiden, was zählt und was nicht.
Aber die Wahrheit ist, jetzt zählt alles – vor allem die Vergangenheit. Wenn ich versuche, so zu tun, als wäre dem nicht so, würde es das nur schlimmer machen. Denn jetzt hier mit Ethan zu stehen und zu wissen, was ich weiß, lässt das Geschehene mit erbarmungsloser Deutlichkeit auf mich einprasseln. Ich kann mich weder davor verstecken noch davonlaufen. Es ist genau hier in meinem Kopf. In meinem Herzen. In meiner Seele.
Die Vergewaltigung.
Der Verrat meiner Eltern, und wie sie mich kurz darauf verkauft haben.
Die Monate und Jahre, in denen ich belästigt worden bin, in denen ich von seinen ach so privilegierten Freunden im Treppenhaus der Schule betatscht worden bin, in denen ich Schlampe, Hure und bei noch einer Million anderer Namen genannt wurde, die ich versucht habe zu vergessen.
Das Gefühl, nirgendwo mehr sicher zu sein.
»Gestern Nacht wusstest du es.«
»Ja.«
»Und du hast es mir nicht gesagt.«
Er öffnet den Mund, will etwas sagen, schließt ihn aber wieder. Er sieht so aus, wie ich mich fühle – als wäre ihm schlecht. »Nein.«
Er sagt sonst nichts weiter, aber es gibt wohl nichts weiter zu sagen, nicht wahr? Sein Bruder hat mich vergewaltigt. Ethans Bruder hat mich...




