E-Book, Deutsch, 281 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Wolkenstein Weihnachtswunder im Hotel Mistelzweig
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-5500-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 281 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-5500-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Hotel zum Verlieben!
Amelie hat der Liebe abgeschworen, denn ihr Freund und Chef hat in ihr offenbar nur eine billige Arbeitskraft für sein Hotel gesehen. Sie trennt sich von ihm und beschließt, in ihre Heimatstadt Rothenburg ob der Tauber zurückzukehren, um ihre geliebte Oma Ruth bei der Führung des Familienhotels 'Mistelzweig' zu unterstützen.
Doch leider schreibt das »Mistelzweig« rote Zahlen. Um wieder mehr Gäste in das charmante Hotel inmitten der märchenhaften Altstadt zu locken, bietet Amelie ein Weihnachtsspecial an: Übernachtung plus Führung über die örtlichen Weihnachtsmärkte. Dazu reisen auch der attraktive Franklin Scott und sein Großvater Georg an. Und schon bald zeigt sich, dass Oma Ruth und Georg eine gemeinsame Vergangenheit miteinander verbindet ...
Können Amelie und Ruth das Hotel retten, und beschert ihnen das Schicksal sogar ein romantisches Weihnachtsgeschenk?
Süß wie ein Vanillekipferl, wärmend wie ein Weihnachtspunsch, romantisch wie der erste Schnee.
Alle Romane dieser Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Wir haben die Geschichten sorgsam für dich ausgewählt, damit sie dir an kalten Wintertagen das Herz erwärmen und dich beim Lesen in Weihnachtsstimmung versetzen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Julia Wolkenstein veröffentlicht seit 2010 Bücher unter verschiedenen Pseudonymen. Ihr Motto ist es, den Menschen schöne Lesestunde zu verschaffen. Sie wurde in den Sweet Sixties in Essen an der Ruhr geboren. Mit Vorliebe schreibt sie zeitgenössische Liebesromane, historische Romane, New Adult und Krimis. Neben dem Schreiben gehören auch Kochen und Fotografieren zu ihren Hobbys. Sie liebt Paris und Rom, lebt aber mit ihren Kindern und Hund im Westmünsterland. Schreiben ist für sie wie Atmen ...
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. Kapitel
Anfang November
Das Hämmern bereitete Amelie Kopfschmerzen. So ging es schon seit einigen Wochen. Sechs der zehn Zimmer waren bereits fertig renoviert, Nummer sieben war in Arbeit, und das war kaum zu überhören. Die Wände wurden gestrichen, die Decken mit Stuck verschönert und die Badezimmer neu gefliest und ausgestattet. Die alten Waschbecken und Duschen flogen raus, dafür gab es schönen Naturstein, kombiniert mit dunkelgrünen oder beigefarbenen Fliesen. Nicht dieses Beige der Siebzigerjahre, sondern modern, hell, mit leichter Struktur in Edelmatt.
Die Einrichtung der Zimmer war vor einigen Jahre ersetzt worden, und das dunkle Nussbaumholz sah immer noch modern aus. Zusammen mit Ruth hatte Amelie neue Bettwäsche ausgesucht, die in allen Zimmern das gleiche Muster trug. Weiß mit türkisfarbenen Streifen, die seidig schimmerten. Alle Zimmer gleich auszustatten, schaffte eine einheitliche Atmosphäre und Routine in Sachen Reinigung. Das sparte Zeit. Amelie hatte vier Aushilfen eingestellt, die für die Reinigung der Zimmer und der übrigen Räumlichkeiten zuständig waren. Sie selbst kümmerte sich im Wechsel mit Ruth um den Empfang und das Frühstücksbüfett.
»Guten Morgen, Amelie! Ich habe zwei Briefe für dich. Einer ist ein Einschreiben, da brauche ich eine Unterschrift.« Die Postbotin hielt ihr einen Scanner unter die Nase, und schnell zeichnete Amelie gegen.
»Hier hat sich ja einiges verändert.« Staunend sah die Postbotin sich um. Der Empfangsbereich war neu gestaltet worden, mit einem zentralen Tresen und einer kleinen Sitzgruppe direkt neben der Tür. Nur der Holztisch mit der Bank und den Stühlen im hinteren Bereich des Foyers, an dem man es sich gemütlich machen konnte, war geblieben, jedoch mit bunten Kissen dekoriert worden.
»Ja, Hannah, wir sind fleißig. Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür, und bis dahin wollen wir fertig sein.«
»Na, da bin ich gespannt, ob ihr das schafft. Die Weihnachtssaison beginnt gefühlt jedes Jahr früher. Ende August stehen schon die Lebkuchen bei den Discountern, und zu Weihnachten ist dann alles ausverkauft. So, ich muss los, hier sind deine Briefe.« Hannah reichte ihr die Umschläge und machte sich auf den Weg.
Amelie schnappte sich die Post und verschwand in das kleine Büro, das direkt hinter dem Empfang lag. Sie schloss die Tür, um den Krach so gut es ging auszuschließen. Vielleicht sollte sie später mal zum Friseur, um sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Ihr rotes Haar könnte einen neuen Schnitt vertragen. Aber wollte sie wirklich das Haus verlassen? Die Temperaturen waren in den letzten Tagen drastisch gefallen. Auch heute war das Wetter nicht besonders einladend. Alles grau in grau und dazu dieser Lärm. Ab und an regnete es, was gegen Abend meist in Schnee überging.
Nachdenklich öffnete sie den ersten Brief, der nur ein Werbeschreiben für Weihnachtsgeschenke für Unternehmen war. Er landete direkt im Papierkorb. Auf ihrem Handy ging derweil eine Nachricht ein. Schnell entsperrte sie das Display, als sie sah, dass die Nachricht von Coco kam.
| Sorry, dass ich mich so rarmache, aber ich habe eine Menge zu tun. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Zuerst die gute: Ich habe einen Job gefunden, sodass Ruth mir kein Geld mehr schicken muss. Ich arbeite als Bedienung in einem netten Café und verdiene ganz gut. Das Trinkgeld ist klasse, damit komme ich über die Runden. |
»Ach, Carina«, seufzte Amelie. Es war natürlich eine schöne Nachricht, dass sie eine Stelle gefunden hatte und nicht weiter auf Geld von Ruth angewiesen war. Aber dass sie Weihnachten nicht zusammen verbringen würden, das behagte Amelie gar nicht. Sie feierten die Tage immer zusammen. Es würde komisch sein, ohne Coco an ihrer Seite.
Jetzt fiel ihr auch auf, warum Rupert, ihr ehemaliger Chef, keine Einwände gehabt hatte, als sie letztes Weihnachten nach Hause gefahren war. So hatte er in aller Ruhe zu seiner Familie gekonnt, ohne dass sie etwas davon mitbekommen hatte. Schon wieder wallte Wut in ihr auf, dabei hatte sie sich geschworen, nicht mehr an diese peinliche Affäre zu denken. Auffällig war nur, dass sie neben dem Zorn und der Ratlosigkeit keinen Herzschmerz empfand, weil man sie so leicht hatte hintergehen können. Sie musste dringend an ihrer Menschenkenntnis arbeiten, dabei war sie gerade darauf immer so stolz gewesen.
Sie verstaute das Handy in der Hosentasche, nachdem sie Coco eine kurze Antwort geschickt hatte. Dann griff Amelie zu dem Einschreiben und nahm den Brieföffner zur Hand. Das Schreiben war von der Bank.
... müssen wir Ihnen mitteilen, dass die letzten beiden Raten nicht abgebucht werden konnten. Wir bitten Sie hiermit höflich, die offenen Zahlungen bis zum 28.11. auszugleichen ...
Das war in zwanzig Tagen. Müde fuhr sich Amelie über die Stirn, dabei war es gerade mal elf Uhr. Sie schob das Schreiben in eine Schublade, damit Ruth es nicht sofort zu Gesicht bekam. Es würde sie nur unnötig aufregen, und das wollte Amelie verhindern. Sie würde sich darum kümmern, das hatte sie schließlich versprochen. Sie musste sich etwas einfallen lassen, damit Geld in die Kasse kam, um den weiteren Umbau zu finanzieren. Noch hatte sie ein wenig Zeit. Vielleicht sollten zwei Zimmer bis auf Weiteres nicht vermietet werden. Diese könnten sie im nächsten Jahr renovieren lassen. Acht Zimmer mussten erst einmal reichen.
Im letzten Jahr hatte sie mit Coco darüber gesprochen, dass sie Fahrten zu den Weihnachtsmärkten anbieten könnte. In der Garage stand noch immer der VW-Bus ihrer Großmutter. Er bot Platz für neun Personen. Soweit sie wusste, war der Wagen noch gut in Schuss. Sie würde sich am Abend im Internet schlaumachen, wann welche Weihnachtsmärkte in diesem Jahr eröffneten. Die Homepage des Mistelzweigs hatte sie vor einigen Wochen eingerichtet, nachdem die ersten Zimmer fertiggestellt worden waren und die neuen Bilder hatten online gehen können. Die Seite war sehr hübsch geworden. Ebenso hatte sie das Hotel auf unterschiedlichen Buchungsplattformen angemeldet. Die meisten Urlauber nutzten Vergleichsportale, um die besten Angebote zu finden. Amelie konnte sich gar nicht vorstellen, dass Ruth überhaupt Buchungen erhalten hatte, so ganz ohne Homepage und Anbieter. Es wurde wirklich Zeit, dass bald Geld in die Kasse kam, damit der Umbau sich auch rentierte. Seit sie überall zu finden waren, waren bereits einige kleine Anfragen reingeflattert, was Mut machte.
Ihre Großmutter steckte den Kopf zur Tür herein. »Ist alles in Ordnung bei dir?«, fragte sie besorgt.
»Ich habe gerade eine Nachricht von Coco erhalten. Sie wird es dieses Jahr nicht schaffen, zu Weihnachten nach Hause zu kommen. Tut mir leid.«
Nachdenklich nickte Ruth. »Ich habe mir schon so etwas gedacht.« Sie seufzte schwer. »Es ist wohl nicht zu ändern, dann machen wir es uns zu zweit gemütlich.« Hoffnungsvoll sah sie Amelie an.
»Natürlich, das machen wir, und bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Sag mal, wo sind die Flyer, die wir im letzten Jahr haben drucken lassen? Du weißt doch, die, die Coco gestaltet hat.« Sie zog einige Fächer auf, fand aber nichts.
»Die müssten hinter dir im Schrank liegen. Was willst du denn mit den alten Dingern?«
»Ich will neue entwerfen und diese dann an unsere Stammkunden verschicken, mit den Bildern der modernisierten Zimmer. Die alten Flyer dienen mir als Vorlage, die sahen doch sehr hübsch aus. Coco hat wirklich ein Talent für solche Dinge.«
Ruth nickte. »Das ist eine gute Idee. Ja, das Mädchen hat viele Talente.«
»Okay, dann mache ich mich an die Arbeit und gehe später zum Friseur. Kommst du eine Weile allein klar?«, wollte Amelie wissen.
»Natürlich komme ich zurecht«, meinte Ruth entrüstet. »Ich koche erst mal einen Kaffee.«
»Aber wir haben doch schon gefrühstückt.«
»Für die Handwerker, mein Liebes. Die armen Jungs müssen so hart arbeiten.« Ruth machte sich auf den Weg in die Küche, die im hinteren Bereich des Erdgeschosses neben dem Frühstücksraum lag.
Wenn das so weiterging, würden die Handwerker gar nicht mehr arbeiten bei Ruths leckerem Kaffee und Kuchen. Amelie hatte schon lange den Eindruck, dass die Handwerker mehr pausierten, als ihrer Arbeit nachzugehen.
Im Schrank hinter dem Schreibtisch fand Amelia noch ein paar Restflyer, die sie wie geplant als Vorlage nahm, um neue zu gestalten. Dank einiger Erfahrung mit dem Designprogramm ging ihr das recht schnell von der Hand. Die Fotos der neuen Zimmer waren wirklich hübsch geworden. Als Nächstes trug sie die Termine der...




