Wolkenstein | Zeit der Marzipanblüte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 324 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Wolkenstein Zeit der Marzipanblüte

Ein historischer Lübeck-Roman über eine starke Frau, eine kleine Marzipanmanufaktur und einen großen Traum.
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-4889-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein historischer Lübeck-Roman über eine starke Frau, eine kleine Marzipanmanufaktur und einen großen Traum.

E-Book, Deutsch, 324 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-4889-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der süße Traum vom Glück!

Lübeck, 1872: Anna Hohenhaus, die aus einfachen Verhältnissen stammt, und der attraktive Konditor Albert Robek verlieben sich ineinander. Doch die nicht standesgemäße Verbindung führt zu Problemen: Anna macht sich ihre beste Freundin, die selbst ein Auge auf Albert geworfen hat, zur Feindin. Und auch Albert muss sich dem Willen seiner Familie widersetzen, wenn er seinen starken Gefühlen nachgibt. Gegen alle Widerstände heiraten die beiden. Ihr großer Traum ist eine Marzipanmanufaktur. Anna hat die kreativen Ideen, während Albert das Handwerk versteht. Weder schwere Schicksalsschläge noch finanzielle Engpässe halten sie davon ab, aus der kleinen Lübecker Konditorei ein weltbekanntes Unternehmen aufzubauen. Aber wird ihr Glück auch gegen die Missgunst von ihrer alten Freundin bestehen?

Die faszinierende Geschichte einer starken Frau, die eine kleine Lübecker Konditorei zu einem Weltunternehmen macht.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Julia Wolkenstein veröffentlicht seit 2010 Bücher unter verschiedenen Pseudonymen. Ihr Motto ist es, den Menschen schöne Lesestunde zu verschaffen. Sie wurde in den Sweet Sixties in Essen an der Ruhr geboren. Mit Vorliebe schreibt sie zeitgenössische Liebesromane, historische Romane, New Adult und Krimis. Neben dem Schreiben gehören auch Kochen und Fotografieren zu ihren Hobbys. Sie liebt Paris und Rom, lebt aber mit ihren Kindern und Hund im Westmünsterland. Schreiben ist für sie wie Atmen ...

Wolkenstein Zeit der Marzipanblüte jetzt bestellen!

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Kapitel 1


Lübeck, Juli 1872

Rosa Quast drehte sich vor dem großen Standspiegel in ihrem Zimmer hin und her und betrachtete sich ausgiebig. Das, was die Reflexion ihr zurückwarf, schien ihr zu gefallen, denn sie lächelte ihrem Bild zufrieden entgegen.

»Was meinst du, Anna? Dieses Kleid steht mir doch ausgezeichnet. Rosé ist meine Farbe. Mein Vorname wurde nicht ohne Grund gewählt. Findest du nicht auch, dass die Turnüre eine schlankere Silhouette macht als die unpraktische Krinoline?« Sie strich mit den Händen an ihrer schmalen Taille entlang. Das Korsett hatte sie von Minna, ihrer Zofe, extra eng schnüren lassen, damit ihre Figur diese wespenförmige Form erhielt, die als chic erachtet wurde.

Das Kleid bauschte sich unterhalb ihres Rückens, vorn fiel es glatt nach unten. Es war ein neuer Schnitt, der in der letzten Zeit immer mehr in Mode kam, und Rosa war eine der ersten jungen Frauen, die sich diese Kreation leisten konnten. »Papa hat keine Kosten und Mühen gescheut und mir freie Hand bei der Schneiderin gelassen! Ist das nicht lieb von ihm? Er ist so stolz, dass ich die Reifeprüfung bestanden habe.« Sie drehte und wendete sich vor dem Spiegel.

»Dass du überhaupt atmen kannst«, bemerkte Anna mit einem Lächeln und bestaunte die schlanke Taille, die ein wenig unnatürlich wirkte, wie sie fand. »Hast du keine Angst um deine Gesundheit?«

Rosa winkte ab. »Ach, papperlapapp. Eine Frau von Welt muss schlank und elegant gekleidet sein, wenn sie einen passenden Verehrer finden will.«

Anna nickte zustimmend und blickte an sich herab. Sie trug ein älteres Tageskleid mit einer Tunika darüber, das Korsett locker geschnürt. »Ich lege keinen Wert auf eine Wespentaille. Allerdings will ich auch keinen der höheren Söhne beeindrucken«, fügte sie schnell hinzu, als sie sah, wie ihre Freundin eine Augenbraue hob. Rosa schien besessen davon, die schlankste Frau der Stadt zu sein. Als ob ihr das mehr Verehrer einbringen würde ... Anna schüttelte den Kopf. Sie selbst wollte um ihrer selbst willen geliebt werden, nicht weil sie so eng geschnürt war, dass sie beinahe keine Luft bekam.

»Gefällt es dir nicht?«, fragte Rosa überrascht.

»Doch, wie kommst du darauf?«

Sie wagte nicht, Rosa zu verärgern, was leicht der Fall war, denn die Freundin bekam manchmal ein Wort in den falschen Hals, und schon brach sie einen Streit vom Zaun.

»Du hast mit dem Kopf geschüttelt.« Rosa sah sie eindringlich an, registrierte mit ihren blauen Augen jede Bewegung. Ihr Blick war unstet, immer so rastlos, als würde sie ihre Umgebung unaufhörlich sondieren. Das machte Anna nervös.

»So? Hab ich das?«, fragte Anna, und wagte kaum zu atmen.

»Ja, ich habe es genau gesehen.« Rosa sah sie über den Spiegel hinweg an, warf das lange blonde Haar, das sie zu Zöpfen geflochten trug, über ihre Schultern. Diese Frisur ließ sie jünger erscheinen, als sie war.

Ihre Nase zierten einige Sommersprossen, die im Sommer deutlicher hervortraten, ebenso war ihr Haar zu dieser Jahreszeit heller als sonst. Anna überragte die Freundin ein kleines Stück, sodass Rosa immer zu ihr aufschauen musste, was ihr wohl gar nicht gefiel, daher trug Rosa gerne Schuhe mit einem Absatz, die sie größer erscheinen ließen.

Anna setzte sich auf einen Stuhl und zog die Augenbrauen zusammen. »Es tut mir leid, ich war nicht ganz bei der Sache. Aber mein Kopfschütteln galt auf keinen Fall deinem Kleid. Du siehst reizend damit aus. Die eleganteste junge Frau der Stadt, würde ich sagen.« Derlei Komplimente hatte sie sich in der Vergangenheit angewöhnt, denn ihre Freundin brauchte diese Bestätigung. Rosa konnte nur schwer mit Kritik umgehen. Sie war es gewohnt, dass sie die schönste, charmanteste und am meisten umworbene junge Frau in Lübeck war. Etwas anderes ließ sie nicht zu. Und wenn es doch so war, dann schlug ihr das aufs Gemüt, und sie bekam Migräne. Dies galt es zu vermeiden, denn mit einer gereizten Rosa wollte niemand etwas zu tun haben. Beim Anblick des Kleides fiel es Anna schwer zu lügen, denn das Rosé war um einige Nuancen zu grell für eine feine junge Dame.

»Das Kleid ist wie für dich gemacht, Rosa«, sagte sie, nickte zur Bestätigung und presste dann die Lippen aufeinander, damit keine weitere Lüge aus ihrem Mund kam. Sie hasste es, die Unwahrheit zu sagen, es war aber ratsam, wenn dieser Tag nicht mit Streit enden sollte.

Seit sie denken konnte, hatte Anna gelernt, sich immer im Hintergrund zu halten. Rosa war die Tochter einer der reichsten Bankiersfamilien in Lübeck, während Anna nur die Tochter der Köchin der Familie Quast war, was Rosa sie oft genug spüren ließ. Sie sprach es nie laut aus, aber ihr Verhalten machte es so deutlich, dass Anna es auf keinen Fall vergessen konnte.

Es trennten sie nur vier Monate, die Anna eher zur Welt gekommen war. Zumindest war sie Rosa hier eine Nasenlänge voraus und konnte nicht einmal etwas dafür. Sie waren gemeinsam unterrichtet worden und später auf das traditionsreiche Katharineum gewechselt, wobei Anna sich als wesentlich bessere Schülerin erwies als Rosa. Anna fielen die Naturwissenschaften leicht, und auf dem Gymnasium war sie für Mathematik entbrannt. Ihr schien alles zuzufliegen, ohne dass sie lernen musste.

Rosas Wissen reichte nur für die Realklasse, doch ihr Vater, Roland Quast, war ein einflussreicher Mann in der Stadt Lübeck, und hatte dafür gesorgt, dass Rosa die Reifeprüfung bestand. Mit seinem Geld und unermüdlicher Hilfe von Anna.

Seit die beiden jungen Frauen das Examen in der Tasche hatten, gab es für Rosa nur noch ein Thema: Welchen wohlhabenden und angesehenen Lübecker könnte sie für sich gewinnen, um die beste Partie zu machen?

»Ich denke, so werde ich die Blicke der Kandidaten auf mich ziehen. Sie sollen sofort erkennen, wer ich bin: die Tochter des vermögendsten Unternehmers der Stadt.« Rosa lächelte zufrieden.

Anna hingegen überlegte, was sie mit ihrem Abschluss anfangen könnte, welchen Beruf sie ergreifen sollte, um ihre Mutter zu unterstützen. Sie hätte am liebsten als Lehrerin gearbeitet, allerdings hatten sie nicht das Geld, um ein Studium in der Schweiz zu finanzieren. Dort akzeptierte man seit einigen Jahren Frauen als Studentinnen, und Anna hätte alles dafür gegeben, eine Universität besuchen zu dürfen. Aber das Schicksal hatte vermutlich anderes mit ihr vor. Sie musste einen Beruf ergreifen, in dem Frauen gern gesehen waren. Dass sich ein reicher Mann für Anna interessierte, daran wagte sie nicht zu denken. Ihre Mutter bekam nur einen geringen Lohn, und sie waren von der Wohltätigkeit der Familie Quast abhängig. Anna hoffte, dass sie einen Ehemann fände, der einer redlichen Arbeit nachging, ihr ein kummerfreies Leben und seine Liebe bot. Was wollte man mehr? Eine Menge, doch durfte man nach den Sternen greifen? Sie wollte nicht hoch hinaus, ein beschauliches Leben reichte ihr vollkommen aus. Wer hoch fliegt, stürzt tief, sagte ihre Mutter immer.

»Willst du mich so in die Stadt begleiten?«, fragte Rosa und blickte ihre Freundin mit offener Missbilligung an.

Anna sah an sich herunter. »Ja, warum denn nicht?«

»Ich finde deinen Aufzug ein wenig ... altmodisch. Du kannst eins von meinen abgelegten Kleidern anziehen. Du weißt ja, ich trage sie nie länger als ein halbes Jahr. Was sollen sonst die Nachbarn denken? Vater hätte uns an den Bettelstab gebracht? Nein, nimm das hellblaue Kleid, es passt besser zu deinem brünetten Haar als zu meinem rotblonden. Es ist wie für dich gemacht.« Rosa verschwand in dem angrenzenden Ankleidezimmer.

Annas Blick schweifte durch Rosas Zimmer. Es war mit allem ausgestattet, was man sich nur wünschen konnte. Oben am Himmelbett waren weiße Volants angebracht, die Bettwäsche war mit kleinen Rosen bestickt. Die hellen Eichenmöbel entsprachen nicht der Mode – angesagt waren Esche und Ebenholz –, aber Rosa wollte es so. Und was Rosa gefiel, das bekam sie. Das war das oberste Gebot im Hause Quast.

Anna hörte an dem Quietschen, dass der Schrank nebenan geöffnet wurde. Während ihr Kleiderschrank in ihrem Zimmer stand, besaß Rosa einen eigenen Raum für ihre Kleider und Accessoires, denn das hätte in ihrem Schlafzimmer keinen Platz gefunden. Wer brauchte all dieses Zeug? Innerlich schüttelte Anna wieder den Kopf. Natürlich war sie Rosa dankbar, dass sie ihre Sachen mit ihr teilte, auch wenn es getragene Stücke waren, aber ihr selbst lag nur wenig an neuen Kleidern. Anna brauchte kein Dutzend, um sich besser zu fühlen. Sie war zufrieden mit dem, was sie hatte. Es gab Wichtigeres im Leben. Das würde Rosa hoffentlich irgendwann lernen.

»Schau mal, das ist doch hübsch.« Rosa kam mit dem hellblauen Kleid zurück und hielt es Anna entgegen. »Ich hab es gern getragen, der Stoff ist sehr fein.«

Anna überlegte kurz. Sie mochte das Kleid aus edlem Musselin. Sie ging auf Rosa zu, nahm den Stoff prüfend zwischen Daumen und Zeigefinger. »Ja, es ist sehr elegant. Aber findest du nicht, dass ich damit ein wenig zu fein aussehe?«

»Unsinn! Man kann nie schick genug gekleidet...


Wolkenstein, Julia
Julia Wolkenstein veröffentlicht seit 2010 Bücher unter verschiedenen Pseudonymen. Ihr Motto ist es, den Menschen schöne Lesestunde zu verschaffen. Sie wurde in den Sweet Sixties in Essen an der Ruhr geboren. Mit Vorliebe schreibt sie zeitgenössische Liebesromane, historische Romane, New Adult und Krimis. Neben dem Schreiben gehören auch Kochen und Fotografieren zu ihren Hobbys. Sie liebt Paris und Rom, lebt aber mit ihren Kindern und Hund im Westmünsterland. Schreiben ist für sie wie Atmen …

Julia Wolkenstein veröffentlicht seit 2010 Bücher unter verschiedenen Pseudonymen. Ihr Motto ist es, den Menschen schöne Lesestunde zu verschaffen. Sie wurde in den Sweet Sixties in Essen geboren. Mit Vorliebe schreibt sie zeitgenössische Liebesromane, historische Romane, New Adult und Krimis. Neben dem Schreiben gehören auch kochen und fotografieren zu ihren Hobbys. Sie lebt mit ihren Kindern und Hund im Westmünsterland.



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