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E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Wommack Gottes Willen finden, befolgen, erfüllen
4. Auflage 2026
ISBN: 978-3-95933-441-9
Verlag: Grace today Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 288 Seiten
ISBN: 978-3-95933-441-9
Verlag: Grace today Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Am besten lernst du, seinem Willen zu folgen, indem du Gott an erste Stelle setzt. Das bringt die Wünsche deines Herzens in Einklang mit seinen. Gottes Willen zu finden und ihn zu befolgen ist ein Anfang, aber um deine Bestimmung ganz zu erfüllen und wirklich etwas zu bewirken, musst du diesen Weg langfristig gehen. Das Ende ist wichtiger als der Anfang, und nur durch Glauben und Geduld wirst du Gottes Verheißungen erben.
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KAPITEL 1
Gott hat eine Bestimmung für dein Leben?
Kürzlich lehrte ich in einer Bibelschule über den Willen Gottes und stellte die Frage: »Wie viele von euch wissen nicht genau, ob sie das tun, wozu Gott sie erschaffen hat?« Ich fügte hinzu: »Ihr möchtet es vielleicht, ihr sehnt euch danach und möglicherweise betet ihr sogar, dass Gott all die Dinge, die ihr tut, für sein Reich gebraucht, aber wer von euch ist sich nicht sicher, ob er wirklich tut, wozu Gott ihn geschaffen hat?« Mehr als die Hälfte der Anwesenden hob die Hand – und das waren ohnehin schon die »Fanatiker«, denn schließlich waren sie an einem Donnerstagmorgen erschienen, nur um das Evangelium zu hören!
Du wirst Gottes Willen für dein Leben nicht automatisch erfüllen. Das geschieht nicht unbeabsichtigt oder zufällig. Wenn du Gottes Willen in deinem Leben erfüllt sehen willst, musst du zuallererst herausfinden, für welche einzigartige Bestimmung er dich erschaffen hat. In der Natur sucht sich Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands, und unsere menschliche Natur tut dasselbe, wenn wir es ihr erlauben. Am Ende treiben wir ziellos durchs Leben und lassen zu, dass die Hindernisse, denen wir begegnen, unsere Richtung bestimmen. Aber so muss es nicht sein. Gottes Absicht für uns ist die Zufriedenheit eines erfüllten Lebens. Das können wir erfahren, wenn wir bereit sind, mehr zu tun, als nur mit dem Strom zu schwimmen – denn das schafft sogar ein toter Fisch.
Um die Dinge zu erreichen, für die wir geschaffen wurden, müssen wir bewusste Anstrengungen unternehmen, Gottes Willen zu finden, zu befolgen und zu erfüllen. Als ich mich darum bemühte, meine von Gott gegebene Bestimmung zu entdecken, war das ein entscheidender Wendepunkt in meinem Leben. Zu der Zeit war ich auf der Highschool und bis dahin hatten andere alles für mich entschieden. Als sich jedoch der Schulabschluss näherte, erkannte ich, dass ich beginnen musste, eigene Entscheidungen zu treffen. Das konfrontierte mich mit der Frage, die wir uns alle irgendwann stellen: Was ist der Sinn meines Lebens?
Ich bin dankbar, dass ich beim Aufwachsen in einem christlichen Umfeld eine Sache gelernt habe: Gott hat jeden von uns mit einer Bestimmung erschaffen. Vielleicht wussten deine Eltern nicht, dass du unterwegs bist, aber Gott wusste es. Gott hat dich erschaffen. Du bist nicht durch Evolution entstanden. Du bist kein Fehler. Gott hat dich geschaffen, und er hat dich aus einem bestimmten Grund geschaffen.
Als ich mir den Kopf darüber zerbrach, wie es mit meiner Zukunft weitergehen sollte, wusste ich, dass Gott einen Plan für mein Leben hatte, deshalb wollte ich nicht einfach wahllos eine Richtung einschlagen. Ich begann, Leute in meiner Gemeinde zu fragen: »Woher wisst ihr, was Gottes Wille für euer Leben ist? Wie findet man das heraus?« Leider konnte mir niemand helfen. Ich kannte keine Methode, wie man Gottes Willen entdeckt, also begann ich, das Wort Gottes zu studieren. Ich wusste, dass die Bibel Wahrheiten über Gott enthält, daher dachte ich, dies wäre ein guter Ausgangspunkt, um nach Gottes Willen für mein Leben zu suchen. Also blieb ich jede Nacht bis zwei oder drei Uhr morgens auf, um die Bibel zu durchforschen.
Ich hatte von klein auf täglich in der Bibel gelesen, sie aber nie wirklich studiert. Deshalb kaufte ich mir einen Bibelkommentar, der mir helfen sollte, alles zu verstehen. Dieser Kommentar umfasste fünf Bände dieser großen, alten und schweren Bücher, und ich setzte mich hin und studierte jeden einzelnen Vers. Ich erinnere mich noch, dass ich eine Lampe mit einem flexiblen Arm hatte, den ich in verschiedene Positionen drehen konnte. Ich zog die Lampe direkt über meine Bibel und las mit dem Kopf darüber. Wenn ich einzuschlafen begann und mein Kopf nach unten sank, berührte ich mit der Stirn das Lampengehäuse und verbrannte mich, was mich wieder wachrüttelte, sodass ich weiterlesen konnte. Auf diese Weise zwang ich mich selbst, wach zu bleiben und die Bibel zu lesen.
Obwohl ich in jenem Jahr die Bibel zwei- oder dreimal komplett durchlas, hatte ich nicht das Gefühl, Gott hätte mir dabei etwas Bestimmtes gezeigt. Ich empfing keine besonderen Offenbarungen. Ich bereitete einfach nur den Boden vor. Bevor du Samen säst, musst du die Steine ausgraben und das Erdreich vorbereiten, damit der Same hineinfallen kann. Genau das tat ich; ich suchte den Herrn. Das machte ich mehr als ein Jahr lang und dann – ganz plötzlich – öffnete sich etwas.
Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst. Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene! — Römer 12,1–2 EÜ
Diese Schriftstelle wurde lebendig in mir. Sie brannte in meinem Herzen. Ich verbrachte Monate damit, sie zu lesen und Gott zu fragen: »Was bedeutet das? Wie mache ich das?« Einige Zeit später hatte ich dann eine übernatürliche Begegnung mit dem Herrn und erlebte seine Liebe zu mir. Das stellte mein Leben völlig auf den Kopf und vier Monate lang war ich wie gefangen in der Gegenwart Gottes. Das veränderte mich.
Wenn ich von dieser übernatürlichen Begegnung mit Gott erzähle, denken die Leute oft, es müsse ein Zufallstreffer gewesen sein – wie ein Blitzschlag oder etwas in der Art. Sie denken: Man weiß nie, wo der Blitz einschlägt. Tatsächlich kommt der Blitz aber nicht einfach so vom Himmel herab. Es sieht zwar so aus, aber in Wirklichkeit befindet sich im Boden eine negative Ladung, die den Blitz anzieht – also geht es eigentlich im Boden los. Man kann das auf Zeitrafferaufnahmen von einem Blitzeinschlag erkennen. Die Wahrheit ist, dass der Blitz aus einem bestimmten Grund an gewissen Orten einschlägt.
Ebenso gibt es Gründe dafür, warum Gott einem Menschen übernatürlich begegnet, während andere überhaupt keine Begegnung mit ihm haben. Es stimmt, dass du Gott nicht dazu bringen kannst, dir etwas zu offenbaren, indem du sagst: »Gott, sag mir jetzt sofort, was ich wissen will.« So funktioniert das nicht. Aber du kannst dein Herz vorbereiten.
In meiner Situation verstand ich nicht wirklich, was mit mir geschah. Ich war nicht reif genug, um zu begreifen, was da vor sich ging – ich hatte einfach nur Hunger nach Gott. Ich wollte Gottes Absicht für mein Leben erkennen. Achtzehn Monate lang hatte ich ihn auf bestmögliche Weise gesucht – so gut ich eben konnte. Es war kein Zufall, dass Gott sich mir zeigte. Ich wusste, dass er eine Bestimmung für mich hatte, und mein Leben veränderte sich, als ich hungrig genug danach wurde, diese Bestimmung zu entdecken. Als Ergebnis meines Hungers berührte Gott mich. Darüber bin ich nie hinweggekommen. Es hat mein Leben verändert!
Ein weit verbreitetes Missverständnis in der heutigen Gemeinde ist die Vorstellung, dass Gott uns wie eine Spielzeugfigur aufzieht und uns dann unseres Weges ziehen lässt, so wie es uns gut erscheint. Sollte ich in eine Klemme geraten, kann ich Gott anrufen und vielleicht hilft er mir, so die Denkweise. Diese Art von Philosophie führt dazu, dass Menschen ihr eigenes Ding machen und Gott im Nachhinein bitten, es zu segnen – anstatt von Anfang an seine Führung zu suchen.
Seitdem ich Gottes Willen für mein Leben gefunden habe, bete ich nicht mehr, dass Gott mein Tun segnen möge. Ich bete nicht einmal für die Veranstaltungen, die ich im ganzen Land abhalte, was manche Leute schockiert. Ich wurde schon gefragt: »Hast du denn vor der Veranstaltung keine Zeit im Gebet und in der Fürbitte verbracht?« Nein, denn Gott hat mir aufgetragen, diese Veranstaltung durchzuführen. Es wäre ungerecht von ihm, mir eine Anweisung zu geben und dann zu erwarten, dass ich sie aus eigener Kraft und Macht ausführe. Gott gibt mir die Salbung, das zu tun, wozu er mich berufen hat. Das gilt für jeden von uns. Wenn du tust, wozu Gott dich berufen hat, musst du keine Zeit dafür aufwenden, ihn um seinen Segen zu bitten oder zu beten, dass er für dich eingreift. Gott hat bereits gesegnet, was er dir aufgetragen hat.
Warum beten so viele Leute darum, dass Gott ihnen zu Hilfe kommt? Weil sie nicht tun, was er ihnen aufgetragen hat. Andere wiederum sind in den Willen Gottes für ihr Leben vielleicht einfach hineingestolpert, aber ihnen fehlt die Gewissheit und Freude, die aus dem Wissen resultiert, dass man exakt dort ist, wo Gott einen haben will.
Wartet jemand auf dich?
Wenn man sich im Zentrum von Gottes Willen befindet, geht das meiner Überzeugung nach mit einem übernatürlichen Frieden einher. Es macht etwas mit dir, wenn du weißt, dass du genau dort bist, wo Gott dich haben will. Ich erinnere mich an eine Begegnung, die ich an einem Ort in Charlotte, North Carolina hatte, an dem ich seit den 1980er Jahren jedes Jahr predige. Ein Freund von mir hat dort ein Unternehmen und lädt mich immer ein, zu seinen Angestellten zu sprechen. Als ich wieder einmal dort war und nach der Zusammenkunft gerade gehen wollte, sah ich eine asiatische Frau, die Telefongespräche entgegennahm. Ich hatte sie nie zuvor gesehen, also blieb ich stehen und fing ein Gespräch mit ihr an.
»Sind Sie neu hier?«, fragte ich.
»Ja«, sagte sie, »ich habe erst letzte Woche angefangen.«
»Oh, okay. Wie kommt es, dass Sie nicht bei den anderen Mitarbeitern waren?«
»Ich bin neu hier, also hat man mir gesagt, ich solle mich um die Telefonate kümmern«, antwortete sie. »Und wer sind Sie?«
Ich nannte ihr meinen Namen...




