E-Book, Deutsch, Band 2021, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Wood Die blauen Sterne von Kaschmir
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-2047-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2021, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2047-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Achtzehn Monate ist die heiße Liebesnacht mit Jaeger Ballantyne her. Seitdem versucht Piper, seine stahlblauen Augen und seine sinnlichen Umarmungen zu vergessen. Doch jetzt geht kein Weg an einem Wiedersehen vorbei: Nach dem Tod ihres Vaters muss Piper zehn wertvolle Saphire aus ihrem Familienbesitz verkaufen - an das Juwelenimperium Ballantyne, und damit an Jaeger. Soll sie ihm gestehen, dass sie einen gemeinsamen kleinen Sohn haben? Ehe sie sich entscheiden kann, stellt sie schockiert fest, dass ihr Ex-Lover sie nicht einmal erkennt ...
Schon mit acht Jahren schrieb Joss Wood ihr erstes Buch und hat danach eigentlich nie mehr damit aufgehört. Der Leidenschaft, die sie verspürt, wenn sie ihre Geschichten schwarz auf weiß entstehen lässt, kommt nur ihre Liebe zum Lesen gleich. Und ihre Freude an Reisen, auf denen sie, mit dem Rucksack auf dem Rücken, abenteuerliche Ziele in Südafrika, Europa und Amerika besucht. Beim Schreiben taucht sie ganz in ihre Geschichte ein, verliebt sich auch heute noch in die Helden ihrer Romane und flirtet beim Schreiben mit ihnen.
Wenn Joss Wood nicht gerade schreibt, oder sich um ihre Kinder kümmert, nutzt sie ihre Erfahrungen in Business und Marketing, um mit Hilfe einer ehrenamtlichen Organisation, die Wirtschaft ihres Heimatstädtchens an der Ostküste Südafrikas anzukurbeln. Umgeben von Farmen und einer atemberaubenden Berglandschaft, gehört die Gesellschaft von wilden Steppentieren vor der Haustür genauso zu ihrem glücklichen und etwas chaotischen Leben, wie ihre Familie, Freunde und natürlich ihre Bücher.
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PROLOG
In der Präsidentensuite eines Boutique-Hotels an der Via Manzoni, der luxuriösesten Adresse von Mailand, lag Jaeger Ballantyne neben einer schlanken Frau im Bett, strich ihr sanft über den Rücken und fuhr mit den Fingern ihre Wirbelsäule nach.
Das edle Baumwolllaken bedeckte Pipers Hüften und ihren festen Po. Jaeger konnte einfach nicht aufhören, sie zu berühren. Er liebte es, wie sich ihre seidig-warme Haut unter seiner starken Hand anfühlte. Er hatte schon früher Frauen mit aufs Hotelzimmer genommen, wahrscheinlich öfter, als er es hätte tun sollen. Piper war nicht die schönste Frau, mit der er je im Bett gewesen war, aber sie zog ihn magisch an. Seit sie vor anderthalb Tagen in sein Leben gestolpert war, dachte er nur noch an sie.
Erlesene Edelsteine – Diamanten, Rubine, Opale und Smaragde – faszinierten ihn mehr als alles andere. Frauen? Nicht so sehr. Wie Diamantschmuck aus dem Kaufhaus waren die Frauen, die er normalerweise traf, hübsch und glänzend aufpoliert, aber nichts Besonderes. Und wenn er eine traf, die mehr zu bieten hatte, genoss er sie und zog dann weiter.
Aber aus irgendeinem Grund war Piper für ihn wie ein makelloser weißer Diamant, die seltenste Sorte der Welt. Lächerlich, denn er wusste, dass es immer noch ein selteneres, kostbareres Juwel zu entdecken gab. Funkelnde Steine und das schöne Geschlecht brachten ihn nicht aus der Ruhe.
Aber bei Piper Mills fragte er sich, ob er gerade das Risiko einging, diese Ruhe aufs Spiel zu setzen.
Ich sollte längst wieder in New York sein, dachte Jaeger. Er war ein bisschen beunruhigt, dass er sich überhaupt Gedanken über diese Frau machte. Eigentlich hatte er vorgehabt, nur den vergangenen Abend in Mailand zu verbringen. Aber als er Piper in der örtlichen Filiale von Ballantyne and Company gesehen hatte, war er auf ihre langen Beine unter dem kurzen Rock aufmerksam geworden. Er war überzeugt gewesen, dass diese Beine wie geschaffen dazu waren, um seine Hüften geschlungen zu werden.
Die Intelligenz in ihren hellgrünen Augen machte ihn neugierig, und die Sommersprossen auf ihrer Nase bezauberten ihn.
Ihr Körper weckte in ihm den Wunsch, sie vor Lust zum Schreien zu bringen, bis man seinen Namen in ganz Mailand kannte.
Piper hatte erwähnt, dass sie zehn blaue Steine besaß, bei denen es sich laut Familienüberlieferung um Saphire handelte, aber er war zu fasziniert von ihrem Gesicht gewesen, um auf ihre Worte zu achten. Dann lächelte sie, und ein winziges Grübchen bildete sich in ihrer rechten Wange. Ihm stockte der Atem, und er wusste, dass er die Stadt nicht verlassen würde, bevor er mit ihr essen gegangen war.
Und ins Bett.
Sechsunddreißig Stunden und drei Mal Ausgehen später – Abendessen, Mittagessen und noch einmal Abendessen – hatten sie sehr heißen Sex gehabt. Es hatte großen Spaß gemacht. Jaeger streichelte mit dem Daumen über ihren Körper, vom Nacken bis hinunter zum Oberschenkel und von dort wieder hinauf.
Dies waren mit Abstand die besten anderthalb Tage seines Lebens.
Er beugte sich vor, küsste sie auf die Schulter und strich ihr eine lange kupferrote Locke aus dem Gesicht.
Piper drehte sich auf die Seite, und als Jaeger ihr in die Augen sah, hatte er das Gefühl, in eine geheimnisvolle neue Welt einzutauchen. Doch ihr Blick glitt von ihm ab und blieb an dem Aquarellgemälde an der gegenüberliegenden Wand hängen. Die äußerst attraktive Ms. Mills war also nicht gut in Gesprächen nach dem Sex. Warum amüsierte ihn das?
Piper setzte sich auf und zog sich das Laken über die Brust. „Es ist mir wirklich peinlich …“
„Das muss es nicht sein“, versicherte Jaeger ihr.
Piper steckte sich das Laken unter den Armen fest und fuhr sich durchs Haar. „Können wir kurz darüber reden, warum ich bei Ballantyne and Company war?“, fragte sie.
Jaeger fand, dass sie ihre Zeit besser nutzen könnten, aber wenn es sie entspannte, über ihre Edelsteine zu sprechen, sollte es ihm recht sein.
„Okay, reden wir also über Saphire.“ Jaeger rollte sich vom Bett und schnappte sich seine Boxershorts vom Boden. Er zog sie an und ging ins Bad, um einen weißen Bademantel vom Haken hinter der Tür zu nehmen. Er hielt ihr den Bademantel hin, und Piper stieg verlegen aus dem Bett und schob die Arme in die Ärmel. Jaeger drehte sie zu sich herum und band ihr den Gürtel um die schmale Taille zu.
Er widerstand dem Drang, sie auf den Mund zu küssen, führte sie ins Wohnzimmer der Suite und goss ihr schnell den Rest des edlen Cabernet in ein Weinglas. Piper nahm das Glas, kuschelte sich in eine Ecke des Sofas und zog die nackten Füße mit den rot lackierten Zehennägeln unter sich. Er hatte an diesen Zehen geknabbert, aber auch an jedem anderen Zentimeter ihres Körpers. Er hatte sich ihre Waden hinaufgeküsst, dann innen an ihren Oberschenkeln entlang bis zu ihrer intimsten Stelle.
Und das wollte er unbedingt wieder tun.
Das würde er auch; die Nacht war noch nicht vorbei.
Er beschloss, dass er einen Whiskey brauchte, goss sich zwei Fingerbreit in ein Glas ein und setzte sich Piper gegenüber. Hoffentlich macht sie es kurz.
„Wie ich schon sagte, besitze ich einige Saphire, die in der Familie meiner Mutter immer weitervererbt worden sind.“
„Von wie vielen Steinen reden wir?“ Jaeger stützte die Unterarme auf die Oberschenkel.
„Von zehn. Es waren früher zwölf, aber meine Mom hat vor dreißig Jahren zwei Saphire verkauft, um meinem Vater Startkapital für seine Firma zu beschaffen.“
Ihm wurde klar, dass er nichts über sie oder ihre Familie wusste. Das musst du auch nicht. Du wirst sie ohnehin nie wiedersehen.
„Die meisten sind etwa drei Zentimeter groß, manche größer, manche kleiner“, fuhr Piper fort.
Ein mehr als drei Zentimeter großer Saphir? Wohl kaum. „Sind sie geschliffen?“
„Die kleineren ja. Einer von ihnen ist … spektakulär.“
Jaeger wusste, dass die Leute immer übertrieben, besonders, wenn es um Edelsteine ging. Wahrscheinlich waren die Saphire nur halb so groß. Er sah Piper an und seufzte, als er ihren seligen Gesichtsausdruck sah. Jedem anderen hätte er schonungslos gesagt, dass die Steine wahrscheinlich gefälscht waren. Eine Sammlung von Saphiren wie diese wäre gut dokumentiert gewesen. Wenn man nicht gerade mit einem Königshaus verwandt war, erbte man kaum jemals so seltene und wertvolle Steine.
Piper schien seine Skepsis nicht zu bemerken. Sie hielt sich verträumt das Weinglas an die Brust. „Oh, Jaeger, er ist so schön! Ein tiefes Dunkelblau, sanft und samtig und einfach wunderbar. Ich möchte ihn immer wieder berühren, in der Hand halten und anschauen.“
„Es ist schwer, Steine einzuschätzen, die ich nie gesehen habe, aber an deiner Stelle würde ich mir keine zu großen Hoffnungen machen“, sagte er unverbindlich.
„Ich habe ein Foto von ihnen. Könntest du es dir ansehen?“, fragte sie.
Er nickte und seufzte, als sie sich bückte, um ihre Tasche aufzuheben. Der Bademantel umschmeichelte ihre Kurven. Der Drang, in ihrer Wärme zu versinken, war überwältigend.
Entspann dich. Du bekommst sie schon noch einmal. Oder zwei Mal. Bevor sie ins echte Leben zurückkehrten.
Piper kam zu ihm, setzte sich auf die Lehne seines Sessels und ließ die Finger über das Display ihres Handys tanzen. Sie reichte ihm das Smartphone, und er sah auf das blaue Funkeln auf schwarzem Samt hinab.
Sein Herz setzte einen Schlag aus, und ihm zitterte die Hand, als er sein Glas auf dem Tisch vor sich abstellte.
Er vergrößerte das Bild und konzentrierte sich auf den größten der geschliffenen Steine. Die Qualität des Fotos war nicht überragend, aber die Farbe war atemberaubend.
„Was sagtest du doch gleich, woher stammen sie?“, fragte er.
Sag mir, dass sie aus Kaschmir stammen, denn – zum Teufel! – vielleicht hast du recht.
„Von einem Ur-Urgroßonkel auf der Seite meiner Mutter. Er war Soldat in der britischen Armee. Der Familienüberlieferung nach kommen die Steine aus Kaschmir.“
Cool bleiben, sagte sich Jaeger. Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das normalerweise auch. Aber die Farbe und die Familiengeschichte sprachen dafür, dass die Saphire echt waren.
„Was weißt du sonst noch über den ursprünglichen Besitzer?“
„Nur, was ich dir erzählt habe“, sagte Piper. Sie tippte mit der Fingerspitze auf den Bildschirm. „Na, was meinst du? Könnten sie echt sein? Ich habe sie auch anderen Edelsteinhändlern vorgelegt, die meinten, dass sie nicht echt sind.“
Natürlich sagten sie das. Piper war jung und hübsch und ein leichtes Opfer. Man würde ihr ein Angebot weit unter Wert machen, die Steine wieder verkaufen und damit einen Riesengewinn einfahren. „Halt dich von unseriösen Händlern fern“, murmelte er.
„Aber meinst du, dass sie etwas wert sein könnten?“
Vielleicht war sie zu Ballantyne and Company gekommen, weil sie daran dachte, die Steine zu verkaufen. Wenn sie echt waren, hatte er großes Interesse daran. Er setzte seine gewohnte neutrale Miene auf – übermäßiges Interesse trieb schließlich nur den Preis in die Höhe! – und schenkte Piper ein lässiges Lächeln. „Ich weiß es nicht. Anhand eines Fotos kann man das schlecht einschätzen. Zeig sie mir, wenn wir wieder in den Staaten sind. Kannst du mir das Foto schicken?“
„Klar.“
...



