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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: ONE
Wood Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-8385-9
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nervenzerreißender YA-Thriller von BookToker Bill Wood
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: ONE
ISBN: 978-3-7517-8385-9
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Angeblich wird das alte Herrenhaus am Stadtrand von einem Geist heimgesucht. Dem Geist eines Mannes, der dort vor Hunderten von Jahren ermordet wurde und nun auf Rache aus ist! Als ein Influencer und seine Freundin in dem Horrorhaus für Social Media filmen wollen, kommen auch sie ums Leben, und die Gerüchteküche brodelt erneut hoch. Die befreundeten Jugendlichen Cam, Jonesy, Amber und Buffy beginnen, Nachforschungen anzustellen - und wagen es schließlich sogar, das verfluchte Haus zu betreten. Drinnen teilen sie sich auf, um schneller Beweise zu finden. Doch war das wirklich eine gute Idee?
Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.
Bill Wood ist Buchhändler und erfolgreicher BookToker. In weniger als drei Jahren hat er über 120.000 Fans und 10 Millionen Likes auf seinem TikTok-Kanal gesammelt. Bill hat an der Birmingham City University Film und Drehbuchschreiben studiert und seinen Bachelor of Arts mit Auszeichnung abgeschlossen. LET'S SPLIT UP ist sein YA-Debüt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
PROLOG
2001
»Das sieht ziemlich gefährlich aus.«
»Nein, echt? Sag bloß, Shelley«, murmelt Brad, während er seinen Rucksack durch einen Spalt im Gitterzaun stopft. Es ist nicht zu erkennen, ob der Spalt durch gewöhnlichen Verschleiß entstanden ist oder jemand mit der Zange am Werk war. Ist auch egal, bloß keine Zeit vertrödeln. Sie dürfen auf keinen Fall erwischt werden. Nicht so kurz vor dem Schulabschluss. »Ich geh zuerst durch, ja?«
Shelley nickt widerwillig. Ihre Hände zittern, aber Brad muss einfach sehen, was sich auf der anderen Seite verbirgt. Das könnte sein großer Durchbruch sein. Nächsten Sommer ist er mit der Highschool fertig, und bis jetzt waren seine College-Bewerbungen nicht gerade von Erfolg gekrönt. Aber wenn nur irgendein Lokalsender seine Doku entdeckt, wird sich der Rest schon fügen. Er hat nicht umsonst so viel Zeit und Arbeit in Truly Haunted gesteckt. Jetzt muss er nur noch den berühmt-berüchtigten Carrington-Ghul vor die Linse kriegen, und dann sollten ihm die Fernsehstudios doch die Tür einrennen. Oder?
In einer perfekten Welt schon. Aber Sanera in Kalifornien ist ... weit entfernt von perfekt.
Vorsichtig darauf bedacht, das rostige Gitter möglichst nicht zu berühren, schiebt Brad sich mit dem Kopf voran durch die Öffnung. Bis auf ein paar kleine Risse in seiner Jeans bleibt er unversehrt. Über den Ärger seiner Mutter kann er sich später Gedanken machen.
Er hebt seinen Rucksack auf und wischt ihn ab. Zum Glück ist er bereits dunkelbraun, da sieht man die Flecken fast gar nicht. Immerhin die kann er vor seiner Mutter verstecken.
»Alles klar, du kannst!«, ruft er Shelley zu, ohne auch nur einen Blick in ihre Richtung zu werfen. Seine geballte Aufmerksamkeit ist jetzt dem Camcorder gewidmet, den er aus den Tiefen seines Rucksacks zieht. Diese Doku muss alles toppen. Sie erfordert vollen Einsatz. Qualitativ hochwertiges Material. Sauberen Schnitt. Gekonnte Moderation. Bloß keine Effekthascherei wie bei den billigen Geisterjäger-Dokus auf MTV. Das hier wird die Geisterjäger-Doku.
Sie muss es einfach werden.
»Na, vielen Dank auch.« Brad dreht sich zu Shelley um. Sie wischt über seine matschverschmierte Collegejacke, die aus dem Rucksack gefallen sein muss. Dabei sieht sie irgendwie süß aus.
»Tut mir leid«, sagt er und nimmt ihre Hand. »Danke, dass du das mit mir machst. Das wird sich alles auszahlen, versprochen.«
Einen Moment lang sieht sie mit einem nachdenklichen Blick zu ihm auf, als stelle sie all ihre Lebensentscheidungen infrage, doch dann kann sie sich das Grinsen nicht verkneifen. »Du bist so ein Spinner.«
»Mag sein«, gesteht er. Warum sollte er auch mit ihr diskutieren? Sie hat ja recht. Brad geht ziemlich planlos durchs Leben. Er spielt Football, aber nicht gut genug für ein Stipendium. Mit seinen Mannschaftskollegen versteht er sich nicht besonders, und durch die Prüfungen rasselt er meistens durch. Und da enden die Probleme noch nicht. Als Sportler war er in der Highschool zwar immer beliebt, aber die Zeiten sind bald vorbei. Spätestens wenn ihm die Haare ausfallen, wird sich niemand mehr dafür interessieren, dass er mal der Star-Quarterback seiner Schule war.
Er zieht Shelley etwas zu schwungvoll hoch, sodass sie gegen seine Brust prallt. Manchmal vergisst er, was für ein Fliegengewicht sie ist.
»Tut mir leid, dass es hier so matschig ist«, sagt er.
»Ich weiß nicht, was du meinst.« Mit einem Lachen deutet Shelley auf ihre dreckige Jeans. Sie gibt sich alle Mühe, aber Brad sieht, wie gezwungen ihr Lächeln ist. Als würde sie am liebsten losheulen. Sie liebt diese Jeans. Er sollte ihr zumindest die Reinigung bezahlen, wenn sie schon nur seinetwegen hier ist.
Er beugt sich zu ihrem schmutzverschmierten Gesicht hinab und gibt ihr einen Kuss. Einen Augenblick verharren sie schweigend und schütteln das ungute Gefühl ab. Dann geht er einen Schritt zurück.
»Bringen wir's hinter uns?«
Sie stapfen die nicht enden wollende Auffahrt von Carrington Manor hinauf. Das Herrenhaus steht schon seit Ewigkeiten leer, auch wenn es von ein paar Jugendlichen früher öfter als Party-Location genutzt wurde. An einem Dienstagabend sollten Brad und Shelley aber ungestört sein. Ist nicht gerade Primetime für Partys.
Je näher sie dem Gebäude kommen, desto mehr lichtet sich das Gestrüpp. Vom Eingangstor aus war ihre Sicht versperrt, aber jetzt ragt das Haus in all seiner Pracht vor ihnen auf. Es ist riesig; Brad kann nicht einmal erkennen, wie weit der Bau nach hinten rausgeht. Der Stil ist viktorianisch, was er ohne seine gründlichen Recherchen aber auch nicht gewusst hätte. Man könnte es fast für das Set eines Horrorfilms halten.
»Es ist so schön«, haucht Shelley, ohne die Augen von dem Haus abwenden zu können, dessen schwarze Umrisse sich auch in der Dunkelheit klar abzeichnen. »Auf eine unheimliche Weise.«
Brad schnaubt. »Also, die Bretter vor den Fenstern dämpfen den Charme ein wenig, aber klar–«
»Meinst du, da drin gibt es ... Ratten?« Auf einmal klingt Shelley panisch.
»Natürlich nicht!« Ohne Zweifel gibt es da Ratten. »Die überleben hier doch gar nicht.« Tun sie definitiv.
Shelleys verspannte Haltung lockert sich ein wenig. »Dann ist ja gut.« So ganz überzeugt wirkt sie aber noch nicht.
Ein paar Meter vor den Eingangsstufen halten sie an, und Brad blickt sich um. »Kriegen wir hier eine gute erste Szene hin? Mit dem Haus und ein bisschen Nachthimmel im Hintergrund?«
Er drückt Shelley den Camcorder in die Hand, und sie schaltet ihn ein. Für einen kurzen Moment fummelt sie an den Einstellungen herum, löscht Testaufnahmen, justiert die Helligkeit. Sie strahlt über das ganze Gesicht, als sie die Kamera schließlich auf Brad richtet. »Sieht richtig gut aus!«
»Echt?«
»Ja, mega professionell«, versichert sie ihm. »Das Licht ist perfekt.«
Brad atmet auf. Er darf hier wirklich keine halben Sachen machen. »Dann können wir loslegen.«
»Weißt du denn schon, was du sagen willst?«
Brad nickt. Natürlich weiß er das – er hat die ganze Woche geübt. Er macht sich bereit für den Kameraauftritt, fährt sich mit den Fingern durch das braune Haar, streicht es glatt, lockert ein paar einzelne Strähnen wieder auf und lässt sie in die Stirn fallen. Diese Frisur ist sein Markenzeichen – na ja, vielleicht auch eher John Travoltas Markenzeichen in Grease. Aber Brad macht sie zu seinem eigenen. Er knöpft noch die Jacke auf, damit man das Logo auf seinem weißen T-Shirt sehen kann: Truly Haunted.
»Okay, also ich mach mein Intro, und dann gehen wir rein«, sagt er zu Shelley. »Lass die Kamera einfach die ganze Zeit laufen, ja? Wir können hinterher alles rausschneiden, was wir nicht brauchen.«
»Geht klar.« Jetzt klingt sie schon fast vorfreudig. Anfangs hatte Brad sie förmlich anbetteln müssen, damit sie ihn auf seine Ausflüge begleitet, aber sie scheint allmählich Gefallen an dem Ganzen zu finden. Außerdem würde sie so einiges tun, wenn sie es hinterher in ihren ellenlangen Lebenslauf schreiben kann. Im Gegensatz zu Brad hat Shelley schon Zusagen von fünf Colleges. Zwei davon Ivy League. Den Schlamm scheint sie längst vergessen zu haben. »Bereit?«
»Jep«, antwortet er.
Shelley widmet sich der Aufnahme und zählt runter. »Und Action!«
Brad räuspert sich, bevor er loslegt. »Ein schauriges Herrenhaus. Ein uralter Fluch. Und ein blutrünstiger Ghul ... Kommen Sie mit uns auf Entdeckungstour und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Geheimnisse in den Wänden von Carrington Manor lauern. Ich bin Bradley Campbell, willkommen zurück bei Truly Haunted.«
Shelley lenkt die Kamera langsam aufs Herrenhaus, das genau in diesem Moment von einem Blitz erleuchtet wird – wie von Geisterhand. Das Timing ist fast schon unheimlich perfekt. TV-Gold. Kein Sender wäre so blöd, sich das entgehen zu lassen.
Brad kann die Euphorie kaum unterdrücken. Es ist einfach genial. Die perfekte Aufnahme.
So gleichmäßig wie möglich lenkt Shelley die Kamera wieder zurück auf ihn. Ein Stativ hat das Budget noch nicht hergegeben.
»Das Haus scheint nach uns zu rufen«, fährt Brad in bedrohlichem Ton fort. Ein düsteres Lächeln begleitet seine Worte. Natürlich alles einstudiert. »Dann sollten wir es nicht warten lassen.«
Langsam erklimmt Brad die Eingangsstufen, und Shelley begleitet ihn mit der Kamera. »Carrington Manor steht bereits seit über hundert Jahren hier, doch keiner weiß, wann oder von wem es eigentlich gebaut wurde. Einheimische behaupten, es sei wie aus dem Nichts aufgetaucht. Wo zunächst nur offenes Feld war, stand eines Tages plötzlich ... ein eigenartiges Herrenhaus.«
Sonderlich viel Wahrheitsgehalt haben seine Worte nicht, aber sie erzeugen immerhin Spannung. Es gibt keinerlei Berichte über ein...




