E-Book, Deutsch, Band 0384, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Wood / Mortimer / Marinelli Julia Extra Band 384
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0640-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0384, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0640-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINE ENGLISCHE ROSE FÜR DEN MILLIONÄR? von MILBURNE, MELANIE
Poppy Silverton erinnert den italienischen Millionär Raffaele Caffarelli ein bisschen an eine englische Rose: zart, lieblich, herzergreifend schön - sinnlich und unschuldig zugleich! Doch gerade diese Unschuld gerät jetzt in Gefahr ...
FLITTERWOCHEN AUF SPANISCH von MARINELLI, CAROL
Der Vertrag ist unterzeichnet: Ab sofort ist Estelle mit dem mächtigen Spanier Raúl Sanchez verheiratet. Nur zum Schein, denn Raúl braucht für einige Zeit eine Frau an seiner Seite ... von Flitterwochen in Marbella und den Folgen davon stand nichts im Vertrag!
HEIßE LIEBESNÄCHTE IN NEW YORK von MORTIMER, CAROLE
Es war als kurzer Urlaub in New York gedacht - aber plötzlich ist es für Thia unglaublich viel mehr. Denn sie beginnt eine Affäre mit Lucien Steele, dem umschwärmten Multimillionär, und zieht sogar in sein Penthouse! Aber jeder Urlaub ist einmal zu Ende - und was wird dann?
VIEL ZU SCHÖN, UM WAHR ZU SEIN? von WOOD, JOSS
Eine heiße Nacht und dann ist Schluss. Oder wir bleiben für immer gute Freunde. Will meint, was er sagt. Denn Liebe und Freundschaft geht nicht, glaubt er. Oder ist die bildhübsche Lu, mit der er so wunderbar lachen kann, etwa die berühmte Ausnahme?
Schon mit acht Jahren schrieb Joss Wood ihr erstes Buch und hat danach eigentlich nie mehr damit aufgehört. Der Leidenschaft, die sie verspürt, wenn sie ihre Geschichten schwarz auf weiß entstehen lässt, kommt nur ihre Liebe zum Lesen gleich. Und ihre Freude an Reisen, auf denen sie, mit dem Rucksack auf dem Rücken, abenteuerliche Ziele in Südafrika, Europa und Amerika besucht. Beim Schreiben taucht sie ganz in ihre Geschichte ein, verliebt sich auch heute noch in die Helden ihrer Romane und flirtet beim Schreiben mit ihnen.
Wenn Joss Wood nicht gerade schreibt, oder sich um ihre Kinder kümmert, nutzt sie ihre Erfahrungen in Business und Marketing, um mit Hilfe einer ehrenamtlichen Organisation, die Wirtschaft ihres Heimatstädtchens an der Ostküste Südafrikas anzukurbeln. Umgeben von Farmen und einer atemberaubenden Berglandschaft, gehört die Gesellschaft von wilden Steppentieren vor der Haustür genauso zu ihrem glücklichen und etwas chaotischen Leben, wie ihre Familie, Freunde und natürlich ihre Bücher.
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1. KAPITEL
„Was soll das heißen, sie verkauft nicht?“ Raffaele Caffarelli sah seine Londoner Sekretärin stirnrunzelnd an.
Margaret Irvine hob abwehrend die Hände. „Miss Silverton hat Ihr Angebot rundheraus abgelehnt.“
„Dann erhöhen Sie das Angebot!“
„Das habe ich schon. Sie hat es ebenfalls abgelehnt.“
Ungeduldig trommelte Rafe mit den Fingern auf der Schreibtischplatte. Mit einer solchen Verzögerung hatte er nicht gerechnet, zumal bisher alles wie am Schnürchen gelaufen war. Er hatte den stattlichen Landsitz in Oxfordshire zu einem Schnäppchenpreis erworben. Nur das kleine dazugehörende Witwen-Cottage stand nicht auf der Besitzurkunde, was jedoch kein Problem darstellte – zumindest hatten sein Firmenmanager und sein Immobilienmakler ihm das versichert. Letzterer hatte es als Kinderspiel bezeichnet, das den Dalrymple-Landsitz komplettierende Cottage zu kaufen; Rafe müsse nur einen über dem üblichen Marktwert liegenden Kaufpreis bieten.
Also hatte Rafe der Eigentümerin ein äußerst großzügiges Angebot für das heruntergekommene Haus unterbreitet. Wie der Rest des Landsitzes benötigte auch das kleine Cottage dringend eine umfassende Renovierung, mit der Rafe natürlich so bald wie möglich beginnen wollte. Was bildete die Frau sich eigentlich ein? Wie konnte jemand, der auch nur halbwegs bei Verstand war, eine so gute Offerte ausschlagen?
Doch so schnell würde er die Flinte nicht ins Korn werfen. Das Wörtchen „scheitern“ kam in Raffaele Caffarellis Wortschatz nicht vor. Er würde sich durch kein noch so kleines Hindernis davon abhalten lassen, seinen Willen durchzusetzen.
„Glauben Sie, diese Silverton hat irgendwie herausgefunden, dass ich hinter dem Kauf von Dalrymple Manor stecke?“
„Wer weiß?“ Margaret zuckte die Achseln. „Aber eher unwahrscheinlich. Bisher hat die Presse noch keinen Wind davon bekommen. James hält sämtliche Unterlagen unter Verschluss, und die Offerte lief über den Makler, genau so, wie Sie es wollten. Sie kennen Miss Silverton nicht persönlich, oder?“
„Nein, aber ich kenne ihren Typ.“ Rafe lächelte zynisch. „Sobald sie erfährt, dass ein reicher Investor scharf auf ihr Haus ist, wird sie versuchen, jeden Penny herauszuquetschen.“ Er stieß einen saftigen Fluch aus. „Ich will diesen Landsitz. Und zwar vollständig!“
Margaret schob ihm einen Aktenordner über den Tisch. „Ich habe ein paar Artikel über Lord Dalrymple gefunden, dem das Herrenhaus gehörte. Anscheinend hatte der alte Herr eine Schwäche für Poppy Silverton und ihre Großmutter Beatrice. Die alte Dame war seine Haushälterin. So wie es aussieht, hat sie jahrelang für ihn gearbeitet und …“
„Aasgeier“, murmelte Rafe.
„Wer? Die Großmutter?“
Rafe strich sich das Haar aus dem Gesicht und stand auf. „Finden Sie alles über diese Polly heraus, was Sie in Erfahrung bringen können. Ich will …“
„Poppy. Sie heißt Poppy.“
Rafe verdrehte genervt die Augen. „Dann eben Poppy. Ich will alles über ihren Hintergrund und ihre Liebhaber wissen – sogar ihre BH-Größe, wenn es sein muss. Nutzen Sie sämtliche Quellen. Montagmorgen will ich alles auf dem Schreibtisch haben.“
Margaret hob die akkurat nachgemalten Augenbrauen, doch der Rest ihres Gesichts verharrte im Gehorsame-Sekretärin-Modus. „Ich mache mich gleich an die Arbeit.“
Rafe lief ungeduldig in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Vielleicht sollte er selbst mal ins Dorf fahren und sich dort ein bisschen umsehen? Er kannte den Landsitz bisher nur von den Fotos, die James ihm gemailt hatte. Es konnte nicht schaden, den Feind mal aus der Nähe zu betrachten.
Kurz entschlossen griff er nach seinen Autoschlüsseln. „Ich fahre übers Wochenende weg. In dringenden Notfällen können Sie mich telefonisch erreichen. Ansonsten sehen wir uns Montag.“
„Wer ist denn diesmal die Glückliche?“, fragte Margaret, den Ablagestapel an die Brust gepresst. „Immer noch das Bikini-Model aus Kalifornien, oder ist die schon Schnee von gestern?“
Rafe streifte sich sein Jackett über. „Es wird Sie vielleicht überraschen, aber ich habe die Absicht, das Wochenende allein zu verbringen.“ Als er ihren skeptischen Blick bemerkte, runzelte er irritiert die Stirn. „Warum sehen Sie mich so an?“
„Sie haben schon seit einer Ewigkeit kein Wochenende mehr allein verbracht.“
„Na und?“ Ungeduldig zog Rafe die Augenbrauen zusammen. „Es gibt für alles ein erstes Mal, nicht wahr?“
Als am Samstagnachmittag die Tür des Tearooms aufging, räumte Poppy gerade Tisch drei ab. Obwohl sie mit dem Rücken zur Tür stand, spürte sie sofort, dass der Besucher keiner ihrer Stammgäste war. Die Türglocke klang irgendwie anders als sonst. Ihr freundliches Lächeln erstarrte, als sie sich umdrehte – und plötzlich auf einen offen stehenden Hemdkragen und männliche gebräunte Haut starrte.
Sie legte den Kopf in den Nacken und blickte in zwei braune Augen, die so dunkel waren, dass sie fast schwarz wirkten. Das schon fast beängstigend attraktive Gesicht mit den dunklen Bartstoppeln kam ihr vage bekannt vor. War dieser Typ vielleicht ein Filmstar? Irgendeine Berühmtheit? Im Geiste ging sie alle möglichen Namen durch, aber keiner passte. „Wie viele Personen?“
„Nur eine.“
Er will einen Tisch für eine Person? Poppy verdrehte im Geiste die Augen. Er sah nicht aus wie der Typ Mann, der sich allein an einen Tisch setzt. Eher wie einer, der daran gewöhnt ist, einen Harem williger Frauen im Schlepptau zu haben.
Vielleicht war er ja Model – eins von denen, die in Hochglanzmagazinen für Aftershave Werbung machten und allesamt unglaublich lässig, männlich und verwegen aussahen.
Als Poppy eine neue Idee kam, erstarrte sie vor Schreck. Ist er etwa ein Restaurant-Kritiker? Oh Gott! Würde sie demnächst in irgendeinem fiesen kleinen Blog verrissen werden? Seitdem dieses schicke neue Restaurant im Nachbardorf aufgemacht hatte – ihr wurde schon bei dem bloßen Gedanken daran schlecht –, konnte sie sich kaum noch über Wasser halten. Seit der Wirtschaftsflaute leisteten sich die Menschen einfach keinen High Tea mehr. Nein, sie sparten ihr Geld – und gingen dann ausgerechnet ins Restaurant ihres Exfreundes!
Poppy musterte den gut aussehenden Fremden verstohlen, als sie ihn zu Tisch vier brachte. „Wie wär’s mit diesem Platz?“ Sie schob ihm einen Stuhl hin und versuchte, seinen Akzent einzuordnen. Französisch? Italienisch? Oder vielleicht beides? „Von hier aus haben Sie einen wunderschönen Blick auf Dalrymple Manor und das Labyrinth.“
Der Fremde schenkte der Aussicht nur einen flüchtigen Blick, bevor er sich zu Poppy umdrehte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als sie ihm in die nachtschwarzen Augen sah. Und Himmel, was hatte er nur für sexy Lippen! So maskulin und doch so sinnlich. Aber warum setzte er sich nicht endlich? Sie würde noch Nackenstarre bekommen.
„Ist das Herrenhaus eine Art Touristenattraktion?“, fragte er. „Sieht aus wie aus einem Jane-Austen-Roman.“
Poppy lächelt schief. „Der Landsitz ist leider unsere einzige Touristenattraktion – nicht dass er öffentlich zugänglich wäre oder so.“
„Ganz schön feudal.“
„Er ist ein Traum.“ Poppy seufzte wehmütig. „Ich habe dort fast meine ganze Kindheit verbracht.“
Der Fremde hob eine dunkle Augenbraue. „Ach, wirklich?“
„Ja. Meine Großmutter war Lord Dalrymples Haushälterin. Sie ging schon mit fünfzehn bei ihm in Stellung und blieb bis zu ihrem Tod, ohne je auch nur darüber nachzudenken, einen anderen Job anzunehmen. Eine solche Loyalität ist heutzutage selten, nicht wahr?“
„Sie sagen es.“
„Sie starb ein halbes Jahr nach Lord Dalrymple.“ Poppy seufzte erneut. „Die Ärzte haben gesagt, es lag an einem Aneurysma, aber ich persönlich glaube, dass sie nach seinem Tod nichts mehr mit sich anzufangen wusste.“
„Und wer wohnt jetzt dort?“
„Zurzeit niemand. Das Haus steht schon seit über einem Jahr leer, weil der Nachlass erst geregelt werden musste. Inzwischen gibt es einen neuen Besitzer, aber niemand weiß, wer es ist oder was er mit dem Besitz vorhat. Wir hoffen alle sehr, dass das Haus nicht an irgendeinen geldgierigen Investor ohne Geschmack verkauft wurde. Sonst verschwindet nämlich schon wieder ein Teil Geschichte unter irgendeinem schrecklichen Neubau mit dem Attribut …“, Poppy malte Anführungszeichen in die Luft, „… moderne Architektur.“
„Gibt es nicht Gesetze, um so etwas zu verhindern?“
„Tja, manche Reiche glauben eben, sie stünden über dem Gesetz.“ Poppy verdrehte geringschätzig die Augen. „Je mehr Geld sie haben, desto skrupelloser und machtgieriger sind sie. Eine Riesensauerei ist das. Dalrymple Manor ist ideal für eine Familie, nicht für die wilden Partys irgendeines Playboys.“
„Scheint mir ein bisschen zu groß für die heutige Durchschnittsfamilie zu sein“, stellte Rafe fest. „Das Haus muss doch mindestens drei Stockwerke haben.“
„Vier“, antwortete Poppy. „Fünf, wenn Sie den Keller mitzählen. Trotzdem wartet das Haus geradezu auf eine Familie, und zwar schon seitdem Lord Dalrymples Frau vor langer Zeit im Kindbett starb.“
„Dann hat er also nie wieder geheiratet?“
„Clara war die Liebe seines Lebens, und nach ihrem Tod hat er keine andere Frau mehr angesehen. Eine solche Treue ist heutzutage...




