Wright | Prinzessin auf Abwegen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1546, 160 Seiten

Reihe: Baccara

Wright Prinzessin auf Abwegen


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-568-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1546, 160 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86295-568-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Einmal ein Abenteuer erleben! Prinzessin Catherine wagt es einfach: Heimlich verlässt sie Schloss und Königreich und fliegt in die Rocky Mountains. Doch dort hat sie einen Unfall. Als sie wieder zu sich kommt, hat sie ihr Gedächtnis verloren. Dafür ist sie plötzlich mit einem sehr attraktiven Mann allein: Dan Mason hat sie gefunden und in sein Blockhaus gebracht. Sie ist fasziniert von ihrem sexy Retter, und in Nächten der Leidenschaft kommt sie ihm ganz nah. Viel erfährt sie dabei über ihre geheimsten Wünsche - und die sind jetzt alles, was sie über sich weiß ...



Laura hat die meiste Zeit ihres Lebens damit verbracht, zu singen, an Tanzturnieren teilzunehmen oder als Schauspielerin zu arbeiten. Erst als sie begann, Romane zu schreiben, hat sie ihre wahre Leidenschaft und Berufung entdeckt! Geboren und aufgewachsen ist sie in Minneapolis, Minnesota. Danach lebte Laura für einige Zeit in New York, Milwaukee und Columbus, Ohio. Heute ist sie froh, einen Ort gefunden zu haben, an dem sie bleiben möchte: in Los Angeles. Ihr gemütliches Zuhause teilt sie mit ihrem Ehemann Daniel, der Theaterproduktionen leitet, ihren zwei Kindern und drei verwöhnten Hunden. Die Stunden, die Laura nicht über einem Manuskript verbringt, nutzt sie oft, um mit ihren Kindern zu spielen, in Kunstausstellungen oder ins Kino zu gehen. Außerdem malt sie, mag Waldspaziergänge und entspannt sich gern beim Picknicken am See. Viel Spaß findet sie auch daran, in der Küche zu werkeln oder ausgelassen mit den Hunden zu toben.

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1. KAPITEL

Sie war in einen regelrechten Mückenschwarm geraten, Tiere, die sie nicht sehen konnte, machten unheimliche Geräusche, und der Haferflockenbrei, den sie vor einer Stunde gegessen hatte, lag ihr wie ein Stein im Magen.

Und trotzdem fühlte Cathy sich so glücklich wie noch nie in ihrem Leben.

Vor drei Tagen hatte sie ihren seit Jahren gehegten Plan in die Tat umgesetzt. Sie hatte sich wie eine typisch europäische Rucksacktouristin gekleidet, sich einen gefälschten Pass – der sie eine Stange Geld gekostet hatte – sowie einen amerikanischen Akzent zugelegt, was ihr angesichts der vielen Reisen in die Vereinigten Staaten, die sie schon unternommen hatte, nicht schwergefallen war, und hatte Llandaron verlassen, um auf eigene Faust Amerika zu erkunden.

Frannie hatte Wort gehalten und ihr nicht nur beim Packen geholfen, sondern sie auch zum Flughafen gebracht. Und weil Cathy Frannie auch noch damit beauftragt hatte, dem König auszurichten, dass sie davongelaufen sei, um ihre Freiheit zu genießen, hielt sie es für besser, ihrer Schwägerin nicht auch noch zu sagen, wohin sie reisen würde.

Während des gesamten Fluges nach New York hatte Cathy überlegt, wie ihr Vater wohl reagieren würde. Doch dann hatte sie versucht, ihre Bedenken zu vergessen. Ihr Vater würde verstehen müssen, dass sie in ihrer gegenwärtigen Verfassung ohnehin weder für ihn noch für die Menschen, die sie in seinem Auftrag besuchen sollte, von großem Nutzen war.

Von New York aus war sie mit dem nächsten Flug nach Dallas und dann weiter nach Denver gereist. Von dort war sie mit einem Taxi zum Veranstalter der Wandertouren gefahren und hatte die ganze Zeit über jeden Atemzug in der Freiheit genossen.

Ihre Reise war genau nach Plan verlaufen, und Cathy war sich ziemlich sicher, dass niemand ihr gefolgt war.

Sie lächelte zufrieden.

Die Morgensonne fiel durch die lichten Zweige einer jungen Kiefer auf den gewundenen Pfad, den Cathy entlangging. Links von ihr strömte silbrig-weißes Wasser einen Canyon hinunter in einen rauschenden Fluss. Das stetige Wasserplätschern wirkte beruhigend auf Cathy. Die Rocky Mountains in Colorado waren tatsächlich so fantastisch, wie ihre Freundin aus der Schule sie ihr damals beschrieben hatte.

Es war der perfekte Zufluchtsort für eine erschöpfte Prinzessin.

Wie abgesprochen, hatte der Wanderausstatter Cathy an einem Ausgangspunkt für die vielen Touren abgesetzt. Ausgerüstet mit einem Rucksack voller Verpflegung, einem Wanderstock, Pfefferspray und einem Notrufgerät, machte Cathy sich auf den Weg in das Gebirge. Jeden Abend folgte sie der Karte zu einer der zahlreichen der Wanderorganisation gehörenden kleinen Hütten. Sie aß, was man ihr eingepackt hatte, schlief auf harten, dünnen Matratzen, die in den Hütten lagen, und beschwerte sich nie.

Sie genoss ihre Freiheit, das Abenteuer und die Schönheit der Natur.

Abrupt blieb sie auf dem schmalen Weg stehen. Ihr Instinkt riet ihr, achtsam zu sein. Sie neigte den Kopf zur Seite und lauschte.

Von irgendwoher kam ein ungewohntes Geräusch.

Dreißig Meter unter ihr schlug das Wasser gegen den Fels. Über ihr zwitscherten die Vögel in den schwankenden Bäumen. All das war Cathy inzwischen vertraut.

Doch gerade hatte sie noch etwas gehört.

Bevor sie das Geräusch näher definieren konnte, stockte ihr der Atem, und sie war plötzlich starr vor Schreck. Vor ihr schossen auf einmal Pferd und Reiter aus dem Wald. Ein schwarzer Hengst, der einen großen Mann im Sattel trug, kam direkt auf sie zu. Die Zeit schien stillzustehen, während das Rauschen des Flusses und das Dröhnen der Hufe in Cathys Ohren widerhallten.

Ihr Herz klopfte immer schneller, während sie einfach nur dastand und dem schnaubenden Hengst entgegenblickte, der immer näher und näher kam und sich dann aufbäumte.

Das riss Cathy aus ihrer Regungslosigkeit, und sie versuchte auszuweichen. Nach links, dann nach rechts. Staub und Tannennadeln stoben auf. Auf einem vom Tau noch feuchten Stein glitt sie aus und fiel. Der Rucksack rutschte ihr von den Schultern und stürzte den Abhang hinunter. Cathy schrie auf, als sie nur noch Felsen sah – ihr letzter Gedanke galt der Vorhersage der geheimnisvollen alten Frau.

„Ich habe ihnen gesagt, dass sie Euch verlieren werden …“

Ein Schwall von Flüchen hallte durch die Berge. Entsetzt sprang Dan Mason von seinem jetzt lahmenden Pferd und eilte hinüber zu der Frau. Er berührte ihre Hand, doch die junge Frau rührte sich nicht und gab auch keinen Ton von sich. Woher zum Teufel ist sie überhaupt gekommen, überlegte er und sah sich hastig um. Diese Wege waren sonst immer frei. Vor allem morgens um sechs Uhr, wenn ein Mann den Dämonen der letzten Nacht, der letzten Monate, der letzten Jahre zu entfliehen versuchte.

So sanft, wie es ihm, der daran gewöhnt war, eingefleischten Kriminellen das Handwerk zu legen, möglich war, drehte er die Frau auf den Rücken. Vorsichtig strich Dan einige Locken ihres langen, hellbraunen Haares zur Seite und tastete nach ihrem Puls. Der schlug stetig und kräftig. Zur Sicherheit beugte Dan sich noch einmal vor und spürte erleichtert den Atem der Frau an seinem Kinn.

Mit dem geübten Auge eines U.S. Marshals musterte er ihre Verletzungen. Sie schien sich nichts gebrochen zu haben. Allerdings hatte sie eine ziemlich unangenehme Wunde auf der Stirn, die verletzte Stelle schwoll bereits an.

Als er sie genauer betrachtete, sah er sie auf einmal nicht mehr mit dem kühlen, professionellen Blick eines Marshals. Er konnte nichts dafür. Er war schließlich auch nur ein Mann. Und sie sah aus wie ein Engel. Perfekt geformte Lippen, seidig glatte Haut, langer, schlanker Hals.

Sein Blick glitt weiter abwärts. Sie trug ein dünnes graues Sweatshirt, ausgeblichene Jeans und hatte atemberaubend perfekte Kurven.

Dan rang hörbar nach Atem und vertrieb die erotischen Fantasien, die ihn unwillkürlich heimsuchten. Alles in allem schien sie eine typische Wanderin mit typischer Ausrüstung zu sein. Mit Ausnahme der Stiefel. Es bestand kein Zweifel, dass die vom Allerfeinsten waren. Also besaß die Frau eindeutig Geld.

Das Rauschen des Flusses dreißig Meter unter ihm ließ Dan wieder zur Besinnung kommen. Ein Muskel zuckte in seinem Kiefer, als ihm bewusst wurde, dass die Frau beinahe den Abhang hinuntergestürzt wäre.

Er beugte sich über sie und sagte halblaut und sehr deutlich: „Wachen Sie auf, Lady.“

Nichts geschah. Nichts, außer dass ihm ein wunderbar süßer Duft in die Nase stieg.

„Hallo, können Sie mich hören?“

Die junge Frau stöhnte, bewegte sich leicht, und ihr Gesicht verzog sich offenbar vor Schmerz. Besser als kein Lebenszeichen, dachte Dan. Jetzt musste sie aber möglichst schnell aus ihrer Ohnmacht erwachen.

In einem Ton, der besser dazu geeignet war, Kriminelle zum Gestehen zu bringen, als jemanden zu beruhigen, der gerade knapp dem Tode entronnen war, drängte er sie: „Sie müssen jetzt aufwachen. Öffnen Sie die Augen, und schauen Sie mich an.“

Auf diesen Befehl hin flatterten die langen Wimpern, und dann öffneten sich die Lider. Sie schaute ihn aus veilchenblauen Augen an, und Dan rang unwillkürlich nach Atem.

„Können Sie mich hören?“

Benommen blinzelnd nickte sie.

„Sind Sie allein hier?“

Verwirrung zeichnete sich auf ihrem engelsgleichen Gesicht ab, als sie heiser stotterte: „Ich … weiß es nicht.“

„Ist Ihnen schwindelig? Ist Ihnen übel?“

„Ein wenig.“

Dan runzelte die Stirn. Er wusste so einiges über Kopfverletzungen, und dies hier sah ganz nach einer Gehirnerschütterung aus. „Wie fühlt sich Ihr Kopf an?“

„Er schmerzt.“ Ihre Antwort klang lediglich wie ein zittriges Flüstern. Aber es war ihr Blick – die Verwirrung, die Angst, die er darin las –, der Dan veranlasste, die Zähne zusammenzubeißen.

Plötzlich sah er eine andere Frau vor sich, seine Partnerin und Verlobte, wie sie mit blassem Gesicht und geöffneten Lippen den einen Meter fünfundneunzig großen muskelbepackten Flüchtigen anstarrte.

Hatte Janice genauso ausgesehen wie diese Frau hier? Verängstigt, verzweifelt?

Dan stöhnte innerlich. Der schreckliche Vorfall hatte sich vor vier Jahren ereignet, verdammt. Wie oft wollte er ihn noch durchleben? Er war nicht einmal dabei gewesen – hatte nicht für Janice da sein können. Er hatte mit einer Schussverletzung im Krankenhaus gelegen.

Aber zum Glück war der Mistkerl, der Janice auf dem Gewissen hatte, endlich dort, wo er hingehörte – in einer Gefängniszelle. Zugegeben, er war ein wenig übler zugerichtet gewesen als beim letzten Mal, als er hinter Gitter gewandert war. Dafür hatte Dan gesorgt, was leider dazu geführt hatte, dass man ihn suspendiert und in die Berghütte geschickt hatte. Damit er darüber nachdenken konnte, was er getan hatte, und – sofern alles nach Plan verlief – Reue zeigen konnte.

Dan murmelte wütend vor sich hin. Seine Vorgesetzten konnten lange warten.

Vor Schmerzen stöhnend, schloss die Frau ihre Augen wieder. All seine unbeantworteten Fragen, alle schmerzlichen Erinnerungen verblassten, als Dan sich auf die drängenderen Probleme konzentrierte.

Die Frau musste zu einem Arzt. Aber wie sollte er Kontakt zu einem aufnehmen? Ihr Rucksack war den Abhang hinuntergefallen und inzwischen sicherlich schon einen Kilometer weit den Fluss entlanggetrieben. Dan hatte kein Handy.

Aus gutem Grund. Er hatte keinerlei Kontakt zur Außenwelt aufnehmen wollen. Doch...



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