Wright | Star Trek: Badlands 2 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Wright Star Trek: Badlands 2

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11601-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11601-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was machen Romulaner in den Badlands?

Die Plasmastürme der Badlands bieten dem Maquis ideale Möglichkeiten, sich vor der Sternenflotte zu verstecken. Doch dann wird die Voyager unter Capatin Janeway in Dienst gestellt, der die Stürme nichts anhaben können. Als Janeway die Verfolgung eines Maquis-Schiffes aufnimmt, kommt es zur Katastrophe. Captain Sisko findet heraus, dass die verheerende Strahlung in den Badlands offenbar von einem mikroskopisch kleinen schwarzen Loch stammt. Als er mit seiner Crew von der Deep Space Nine die Quantensingularität unschädlich machen will, trifft er auf Romulaner - und die haben ganz andere Pläne ...

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Kapitel 1


Chakotay stand am Geländer und blickte in den Hangar. Direkt unter ihm war die Selva abgestellt, der alte Raider, den er für den Maquis kommandiert hatte. Die an vielen Stellen verbrannte und zerkratzte Außenhülle war ihm so vertraut wie ein alter Freund. Der große Fleck an der rechten Warpgondel erinnerte ihn an die erste Auseinandersetzung mit den Cardassianern. Inzwischen verfügte er über mehr Erfahrung und wusste, wie man Patrouillen auswich. Plasma-Entladungen während des Flugs durch die Badlands hatte die Brandspuren an den Bugkanten verursacht.

Chakotay hob den Kopf und sah durch das große Oval der Hangaröffnung weiter oben. Das Kraftfeld verlieh dem Anblick ein Blau, für das die dünne Atmosphäre des Planetoiden allein nicht verantwortlich sein konnte. Jenseits davon schwebten Asteroiden im Terikof-Gürtel. Ein dunkler, länglicher Brocken drehte sich um die kurze horizontale Achse und näherte sich dem Planetoiden mit der Basis des Maquis.

Der Stützpunkt befand sich tief in einem uralten Vulkankrater, auf einem kleinen Himmelskörper, dessen Oberfläche kein Leben beherbergen konnte. Der Maquis hatte einige von den Cardassianern stammende Schürfanlagen übernommen – sie waren aufgegeben worden, als der Abbau des Erzes nicht mehr lohnte. Der Terikof-Gürtel befand sich unmittelbar hinter dem Moriya-System, am Rand der Badlands, was häufige Plasmastürme zur Folge hatte. Nachdem die Cardassianer über Generationen hinweg mit den Stürmen gerungen hatten, verzichteten sie schließlich auf ihre Schürfrechte. Gleichzeitig stellten sie ihre Versuche ein, den bajoranischen Raumsektor zu kontrollieren.

Chakotays Hände schlossen sich fester ums Geländer, als ein dumpfes Grollen erklang und der Boden vibrierte. Die Männer und Frauen im Hangar zögerten kurz und blickten auf, aber der Einschlag hatte auf der anderen Seite des Planetoiden stattgefunden. Sie setzten ihre Arbeit fort und schenkten dem von den Erschütterungen aufgewirbelten Staub keine Beachtung.

Um im Terikof-Gürtel überleben zu können, hatten die Maquisarden einen Computer gestohlen, der die Umlaufbahn aller Asteroiden berechnen konnte, die aufgrund ihrer Größe eine mögliche Gefahr für den Stützpunkt darstellten. Derzeit versuchten Techniker herauszufinden, welche Veränderungen sich durch den jüngsten Aufprall für die Orbitaldaten des Planetoiden ergeben hatten. Anschließend musste das Gefahrenpotenzial der Asteroiden neu berechnet werden.

Seit seiner Ankunft hatte Chakotay an zwei Evakuierungen teilgenommen. Nun, dem Maquis blieb kaum eine Wahl. Der Terikof-Gürtel bot Sicherheit, weil es für die Cardassianer praktisch unmöglich war, auf allen Asteroiden nach Stützpunkten ihres Gegners zu suchen – immerhin waren ihre Daten über den Gürtel längst veraltet. Hinzu kam, dass der Sensorschatten und die Plasmastürme sich oft auch in diesem Raumgebiet auswirkten, und dann ließen sich keine Sondierungen mehr durchführen.

»Hallo«, sagte Seska und trat neben Chakotay ans Geländer. »Es herrscht reger Betrieb. Brechen wir wieder auf?«

Chakotay sah sie an und lächelte. In den vergangenen acht Monaten war Seska zum wichtigsten Mitglied seiner Crew geworden.

»Ja, morgen früh. Gib den übrigen Besatzungsmitgliedern Bescheid und sorg dafür, dass die Selva um neun Uhr startklar ist.«

»In Ordnung.« Das Blitzen in Seskas Augen wies auf Interesse hin. »Für wie lange müssen unsere Vorräte reichen?«

»Für vier Tage«, erwiderte Chakotay. »Nach der Mission kehren wir hierher zurück.«

»Vier Tage …«, murmelte Seska nachdenklich. »Stoßen wir ins Gebiet der Cardassianer vor?«

Chakotay zögerte. Allein die Kommandanten der jeweiligen Schiffe erhielten den Einsatzbefehl, und sie sollten nur so viele Informationen an die Crew weitergeben, wie es die Umstände erforderten. Aber Seska war mehr als nur seine rechte Hand. Während der letzten Monate hatten sie Gelegenheit gefunden, sich näher zu kommen. Ihre Beziehung ging über die rein physischen Aspekte hinaus. Chakotay freute sich sehr darüber, jemanden zu haben, mit dem er über seine Vertrauenskrise in Hinsicht auf Starfleet reden konnte. Sie war letztendlich der Grund für seine Entscheidung, sich dem Maquis anzuschließen und für seine Heimat zu kämpfen.

Seska wahrte noch immer eine gewisse Distanz, die darauf hinwies, dass sie nicht auf ihn angewiesen war. Chakotay wusste, dass er wiederholt seinen Vater und seine Familie verletzt hatte, und deshalb war er zunächst nicht zu irgendeiner Art von engerer Beziehung bereit gewesen. Trotz ihrer Einwände hatte er sich für Starfleet entschieden – um dann zu beobachten, wie die Föderation seine Heimatwelt den Cardassianern als Geschenk für den »Frieden« anbot. Nach dem Tod seiner Familie setzte sich Chakotay ganz für die Sache seines Volkes ein und wollte nicht riskieren, wieder jemanden zu enttäuschen.

Seska verlangte nichts von ihm, abgesehen vielleicht von ein wenig Spaß nach dem Ende einer Mission. Als bajoranische Freiheitskämpferin hatte sie den Cardassianern ihr ganzes Leben lang Widerstand geleistet und sich dem Maquis angeschlossen, nachdem zwischen Bajor und Cardassia offiziell Frieden erklärt worden war.

Chakotay schlang den Arm um ihre Taille und sah auf ihre hübschen Nasenfalten hinab. »Diesmal ist es eine große Sache«, sagte er und senkte dabei die Stimme. »Acht unserer Schiffe greifen die Montee-Fass-Werft im Oliv-System an.«

Seska riss die Augen. »Das ist ein selbstmörderisches Unternehmen!«

»Ganz und gar nicht«, widersprach Chakotay. »Nach unseren neuesten Informationen wurde die Patrouillenkontrolle dem Obsidian-Kommando übertragen. Im Orias-System geht es ziemlich rege zu, und wir glauben, dass sich die Cardassianer auf einen Schlag gegen die Föderationskolonien an der Grenze vorbereiten. Dadurch sind ihre Werften und Dutzende von Schiffen ungeschützt.«

Seska schüttelte langsam den Kopf, als sie versuchte, diese Hinweise zu verarbeiten. »Die Zerstörung von Montee Fass wäre ein großer Sieg für den Maquis.«

Chakotay nickte ernst. »Ich brauche dich sicher nicht extra darauf hinzuweisen, dass es sich um vertrauliche Informationen handelt. Man erwartet mich bei einer strategischen Besprechung, bei der die Einzelheiten unseres Angriffs erörtert werden. Du hast alle Hände voll damit zu tun, die Selva startklar zu machen.«

»Bekommen wir Photonentorpedos?«, fragte Seska aufgeregt.

Alle Maquisarden brannten darauf, jene Photonentorpedos zu bekommen, die ihnen der neue Sicherheitschef von DS9 insgeheim geliefert hatte. Nur wenige Angehörige des Maquis wussten, dass sie auf die Hilfe von Michael Eddington zurückgreifen konnten.

»Du kannst sechs Torpedos anfordern«, sagte Chakotay.

Seska pfiff leise durch die Zähne. »Es ist eine große Sache.«

Chakotay lachte über ihren Enthusiasmus. »Um elf Uhr bin ich in meinem Quartier.«

Seska rieb ihre Nase an seiner. »Unsere letzte Chance für einige Tage. Das ist der große Nachteil der Selva – keine Privatsphäre.«

Chakotay drückte die Bajoranerin kurz an sich und ließ sie dann los. Auf dem Weg zum taktischen Raum lächelte er. Was für ein Glück, dass es Seska in seinem Leben gab. Andernfalls wäre er noch immer so verdrießlich wie viele der Kolonisten in den kleinen, unbequemen Räumen, die man abseits der Schürftunnel aus dem Fels gehauen hatte.

Mattes Licht umgab Chakotay, als er durch die Tunnel ging, um an der strategischen Besprechung teilzunehmen. Ab und zu flackerte es. Die Kolonisten durften nicht viel Energie verbrauchen, wenn sie den Sensoren des Feindes auch weiterhin entgehen wollten. Kinder spielten auf dem schmutzigen Boden, denn es gab keinen anderen Ort für sie. Die Mädchen und Jungen mussten auf Sonnenschein ebenso verzichten wie darauf, dass der Wind ihnen über die Wangen strich.

Chakotay ging schneller. Die Zukunft hing von ihm und den anderen Kämpfern des Maquis ab.

Seska begab sich sofort in den Hangar, um mit der aus zwanzig Personen bestehenden Crew zu sprechen. Sie hatten bereits damit begonnen, den Raider startklar zu machen. Seska verteilte Aufgaben, spielte dabei auch weiterhin die Rolle der zum Kampf entschlossenen Bajoranerin. Ständig war sie sich des Faktors Zeit bewusst, da immer etwas Wichtiges erledigt werden musste. Aber sie versuchte nicht darüber nachzudenken, aus Furcht davor, ihre bajoranische Maske fallen zu lassen.

Schließlich schien alles unter Kontrolle zu sein. B'Elanna überprüfte noch einmal das Triebwerk, und Seska überließ es Ricci, das Verladen der Photonentorpedos zu überwachen. Sie ging fort, und selbst in den Korridoren verbannte sie alle Gedanken an die Konsequenzen des Angriffs auf Montee Fass aus ihrem Bewusstsein.

Sie verriegelte die Tür des Quartiers, das sie mit B'Elanna teilte, wenn sie sich in diesem Stützpunkt befanden. Rasch kroch sie unter ihre Koje und tastete nach dem Geheimfach, das sie mit ihrem Stift öffnen konnte. Dahinter kam der kleine Sender zum Vorschein, den sie benutzte, um sich mit ihrem cardassianischen Kontaktmann Gul Evek in Verbindung zu setzen.

Vor zwei Jahren hatte sich Seska einer Operation unterzogen, um ihre cardassianischen Merkmale in bajoranische verwandeln zu lassen. Sie war zur Erde geschickt worden, um an der Starfleet-Akademie Informationen zu sammeln. Als sie sich mit einem Starfleet-Abtrünnigen anfreundete, der sich dem Maquis anschloss, erhielt sie die Anweisung, seinem Beispiel zu...


Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



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