Wright | Star Trek: Die Badlands 1 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Wright Star Trek: Die Badlands 1

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11600-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11600-2
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gefährliche Mission

Die Badlands sind eine instabile Region nahe der cardassianischen Grenze. Als die Enterprise unter James T. Kirk in diesem Gebiet den Verkauf einer romulanischen Waffe an die Klingonen verhindern will, wird ein Großteil der Besatzung verstrahlt. Doch Kirk und seine Offiziere können nicht eindeutig klären, ob die Strahlung von einem Gegner gezielt eingesetzt wurde. Ein Jahrhundert später soll die Enterprise-D unter Jean-Luc Picard die Badlands erforschen. Ein Shuttle mit Commander Data und Will Riker an Bord gerät in die Hände der Cardassianer. Plötzlich zeigt Riker lebensgefährliche Krankheitssymptome. Haben die Cardassianer eine neue Geheimwaffe an ihm ausprobiert?

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Kapitel 1


Die Enterprise beendete den Warptransfer und setzte ihren Flug mit Impulsgeschwindigkeit fort. Aus den bunten Streifenmustern, die der Wandschirm bisher gezeigt hatte, wurden einzelne Sterne. Hinzu kam eine große Wolke, in der es rot und orangefarben glühte.

James T. Kirk, Captain des Föderationsschiffes Enterprise, beugte sich vor. Ein solches Phänomen sah er jetzt zum ersten Mal. Erstaunt beobachtete er das Wabern und Flackern in der riesigen Wolke.

»Was ist das, Mr. Spock?«, fragte Kirk.

»Leistungsfähigkeit der Sensoren wird verstärkt.« Spock beugte sich über den Sichtschlitz des Scanners, von dem grünliches Licht ausging. Es betonte die Blässe des Vulkaniers und seine geschwungenen Brauen. »Offenbar handelt es sich um einen Plasmasturm, Captain.«

»Einen so großen habe ich nie zuvor gesehen«, erwiderte Kirk.

»In unseren Datenbanken fehlen Informationen über ein derartiges Phänomen«, sagte Spock.

Das Bild wurde größer, und daraufhin ließen sich einzelne Farbbänder erkennen. Sie waren in ständiger Bewegung, schlangen sich umeinander. Ihr Glühen konnte nur eines bedeuten – Energie. Genug Energie, um das Warpfeld der Enterprise kollabieren zu lassen, wodurch die Geschwindigkeit von Warp sechs auf Warp drei und schließlich auf Warp eins gefallen war, als sich das Schiff den von Starfleet Command übermittelten Koordinaten näherte. Schon vor Tagen hatte die Enterprise das stellare Territorium der Föderation verlassen.

»Die Plasmamasse durchmisst etwa vierundachtzig Parsec.« Spocks Stimme klang gedämpft, während er die vom Scanner angezeigten Daten las. »Sie ist ungefähr kugelförmig und eine starke Gravitationskraft geht von ihr aus.«

»Ungefähr vierundachtzig Parsec …«, wiederholte Kirk beeindruckt.

»Ausgesprochen sonderbar.« Spock hob den Kopf und sah zum Wandschirm. Wie üblich blieb sein Gesicht ausdruckslos. »Es lassen sich keine genauen Daten über das Phänomen gewinnen. Die zahlreichen Entladungen im Bereich der Plasmastürme stören offenbar unsere Sondierungssignale.«

Kirk trat vom Befehlsstand herunter und näherte sich dem Wandschirm. Die Darstellungen des Projektionsfelds vermittelten nicht immer den richtigen Eindruck von der Realität. Vierundachtzig Parsec … Das entsprach einem Drittel des ganzen Raumsektors – ein gewaltige Region, mit heißem Plasma gefüllt.

Fähnrich Chekov nahm Spocks Worte zum Anlass, den Blick auf Lieutenant Sulu zu richten. Er zog die Schultern hoch, wie um sich auf das vorzubereiten, was vor ihnen lag. Das struppige Haar verbarg sein Gesicht vor Kirk, aber der Captain brauchte es auch gar nicht zu sehen, um zu wissen, dass der Navigator Unbehagen empfand.

»Geschwindigkeit auf halbe Impulskraft senken«, sagte Kirk. Das gab ihnen mehr Zeit, um das Phänomen zu untersuchen.

Der Pilot Sulu blieb gelassen und auf die Navigationsdaten konzentriert. »Aye, Sir.«

Kirk drehte sich um und bemerkte, dass Lieutenant Uhura zum Wandschirm sah. Die Hand mit dem Kom-Modul ruhte im Schoß, und das Gesicht der dunkelhäutigen Frau zeigte Staunen. Ihre ausdrucksstarken Augen glänzten.

Als sie Kirks Blick bemerkte, senkte sie verlegen den Kopf und wandte sich wieder ihrer Kommunikationsstation zu. »Es ist wunderschön«, sagte sie leise.

Der Captain sah erneut zum Wandschirm und beobachtete bunte Massen, die sich ständig verschoben. »Ja, das stimmt«, räumte er ein.

Uhura lächelte kurz, bevor sie das Kom-Modul wieder ans Ohr hob.

»Irgendwelche Nachrichten von Starfleet?«, fragte Kirk.

»Nein, Sir«, antwortete Uhura. »Aber ich empfange ein klares Signal vom Kommunikationsrelais.«

»Halten Sie mich auf dem Laufenden«, sagte Kirk.

Die Enterprise hatte vor einigen Wochen den Befehl erhalten, zu diesem entfernten und unerforschten Raumbereich zu fliegen. Eine verschlüsselte Mitteilung von Admiral Komack forderte Kirk auf, die Mission geheim zu halten. An bestimmten Koordinatenpunkten sollten Subraum-Kommunikationsrelais zurückgelassen werden – jede ausgeschleuste Kom-Sonde empfing die Koordinaten für das nächste Relais.

Aber man hatte Kirk nicht darauf hingewiesen, dass er am Ziel der Reise eine riesige und sicher auch sehr gefährliche Ansammlung von Plasmastürmen vorfinden würde.

Die rote Tür des Turbolifts öffnete sich mit einem leisen Zischen, und Dr. McCoy betrat die Brücke. Kirk verbarg ein Lächeln; er glaubte zu wissen, warum der Bordarzt gekommen war.

»Bei allen Raumgeistern!«, entfuhr es McCoy. »Warum hat uns Starfleet hierher geschickt?«

Vermutlich hatte der Arzt die Unterbrechung des Warptransfers gespürt und den Kontrollraum aufgesucht, um einen unmittelbaren Eindruck von der Situation zu gewinnen.

McCoy wollte seinen Worten noch etwas hinzufügen, überlegte es sich aber anders, als er das Bild auf dem Wandschirm sah. Er trat einige Schritte näher, und sein Blick schien an den Darstellungen regelrecht festzukleben. Das Wabern der Plasmawolken fesselte ihn ebenso wie Uhura.

Kirk ging zu Spocks wissenschaftlicher Station und legte die eine Hand aufs Geländer, das den Kommandobereich der Brücke umgab. Der Vulkanier sah erneut in den Sichtschlitz des Scanners und betätigte gleichzeitig die Kontrollen des Computers.

»Bereiten Sie ein Kom-Relais vor«, sagte Kirk.

»Die nahen Plasmastürme könnten die Signalübertragung beeinträchtigen, Captain«, ließ sich Spock vernehmen. »Es gibt hier starke elektrische und magnetische Interferenzen. Dauernd entstehen Photonen und zerfallen wieder. Hochenergetische ionische Oszillationen finden statt.«

»Können wir die Sonde irgendwie abschirmen?«, fragte Kirk.

»Ich werde es versuchen, Sir«, sagte Spock. »Ich schlage vor, wir nähern uns dem Plasma, um genauere telemetrische Daten zu gewinnen.«

»Sie haben es gehört«, wandte sich Kirk an Chekov. Er kehrte zum Kommandosessel zurück, nahm Platz und strich sich mit der einen Hand übers Haar.

Dr. McCoy näherte sich dem Befehlsstand. »Starfleet hat uns also mitten ins Nirgendwo geschickt, damit wir uns hier ein natürliches Phänomen ansehen«, murmelte er.

Kirk verkniff sich einen Kommentar – Chekov hatte gute Ohren. Er schüttelte andeutungsweise den Kopf, gab dem Arzt damit zu verstehen, er möge unter den gegenwärtigen Umständen auf eine Erörterung dieses Themas verzichten.

»Was ist denn mit dem Wandschirm los?«, fragte McCoy gereizt.

Kirk hatte es bereits bemerkt: Je weiter sie sich den Plasmastürmen näherten, desto mehr Statik erschien auf dem Schirm.

»Die Entladungen im Plasma stören unsere Sensorsignale«, kam Spocks Erklärung von der wissenschaftlichen Station.

Während der nächsten Minuten waren auf der Brücke nur noch das Summen und leise Zirpen der elektronischen Systeme zu hören. Indikatoren blinkten auf Spocks Konsole, während er die Analysen fortsetzte.

Schließlich straffte der Vulkanier die Schultern. »Das wissenschaftliche Laboratorium hat eine Sonde der Klasse vier mit verstärkter Telemetrie- und Transponder-Kapazität vorbereitet. Sie sollte uns Daten liefern, während sie sich dem Bereich der Plasma-Aktivität nähert und in ihn hineinfliegt. Allerdings bleibt ungewiss, wie lange sie nach dem Kontakt mit dem Phänomen senden kann.«

Kirk nickte. »Ausgezeichnet, Mr. Spock. Starten Sie die Sonde.«

Spock betätigte eine Taste. »Sonde gestartet, Captain.«

Der Wandschirm zeigte, wie ein Lichtpunkt von der Enterprise fortflog, dem wogenden Plasma entgegen.

»Gravitation und ionisierte Strahlung nehmen exponentiell zu«, sagte Spock und blickte auf die Anzeigen der wissenschaftlichen Konsole. »Es wird sehr intensive Röntgenstrahlung registriert. Kiloelektronen-Spannung der achten Stufe. Zehntausendfache Varianz bei Frequenz und Stärke von optischen und Radio-Pulsationen.«

»Ein ziemlich unangenehmer Ort«, meinte Kirk.

McCoy nickte. »Ich hoffe, du willst dir dort kein Ferienhaus zulegen.«

»Die Sonde überträgt keine Signale mehr«, meldete Spock und fügte mit wissenschaftlicher Präzision hinzu: »Zwei Komma zwei Sekunden nach dem Eintritt ins Plasma brach der Kontakt ab.«

Chekov pfiff leise – und wurde sofort wieder still, als er sich seiner Reaktion bewusst wurde.

»Wie ein wütender Tornado«, sagte McCoy nicht ohne einen gewissen Respekt. »Du hast doch nicht vor, dort hineinzufliegen, oder?«

Kirk wusste nicht, was Starfleet plante, und das ärgerte ihn. Er war der Captain der Enterprise. Eigentlich sollte er über alle Dinge Bescheid wissen, die sein Schiff betrafen. Doch er durfte seinen Verdruss der Crew nicht zeigen.

»Spock?«, fragte Kirk. »Könnte die Enterprise den Belastungen standhalten?«

»Geben Sie mir ein wenig Zeit, um die Daten zu analysieren, Captain.«

McCoy beugte sich zum Kommandosessel vor und senkte die Stimme. »Es ergibt durchaus einen Sinn, dass Starfleet dieses Phänomen untersuchen möchte. Aber warum die Geheimhaltung? Die Admiralität kann wohl kaum verhindern, dass auch andere Leute ein so großes Etwas finden.«

»Nun, es befindet sich ein ganzes Stück abseits der normalen Schifffahrtslinien«, erwiderte Kirk nachdenklich. Er fügte nicht hinzu, dass sie sich in relativer Nähe zum Romulanischen Reich im benachbarten Beta-Quadranten befanden. Das mochte der Grund dafür sein, warum alles geheim bleiben sollte.

Der übliche Kontaktbereich zwischen den Romulanern und der Föderation erstreckte sich viele Lichtjahre entfernt entlang der Neutralen Zone. Kirks Begegnung mit...


Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



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