E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Wüest Wie reagieren Sie, wenn ...? (E-Book)
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-0355-2665-3
Verlag: hep verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Herausfordernde Situationen meistern
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
ISBN: 978-3-0355-2665-3
Verlag: hep verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Dieses E-Book enthält komplexe Grafiken und Tabellen, welche nur auf E-Readern gut lesbar sind, auf denen sich Bilder vergrössern lassen.
Bestimmt kennen Sie das … In kniffligen Situationen gelingt es Ihnen nicht immer, so zu handeln, wie Sie es sich wünschen. Dabei wirkt sich Ihr Handeln direkt auf Ihren Erfolg aus.
In ihrem zweiten Buch gibt Irène Wüest noch mehr Tipps und Hilfestellungen für eine gelungene Kommunikation. Die 60 Fallbeispiele aus dem Berufs- und Privatleben stärken Ihre Handlungskompetenzen, damit Sie selbst in herausfordernden Situationen kompetent (re-)agieren.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
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VORSÄTZE UMSETZEN
— MIT POWER
2.1 WAS HILFT GEGEN MEINE ANTRIEBSLOSIGKEIT?
An kalten, regnerischen Tagen habe ich Mühe, mich zu motivieren. Ich bin in einer regelrechten «Null-Bock-Stimmung». Wie kann ich trotz Winter und Kälte wieder fröhlich sein?
Niemand kann jeden Tag vor Lebensfreude sprühen. Tage, an denen wir uns zu nichts aufraffen können, kennen wir alle. Wir haben keine Motivation, zielgerichtet unser Tagwerk anzugehen, Termine einzuhalten, Dinge zu erledigen. Stattdessen sind wir völlig passiv.
Die Ursachen können vielfältig sein: das miese Wetter, die Dunkelheit, zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf, undankbare Aufgaben im Job, toxische Zeitgenossen im Umfeld, viel Stress, wenig Erholung und Ähnliches.
Solange eine positive Grundeinstellung überwiegt und die antriebslosen Tage in der Minderheit sind, ist alles im Lot. Wenn jedoch aus der Ausnahme die Regel wird, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob Ihre Stimmung medizinische Gründe hat. Und dies lieber früher als später. Langes Abwarten führt oft zu einer Verschlimmerung.
Auf der folgenden Seite finden Sie Tipps gegen die Unlust.
KURZ UND KNAPP
– Wir alle kennen Tage, an denen wir antriebslos sind.
– Gegen die Lustlosigkeit hilft z. B. ein heißes Bad, ein Workout oder einfach nur lächeln – auch wenn Ihnen nicht danach ist.
– Und: Nehmen Sie sich wichtig.
WEB
– was-tun-bei.ch (o. J.): Antriebslosigkeit: Ursachen und Symptome.
BUCHTIPPS
– Hohensee, Thomas (2012): Glücklich wie ein Buddha. Sechs Strategien, alle Lebenslagen zu meistern. dtv Verlag, München.
– Grün, Anselm (2014): Was der Seele gut tut. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau.
LÖSUNGSSTRATEGIEN
Akzeptieren Sie die Situation
Akzeptieren Sie, dass Sie heute keinen Schwung haben. Nehmen Sie es gelassen. Gönnen Sie sich Pausen und genügend Schlaf.
Tun Sie sich etwas Gutes
Nehmen Sie ein Bad, lesen Sie etwas Erheiterndes oder telefonieren Sie mit einem lieben Menschen.
Bewegen Sie sich und achten Sie auf Ihre Ernährung
Bewegen Sie sich – wenn möglich an der frischen Luft. Licht und Luft wirken stimmungsaufhellend. Nutzen Sie die Mittagspause, um eine Runde um den Block zu laufen. Benutzen Sie Treppe statt Aufzug, machen Sie ein Workout. Auch schon kleine Einheiten können Großes bewirken.
Achten Sie auf Ihre Ernährung. Fett- und Zuckerreiches machen antriebslos. Vitamine und Mineralien können Energie zurückgeben. Trinken Sie viel Wasser und Tee. Meiden Sie Alkohol. Entschlacken Sie.
Notieren Sie, wofür Sie dankbar sind
Oft beschäftigen wir uns im Zustand der Lustlosigkeit nur mit Dingen, die uns noch weiter runterziehen. Da können wir gezielt gegensteuern.
Egal, wie Sie sich gerade fühlen – lächeln Sie
Auch wenn es Ihnen seltsam vorkommen mag: Ihr Gehirn erkennt keinen Unterschied, ob Sie wirklich fröhlich sind oder nur so tun als ob. Mit einem Lächeln signalisiert Ihr Körper dem Gehirn: «Mir geht es super». Und schon nach wenigen Minuten bessert sich Ihre Stimmung wie von selbst. Ähnlich funktioniert das Prinzip «Hände hoch» – Arme hochhalten stimmt uns positiv. Und wenn das Ganze noch mit fröhlicher Musik unterstützt wird, ist eine sofortige positive Wirkung so gut wie sicher. Tun Sie es einfach, ohne auf Ihren inneren Kritiker zu hören, der sagt: «Das bringt doch nichts.»
Forschen Sie bei sich nach
Gibt es konkrete Gründe für die aktuelle Schieflage? Dinge, die womöglich zu ändern sind? Gibt es körperliche Warnsignale, die auf das sich anbahnende Ungleichgewicht hingewiesen haben und die es künftig besser zu beachten gilt? Die Antworten dazu liegen in uns selbst. Nehmen wir uns dieser Fragestellungen an, und nehmen wir uns selbst wichtig. Das sind wir uns wert!
ERKENNTNISSE FÜR MICH
ZUSATZMATERIAL
– Übung «Dankbarkeit»
– Übung «Powerposen»
2.2 WIE LEGE ICH DAS VORSCHNELLE URTEILEN ÜBER ANDERE AB?
Bei einer Weiterbildung zum Thema Selbstmanagement wurde mir kürzlich vor Augen geführt, wie wertend ich unterwegs bin. Spontane Bewertungen und Verurteilungen wie «Wie dick diese Person doch ist» oder «Wie hässlich ist dieses Outfit bloß» passieren mir ganz automatisch. Was kann ich dagegen tun?
Viele Menschen sind mit stetem Bewerten und Schubladisieren groß geworden. Ständig urteilen wir über andere Menschen hinsichtlich der Art und Weise, wie sie leben, arbeiten, reden, Kinder erziehen, ihre Beziehung gestalten. Wir beobachten sie, nehmen sie mit unseren Sinnen wahr und richten unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir über die Situation oder Person denken. Das heißt, wir ziehen Schlüsse aus unseren Beobachtungen und bewerten das Erlebte. Und dies auch, ohne um eine Meinung gebeten worden zu sein.
Oft ist dies eine schlechte Angewohnheit: alles und jedes im Leben zu bewerten, zu kategorisieren, zu vergleichen oder in Schubladen zu stecken – uns selbst mit eingeschlossen. Es ist anstrengend, raubt uns kostbare Lebensenergie und stiehlt uns den inneren Frieden. Ich lade Sie deshalb zu einem kleinen Experiment ein: Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie darauf den Namen eines Menschen, den Sie sehr schätzen. Notieren Sie die positiven Eigenschaften dieser Person unter deren Namen. Danach streichen Sie den Namen dieser Person durch und schreiben Ihren eigenen Namen darüber. Überprüfen Sie, welche der positiven Eigenschaften auf Sie zutreffen. Gemäß Untersuchungen ergeben sich mindestens 80 Prozent Übereinstimmungen. Die Erklärung dafür ist, dass wir die Menschen schätzen, die uns unsere positiven Eigenschaften spiegeln.
Umgekehrt funktioniert es genauso. Wir lehnen Menschen ab, die uns Eigenschaften spiegeln, die wir an uns selbst nicht mögen und für die wir uns auch verurteilen. Statt uns einzugestehen, dass es uns schwerfällt, uns zu akzeptieren, wie wir sind, bekunden wir: So bin ich nicht, aber der andere ist so. In jeder Bewertung anderer steckt also ein Stück Selbstporträt! Bildlich gesprochen: Wer mit dem Zeigefinger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst. Üben Sie sich stattdessen in der wertfreien Beobachtung.
KURZ UND KNAPP
– Vorschnelles Urteilen ist oft eine schlechte Angewohnheit.
– Wertfreies Beobachten heißt, mit allen Sinnen nur wahrzunehmen.
– Statt zu bewerten, sagen Sie sich: «Ach, interessant.»
BUCHTIPPS
– Wüest, Irène (2021): Was sagen Sie, wenn …? So gelingen schwierige Gespräche. hep Verlag, Bern.
– Rosenberg, Marshall B. (2016): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. Junfermann Verlag, Paderborn.
– Perry, Philippa (2022): Das Buch, von dem du dir wünscht, deine Eltern hätten es gelesen. Ullstein Verlag, Berlin.
LÖSUNGSSTRATEGIEN
Experiment
Gehen Sie durch die Fußgängerzone und machen Sie sich Ihre Gedanken bewusst. Sie werden überrascht sein, wie voll Ihr Kopf mit Kommentaren und Urteilen ist. Entscheiden Sie sich nach einer Weile bewusst, auf jegliche Bewertung dessen, was Sie sehen, zu verzichten. Fragen Sie sich stattdessen: Was sehe ich konkret? Was nehme ich mit all meinen Sinnen wahr?
Nur beobachten, nicht werten
Statt zu bewerten, sagen Sie sich einfach: «Ach, interessant.» Dann belassen Sie es dabei. Zugegeben, dies ist nicht einfach, aber Dranbleiben lohnt sich. Denn so entsteht Raum für geistige Freiheit und mehr Stille im Kopf. Und bevor Sie sich über andere Menschen laut äußern, lohnt es sich zu überprüfen, ob es wahr, gut und nützlich ist, was Sie beabsichtigen zu sagen. Gemäß der Philosophie von Jiddu Krishnamurti, einem spirituellen Lehrer, ist die höchste Form menschlicher Intelligenz die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten.
ERKENNTNISSE FÜR MICH
ZUSATZMATERIAL
– Übung «Beobachtung oder Bewertung/Interpretation»
2.3 LOCKERER ZU ENTSCHEIDUNGEN GELANGEN: GEHT DAS?
Unserer Tochter fällt es sehr schwer, sich zu entscheiden. Es ist stets ein langes Hin und Her, bis etwas spruchreif ist, was uns alle viel Geduld und Energie kostet. Gibt es Tipps, die die Entscheidungsfindung erleichtern könnten?
Unser Lebensweg ist mit Entscheidungen gepflastert. Manche davon treffen wir bewusst, andere unbewusst. Auch eine Entscheidung, die wir aufschieben oder nicht treffen, ist eine Entscheidung – nämlich jene, alles beim Alten zu belassen.
Viele Menschen entscheiden schnell und mühelos. Sie scheinen rasch zu wissen, was sie wollen. Andere gehen mit einer Herausforderung tage-, monate-, gar jahrelang schwanger, bis sie eine Entscheidung fällen. Viele Wahlmöglichkeiten und die Suche nach der besten Entscheidung überfordern und verunsichern. Die Angst, Fehler zu machen, eine Entscheidung später zu bereuen und sich über sich selbst zu ärgern, schräg angeschaut zu werden oder Kritik zu ernten, lähmt die Entscheidungsbereitschaft.
Manchmal können auch vermeintliche Fehlentscheidungen in der Vergangenheit der Grund für eine Entscheidungsschwäche sein: Man vertraut dem eigenen Urteilsvermögen nicht mehr. Doch Fakt ist: Immer wieder müssen wir uns entscheiden, ob wir wollen oder nicht, und wir können nie genau wissen, welche Folgen eine Entscheidung hat.
Im Folgenden finden Sie Tipps, um...




