E-Book, Deutsch, Band 2156, 144 Seiten
Reihe: Julia
Yates Entführt ins Reich der Sinne
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0120-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2156, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0120-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Mögen Sie Sex?' Bei Viktors Worten schießt Jada das Blut in die Wangen. Wie kann der mächtige Milliardär, den sie kaum kennt, sie das nur so frech fragen? Und obwohl sie mehr als empört ist, erwacht eine unbekannte, drängende Sehnsucht in ihr. Wie soll es erst werden, wenn sie mit diesem gefährlich attraktiven Mann zusammenlebt, von dem es heißt, er habe ein Herz, härter als Diamant und kälter als Eis? Jada sollte fliehen, solange sie kann! Aber sie hat keine Wahl: Sie muss mit Viktor eine Scheinehe eingehen. Sonst nimmt er ihr das, was sie am meisten liebt ...
Schon von klein auf wusste Maisey Yates ganz genau, was sie einmal werden wollte: Autorin.
Sobald sie mit einem Stift umgehen und ihre erste Worte zu Papier bringen konnte, wurde sie von der Leidenschaft fürs Schreiben gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.
Von da an konnte nichts und niemand Maisey mehr vom Schreiben abhalten. Niemand? Als Maisey ihren absoluten Traummann und späteren Ehemann traf, eroberte dieser ihr Herz im Sturm und die schriftstellerischen Ambitionen rückten ein wenig in den Hintergrund.
Doch als Maisey schwanger mit ihrem zweiten Kind war, las sie ihren allerersten Liebesroman - dies veränderte alles. Wusste Maisey schon immer, dass sie Autorin werden wollte, so war sie doch bisher ziemlich ratlos, was und über welche Themen sie schreiben sollte. Aber jetzt verliebte Maisey sich auf Anhieb in das Genre Romance. Sofort wusste sie, das ist es, was sie schreiben will. Zu ihren Lieblingsautorinnen zählen Penny Jordan, Miranda Lee und Lynne Graham.
Ihr Lebensmotto, das sowohl in der Liebe wie auch im Leben eine Portion Humor unverzichtbar ist, spiegelt sich auch in ihren Romanen wider. Maisey Yates liebt es, wenn sich ihre Helden lustige Wortgeplänkel liefern.
Zusammen mit ihrem Mann - der sich im Übrigen nicht davor scheut, Windeln zu wechseln - und den drei gemeinsamen Kindern lebt Maisey Yates in Oregon.
Autoren/Hrsg.
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2. KAPITEL
Viktor hatte sprengwütige Terroristen überwältigt, sich durch gegnerische Linien ins Feindeslager geschmuggelt, um einen Freund zu retten. Stunden hatte er damit verbracht, raffinierte Strategien für Auseinandersetzungen mit Angreiferstaaten zu entwickeln und Möglichkeiten auszutüfteln, den Kampf zu gewinnen.
Nichts von alledem hatte ihn aufgewühlt. Ein gewaltiger Adrenalinschub, Erleichterung über den Sieg war alles, was er da empfunden hatte. Angst nie.
Bis jetzt. Nun blickte er in die tränennassen Augen seines Kindes. Leena verzog das zarte Gesicht und jammerte so erbärmlich, dass es die ganze Limousine erfüllte.
„Nicht losfahren“, wies Viktor den Fahrer an. „Warten Sie!“
Leena weinte immer lauter, und Viktor wusste nicht, was er tun sollte. Hilflos blickte er aus dem Wagenfenster. Von Jada keine Spur mehr. Sie war verschwunden. Vermutlich ins nahe gelegene Einkaufszentrum. Aber wohin genau?
Vielleicht hatte sie sich auch ein Taxi genommen und sie beide einfach im Stich gelassen. Irgendwie traute Viktor ihr das nicht zu, aber was wusste er schon von Gefühlen und streitbaren Müttern?
Jada war noch nicht einmal Leenas Mutter – aber er ihr Vater.
Wie tröstete man ein verzweifeltes Kind? Viktor hatte keine Ahnung, was in so einem Fall zu tun war. Ihn hatte niemand in den Arm genommen, ihm Lieder vorgesungen oder ihn liebevoll gewiegt, bis er zu weinen aufhörte. Möglicherweise hatte er nie geweint.
Doch Leena tat es. Und das immer herzerweichender und durchdringender.
Von Anfang an hatte er ein Kindermädchen einstellen wollen. Auf dem Korridor des Gerichtsgebäudes hatte er sich zum ersten Mal in einer Situation befunden, die er nicht in der Hand hatte. Als er Jada zusammengekauert, die Hände vors Gesicht geschlagen, in Tränen aufgelöst auf dem Boden der Wand entdeckt hatte, war er sicher gewesen, eine Lösung für sein Problem gefunden zu haben.
Doch nun war Jada einfach gegangen. Sie forderte mehr, als er ihr bot, das war ihm klar. Aber was genau wollte sie?
Von Gefühlen hatte Viktor sich vor langer, langer Zeit verabschiedet. All diese verrückten Regungen hatte er tief in sich eingefroren, um sich gegen die bösen Erfahrungen aus der Kindheit abzuschirmen. Und als er die Selbstschutzmechanismen nicht mehr gebraucht hatte, war es viel zu spät gewesen, um noch etwas aufzutauen.
Jetzt gab er nur noch etwas auf greifbare Dinge. Sex und Alkohol und vor Jahren auch Aufputschmittel hatten ihm erfolgreich Empfindungen vermittelt, die sein vereistes Herz nicht mehr zustande brachte.
So war er nun mal. Und natürlich war das auch bequemer, wenn er einen besonders unangenehmen Auftrag auszuführen hatte, wie früher auf dem Schlachtfeld – oder in letzter Zeit öfters in der Chefetage. Man musste alles mit Logik angehen.
Danach fand immer irgendwo eine Party statt, auf der er sich amüsieren konnte. Er hatte gelernt, das Glück aus seiner Umgebung zu beziehen. Es mit sich in die Dunkelheit zu nehmen, die in seinem Inneren herrschte, und sein Leben damit ein Weilchen zu erhellen. Eine Nacht voller Tanz, Alkohol und Sex entfachte Funken in seinem bedrückenden Dunkel. Und obwohl sie ebenso schnell wieder erloschen, wie sie aufflammten, war das immer noch besser als die endlose Schwärze.
Komisch, aber im Moment empfand er keine Leere. Eher Panik, was keinen Deut besser war. Resigniert öffnete Viktor Leenas Sitzschnalle und nahm sie zu sich auf den Schoß. Sie begann zu weinen und versuchte, sich freizustrampeln, was eine seltsame Regung in ihm auslöste – fast so etwas wie Schmerz und eine Enge in der Brust, die ihm den Atem nahm.
Er hatte Angst – und Leena fürchtete sich. Vor ihm!
„Mama! Mama Mama Mama“, schrie und schluchzte sie wütend durcheinander. Und wollte nicht mehr aufhören.
Viktor versuchte zu sprechen, irgendetwas zu sagen. Aber was? Was sagte man einem schreienden Kleinkind? So hatte er sich seine Verantwortung als Vater nicht vorgestellt. Wenn Sayid ihm nach der Ankunft aus Brüssel nicht schwer ins Gewissen geredet hätte, wäre er einfach in der Versenkung geblieben.
„Du musst deinen Anspruch auf die Kleine durchfechten, Viktor. Weil du für sie verantwortlich bist. Du hast so viele Möglichkeiten und kannst ihr so viel bieten. Sie ist dein Fleisch und Blut. Deine Familie.“
„Du hast eine Familie auch ohne direkte Blutsverwandtschaft“, hatte er Sayid vorgehalten, dem seine eigene Familie alles bedeutete. „Eine Familie, die du dir selbst ausgesucht hast.“
„Deine Tochter ist deine unmittelbare Blutsverwandte und gehört zu dir“, hatte Sayid ihn ermahnt. „Du machst einen unverzeihlichen Fehler, wenn du deine leibliche Tochter aufgibst.“
„Nein. Mein Fehler war es, hierher nach Portland zu fliegen, statt übers Wochenende in Paris oder Barcelona mit heißen Bräuten Spaß zu haben.“
„Davonlaufen ist deine Spezialität, Viktor“, hatte Sayid ihn gewarnt. „Durch Flucht gewinnst du nichts. Diesmal nicht.“
Sein Freund hatte recht. Sein Leben lang war Viktor gerannt. Aber davongelaufen war er nicht. Wirklich Angst hatte er vor nichts. Doch es gab auch kein Ziel, auf das er zu rannte. Er wollte alles einfach nur so schnell, laut und sorglos wie möglich hinter sich bringen.
Bei Jubel und Trubel empfand er am ehesten etwas. Er hungerte nach Gefühlen. Nach Empfindungen, die im jahrelangen Überlebenskampf in ihm abgestorben waren.
Das oder Sayids Bemerkungen hatten ihn dazu gebracht herzukommen. Vielleicht auch, weil er miterlebt hatte, wie erstaunlich sein Freund sich durch das Familienleben mit Frau und Kindern verändert hatte.
Jedenfalls hatte er, Viktor, die Entscheidung, sich zu seiner Tochter zu bekennen, weder zögernd noch leichtsinnig getroffen. Dass sich zwischen ihnen sofort Vater-Tochter-Bande entwickeln würden, hatte er nicht erwartet. Auf Beziehungen hatte er sich immer nur sehr vorsichtig eingelassen. Manchmal nie.
Sayid war da eine Ausnahme, später auch dessen Familie. Achtundzwanzig war Viktor gewesen, als er seinen Freund kennengelernt hatte, der ihm inzwischen so nahe stand wie ein Bruder. Durch die Freundschaft mit Sayid hatte er zum ersten Mal erfahren, was es bedeutete, an jemandem zu hängen.
Selbst jetzt noch fiel es ihm nicht leicht, sich um jemanden zu sorgen. Gefolgschaft – klar, die bot er jedem, der ihm einen Scheck ausstellte. So war es immer gewesen. Selbst jetzt, nachdem er vom gnadenlosen Söldner und Regierungsumstürzler zum knallhart taktierenden Herrscher eines Firmenimperiums aufgestiegen war, hatte sich daran nichts geändert.
Seine Loyalität konnte man kaufen, dafür verteidigte er den Käufer bis zum Letzten. Und wenn der Job getan war, verabschiedete er sich ebenso leicht wieder.
Auch hier war Sayid die Ausnahme. Ihre Freundschaft war unauflöslich zementiert, seit ein Job schiefgelaufen und Viktor mit einem Rettungstrupp losgezogen war, um das Leben des Scheichs zu retten, den alle schon aufgegeben hatten.
Jetzt konnte Viktor die Freundschaft weiter vertiefen, indem er sich zu seiner Tochter und seiner Verantwortung ihr gegenüber bekannte. Dieser Scheck konnte nie eingelöst werden oder einfach verschwinden.
Ja, er würde alles für die Kleine tun – sie schützen, verteidigen, notfalls sein Leben für sie einsetzen.
Oder unermüdlich die Straßen absuchen, bis er die „Mama“ gefunden hatte, nach der die Kleine verlangte.
„Ich werde dich beschützen“, versicherte er Leena und blickte ihr ins gerötete tränenüberströmte Gesicht. „Das verspreche ich dir.“
Sein Gelöbnis beeindruckte das Kind gar nicht.
Seufzend stieß Viktor die Wagentür auf. „Warten Sie hier“, wies er den Fahrer an.
Mit der strampelnden Leena auf dem Arm stieg Viktor aus, worauf sie sich weinend an seine Brust presste. Leute wurden auf den Mann mit dem schreienden Kind aufmerksam. Radar konnte Viktor problemlos unterfliegen, Aufsehen erregte er höchstens, wenn er es darauf anlegte. Doch hier drohte die Situation ihm zu entgleiten.
Unglaublich, wie mühelos ein Kind alles beherrschen konnte. Viktor verwünschte den Regen und rannte den Gehweg entlang, wich Zigaretten paffenden Straßenjungs in hautengen Jeans aus, die ihm den Weg versperrten.
Die Situation geriet zunehmend außer Kontrolle.
Im mittleren Teil der Einkaufspassage gab es eine Boutique, eine Pizzeria und ein Café. Viel weiter konnte Jada unmöglich gegangen sein, entschied Viktor.
Er stieß die Tür des Cafés auf und entdeckte sie an einem Tisch. Mit beiden Händen umfasste sie einen Kaffeebecher und war kreidebleich. Als stünde sie unter Schock.
Mit dem schreienden Kind auf dem Arm ging Viktor durchs Café und blieb vor Jada stehen.
„Verraten Sie mir eins, Jada Patel: Sie lehnen die Stelle als Kindermädchen ab. Was wollen Sie?“
Überrascht hob sie den Kopf. Es war nicht zu übersehen, wie erleichtert sie war. Dennoch machte sie keinen Versuch, ihm das Baby abzunehmen.
Und sie sagte kein Wort. Sah ihn nur auf eine Weise an, die verriet, was sie empfand.
„Offenbar besitzen Sie kein sehr ausgeprägtes Selbstwertgefühl“, sagte er und verlagerte das Baby auf den Armen. „Ich biete Ihnen die Möglichkeit, weiter mit meiner Tochter zusammen zu sein und für sie zu sorgen. Schließlich haben Sie zugegeben, dass Ihnen nichts bleibt, wenn Sie Leena abgeben müssen. Sie haben keinen Ehemann, keine...




