E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Yates Im Bann des Wüstensohns
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-3756-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7337-3756-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Prinzessin Samarah liegt auf der Lauer, die Waffe in der Hand. Wenn Ferran das Schlafgemach betritt, wird sie Vergeltung üben! Doch der Scheich ist schneller und stellt Samarah vor eine unfassbare Alternative: Entweder er lässt sie in den Kerker werfen - oder sie heiratet ihn!
Schon von klein auf wusste Maisey Yates ganz genau, was sie einmal werden wollte: Autorin.
Sobald sie mit einem Stift umgehen und ihre erste Worte zu Papier bringen konnte, wurde sie von der Leidenschaft fürs Schreiben gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.
Von da an konnte nichts und niemand Maisey mehr vom Schreiben abhalten. Niemand? Als Maisey ihren absoluten Traummann und späteren Ehemann traf, eroberte dieser ihr Herz im Sturm und die schriftstellerischen Ambitionen rückten ein wenig in den Hintergrund.
Doch als Maisey schwanger mit ihrem zweiten Kind war, las sie ihren allerersten Liebesroman - dies veränderte alles. Wusste Maisey schon immer, dass sie Autorin werden wollte, so war sie doch bisher ziemlich ratlos, was und über welche Themen sie schreiben sollte. Aber jetzt verliebte Maisey sich auf Anhieb in das Genre Romance. Sofort wusste sie, das ist es, was sie schreiben will. Zu ihren Lieblingsautorinnen zählen Penny Jordan, Miranda Lee und Lynne Graham.
Ihr Lebensmotto, das sowohl in der Liebe wie auch im Leben eine Portion Humor unverzichtbar ist, spiegelt sich auch in ihren Romanen wider. Maisey Yates liebt es, wenn sich ihre Helden lustige Wortgeplänkel liefern.
Zusammen mit ihrem Mann - der sich im Übrigen nicht davor scheut, Windeln zu wechseln - und den drei gemeinsamen Kindern lebt Maisey Yates in Oregon.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Scheich Ferran Bashar, der König von Kadra, würde die Nacht nicht überleben. Noch ahnte er nichts von seinem Schicksal, doch sein Tod war beschlossene Sache.
Allerdings würde es Samarah Überwindung kosten, einen Menschen zu töten. Deshalb hatte sie so lange trainiert, bis sie die Bewegungsabläufe vollkommen verinnerlicht hatte. Ihr Körper wusste nun, was zu tun war. Und wenn der Zeitpunkt gekommen war, würde sie nicht eine Minute zögern. Kein Mitleid empfinden.
Samarah wartete neben der Tür im Schlafzimmer des Scheichs, ein mit Chloroform getränktes Tuch in der einen Hand, ein Messer im dunklen Gewand versteckt. Sie musste lautlos vorgehen. Ihn überraschen.
Wieso sollte sie bei seinem Tod überhaupt Mitleid empfinden? Die Tradition, so alt wie ihre beiden Länder, verlangte diesen Schritt von ihr. Scheich Ferrans Blutlinie musste mit ihm enden.
Genauso wie ihre mit ihrem Vater geendet hatte. Von der Familie des Scheichs von Jahar war nur noch Samarah am Leben. Doch sie hatte ihren Namen ablegen müssen, denn nach dem Tod ihres Vaters hatte es eine Revolution gegeben und ihre Familie war entmachtet worden. Das einstige Königreich aber wurde über Jahre hinweg von schweren Unruhen erschüttert …
Doch Samarah durfte jetzt keine Gefühle aufkommen lassen, sondern musste kaltblütig handeln. Nur deshalb hatte sie vor einem Monat eine Stelle im Palast des Scheichs von Kadra angetreten. Und Ferran hatte sie nicht wiedererkannt. Wie auch? Er hatte der neuen Palastbediensteten nicht ein einziges Mal ins Gesicht gesehen.
Doch sie hatte ihn sofort erkannt.
Scheich Ferran war groß und schlank, mit harten Muskeln, die eine beeindruckende körperliche Kraft erahnen ließen. Sie hatte beobachtet, wie Ferran trainierte, wie er sich bewegte. Sie wusste, wie ausdauernd er war. Sie hatte ihren Gegner genau studiert.
Doch Samarah würde Gnade walten lassen. Ihr Feind würde nichts spüren.
Völlig unerwartet würde sie angreifen.
Heute Nacht würde Samarah ihren Erzfeind besiegen.
Oder sie würde diejenige sein, die die Sonne nicht mehr aufgehen sah.
Samarah kannte das Risiko, aber sie war entschlossen, es einzugehen.
Sie wartete. Ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Plötzlich hörte sie Schritte im Gang – Ferran.
Sie holte tief Luft und wartete. Jetzt öffnete sich die Tür. Vom Flur her fiel helles Licht auf den Boden des Schlafzimmers und Samarah erkannte einen einzelnen Schatten. Er war allein.
Jetzt musste sie nur noch abwarten, dass die Tür hinter Ferran ins Schloss fiel.
Sie hielt den Atem an. Er warf die Tür hinter sich zu, und sie wusste, dass der Moment gekommen war.
Bevor sie aus dem Schatten trat, schickte Samarah ein Stoßgebet zum Himmel. Für Gerechtigkeit. Für Vergebung. Für einen schnellen Tod. Sei es für Ferran oder für sie selbst.
Doch in dem Moment, als sie sich auf ihn stürzen wollte, drehte er sich um und ihre Blicke trafen sich. Das Glitzern in seinen tiefen dunklen Augen ließ sie in der Bewegung erstarren. Diese Augen waren voller Leben.
Und sein Anblick war ihr so vertraut.
Trotz der vielen Jahre, die vergangen waren, erkannte sie ihn. Samarah starrte ihn an, unfähig sich zu bewegen oder zu atmen.
Und dieser Moment besiegelte ihr Schicksal.
Ferran sprang zur Seite und packte ihren Arm. Geistesgegenwärtig drehte Samarah das Handgelenk nach hinten und entzog sich seinem Griff. Gleichzeitig machte sie einen Rückwärtsschritt und tauchte mit dem Kopf nach unten weg.
Sie vollführte eine geschickte Drehung, ergriff seine Schulter und benutzte seinen Oberschenkel als Leiter, um auf seinen Rücken zu klettern. Sie riss die Hand mit dem Tuch mit Chloroform nach vorne und versuchte, es auf Ferrans Gesicht zu drücken.
Laut fluchend packte er ihr Handgelenk. Sie versuchte, sich erneut loszureißen, doch dieses Mal hielt er sie fest.
Schnell legte sie den anderen Arm um seine Kehle und drückte zu. Er machte ein paar taumelnde Schritte rückwärts, bis sie beide gegen die Wand stießen. Der Aufprall war so heftig, dass Samarah keine Luft mehr bekam.
Dennoch ließ sie ihn nicht los, sondern klammerte die Schenkel fest um seine Taille. Er schnappte ihr Handgelenk und drückte ihren Arm gegen die Wand, sodass das Tuch herunterfiel. Samarah stieß einen Fluch aus und rang mit dem Mann.
Doch der Überraschungseffekt war vorbei. Obwohl sie eine geübte Kämpferin war, war der Scheich ihr an Körperkraft weit überlegen. Sie hatte ihre Chance vertan.
Samarah schloss die Augen und dachte an ihr Heimatland. Nicht an ihre traurigen Jahre in den Straßen von Jahar, sondern an den Palast, aus dem ihre Mutter und sie nach dem Tod des Vaters vertrieben worden waren. Nach der Hinrichtung ihres Vaters. Die Ferran zugelassen hatte.
Adrenalin schoss durch ihre Adern, und sie setzte ihre gesamte Kraft ein, um Ferran erneut an die Kehle zu gehen. Er taumelte durchs Zimmer, bevor es ihm gelang, sie über die Schulter abzuwerfen. Sie landete auf dem Rücken und japste nach Luft.
Sie musste aufstehen. Sonst würde sie sterben. Scheich Ferran kannte kein Mitleid, das wusste sie. Er würde keine Sekunde zögern, ihr das Genick zu brechen.
Ferran beugte sich über sie, und sie nutzte den Moment, um mit beiden Füßen gegen seine Brust zu treten. Blitzschnell ließ Samarah sich auf den Boden sinken und sprang auf. Sie riss die Hände hoch, um den Gegenangriff abzuwehren.
Er kam auf sie zu, aber sie zog ein Bein hoch und trat ihm ins Gesicht. Er stolperte, und sie nutzte die Gelegenheit und stieß ihn zu Boden. Dann hockte sie sich auf ihn, die Knie auf seine Schulter gepresst, eine Hand an seiner Kehle.
Jetzt musste sie ihm ins Gesicht sehen, wenn sie ihn ins Jenseits beförderte. Und sie hatte kein Chloroform mehr, um ihn vorher zu betäuben. Doch sie durfte nicht zögern. Schnell zog Samarah das Messer aus ihrem Gewand.
Sie durfte nicht zögern. Ferran hatte es auch nicht getan, als er das Todesurteil über ihren Vater bewilligt hatte. Für Mitgefühl war kein Platz, wenn der Feind keins kannte.
Samarah zückte das Messer. Doch Ferran ergriff überraschend ihre Handgelenke, dann drehte er sich mit ihr herum, bis sie beide gegen die Seitenwand des Bettes prallten. Er stieß ihre Hand zurück, wobei das Messer hauchzart ihre Wange streifte. Sofort lief Blut aus der Wunde in ihren Mund.
Schnell grub sie die Finger in Ferrans Haar und riss seinen Kopf nach hinten. Sie versuchte, das Messer erneut zu zücken, doch er packte ihren Arm und bog ihn nach hinten. Die überdehnten Sehnen in ihren Schultern schmerzten, die Schnittwunde auf ihrer Wange brannte.
„Wer hat dich geschickt?“, fragte er scharf.
„Ich bin aus freien Stücken hier“, fauchte sie und spuckte das Blut, das sich in ihrem Mund gesammelt hatte, auf den Boden.
„Was willst du?“
„Dich töten.“
Er knurrte unwillig und drehte ihren Arm um, sodass ihr das Messer entglitt. „Das ist dir nicht gelungen“, sagte er.
„Noch nicht.“
„Niemals“, sagte er verächtlich. „Warum versteckt sich eine Frau in meinem Schlafzimmer und will mir das Leben nehmen?“
„Ich bin nicht zum Diskutieren hier.“
„Stimmt, du willst mich ja töten. Aber das wird nicht passieren – weder heute noch irgendwann sonst. Und jetzt solltest du etwas zu deiner Verteidigung vorbringen. Immerhin hast du versucht, das Oberhaupt eines Staates zu ermorden. Das ist Hochverrat. Ich kann dich auf der Stelle in den Kerker werfen. Ich muss nur meine Wache rufen.“
„Warum tust du es nicht?“
„Weil ich mich nicht seit so vielen Jahren als Scheich behauptet hätte, wenn ich nicht alles und jeden zu meinem Vorteil einsetzen könnte.“
„Ich lasse mich nicht zu deinem Vorteil einsetzen.“
„Dann stell dich auf den Kerker ein.“
Samarah zögerte. Sich mit Ferran zu verbünden, kam nicht infrage. Er hatte ihr Leben zerstört. Er hatte die Regierung ihres Landes gestürzt. Und die Überlebenden ihrer Familie wie Hunde verjagt.
Er war schuld, dass ihre Mutter und sie auf der Straße gelebt hatten, bis ihre Mutter vor Kummer gestorben war.
Dieser Mann hatte ihr alles genommen. Seitdem hatte sie nur ein einziges Ziel verfolgt: Rache.
Jetzt hatte sie versagt.
Es gab nur einen Ausweg: Sie musste sich anhören, was er ihr anzubieten hatte. Und dann die Situation zu ihrem Vorteil nutzen, um am Ende doch noch als Siegerin hervorzugehen.
„Und was muss ich tun, um meine Freiheit zu behalten?“
„Das habe ich noch nicht entschieden“, sagte er. „Und ich weiß noch nicht, ob deine Freiheit überhaupt zur Debatte steht. Aber das liegt allein in meiner Macht.“
„Liegt nicht immer alles in deiner Macht?“, fragte sie. „Du bist der Scheich.“
„Wahr gesprochen.“
„Lässt du mich frei?“
Er langte hinter ihrem Rücken aufs Bett. Als er die Hand zurückzog, lag das Messer darin. „Ich traue dir nicht, kleine Wüstenschlange.“
„Das solltest du auch nicht. Sobald ich die Gelegenheit habe, werde ich dir die Kehle durchschneiden.“
„Dabei halte ich dein Messer in meinen Händen. Und du bist diejenige, die blutet. Ich lasse dich für einen Augenblick frei, aber nur, wenn du meine Anweisungen befolgst.“
„Das hängt von den Anweisungen ab.“
„Ich will, dass du dich aufs Bett...




