E-Book, Deutsch, Band 2122, 144 Seiten
Reihe: Julia
Yates Nur diese eine Nacht!
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0051-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2122, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0051-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Ich soll dich in die Flitterwochen begleiten?' Claras Herz klopft heftig, als sie erfährt, was ihr sexy Boss Zack Parsons von ihr will. Denn er wurde von seiner Braut vor dem Altar stehen gelassen und braucht dringend Ersatz: Jetzt muss Clara mit ihm nach Thailand reisen und sich vor einem wichtigen Geschäftskunden als seine neue Verlobte ausgeben. Als Zack sie spontan zu einer leidenschaftlichen Liebesnacht verführt, genießt sie jeden Augenblick, ohne an Morgen zu denken. Doch viel zu schnell kommt das bittere Erwachen: War ihre Nacht für Zack auch nur ein falsches Spiel?
Schon von klein auf wusste Maisey Yates ganz genau, was sie einmal werden wollte: Autorin.
Sobald sie mit einem Stift umgehen und ihre erste Worte zu Papier bringen konnte, wurde sie von der Leidenschaft fürs Schreiben gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.
Von da an konnte nichts und niemand Maisey mehr vom Schreiben abhalten. Niemand? Als Maisey ihren absoluten Traummann und späteren Ehemann traf, eroberte dieser ihr Herz im Sturm und die schriftstellerischen Ambitionen rückten ein wenig in den Hintergrund.
Doch als Maisey schwanger mit ihrem zweiten Kind war, las sie ihren allerersten Liebesroman - dies veränderte alles. Wusste Maisey schon immer, dass sie Autorin werden wollte, so war sie doch bisher ziemlich ratlos, was und über welche Themen sie schreiben sollte. Aber jetzt verliebte Maisey sich auf Anhieb in das Genre Romance. Sofort wusste sie, das ist es, was sie schreiben will. Zu ihren Lieblingsautorinnen zählen Penny Jordan, Miranda Lee und Lynne Graham.
Ihr Lebensmotto, das sowohl in der Liebe wie auch im Leben eine Portion Humor unverzichtbar ist, spiegelt sich auch in ihren Romanen wider. Maisey Yates liebt es, wenn sich ihre Helden lustige Wortgeplänkel liefern.
Zusammen mit ihrem Mann - der sich im Übrigen nicht davor scheut, Windeln zu wechseln - und den drei gemeinsamen Kindern lebt Maisey Yates in Oregon.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Clara Davis blickte auf die unangetastete Hochzeitstorte, pink schimmernd und wie geschaffen für die kleine Brautfigur, die lächelnd auf ihrer Halterung auf der Spitze der Torte balancierte. Eine überaus filigrane Halterung übrigens, deren fachkundiges Arrangement ziemlich mühsam gewesen war. Gar nicht zu reden vom Transport des fragilen Kunstwerks aus der Küche ihres Apartments in San Francisco zum zwanzig Meilen entfernten, an der Küste gelegenen Hotel.
Alles wäre so perfekt gewesen. Die Torte, die Dekoration, der Bräutigam, nun ja, der Bräutigam sah – wie immer – besser als perfekt aus. Und alle geladenen Hochzeitsgäste waren erschienen.
Eine wirklich wichtige Person allerdings fehlte. Die Braut hatte beschlossen, dem freudigen Anlass fern zu bleiben. Und ihre Abwesenheit hatte es ein wenig schwierig gemacht, die Feierlichkeiten fortzusetzen.
Clara betrachtete die Torte eingehender und erwägte, sich ein Stück herauszuschneiden. Reine Verschwendung, dieses Meisterwerk der Konditorenkunst in den Müll zu werfen.
Sie seufzte. Ein Stück Kuchen würde ihr das unangenehme Gefühl im Magen auch nicht nehmen. Es würde die Traurigkeit, die sie in sich spürte, nicht lindern können. Nichts hatte ihr dieses Gefühl nehmen können, seit Zack, der nun als offiziell sitzen gelassen galt, seine Verlobung verkündet hatte.
Ironischerweise hatte sie sein Anblick, allein vor dem Altar stehend, auch nicht trösten können. Aber warum auch? Sie wünschte ihm nichts Schlechtes. Er war ihr Chef – mehr als das, er war ihr bester Freund. Und, zugegeben, auch der Mann, mit dem sie sich in so mancher Nacht in ihren Fantasien auf eine Art und Weise beschäftigte, die im Lichte des Tages betrachtet, völlig peinlich waren.
Clara atmete tief durch und trat aus der Hotelküche hinaus in die große leere Empfangshalle. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Zack Parsons, Kaffeemagnat, erstklassiger Geschäftsmann und verschmähter Bräutigam, stand an der Fensterfront der Halle und blickte gedankenverloren auf den Strand hinaus. Die tief stehende Sonne tauchte sein Gesicht und das weiße Smokinghemd in ein warmes orangefarbenes Licht.
Er stand gegen eines der hohen Fenster gelehnt, die Stirn auf den angewinkelten Arm gestützt. Er sah verändert aus. Ernster. Angespannter als sonst. Er hatte den Knoten seiner Smokingfliege gelöst und sich das lose Band lässig um den Nacken geschlungen, seine Jacke lag auf dem Boden, einer dunklen Pfütze gleich.
„Hey“, sprach sie ihn an, und ihre Stimme klang viel zu laut in dem leeren Raum.
Zack blickte sich nach ihr um und sah sie mit seinen grauen Augen durchdringend an. Für einen Augenblick stockte ihr der Atem. Er war schlichtweg der attraktivste Mann, den sie kannte.
„Wie sieht meine Hochzeitstorte denn aus, Clara?“, er stieß sich von der Fensterscheibe ab und schlenderte auf sie zu, eine Hand lässig in die Hosentasche geschoben.
Clara zwang sich, ruhig zu atmen. „Die unterste Tortenschicht besteht aus Biskuitteig mit einer Himbeerfüllung, nach Hannahs Anweisung. Aber der Biskuitteig der mittleren Schicht ist getränkt mit einer Mischung aus Whiskey und Honig. Als Glasur habe ich Kuvertüre in Pink gewählt. Übrigens von mir selbst handbemalt. Und in der ganzen Torte nicht ein einziger Krümel Walnuss, schließlich weiß ich ja, was dir schmeckt.“
„Gut. Lass die mittlere Kuchenschicht einpacken und zu mir nach Hause bringen. Und Hannahs Stück können sie ihr auch schicken.“
„Das musst du nicht tun. Wirf die Torte weg.“
„Warum sollte ich das tun? Schließlich kann man sie noch essen.“
„Na … weil es deine Hochzeitstorte war. So etwas sollte an einem Hochzeitstag einfach nicht passieren. Für die meisten Menschen wäre das alles nur noch … na ja, bittere Erinnerung.“
Zack zog die Schultern hoch. „Torte ist Torte.“
Sie stützte eine Hand in die Hüfte, nahm eine stolze Pose ein und hoffte dabei, ein einigermaßen überzeugendes Lächeln zustande zu bringen. „Meine Torte ist sehr viel mehr als irgendeine Torte!“
„Da wir ein Vermögen mit deinen Kuchenkreationen gemacht haben, bin ich mir im Klaren darüber, dass sie etwas Besonderes sind.“
„Schon gut. Aber ich könnte dir auch eine neue Torte backen. Eine mit der Aufschrift ‚Unser Beileid zur geplatzten Hochzeit‘. Und oben drauf könnten wir eine kleine Männerfigur platzieren, die in einem großen Sessel sitzt und auf einem Flachbildschirm-Fernseher Fußball schaut, und keine Braut weit und breit.“
Um Zacks Mund zuckte es, und Clara spürte ein kleines Kribbeln im Bauch.
„Das wird nicht nötig sein.“
„Aber vielleicht ist genau das eine riesige Marktlücke. Meinst du nicht, Zack?“ Über Geschäftliches zu reden ging ihm über alles, das wusste sie, abgesagte Hochzeit hin oder her. „Sozusagen Torten für traurige Anlässe.“
„Ich bin nicht traurig.“
„Bist du nicht?“ Clara zog skeptisch die Augenbrauen zusammen.
„Der heutige Tag wird sicher nicht als einer meiner besten in die Geschichte eingehen, zugegeben.“ Er schluckte. „Aber auch nicht als einer der schlimmsten. Ich hätte es einfach vorgezogen, wenn Hannah vorher einen Schlussstrich gezogen hätte, ich meine, bevor ich da vor dem Altar stand, mit dem Priester, im Smoking, vor circa eintausend Gästen, aber ich werde deshalb nicht in eine Depression verfallen.“
„Das … das ist gut.“ Abgesehen davon, dass es fast schon ein wenig unheimlich war, zu beobachten, wie er auf diese peinliche Weise sitzen gelassen worden war und er dann so abgeklärt darauf reagieren konnte.
Auf der anderen Seite war Zack von Anfang an eher ein besonnener Typ gewesen. Als sie sich zum ersten Mal getroffen hatten, war sie von seiner ruhigen selbstsicheren Art gleich eingenommen gewesen. Davon und von seinen umwerfend schönen Augen.
Sie hatte damals bei einer kleinen Bäckerei gearbeitet, im Mission District in San Francisco, und Zack war gerade auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine neue Filiale seiner Coffeeshop-Kette gewesen. Er hatte einen ihrer Erdnuss-Buttercreme-Bananen-Cupcakes gekauft. Seine damalige Reaktion, so typisch für ihn, konnte nicht gerade als überschwänglich bezeichnet werden. Aber da war ein Blitzen in seinen Augen gewesen, ein Zeichen, dass unter dieser gelassenen Oberfläche eine knallharte Entschlossenheit lag.
Und so kam er am nächsten Tag wieder und am übernächsten Tag auch.
Schließlich hatte er ihr angeboten, das Doppelte ihres vorherigen Gehalts zu zahlen und sie in seinem Flagship-Store arbeiten zu lassen, in einer der modernsten und komfortabelsten Küchen, die sie je gesehen hatte, damit sie dort nach Lust und Laune ihre süßen Leckereien herstellte. Das war der Beginn der Verwirklichung ihrer beruflichen Träume gewesen, und sie war endlich in der Lage gewesen, aus ihrem Elternhaus auszuziehen.
Seitdem hatte sich viel getan. Die zehntausendste Filiale des Unternehmens, das den prägnanten Namen Roasted trug, war gerade in Japan eröffnet worden, und auch dieser Vorstoß stellte sich schnell als großer Erfolg heraus.
Zack war das Rückgrat des Konzerns, der Mann, der das Schiff auf Kurs hielt, der seine Coffeeshops zu dem gemacht hatte, was sie heute waren, zu einem weltweit bekannten Phänomen.
Er hatte sein Privatleben geopfert, um dies zu verwirklichen. Hannah war eines der wenigen Zugeständnisse an ein Leben außerhalb des Unternehmens gewesen, und nun hatte ihre Beziehung nicht einmal ein Jahr überdauert.
„Ich habe Hannah nicht geliebt“, unterbrach Zack ihre Überlegungen.
Clara blinzelte ungläubig. „Du hast sie … nicht geliebt?“
„Ich mochte sie sehr. Sie wäre eine fabelhafte Ehefrau für mich gewesen. Aber ich war nicht Hals über Kopf in sie verliebt oder so was.“
„Warum … warum wolltest du sie dann heiraten?“
„Es wurde einfach Zeit, dass ich heirate. Ich bin dreißig. Mit Roasted habe ich erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Für mich war eine Heirat der nächste logische Schritt, und Hannah sah das genauso.“
„Anscheinend nicht.“
Zack sah sie stirnrunzelnd an. „Anscheinend.“
„Weißt du, weshalb sie nicht zur Zeremonie erschienen ist? Hast du mit ihr gesprochen?“
„Sie kann jederzeit zu mir kommen und es mir erklären, wenn sie dazu bereit ist.“
Normalerweise hätte Zack über Claras verblüfften Gesichtsausdruck gelacht, wenn an dieser Situation auch nur im Entferntesten etwas zum Lachen gewesen wäre. Die Schlagzeilen in den Zeitungen würden erbarmungslos sein, und so mancher geladene Hochzeitsgast würde sich dem Blitzlichtgewitter der Fotografen nur zu gern stellen und den Journalisten die eigene Version der Ereignisse haarklein berichten.
Clara war viel zu emotional. Ihre braunen Augen schimmerten feucht, als wäre sie kurz davor, aus lauter Mitgefühl für ihn in Tränen auszubrechen, ihre zarten Hände hielt sie vor sich verschränkt, die Schultern hingen kraftlos herab.
Sie war eleganter gekleidet, als er es von ihr gewohnt war. Ihre üppigen Kurven wurden, wenn auch nicht gerade vorteilhaft unterstrichen, so doch zumindest etwas hervorgehoben. Das Kleid war ganz nett, aber eigentlich ein wenig zu matronenhaft für sie. Ihr langes kastanienbraunes Haar trug sie immer in einem tiefen Knoten. Da sie bei ihrer Arbeit das Haar zurücknehmen musste, hatte sie daraus eine Gewohnheit entwickelt. Doch er wünschte sich manchmal, sie würde ihr Haar einfach offen...




