Yates | Zurück im Palast der Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2177, 144 Seiten

Reihe: Julia

Yates Zurück im Palast der Liebe


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0160-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2177, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0160-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Prinz Alexander Drakos! Mit Entsetzen erkennt Layna, wer der elegante Fremde ist, der plötzlich im Kloster auftaucht und nach ihr sucht. Doch ehe sie fliehen kann, hat er sie entdeckt und verlangt, dass sie ihre Zeit als Novizin beendet und an seiner Seite in den Palast von Kyonos zurückkehrt. Layna bleibt keine Wahl: Auch wenn Alexander schon einmal ihre Liebe verriet, wird sie ihm gehorchen. Aber diesmal muss sie seinen Flirtversuchen um jeden Preis widerstehen! Schließlich ahnt sie, dass er ihr verletztes Herz nur aus purer Berechnung zurückerobern will ...



Schon von klein auf wusste Maisey Yates ganz genau, was sie einmal werden wollte: Autorin.
Sobald sie mit einem Stift umgehen und ihre erste Worte zu Papier bringen konnte, wurde sie von der Leidenschaft fürs Schreiben gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.

Von da an konnte nichts und niemand Maisey mehr vom Schreiben abhalten. Niemand? Als Maisey ihren absoluten Traummann und späteren Ehemann traf, eroberte dieser ihr Herz im Sturm und die schriftstellerischen Ambitionen rückten ein wenig in den Hintergrund.

Doch als Maisey schwanger mit ihrem zweiten Kind war, las sie ihren allerersten Liebesroman - dies veränderte alles. Wusste Maisey schon immer, dass sie Autorin werden wollte, so war sie doch bisher ziemlich ratlos, was und über welche Themen sie schreiben sollte. Aber jetzt verliebte Maisey sich auf Anhieb in das Genre Romance. Sofort wusste sie, das ist es, was sie schreiben will. Zu ihren Lieblingsautorinnen zählen Penny Jordan, Miranda Lee und Lynne Graham.

Ihr Lebensmotto, das sowohl in der Liebe wie auch im Leben eine Portion Humor unverzichtbar ist, spiegelt sich auch in ihren Romanen wider. Maisey Yates liebt es, wenn sich ihre Helden lustige Wortgeplänkel liefern.

Zusammen mit ihrem Mann - der sich im Übrigen nicht davor scheut, Windeln zu wechseln - und den drei gemeinsamen Kindern lebt Maisey Yates in Oregon.

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2. KAPITEL

Layna musste sich am Gartentor festhalten. „Wie bitte?“, fragte sie entgeistert.

„Ich brauche dich.“

„Ich weiß zwar nicht, wie du auf diese Idee kommst, aber du brauchst mich ganz sicher nicht, das kannst du mir glauben.“

„Die Menschen lieben dich. Mich allerdings nicht, Layna.“

„Sie lieben mich?“ Wut stieg in ihr hoch. Sie hatte geglaubt, dass sie den Zorn schon bewältigt hatte. Doch manchmal wurde sie daran erinnert, dass es nicht so war. Bei kleinen, unbedeutenden Anlässen, wie zum Beispiel, wenn sie sich im Spiegel sah oder sich beim Kochen den Finger verbrannte. In diesem Fall war es jedoch kein unbedeutender Anlass, sondern ein wichtiger Teil ihrer Vergangenheit, der mit Macht zurückkehrte.

Mit einigen der Einwohner von Kyonos hatte sie ihren Frieden gemacht. Schließlich hatte sie ihnen gedient, doch sie empfand ihnen gegenüber nicht mehr das Gleiche wie damals, als sie darauf vertraut hatte, dass das ganze Land sie bewundern würde.

Inzwischen wusste sie es besser.

„Ja“, sagte er ruhig, als habe er den warnenden Unterton in ihrer Stimme nicht gehört.

„Die Menschen haben sich eher wie Tiere verhalten, nachdem du gegangen bist“, erklärte sie aufgebracht. „Alles fiel auseinander, aber das weißt du vermutlich.“

„Ich habe mich nicht mehr über Kyonos informiert, seit ich gegangen bin. Außerdem verschwimmen einem die Schlagzeilen vor den Augen, wenn man betrunken ist.“

„Du hast also keine Ahnung und weißt nichts von den katastrophalen Verhältnissen damals? Die Firmen sind abgewandert, das Geld war nichts mehr wert, und die Menschen haben ihre Arbeit verloren.“

„Und all das nur, weil ich gegangen bin?“

„Einiges davon hast du doch sicher mitbekommen.“

„Einiges“, gestand er knapp. „Aber wenn man nur für ein paar Stunden am Tag nüchtern ist, geht vieles an einem vorbei.“

„Da kann ich nicht mitreden.“

„Weil du dich vermutlich nie dem Laster hingegeben hast?“

„So ist es.“

„Ich bin also schuld, dass die Wirtschaft zusammengebrochen ist? Willst du das damit sagen?“

Sie zuckte die Schultern. „Du. Der Tod der Königin. Die Depression des Königs. All das kam zusammen, und niemand traute den Herrschenden mehr über den Weg. Die Leute waren wütend.“

Sie sah ihn an und kämpfte um Gelassenheit, um Stärke. Was ihr passiert war, war kein Geheimnis. Es hatte in allen Zeitungen und im Internet gestanden. Aber es laut auszusprechen war schwer für sie.

Du wirst ihm nicht zeigen, dass es dir etwas ausmacht. Du wirst dich nicht schwach geben. Es spielt keine Rolle. Weil es nichts als Eitelkeit wäre.

„Es gab Unruhen. Die Leute gingen auf die Straße, besetzten die Häuser der Regierungsmitglieder, die für die Wirtschaftskrise verantwortlich waren. Es gab einige Übergriffe, sogar Säureanschläge. Wir haben unser Haus verlassen, nachdem ein Mann versucht hatte, sich Zutritt zu verschaffen und meinen Vater mit Säure überschütten wollte. Mein Vater ist gestolpert, und nur deshalb hat der Angreifer ihn verfehlt. Stattdessen wurde ich getroffen, und ich muss dir wohl nicht sagen, wo.“ Sie versuchte zu lächeln, was schwierig war, wenn eine Hälfte ihres Mundes ihr nicht gehorchen wollte.

Forschend sah sie ihn an. Offenbar war es ihr gelungen, ihn zu schockieren, was sie nicht für möglich gehalten hätte.

„Also ist es wohl nur verständlich, dass die Menschen mich nicht mehr so sehr lieben, wie du glaubst. Als Tochter eines der wichtigsten Regierungsbeamten haben sie mich automatisch mitverantwortlich gemacht für ihr Elend.“ Sie ging an ihm vorbei, um das Gespräch zu beenden.

Doch er hielt sie am Arm fest, und Hitze durchflutete sie. Scharf atmete sie ein, und sein Duft traf sie wie ein Schlag gegen die Brust.

In ihrem Kopf wirbelten Erinnerungen auf, an glänzende Ballsäle und Seidenkleider. An Tänze in den Armen eines Mannes, eine kurze Flucht in den Garten, wo sein Mund beinahe ihren berührt hatte. Ihre vollen, wunderschönen Lippen, die noch nicht entstellt waren. Es wäre ihr erster Kuss gewesen. Am liebsten hätte sie in diesem Moment geweint, weil es nicht soweit gekommen war. Denn jetzt würde sie niemand mehr küssen.

Außerdem hatte sie diesem Vergnügen abgeschworen. Lieber wollte sie anderen Menschen dienen und ihre eigenen Bedürfnisse hintanstellen. Bedürfnisse, die ohnehin keine Rolle mehr spielen sollten. Denn kein Mann würde sie überhaupt noch küssen wollen.

Und Xander … es war zu viel für sie. Nun, da sie ihn nicht mehr wollte, war er gekommen, und nicht vor fünfzehn Jahren, als sie ihn brauchte.

Jetzt wollte sie nur noch Abstand. Xander stand für ein Leben, das sie nicht mehr haben konnte und nicht wollte.

Deshalb sollte er gehen. Damit sie wieder vergessen konnte.

„Ich denke, du solltest jetzt gehen“, meinte sie. „Jetzt weiß du ja, wie es um mich steht. Und solltest du Erlösung suchen, Xander, bist du bei mir an der falschen Adresse.“

„Daran bin ich nicht interessiert. Ich will nur das Richtige tun. Etwas ganz Neues bei mir, oder?“

„Nun, ich kann dir nicht helfen. Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn du wieder dahin zurückkehrst, wo du hergekommen bist.“

„Ich bleibe heute Nacht hier.“

„Wie bitte?“ Sie war schockiert.

„Ich habe mit der Äbtissin gesprochen und ihr die Situation erklärt. Ich will nicht, dass die Öffentlichkeit jetzt schon erfährt, dass ich hier bin. Weil ich noch nicht bereit dafür bin. Und ich habe vor, dich mitzunehmen.“

„Ach ja? Und was ich zu sagen habe, spielt wohl keine Rolle?“

Entschlossen schüttelte er den Kopf. „Nein.“

„Und dass ich nicht mehr wie früher bin, ist auch egal?“

Der kalte, abschätzende Blick, mit dem er ihr Gesicht musterte, war schlimmer als jede Beleidigung. Vor dem Anschlag hatten die Männer, hatte Xander sie nie so eiskalt angesehen. Ganz im Gegenteil.

„Den Rest besprechen wir morgen.“

Damit wandte er sich ab und ging zum Hauptgebäude. Layna blieb im Garten zurück. Ein leiser Fluch kam ihr über die Lippen, doch es war ihr egal, dass es eine Sünde war. Sie konnte nur beten, dass sie Xander nicht noch einmal über den Weg laufen würde.

Am Abend würde sie mit der Äbtissin sprechen. Mit ihrer Hilfe würde er wieder nichts als eine Erinnerung sein, die sie vielleicht eines Tages vergessen könnte.

Früh am nächsten Morgen rief die Mutter Oberin Maria-Francesca sie in ihr Büro.

„Du solltest mit ihm gehen.“

„Ich kann nicht.“ Layna wich einen Schritt zurück. „Ich will nicht in dieses Leben zurückkehren. Ich möchte hier bleiben.“

„Er wünscht doch nur, dass du ihm dabei hilfst, Fuß zu fassen. Und da du anderen Menschen dienen willst, wäre es gut, deine Aufgabe auf diese Weise zu erfüllen.“

„Allein, mit einem Mann.“

„Vielleicht bist du doch nicht berufen, wenn ich mir in diesem Punkt um dein Betragen Sorgen machen muss.“ In ihrer Stimme lag weder Ärger noch Ablehnung, und doch fühlte Layna sich entsetzlich bloßgestellt. Als würden ihre Beweggründe offen vor dieser Frau liegen, die sie als ihre geistige Mentorin betrachtete. Beweggründe, die nicht so uneigennützig waren, wie sie oft befürchtete.

Diese schreckliche Angst und die Unsicherheit. Ihre Eitelkeit. Die Wut. Und unaussprechliche Bedürfnisse, die nie ganz zu verschwinden schienen.

„Das ist es nicht“, sagte Layna. „Ich habe keine Angst, in Versuchung zu geraten.“ Und noch weniger machte sie sich Sorgen darum, dass Xander bei ihr schwach werden könnte. „Es geht nur darum, dass das Äußere …“

„Das ist, worauf Männer schauen, meine Liebe. Aber Gott sieht dein Herz. Was spielt es da für eine Rolle, was die Menschen über dich denken oder was sie von dieser Vereinbarung halten?“

So einfach war das also. Und doch so wirkungsvoll. Auch deshalb fühlte Layna sich hier so wohl. Was jedoch nicht hieß, dass sie die Ruhe und Gelassenheit auch auf einen anderen Ort übertragen könnte.

„Vermutlich ist es egal.“ Das, was sie wollte, spielte keine Rolle. Ein Opfer zu bringen und anderen zu dienen, war manchmal schwer. Aber Ausflüchte wurden nicht akzeptiert.

„Du erhältst dadurch die Gelegenheit, in einer Weise Gutes zu tun, die den meisten anderen von uns nie gewährt wird. Du hast ein offenes Ohr bei unserem Herrscher gefunden, zuerst im Himmel und jetzt auf Erden. Du musst diese Chance nutzen.“

„Ich … werde darüber nachdenken. Und um Einsicht beten.“ Layna blinzelte die Tränen fort, als sie den Raum verließ. Kaum draußen, fing sie an zu laufen und rannte hinaus zum Stallgebäude.

Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Jetzt half ihr nur noch das Reiten.

Und das tat sie, bis ihr der Wind in den Augen brannte und sie nicht mehr wusste, ob ihre Tränen davon rührten oder von dem Gefühlsaufruhr in ihr.

Layna ritt den Hügel hinauf und sah dann hinunter auf die Wellen, die sich an den Felsen brachen. Sie hatte das Gefühl, als würde auch sie von einer unsichtbaren Macht herumgeschleudert.

Das Leben verlangte ihr zu viel ab, obwohl sie bereits alles gegeben hatte.

Sie beugte sich vor und schmiegte das Gesicht an Phineas Hals. Maria-Francesca hatte recht. Und es tat weh, sich dies einzugestehen. Sie hatte nie das Gelübde abgelegt. Und das lag vor allem an ihr.

An dem...



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