E-Book, Deutsch, 128 Seiten
Reihe: Edinburgh Love Stories
Young Castle Hill - Stürmische Überraschung
14001. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8437-0871-5
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 128 Seiten
Reihe: Edinburgh Love Stories
ISBN: 978-3-8437-0871-5
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Samantha Young wurde 1986 in Stirlingshire, Schottland, geboren. Seit ihrem Abschluss an der University of Edinburgh arbeitet sie als freie Autorin und hat bereits mehrere Jugendbuchserien geschrieben. Mit der Veröffentlichung von »Dublin Street« und »London Road«, ihren ersten beiden Romanen für Erwachsene, wurde sie zur internationalen Bestsellerautorin.
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KAPITEL 2
Mission erfüllt
Ich habe mir überlegt, vielleicht meinen Job im Club 39 zu kündigen«, rief ich Braden vom Schlafzimmer aus zu. Er war früher als sonst von der Arbeit nach Hause gekommen und kochte gerade Kaffee für uns.
»Wieso?«, rief er zurück. »Ich dachte, die Arbeit gefällt dir.«
Ich klappte meinen Laptop zu. Ich würde später an dem Kapitel weiterschreiben. Es kam nicht oft vor, dass Braden um fünf Uhr Feierabend machte, und ich wollte die Gelegenheit ausnutzen.
Ich schlenderte in die Küche, blieb jedoch stehen, als mein Blick auf den Küchentisch fiel. Braden hatte seinen Laptop eingeschaltet, überall lagen Zettel und aus Magazinen herausgerissene Seiten herum. »Na ja …« Ich sah ihn an, während er Zucker in seinen Kaffee rührte. »Ich möchte einfach mal ein freies Wochenende mit dir zusammen haben, und Jo hört auch auf, insofern …« Ich zeigte auf den Tisch. »Was ist das alles?«
Er reichte mir meine Kaffeetasse. »Hochzeitsvorbereitungen.«
»Hochzeitsvorbereitungen?«
Braden setzte sich vor seinen Laptop und bedeutete mir mit einem Nicken, neben ihm Platz zu nehmen. »Ich habe versprochen, alles zu organisieren, und du hast gesagt, du hilfst mir. Ich treffe keine endgültigen Entscheidungen, ohne dich vorher zu fragen.«
Aus Dankbarkeit, dass er Ellies Pläne zur Pinkifizierung unserer Hochzeitsfeier durchkreuzt und sie als unseren Hochzeitsplaner abgelöst hatte, hatte ich mich einverstanden erklärt, ihm zu helfen. Ich nahm meinen Kaffee, setzte mich hin und sah mir alles an. Viel war es noch nicht, aber unsere Entscheidungen waren mehrere tausend Pfund wert, deshalb mussten wir uns ganz sicher sein. Wir hatten uns darauf geeinigt, die Kosten für die Hochzeit zu teilen – was ich angesichts der Höhlenmenschen-Tendenzen meines Verlobten überaus fortschrittlich von ihm fand.
»Wie ist denn der Stand der Dinge?«
»Die Kirche ist gebucht, aber wir müssen uns noch entscheiden, wo der Empfang stattfinden soll.« Braden drehte den Laptop zu mir herum. »Ich mag das Balmoral Hotel. Ich habe auch schon einen Kostenvoranschlag. Was hältst du davon?«
Ich las gerade das PDF durch, das ihm das Hotel geschickt hatte, als ich einen Schlüssel im Schloss hörte. Das konnten nur Ellie oder Adam sein.
»Ich bin’s!«, rief Ellie. »Bevor ich einen Schritt in die Wohnung mache – seid ihr angezogen?«
Lachend versicherte ich ihr, dass sie nichts zu befürchten habe. Keine Ahnung, woher sie den Eindruck hatte, Braden und ich hätten den ganzen lieben langen Tag hemmungslosen Sex.
Kurz darauf tauchte Ellie in der Küchentür auf. Sie hatte ein breites Lächeln im Gesicht und hielt eine Tüte mit Essen in die Höhe, aus der es köstlich duftete. »Braden hat mir von der Hochzeitsplanungssitzung erzählt. Ich habe was vom Inder mitgebracht!«
»Obwohl ich dich als Hochzeitsplanerin gefeuert habe, erlaube ich dir zu bleiben, weil du uns was zur Stärkung bringst.« Ich stand auf, um ihr zu helfen, das Essen anzurichten.
»Ich weiß.« Sie lächelte ein wenig verschämt. »Aber das ist alles so aufregend! Ich wollte einfach dabei sein und sehen, wofür ihr euch entscheidet.«
»Du hast kein Vetorecht«, sagte Braden mit einem strengen Blick. »Deswegen bin ich ja überhaupt erst Hochzeitsplaner geworden.«
»Ich werde ganz brav sein«, versprach sie. »Ach so, die hier habe ich euch mitgebracht.« Sie hielt mir eine weiße Plastiktüte hin, während ich mit den Tellern hantierte.
»Was ist das?«, fragte ich argwöhnisch.
»Kerzen.« Ellie zog sich die Jacke aus. »Hier ist es so kahl, seit ich ausgezogen bin. Ich dachte, mit denen wird es vielleicht ein bisschen wohnlicher.«
Ich tauschte einen belustigten Blick mit Braden und stellte die Tüte auf die Arbeitsfläche. Ellie war bekanntermaßen ein großer Fan von Krimskrams und Nippes. Ihre Vorstellung von »kahl« entsprach nicht der eines normalen Menschen. »Wir sind Minimalisten. Aber danke.«
»Oohh!«, gurrte Ellie, als sie über Bradens Schulter spähte und den Winkel des Monitors veränderte. »Das Balmoral? Was sagst du denn dazu, Joss?«
»Ich finde es wunderschön«, antwortete ich wahrheitsgemäß. Ich hatte mir die Fotos angesehen und bereits entschieden, dass ich Bradens Vorschlag zustimmen würde. Es würde die Sache beschleunigen, außerdem hatten wir ja sowieso denselben Geschmack.
»Ja?«, fragte er.
»Definitiv.« Ich brachte ihm einen Teller mit Curry und Reis. Rein zufällig senkte ich dabei den Blick und bemerkte Ellies Schuhe. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als ich sie fragte: »Süße, hast du dir in letzter Zeit mal deine Füße angesehen?«
Ellie zog verwirrt die Nase kraus und schaute nach unten. Sie seufzte. »Ach, Mist.«
Braden hatte seinen Teller von mir entgegengenommen und sah nun ebenfalls neugierig zu Boden. Prompt verschluckte er sich an einem Bissen Curry.
Ich lachte.
Ellie trug zwei verschiedene Schuhe. Es waren flache Schuhe, die ziemlich ähnlich aussahen, aber es gab keinen Zweifel: Einer war schwarz, der andere braun. »Ich laufe schon den ganzen Tag so durch New Town.«
»Ich glaube nicht, dass viele Leute auf deine Füße geachtet haben.«
Ellie streifte sich die Schuhe von den Füßen, und dann setzten wir uns alle an den Tisch, um zu essen und zu planen. Na ja, Braden hatte das meiste schon geplant, ich musste seine Entscheidungen nur noch abnicken und Ellie den Mund zuhalten, als sie ihre Meinung zu den Blumen allzu wortreich kundtat.
Wir waren fast fertig, als Ellies Handy klingelte. Es war Adam, der sie bat, nach Hause zu kommen. So wie sie beim Telefonieren errötete, war seine Bitte wohl ziemlich unverblümt und nicht frei von sexuellen Anspielungen.
Sie stand eilig auf, lächelte mir zu und gab ihrem Bruder einen Kuss auf die Wange. »Das hat Spaß gemacht. Danke, dass ich eure Planungssitzung sprengen durfte. Wir sehen uns bald!« Sie tanzte aus der Küche, in Gedanken bereits bei ihrem Freund.
»Sag Adam einen schönen Gruß von mir!«, rief ich ihr nach.
»Mach ich!« Die Wohnungstür fiel mit einem Knall hinter ihr zu.
Ich schob meinen Teller weg, stützte das Kinn in die Hand und lächelte Braden an. »Danke, dass du alles organisiert hast.«
»Gern geschehen.« Sein eigenes Lächeln ging in ein Gähnen über. Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Er sah hundemüde aus. »Jetzt müssen wir uns nur noch um den Junggesellen- beziehungsweise Junggesellinnenabschied kümmern.«
»Wollten das nicht Adam und Ellie übernehmen?«
»Ja, Gott sei Dank.«
»Ha!«, machte ich. »Du hast gut reden. Ich glaube kaum, dass Adam für deinen Junggesellenabschied eine elegante Teeparty vorschwebt.«
»Nee.« Braden feixte. »Eine Nacht im Casino.«
Ich zog einen Schmollmund. »Ich will auch eine Nacht im Casino.«
»Was hindert dich? Ich werde Adam sagen, er soll Ellie in die richtige Richtung lenken.«
»Wir können doch nicht am selben Ort feiern.«
Braden lehnte sich zu mir und sah mich neugierig an. »Wieso nicht?«
Ich blinzelte verdutzt. Die Antwort lag doch wohl auf der Hand. »Na ja, weil es ein symbolischer Abend sein soll, an dem wir unseren Abschied vom Singledasein feiern.«
»Aber wir sind doch gar keine Singles. Wir sind verheiratet, auch ohne Trauschein. Wir sollten die Symbolik ändern und gemeinsam feiern. Wir feiern so, wie wir den Rest unseres Lebens verbringen wollen.«
Dabei sah er mich mit diesem Blick an, den ich so liebte – ein Blick, der alles ausdrückte, was er empfand. »Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der deinem Charme widerstehen könnte«, teilte ich ihm leise mit.
Er schmunzelte. »Dann gefällt dir die Idee?«
»Sehr sogar. Mir gefällt jedes einzelne Wort, das du gesagt hast. Aber ich weiß genau, wie sehr Ellie sich auf den Abend freut, und deshalb werden wir uns den Wünschen unserer Freunde fügen.«
»Adam hat was von Strippern erwähnt«, warnte Braden. Seine Augen blitzten.
»Wenn Adam für dich einen Stripper bestellt, dann zwinge ich Ellie, für mich auch einen Stripper zu bestellen.«
Braden lachte und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. »Lass uns was vereinbaren: keine Stripper.«
Ich hob mein Wasserglas und wartete, bis Braden es mir gleichtat. »Keine Stripper.«
»Keine Stripper«, wiederholte er.
»Das sollten wir zum Motto unserer Ehe machen.«
Braden nickte lachend. »Unbedingt.«
Ich schenkte ihm ein Lächeln und deutete auf die Unterlagen. »Sind wir dann für heute Abend fertig? Können wir uns jetzt aufs Sofa fläzen und uns einen Film reinziehen?«
»Natürlich.«
Wir spülten gemeinsam unsere Teller und räumten die Hochzeitsunterlagen weg. Eine halbe Stunde später lagen wir zusammen auf der Couch und schauten uns einen Actionfilm an. Ich hatte meinen Kopf an Bradens Brust gebettet, und er hatte seinen Arm um mich gelegt.
Nach etwa vierzig Minuten hob ich den Kopf, schaute Braden ins Gesicht und sagte: »Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich das für den Rest meines Lebens mit dir machen darf.«
Erstaunt über dieses ungewohnt emotionale Geständnis, musterte Braden mich. Seine Augen blitzten belustigt. »Was denn? Filme...




