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Yurtdas | Wo auch ich zu Hause bin. Eine türkisch-deutsche Familiengeschichte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 177 Seiten

Yurtdas Wo auch ich zu Hause bin. Eine türkisch-deutsche Familiengeschichte


1. Auflage 2004
ISBN: 978-3-86520-041-9
Verlag: Allitera Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 177 Seiten

ISBN: 978-3-86520-041-9
Verlag: Allitera Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Mit diesem Roman in Tagebuchform führt Barbara Yurtdas¸ die Geschichte der Familie Bulut fort, die sie in dem Buch »Wo mein Mann zu Hause ist« begonnen hat. Irmgard Bulut bewältigt inzwischen ihren »exotischen« Alltag in der Türkei mit Routine und Gelassenheit. Mit Übersetzungsarbeiten für eine Reisezeitschrift trägt sie nicht nur zum Unterhalt der Familie bei, sondern auch zu einem besseren Verständnis der Kulturen. Es gibt Probleme, als die alten Schwiegereltern aus dem anatolischen Dorf bei ihrem Sohn überwintern wollen: Denn auch in der Türkei gelten die traditionellen Regeln der Großfamilie nicht mehr ungebrochen, auch hier klafft ein Abgrund zwischen Dorf und Stadt. Wie Irmgard sich dann doch mit ihrer Schwiegermutter verständigt, liest sich als Sieg der Frauensolidarität über alle Grenzen hinweg und wird mit Augenzwinkern erzählt.

Über den Autor

Barbara Yurtdas¸ , geboren 1937 in Leipzig, Studium in München, Gymnasiallehrerin. Verheiratet mit einem Türken, lebt in Izmir und München.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Zu diesem Buch;3
2;Izmir, den 22. Oktober 1991;6
3;23. Oktober;10
4;24. Oktober;12
4.1;abends;13
5;25. Oktober, Freitag;17
5.1;abends;18
5.2;drei Uhr nachts;18
6;27., Sonntag;19
7;28. Oktober;20
7.1;später;21
8;29. Oktober 1991;22
9;30. Oktober;23
10;November 1991;23
11;Dezember 1991;40
12;26. Dezember 1991;63
13;Jahresende;66
14;Januar 1992;66
15;Sonntag;81
16;26. Januar 1992;95
17;Februar ;96
18;Nachmittägliches Treffen bei Gabi;106
19;Nacht;128
20;März;136
21;Traum;163
22;31. März;165
23;April;166
24;Glossar;175


Jahresende (S. 65)

So viel Schnee wie in diesem Winter gab es noch nie in Izmir (laut Zeitung seit 35 Jahren nicht). Schneebedeckte Palmen, welch ein Anblick! Wir schauen durchs Fenster den schwebenden Flocken zu, und die anne sagt: »Wie bei uns in Niggde.« Wie bei uns in München.

Das Kabinett hat zu Neujahr Preiserhöhungen für die Produkte der Staatsbetriebe genehmigt. Tee, Zucker, Zigaretten und rakl werden »nur« um zwanzig Prozent teurer. Bei Energie, also Benzin, elektrischem Strom, Heizöl, ziehen die Preise dagegen kräftig an. Die Kochgasflaschen zum Beispiel, die jeder Haushalt braucht, sollen 48 Prozent mehr kosten. Ebenso erhebliche Steigerungen bei Holz, Koks, Eisen, den Tickets für Bahnfahrten und Inlandsflügen. Das Inflationskarussell dreht sich wieder schneller. Demirels hilfloser Kommentar: »Üzgünüm« (Es tut mir leid)! Es ist wohl realistisch, auch von der neuen Regierung keine Wunder zu erwarten.

Januar 1992

Täglich geht ein Glas oder eine Tasse kaputt, verschmort die Anne einen Plastiklöffel in der Pfanne, wird einem Messer die Spitze abgebrochen. Gerade hat Ahmed auf meiner Muskatreibe Knoblauch gerieben. Die feinen Poren sind verstopft. Ich schreie ihn an – gibt es keine Knoblauchpresse? – und schmeiße die Reibe weg, obwohl ich keine ähnliche hier nachkaufen kann. Keine Achtsamkeit im Umgang mit all den »kostbaren« Küchengeräten aus Deutschland. Wenn Ahmed seine Gartengeräte draußen rumliegen lässt, so dass sie verrosten, geht mich das nichts an, während es mich wahnsinnig macht, wenn er und seine Mutter in der Küche werkeln. Dabei muss ich ja dankbar sein, dass sie mich mit all der Arbeit nicht alleine lassen.

Das Gummi von Ahmeds neu gekaufter Trainingshose platzt. Er schimpft: »Türk isi« (türkische Arbeit, typisch türkisch). Aber ich darf um Himmels willen nicht dasselbe sagen, wenn wir, wie heute, plötzlich ohne einen Tropfen Wasser dastehen. Rätselhaft, dass unser randvoller Reservetank die Versorgung nicht übernimmt.



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