Zadoff | Boy Nobody (Boy Nobody 1) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Boy Nobody

Zadoff Boy Nobody (Boy Nobody 1)

Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7607-9993-3
Verlag: arsEdition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Boy Nobody

ISBN: 978-3-7607-9993-3
Verlag: arsEdition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit 12 Jahren wurde er rekrutiert, um tödliche Missionen zu 'erledigen'. Mit 16 ist BOY NOBODY einer der Besten. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Weil er seine Zielobjekte schnell und effektiv aus dem Weg räumt. Seine aktuelle Mission ändert jedoch alles: Denn die Zielperson ist ganz und gar nicht, was sie scheint. Und sie kommt ihm gefährlich nahe. Zu nahe. Aber BOY NOBODY wird auch diesen Auftrag erfolgreich zu Ende bringen. Weil er einer der Besten ist. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Oder etwa nicht ...?

Allen Zadoff hat 2010 mit Food, girls and other things I can't have den Sid Fleischmann Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal arbeitet...
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Es passiert manchmal, wenn ich einen Auftrag erledigt habe.


Dann kommen Erinnerungen hoch. Ich weiß nicht, warum.

Sie verschwinden wieder, wenn ich abgelenkt bin.

Ich bin jetzt eine Meile von Jacks Zuhause entfernt und nähere mich der Stelle, wo ein Wagen für mich bereitsteht. Normalerweise würde ich so schnell wie möglich die Stadt verlassen.

Normalerweise.

Aber heute stimmt was nicht.

Ich spüre es, kurz bevor es passiert. Irgendwas hat sich kaum merklich verändert. Jeder Mensch besitzt Intuition, aber nicht jeder weiß sie zu deuten. Ich habe gelernt, darauf zu hören, kleine Veränderungen in meiner Umgebung wahrzunehmen, Ereignisse vorherzusehen.

Und ich habe gelernt zu reagieren.

Meine Intuition sagt mir, dass etwas passieren wird.

Und dann passiert es.

Eine dunkelgraue Limousine biegt um die Ecke. Als der Fahrer mich bemerkt, macht der Wagen einen Schlenker nach links. Das geschieht im Bruchteil einer Sekunde, wie wenn jemand im letzten Moment ein Schlagloch entdeckt und das Steuer herumreißt, um ihm auszuweichen.

Aber hier ist kein Schlagloch, hier bin nur ich.

Es ist eine natürliche menschliche Reaktion: Wenn man plötzlich etwas entdeckt, wonach man gesucht hat, reagiert der Körper. Beim Poker nennt man das einen , einen Tic, der den Spieler verrät.

Dieser Fahrer hat einen Tell. Das ist gut.

Denn bis der Wagen mitten auf der Straße zum Stehen kommt, habe ich ein paar Sekunden Zeit, um mich vorzubereiten.

Blitzschnell erfasse ich meine Umgebung: Die Straße hinter mir ist leer. Links und rechts sind Vorgärten mit Bäumen und Sträuchern, die den Blick der Hausbewohner auf die Straße versperren. Etwa zwanzig Meter vor mir steht der Wagen.

Ich gehe ein paar Schritte darauf zu und kann jetzt auch das Nummernschild erkennen. Es ist keiner der Wagen von Jacks Vater, denn dieser hier hat ein Diplomatenkennzeichen.

Die Türen öffnen sich. Vier Asiaten steigen aus. Lässig, als wären vier Anzugtypen mitten auf einer Vorortstraße das Normalste der Welt.

Meine zwei Möglichkeiten:

Ich kann mich in die Büsche schlagen. Sehen, wie gut sie zu Fuß sind.

Manche behaupten, dass es in einer solchen Situation sinnvoller ist, sich jeden Gegner einzeln vorzunehmen.

Ich bin anderer Meinung.

Es gibt einen Trick, den ich von den Leuten, die mich ausgebildet haben, gelernt habe: Fokussiere die eigene Schlagkraft und komm deinem Gegner so nah, dass sein Aktionsradius eingeschränkt ist.

Diesen Trick wende ich an.

Das Problem ist: Ich trage keine Waffe und meinen Giftkuli habe ich in einem Gully entsorgt. Mein leerer Rucksack liegt in einem Müllcontainer.

Also muss ich mich ganz auf mein Können verlassen.

Meine Fähigkeiten sollten reichen.

Aber sicher bin ich mir nicht.

Unbeirrt schlendere ich auf den Wagen zu. Zehn Meter noch. Ich bin ein harmloser sechzehnjähriger Junge, der die Straße entlanggeht. So sollen sie mich sehen.

Außerdem ist es die Wahrheit. Ich bin sechzehn. Und ich gehe die Straße entlang.

Beim Näherkommen höre ich, wie sich die Männer auf Mandarin unterhalten. Ich sehe, dass sie billige Anzüge tragen und dass ihre Jacketts über den massigen Schultern spannen.

Diplomaten haben keine massigen Schultern. Vielleicht, wenn einer Bodybuilding betreibt. Aber nicht gleich vier auf einmal.

Ich kenne diese Typen nicht. Sie sind mir bei diesem Auftrag nie begegnet. Aber sie wissen irgendwas über mich, weil sie mich anstarren wie hungrige Löwen ihre Beute.

Ich muss mich vorsehen.

»He, du da«, sagt einer von ihnen. »Wir haben uns verfahren. Kannst du uns vielleicht helfen?«

Sein Englisch ist gut. Seine Masche weniger.

Niemand parkt seinen Wagen mitten auf der Straße, um nach dem Weg zu fragen.

Das Ganze ist lächerlich, aber ich bin ein Teenager, also unterschätzen mich die Leute.

Die meisten Teenager wollen unbedingt beweisen, wie tough sie sind.

Ich nicht.

Es ist gut, wenn man unterschätzt wird. So etwas nennt man einen taktischen Vorteil.

Auf die Frage des Chinesen antworte ich deshalb nur: »Klar. Wohin wollen Sie denn?«

Er ist ein bisschen überrascht, aber nicht sehr.

Unterschätzt mich immer noch.

»Ich habe die Adresse in meinem Handy«, sagt er.

Er hält mir mit ausgestrecktem Arm ein Smartphone hin. Also müsste ich mich ihm auf Armlänge nähern, um aufs Display sehen zu können, aber darauf falle ich nicht herein.

Ich gehe ein paar Schritte auf ihn zu.

Die beiden Typen vom Rücksitz stellen sich hinter ihre Kumpel; die Schlinge zieht sich zu. Sie sind sich ihrer Sache sicher. Das erkenne ich an ihrer Körperhaltung.

Zweimal zwei. Während ich noch ein paar Schritte auf sie zugehe, versuche ich die Situation zu analysieren: muskulöse Oberkörper, Kurzhaarschnitte und Diplomatenkennzeichen. Wahrscheinlich handelt es sich um chinesische Agenten. Ich vermute, dass Jacks Vater mit ihnen Geschäfte gemacht hat und ich ihn deshalb liquidieren sollte.

Aber ich weiß es nicht mit Sicherheit. Ich muss es auch nicht wissen.

Ich stelle keine Fragen. Ich bekomme einen Auftrag und erledige ihn.

Meistens ist das kein Problem, aber diesmal muss irgendwas schiefgelaufen sein, sonst wären sie nicht hier. Ich bin aufgeflogen.

Ich hebe mir die Fragen für später auf.

Jetzt zählt nur eins: Überleben.

Ich kämpfe nicht zum Vergnügen. Ich kämpfe nur, wenn ich muss.

Wenn sie mich erst im Wagen mit den Diplomatenkennzeichen haben, ist es zu spät. Die Polizei wird nicht eingreifen. Keiner wird mir zu Hilfe kommen.

Das muss ich verhindern.

Der Typ, der Englisch gesprochen hat, hält mir sein Smartphone hin. Er erinnert mich an einen dieser Tiefseefische, die so ein Anhängsel vorm Maul hängen haben, um ihre Opfer anzulocken. Eine Laune der Natur.

Leistungskurs Biologie. Thema: Konkurrenten und Räuber in der Tierwelt.

Dieser Typ hat stattdessen ein Handy. Er schwenkt es vor meiner Nase hin und her.

Ich schlucke den Köder.

Ich reiße es ihm aus der Hand.

Und schmettere es ihm gegen das Nasenbein. Ich stelle keine Fragen und ich zögere nicht. Nicht bei vier Männern.

Das Glas splittert. Seine Nase knackt.

Bevor er zu Boden geht, nehme ich mir schon den nächsten vor. Diesmal mit einer Ecke des Handys. Mit einer schnellen Drehbewegung hole ich aus und treffe ihn am linken Auge. Dann stoße ich ihm das Handy ins rechte Auge. Sein Augapfel leistet nur kurz Widerstand, bevor er zerplatzt.

Zwei weniger.

Bisher war das Überraschungsmoment auf meiner Seite. Das ist jetzt vorbei.

Der dritte Mann kommt auf mich zu. Er ist größer und kräftiger als die anderen. Er schützt sein Gesicht mit den Händen. Er wird nicht in dieselbe Falle tappen wie seine Kumpel.

Aber in eine andere.

Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass sich der vierte Mann etwas entfernt hat. Ich nutze meine Chance. Ich hechte zur offenen Autotür und springe in den Wagen. Genau hier wollte mich Nummer drei noch vor einer Minute haben. Aber bei einem Kampf ist eine Minute lang. Er dachte, er könnte mich auf den Rücksitz zerren. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig, als mir zu folgen.

Ich tue so, als wolle ich auf der anderen Seite des Wagens wieder rausspringen.

Stattdessen bleibe ich sitzen.

Er wirft sich auf den Rücksitz.

Auf engem Raum ist der Wendige dem Stämmigen überlegen.

Ich bin wendig. Er ist stämmig.

Er versucht auszuholen, um mir einen Schlag zu versetzen, aber dafür reicht der Platz nicht.

Ich habe immer noch das Handy. Ich packe es mit der Faust und schlage dreimal kräftig zu.

Er ist überrascht, aber nicht außer Gefecht gesetzt.

Mit einem Satz bin ich aus dem Auto, und als er mir folgen will, schlage ich ihm die Wagentür ins Gesicht.

Ohnmächtig geht er zu Boden.

Er kann mit Schlägen umgehen, aber nicht mit einer Wagentür, die ihn am Kopf trifft. Das kann niemand.

Als ich aufsehe, entdecke ich den vierten Mann, der mich mit einer Pistole in der Hand erwartet.

Er hat eine Waffe und ich habe ein kaputtes Smartphone.

Nicht gerade faire Bedingungen.

Ein Anfänger würde jetzt glauben, dass er den Kampf schon gewonnen hat. Aber der vierte Mann ist schlau. Er hat mich beobachtet und dazugelernt.

Er bleibt in sicherer Entfernung.

Er hat die Waffe auf meinen Körper gerichtet. Was bedeutet, dass er damit umgehen kann. Wenn man auf den Kopf zielt und das Opfer eine schnelle Bewegung macht, hat man kaum eine Chance zu treffen. So schon.

Ich benutze keine Waffen, aber ich kenne mich damit aus. Jedenfalls genug, um zu wissen, dass ich ein Problem habe.

Er bedeutet mir mit dem Kopf, mich umzudrehen. Er fuchtelt nicht mit dem Lauf herum, wie es ein unerfahrener Schütze tun würde.

Wenn ich mich jetzt umdrehe, habe ich verloren.

Ich glaube nicht, dass er mich erschießen wird. Er wird mich irgendwo hinbringen und mir Fragen stellen. Das ist viel schlimmer, als erschossen zu werden.

Ich denke an meinen Vater. Als ich ihn das letzte Mal sah, war ich zwölf Jahre alt. Er war mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt und blutete. Jemand hatte ihm Fragen gestellt.

Fragen sind...


Zadoff, Allen
Allen Zadoff hat 2010 mit Food, girls and other things I can't have den Sid Fleischmann Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal arbeitet...

Allen Zadoff hat 2010 mit Food, girls and other things I can't have den Sid Fleischmann Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal arbeitet...



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