Zahn Star Wars. Die Kundschafter. Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07827-0
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 480 Seiten
ISBN: 978-3-641-07827-0
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Darauf haben die Leser schon sehr lange gewartet: Endlich wird eine der größten Star-Wars-Legenden erzählt!
Die atemberaubende Geschichte einer unvorstellbar kühnen Expedition: Wenige Jahre vor den Klonkriegen begeben sich fünzigtausend Männer, Frauen und Kinder an Bord eines gigantischen Raumschiffes. Ihr Ziel: die Kolonisierung ferner und bislang unbekannter Welten. Doch das Projekt steht von Anfang an unter einem ungünstigen Stern – denn mächtige Feinde wollen einen Erfolg der Mission mit allen Mitteln verhindern. Und so beginnt für die Kolonisten schon bald der Kampf ums nackte Überleben …
Star Wars ist und bleibt ein unvergleichliches Kultspektakel!
Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die »Thrawn«-Trilogie (Legenden), die mehrere Jahre nach dem Ende von »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« spielt und die Geschichte des »Star Wars«-Universums in eine neue Zeit vorantreibt (»Expanded Universe«). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer »Star Wars«-Romane. Für seine Novelle »Cascade Point« wurde Zahn mit dem renommierten Hugo Award ausgezeichnet.
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1
Der leichte Frachter Bargain Hunter bewegte sich silbergrau durch die Schwärze des Alls, und das Licht der fernen Sterne spiegelte sich auf seinem Rumpf. Seine Lichter waren gedämpft, die Fenster überwiegend so dunkel wie der Raum, der ihn umgab, und die Navigationssignale schwiegen.
Aber sein Antrieb gab alles her, was er hatte.
»Da!«, rief Dubrak Quennto über das angestrengte Dröhnen des Triebwerks hinweg. »Da ist er wieder!«
Jorj Car’das biss die Zähne fest zusammen, damit sie nicht klapperten, und hielt sich mit einer Hand an der Armlehne seines Sitzes fest, während er mit der anderen gerade noch rechtzeitig die restlichen Koordinaten in den Navigationscomputer eingab – die Bargain Hunter brach ruckartig zur Seite aus, während zwei leuchtend grüne Blastergeschosse knapp an der Brückenkuppel vorbeirasten. »Car’das?«, rief Quennto. »Mach schon, Junge.«
»Ja, ja«, erwiderte Car’das und verzichtete lieber auf die Bemerkung, dass es Quenntos altmodische Navigationsanlage war, die so langsam arbeitete, und nicht seine. Das Gleiche galt auch für den Mangel an Diplomatie und Vernunft, der ihnen diesen Ärger überhaupt erst eingebrockt hatte. »Können wir nicht einfach mit ihnen reden?«
»Tolle Idee«, fauchte Quennto. »Und vergiss nicht, Progga bei dieser Gelegenheit zu seiner ausgeprägten Fairness bei Geschäftsabschlüssen zu gratulieren. Das wirkt bei Hutts immer.«
Sein letztes Wort wurde von einer weiteren Salve Blasterschüsse untermalt, die dem Schiff noch näher kamen als die letzten.
»Rak, das Triebwerk kann dieses Tempo nicht ewig mitmachen«, warnte Maris Ferasi, die Copilotin. In ihrem dunklen Haar leuchteten jedes Mal, wenn ein Schuss vorbeizischte, grüne Streiflichter auf.
»Das muss es auch nicht«, erwiderte Quennto grollend. »Nur, bis wir ein paar Zahlen haben. Car’das?«
An Car’das’ Schaltpult leuchtete ein Licht auf. »Fertig«, rief er und gab die Daten zur Pilotenstation durch. »Es ist allerdings kein sehr langer Sprung …«
Ein Kreischen von irgendwo im Heck schnitt ihm das Wort ab, und statt der vorbeirasenden Blasterschüsse waren auf einmal hell leuchtende Sternenlinien zu sehen, als die Bargain Hunter in den Hyperraum sprang.
Car’das holte tief Luft und stieß sie langsam wieder aus. »Auf so etwas war ich wirklich nicht scharf«, murmelte er. Er hatte vor nicht einmal sechs Standardmonaten bei Quennto und Maris angeheuert, und nun flohen sie schon zum zweiten Mal, um ihre Leben zu retten.
Und diesmal war es ein Hutt, den sie gegen sich aufgebracht hatten. Quennto, dachte er finster, hatte wirklich ein Händchen dafür, sich seine Gegner auszusuchen.
»Alles in Ordnung, Jorj?«
Car’das blickte auf und blinzelte einen Schweißtropfen weg, der irgendwie den Weg in sein Auge gefunden hatte. Maris hatte sich auf ihrem Sitz umgedreht und sah ihn besorgt an. »Ja, sicher«, antwortete er und zuckte innerlich zusammen, als er hörte, wie zittrig er klang.
»Klar doch«, versicherte auch Quennto, nachdem er sich ebenfalls umgedreht hatte, um Maris, dem jüngsten Besatzungsmitglied, einen Blick zuzuwerfen. »Diese Schüsse sind uns nicht mal nahe gekommen.«
Car’das nahm seinen ganzen Mut zusammen. »Weißt du, Quennto, es steht mir vielleicht nicht zu, so etwas zu sagen …«
»Nein, das tut es nicht, also lass es lieber«, unterbrach ihn der ältere Mann barsch und wandte sich wieder dem Steuerpult zu.
»Progga der Hutt gehört nicht gerade zu den Leuten, mit denen man sich anlegen sollte«, fuhr Car’das dennoch fort. »Erst dieser Rodianer …«
»Ein Wort über die Etikette an Bord, Junge«, sagte Quennto und drehte sich gerade weit genug um, dass Car’das den wütenden Ausdruck in einem seiner Augen erkennen konnte. »Man widerspricht dem Captain nicht. Niemals. Es sei denn, du willst, dass dies deine erste und letzte Tour mit uns ist.«
»Es würde mir schon genügen, wenn es nicht die letzte Tour meines Lebens wäre«, murmelte der jüngere Mann.
»Was war das?«
Car’das verzog das Gesicht. »Nichts.«
»Mach dir wegen Progga keine Sorgen«, versuchte Maris ihn zu beruhigen. »Er ist verdammt cholerisch, aber er wird auch wieder friedlich werden.«
»Bevor oder nachdem er uns drei erledigt und sich alle Felle genommen hat?«, fragte Car’das und warf einen unbehaglichen Blick auf die Daten vom Hyperantrieb. Diese Instabilität am Nullifikator wurde eindeutig schlimmer.
»Oh, Progga wird uns nicht auf die Streckbank schnallen.« Quennto schnaubte verächtlich. »Das wird er Drixo überlassen, wenn wir ihr erzählen müssen, dass er sich ihre Ladung geschnappt hat. Du hast den nächsten Sprung doch hoffentlich fertig, oder?«
»Ich arbeite dran«, sagte Car’das mit einem Blick zum Computer. »Aber der Hyperantrieb …«
»Achtung!«, unterbrach ihn Quennto. »Wir kommen raus!«
Die Sternenlinien zogen sich wieder zu Sternen zusammen, und Car’das gab die Befehle für einen vollständigen Sensorscan ein.
Und zuckte zusammen, als eine Salve von Blasterschüssen an der Kuppel vorbeizischte.
Quennto stieß ein Schimpfwort aus. »Was in allen Systemen …«
»Er ist uns gefolgt«, erklärte Maris verdutzt.
»Und er befindet sich in Schussweite«, fauchte Quennto und warf die Bargain Hunter in eine weitere Reihe von Ausweichmanövern, die allen den Magen verdrehten. »Car’das, schaff uns hier raus!«
»Ich versuche es ja!«, rief Car’das zurück. Er musste sich anstrengen, um lesen zu können, was auf den Displays stand, denn sie schienen vor seinen Augen zu hüpfen und zu wackeln. Es war unmöglich, dass der Computer den nächsten Sprung berechnen konnte, bevor selbst Quenntos Glück ein Ende fand und der vor Wut schäumende Hutt hinter ihnen sie endlich einholte.
Aber wenn Car’das schon keinen Ort finden konnte, wohin sie fliehen konnten, dann sollte er vielleicht jene Orte herausfiltern, wo sie nicht hinfliehen sollten …
Der Himmel direkt vor ihnen war voller Sterne, aber es gab auch viel leeren schwarzen Raum zwischen ihnen. Car’das wählte die größte Lücke und tippte einen Kurs ein. »Versuch das hier mal«, sagte er und gab Quennto die Daten durch.
»Was meinst du mit versuchen?«, fragte Maris.
Der Frachter schwankte, als ein paar Schüsse seine Schilde trafen. »Schon gut«, sagte Quennto, bevor Car’das antworten konnte. Er gab die Daten ein, und wieder zogen sich die Sterne zu langen Linien und verblassten dann zum fleckigen Himmel des Hyperraums.
Maris atmete schnaubend aus. »Das war verdammt knapp.«
»Sieht aus, als wäre er wirklich sauer«, stimmte Quennto zu. »Aber zunächst mal, wie Maris schon sagte, Junge: Was meintest du mit versuchen?«
»Ich hatte keine Zeit, den Sprung richtig zu berechnen«, erklärte Car’das. »Also habe ich uns einfach auf einen leeren Fleck ohne Sterne ausgerichtet.«
Quennto drehte den Sitz herum. »Du meinst, auf einen Fleck, an dem keine Sterne zu sehen waren?«, fragte er in einem Tonfall, der Schlimmes ahnen ließ. »Einen leeren Fleck ohne kollabierte Sterne oder dunkle Masse, die einmal zu einem Stern wird, oder etwas, das vielleicht hinter Staubwolken verborgen liegt? Meintest du diese Art leeren Fleck?« Er deutete vage zur Cockpitkuppel hin. »Und am besten auch noch gleich in die Unbekannten Regionen?«
»Wir haben für diese Richtung ohnehin nicht genug Daten für eine vollständige Berechnung«, verteidigte Maris Car’das überraschenderweise.
»Darum geht es nicht.« Quennto ließ sich nicht beschwichtigen.
»Nein, es geht darum, dass er uns von Progga weggebracht hat«, stellte Maris fest. »Ich denke, dafür hat er sich mindestens ein Dankeschön verdient.«
Quennto verdrehte die Augen. »Dankeschön«, sagte er. »Wobei der Dank selbstverständlich verfällt, falls und sobald wir in einen Stern krachen, den du nicht gesehen hast.«
»Ich nehme an, der Hyperantrieb wird explodieren, noch bevor so etwas geschieht«, warnte Car’das. »Erinnert ihr euch an dieses Nullifikator-Problem, von dem ich euch erzählt habe? Ich glaube, es wird …«
Ein Heulen, das von unter ihnen kam, unterbrach ihn, und dann sprang die Bargain Hunter so ruckartig nach vorn wie ein Giffa, das eine Spur wittert.
»Das Triebwerk ist überhitzt!«, rief Quennto und drehte sich wieder zum Steuerpult um. »Maris, schalt es ab!«
»Ich versuch es ja!«, schrie Maris über das Heulen hinweg, während ihre Finger über die Tasten huschten. »Die Steuerleitungen sind nicht offen – ich bekomm das Signal nicht durch.«
Fluchend schnallte sich Quennto los und stemmte sich aus dem Sitz. Er rannte den schmalen Mittelflur entlang, wobei sein Ellbogen Car’das’ Kopf nur knapp verfehlte. Car’das war noch einen Moment mit seinen Kontrollen beschäftigt, dann schnallte er sich ebenfalls los und wollte Quennto folgen.
»Car’das, komm her!« Maris winkte ihn nach vorn.
»Er braucht mich vielleicht«, widersprach der junge Mann, drehte sich aber dennoch um und ging zu ihr.
»Setz dich!«, befahl sie und wies mit dem Kinn auf Quenntos leeren Platz. »Hilf mir, den Zielgeber zu beobachten – wenn wir von diesem Kurs abweichen, bevor Rak herausfindet, wie er den Stöpsel ziehen kann, dann muss ich das wissen.«
»Aber Quennto …«
»Lass mich dir einen...




