Zang | Der Karatehamster hebt ab | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 148 Seiten

Zang Der Karatehamster hebt ab


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-99128-051-4
Verlag: Obelisk Verlag e.U.
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 148 Seiten

ISBN: 978-3-99128-051-4
Verlag: Obelisk Verlag e.U.
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In diesem Abenteuer bringt Karatehamster Neo eine Gruppe von Sprayern zur Strecke, retten einen Gnadenhof und helfen bei der Wiederbeschaffung einer kostbaren Erstausgabe. Aber zunächst langweilt sich Karatehamster Neo: In den letzten vier Tagen ist überhaupt nichts Aufregendes passiert. Da kommt ein ferngesteuertes Modellflugzeug als Ablenkung gerade recht. Der tollkühne Nager erobert den Luftraum und wird dabei auch noch in einen atemberaubenden Fall von Vandalismus verwickelt. Aber keine Frage: Mit Courage und Karate kommt auch der kleinste Hamster hoch hinaus - Neo hebt ab!

Tina Zang ist eines der Pseudonyme der Autorin Christine Spindler, die 1960 in Backnang geboren wurde und nach dem Abitur in Heidelberg eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolvierte. Seit 1999 ist sie hauptberuflich Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie hat bereits über 50 Bücher veröffentlicht und 30 Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen übersetzt. In ihrer Freizeit unternimmt sie gerne Waldspaziergänge, malt und spielt Klavier.
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Wir sitzen in dem Doppeldecker und gehn uns schrecklich auf den Wecker


Kira setzte mich wieder auf Jans Schulter, wo ich mich ausgiebig zu putzen anfing.

»Gehen wir zu Petra«, sagte Kira. »Ich will sie fragen, was sie von meiner Flohmarktidee hält.«

»Mann, ich bin vielleicht angepisst«, schimpfte Jan unterwegs.

Ich hielt im Putzen inne und sah unter mich, doch da war alles trocken. Ich hatte ihn bestimmt nicht bepinkelt.

»Ich bin total stinkig«, zeterte er weiter.

Also, das reichte jetzt! Beköttelt hatte ich ihn schon mal gleich gar nicht.

»Keine Sorge«, sagte Kira. »Diesen Vandalen legen wir schon noch das Handwerk.«

Ach so, er war stinkig auf die Blaue Bande. Aber die pissten doch gar nicht, die sprühten. Was die Ausdrucksweise von Menschen anbetraf, hatte ich noch eine Menge zu lernen.

Bis wir bei Petra ankamen, glänzte mein Fell wie neu. Keine Spur mehr von Pfützendreck. Mariechen sollte mich ja nicht für einen Schmutzfink halten. Das Wort hatte ich von Kira gelernt. Sie nennt ihren Zwangsbruder Heiko immer , wenn er sich einen Schokoriegel reingestopft hat und um den ganzen Mund herum mit Schokolade verschmiert ist.

Diesmal war kein Kunde im Laden. Es gab auch keine Bimmel-Musik, dafür Unordnung. Kenny hockte neben Stapeln aus bunten Servietten und Mariechen schlief zusammengerollt zwischen seinen Pfoten. Hach, sah das süß aus! Ich verliebte mich gleich noch mal aufs Neue in sie.

»Ich dekoriere um«, erklärte Petra, die auf einer Leiter stand und Sachen aus den oberen Regalen holte.

»Das merke ich mir«, kicherte Kira. »Wenn Sandra sich das nächste Mal beschwert, dass es bei mir saumäßig aussieht, sage ich einfach, dass ich umdekoriere.«

Petra stieg von der Leiter und legte eine Handvoll Kerzen neben die Kasse. »Uff, das ist jedes Mal eine Heidenarbeit, wenn neue Ware kommt. Im Lager ist wegen der beiden Kisten von Tante Therese viel zu wenig Platz.«

»Keine Sorge«, meinte Kira. »Wir haben eine Idee, wie du die Kisten ganz schnell loswirst. Kennst du den Gnadenhof ?«

»Na klar. Der Besitzer heißt Martin Rabe. Ich habe neulich bei ihm eine Patenschaft für das Hängebauchschwein Gertrud übernommen«, sagte Petra. »Wieso fragt ihr?«

Kira erzählte ihr von dem Flohmarkt.

»Das ist eine tolle Sache, da machen wir mit«, freute sich Petra. »Kommt mit ins Lager. Ich habe in der zweiten Kiste etwas entdeckt, das euch bestimmt gefallen wird. Wir müssen ja nicht alles auf dem Flohmarkt verscherbeln.«

Kenny stupste Mariechen mit der Schnauze an. Sie kletterte über seine Nase und seine Stirn in sein rechtes Ohr.

»Hallo, Neo«, begrüßte sie mich. »Du hast was an der Backe hängen.«

Da hatte ich mich so gründlich geputzt und doch etwas vergessen! Ich würde Jan irgendwie dazu kriegen müssen, sich einen Spiegel ins Ohr zu kleben, damit mir so etwas Peinliches nicht noch mal passierte.

Wir gingen ins Lager, wo man vor lauter Kisten und Schachteln kaum stehen konnte. Nur der Tisch war noch frei, und mitten drauf stand etwas, das mein kleines Hamsterherz sofort einen Salto schlagen ließ: ein Flugzeug. Ein richtiges, echtes, superschönes Flugzeug. So etwas kannte ich nur aus dem Fernsehen. Neulich hatte ich einen Film gesehen, der davon handelte, dass ein Flugzeug abstürzte. Mitten ins Meer! Mit Hunderten von Menschen an Bord. Die waren hinterher so nass und schlecht gelaunt wie ich, wenn ich in einen Wassernapf gefallen war.

Egal, hier konnte ja nichts passieren. Das Flugzeug war dunkelrot und stand sicher auf dem Tisch. Weit und breit war kein Meer, in das es stürzen konnte.

Das Flugzeug hatte nicht nur eine Tragfläche an jeder Seite, wie das in dem Film, sondern eine zusätzliche Tragfläche, die über den offenen Pilotensitz drüberging. Dahinter waren Sitze für zwei Passagiere. Vorne hatte es einen Propeller, der mich an mein Turbo-Hamsti erinnerte. Es war bestimmt ein superneues Luxusmodel für besonders sportliche Piloten.

»Ja Wahnsinn!«, rief Jan. »Das ist ja ein total cooler Doppeldecker. Mit solchen Dingern wurden in den Zwanzigerjahren Flugshows aufgeführt. Da standen tollkühne Kerle auf den Tragflächen, während der Pilot die gewagtesten Manöver geflogen ist. Ich hab das mal in einem Bericht über die Anfänge der Fliegerei gesehen.«

Anfänge der Fliegerei? Hm, so neu war das Flugzeug also doch nicht. Egal, für mich war es neu genug. Und tollkühn war ich sowieso. Ich lief Jans Arm hinunter. Da er die Hand auf dem Tisch aufstützte, konnte ich ohne gefährlichen Sprung direkt zu dem Flugzeug spazieren.

Je näher ich kam, desto mehr kribbelte es mich in den Pfoten. Aber Lee hatte mir beigebracht, dass man sich nicht einfach in ein Abenteuer stürzen durfte, sondern immer erst alles genau prüfen musste. Also beschnupperte ich das Flugzeug ausgiebig. Dabei schlug mein Herz immer schneller und meine Schnurrhaare zitterten. Es roch aufregend nach … nach … ja, wonach eigentlich? So einen Duft hatte ich noch nie erschnuppert. So musste Tollkühnheit riechen.

Ich kletterte auf die Tragfläche und ging schnurstracks auf den Pilotensitz zu. Als ich mich draufsetzte, wusste ich sofort: Das war meine Welt. Hier war ich mehr als nur ein kampflustiger Karatehamster. Hier war ich der König der Lüfte. Was war schon Lees albernes Gel-Polster verglichen mit dem Gefühl, am Steuerknüppel eines Doppeldeckers zu sitzen? Für mich stand fest: Ich würde mein Flugzeug nur noch zum Essen und Pinkeln verlassen.

»Das Beste kommt noch«, sagte Petra und reichte Jan etwas, das aussah wie eine Fernbedienung mit wenig Tasten und einem silbernen Hebel in der Mitte. »Man kann das Flugzeug fliegen lassen. Hier ist die Fernsteuerung.«

Schnell hüpfte ich vom Sitz und stieg über eine Tragfläche heraus. Richtig echt fliegen lassen? Ohne mich. Ich bin ein Hamster, keine Fledermaus.

»Können wir das wirklich behalten?«, fragte Jan.

»Na klar«, sagte Petra.

Kira kraulte Kenny zwischen den Ohren. »Wir müssen das Flugzeug morgen gleich ausprobieren.«

»Heiko kommt bestimmt auch gerne mit«, meinte Petra.

»Ach der.« Kira machte eine wegwerfende Handbewegung. »Von dem sieht und hört man zurzeit fast gar nichts mehr. Der hat neue Freunde gefunden und hängt ständig bei denen vor dem PC herum. Das ist mir ganz recht, denn so nervt er mich wenigstens nicht.«

Ob ich Lee auch loswerden konnte, indem ich ihn neue Freunde finden ließ? Aber wo gab es die? Heiko hatte seine bestimmt in der Schule gefunden. Lee hielt sich für oberschlau, der würde bestimmt nicht in eine Schule mit bescheuerten Lehrern gehen. Kiras Lehrer hießen nämlich: »der Blödmann, der Mathe unterrichtet«, »die doofe Nuss, bei der wir Deutsch haben«, und »dieser Fiesling, der uns mit Vokabeln quält«. So nannte Kira sie jedenfalls.

»Ich gehe eine stabile Papiertüte holen«, sagte Petra. »Dann könnt ihr den Doppeldecker und die Fernsteuerung gleich mitnehmen und ich habe wieder ein bisschen mehr Platz. Morgen Abend bin ich mit dem Umdekorieren fertig. Wenn ihr mögt, können wir dann zum Gnadenhof gehen und fragen, ob wir beim Flohmarkt mitmachen dürfen.«

Sie holte die Tüte und faltete sie neben dem Flugzeug auf. Ich kletterte schnell wieder auf den Pilotensitz.

»Willst du nicht auf meine Schulter?«, fragte Jan. »Anscheinend hat der Flieger es dir echt angetan. Ich glaube, Kira, den werden wir bei dir ins Zimmer stellen müssen, denn Neo mag sich nicht von ihm trennen.«

»Ich finde schon einen Platz dafür«, sagte Kira. »Tschüs, Petra.«

»Tschüs, Mariechen und Kenny«, rief ich. Jan hob den Flieger vorsichtig in die Tüte.

Auf dem Heimweg stellte ich mir vor, wie ich waghalsige Manöver flog.

Daheim angekommen, wischte Kira die Bücher vom Tisch auf den Boden, stellte das Flugzeug neben unseren Käfig und öffnete die Käfigtür. »So, Neo, jetzt kannst du ganz einfach zwischen dem Flieger und dem Käfig hin- und herwandern.«

Dann gingen sie und Jan nach unten, um Abendbrot zu essen.

»Ich fliege«, rief ich so laut wie möglich. Es wirkte. Lee und Chan kamen aus dem Schlafhaus.

»Was ist das denn für eine neue Verrücktheit?«, fragte Lee.

»Das ist keine neue Verrücktheit, das ist der...


Tina Zang ist eines der Pseudonyme der Autorin Christine Spindler, die 1960 in Backnang geboren wurde und nach dem Abitur in Heidelberg eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolvierte. Seit 1999 ist sie hauptberuflich Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie hat bereits über 50 Bücher veröffentlicht und 30 Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen übersetzt. In ihrer Freizeit unternimmt sie gerne Waldspaziergänge, malt und spielt Klavier.



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