E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
Zeh Fataler Wahn
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-361-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein fesselnde Thriller mit ungleichem Ermittler-Duo
E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
ISBN: 978-3-98778-361-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der fesselnde Stalking-Thriller in einem erbarmungslosen Wettlauf gegen die Zeit
Nachdem eine junge Frau grausam ermordet in ihrer Stuttgarter Wohnung aufgefunden wird, muss Kriminalhauptkommissar Martin Keller sich mit seiner neuen Kollegin Julia Beck zusammenraufen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Ist die Tote Opfer einer Beziehungstat geworden? Die Nachforschungen zu dem kontrollsüchtigen Exfreund über ein Datingportal laufen zunächst ins Leere. Als sie den Stalker endlich finden, ist bereits die nächste Frau zur Zielscheibe seiner fanatischen Besessenheit geworden. Können Keller und Beck ihn stoppen, bevor sich die Schlinge um sein nächstes Opfer zuzieht?
Erste Leser:innenstimmen
„Der Thriller fesselt von Anfang bis Ende und lässt einen nicht mehr los.“
„Eine gelungene Mischung aus Ermittlungsarbeit, Spannung und packender Handlung.“
„Ein Pageturner, der einen bis zur letzten Seite in Atem hält! Die Geschichte um den Stalker ist beklemmend und aufregend zugleich.“
„Nervenzerreißender Kriminalroman mit unvorhersehbaren Wendungen und einem unterhaltsamen Ermittler-Duo.“
Stefan Zeh wurde 1991 in Stuttgart geboren und verfasste bereits als Kind Tagebücher und Kurzgeschichten. Seine ersten Werke waren Stuttgart-Krimis, die in seiner Heimatstadt spielen und neben präziser Ermittlungsarbeit immer ein schwieriges, gesellschaftliches Thema behandeln. Neben seiner Tätigkeit als Autor ist er leidenschaftlicher Gassigeher, liebt Spieleabende und verreist gerne in exotische Länder.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
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„Entschuldigen Sie bitte.“
Der junge Mann, auf den ersten Blick asiatischer Herkunft und mindestens zwei Köpfe größer als sie, drehte sich zu ihr. Er hatte eine schlanke, schmale Figur sowie pechschwarze Haare, die seine hohe Stirn beinahe vollständig verdeckten.
„Ich bin auf der Suche nach Kriminalhauptkommissar Martin Keller. Wissen Sie zufällig, wo ich ihn finde?“
Er lächelte sie an. „Sind Sie Julia Beck?“
„Genau.“ Sie lächelte ebenfalls.
„Dann arbeiten wir zukünftig zusammen. Mein Name ist Li Cheung Kwok-Wing.“
„Oh, okay. Freut mich, Herr Ching Kwo …“
Er lachte angesichts ihres kläglichen Versuchs, seinen Namen zu wiederholen. „Einfach Li.“
„Danke.“ Ihr neuer Kollege war ihr auf Anhieb sympathisch und sie war froh, sich vorerst nur den wesentlich einfacheren Vornamen merken zu müssen.
„Ich war gerade eh auf dem Weg zu Keller“, erklärte er und rückte seine Brille zurecht. „Komm mit.“
Julia schätzte Li auf Anfang dreißig und hatte Mühe, den großen Schritten ihres neuen Kollegen zu folgen. Den Abschluss der Polizeihochschule hatte sie in der Tasche und es war ihr erster Tag als Kriminalkommissarin. Sie war gespannt, wenn auch etwas nervös, auf das, was sie erwartete. Ihr direkter Vorgesetzter Martin Keller war ihr im Vorfeld als schwieriger Zeitgenosse beschrieben worden. Noch wusste sie nichts Näheres über ihn, hoffte aber, dass er genauso offen und freundlich wie Li war.
Ihr neuer Kollege war mittlerweile vor einer Glastür stehen geblieben und klopfte.
„Was?“, brummte eine raue Männerstimme.
Julia betrat hinter Li das große, geräumige Büro, in dem ein Mann Anfang bis Mitte vierzig saß. Er hatte eine kräftige Statur, braune, kurz geschnittene Haare, Schnurrbart und einen grimmigen Gesichtsausdruck.
„Chef, ich möchte Ihnen die neue Kollegin Julia Beck vorstellen.“
„Hallo, schön Sie kennenzulernen.“ Julia ging zu dem Schreibtisch und strecke Martin Keller die Hand entgegen.
Keller machte jedoch keinerlei Anstalten, auch nur aufzustehen. Stattdessen musterte er sie von Kopf bis Fuß. „Für Praktikanten sind die Kollegen zuständig.“ Er wandte sich wieder den Unterlagen zu.
dachte Julia und entschied, das Missverständnis direkt aus der Welt zu räumen. „Keine Praktikantin, sondern Ihr neues Teammitglied, Kriminalkommissarin Julia Beck.“
Keller hob den Blick und gab einen Seufzer von sich. „Stellen wir jetzt schon Schulmädchen ein, oder was?“
Julia war im ersten Moment zu perplex, um zu antworten. Auch wenn sie mit ihren dreiundzwanzig Jahren definitiv die Jüngste in der Runde war, gab ihm das nicht das Recht, sie so zu behandeln. Sie presste die Zähne zusammen.
Li grinste entschuldigend und ging zum Schreibtisch. „Chef, das kam gerade rein.“ Er reichte Keller eine Notiz. „In Büsnau wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sieht nach einem Mord aus. Die Kollegen sind schon vor Ort.“
Die Aufregung kribbelte in Julias Gliedern. Ihr erster Tag am Kommissariat und direkt ein Leichenfund. Vielleicht konnte sie ihren griesgrämigen Vorgesetzten doch noch von ihren Fähigkeiten überzeugen. Dieser stand auf und warf ihr im Vorbeigehen einen vernichtenden Blick zu. „Frauen wie Sie kenne ich zur Genüge“, grummelte Keller.
„Was soll das denn bedeuten?“ Sie starrte ihn mit offenem Mund an.
Keller antwortete nicht.
„Ist der immer so?“ Sie drehte sich zu ihrem Kollegen.
Ehe Li antworten konnte, donnerte Kellers Stimme durch den Flur. „Wing-Wing, heut noch!“
„Man gewöhnt sich dran“, erklärte ihr Li und folgte seinem Vorgesetzten mit zügigen Schritten.
Julia nahm einen tiefen Atemzug. „Was ist mit mir?“, rief sie Keller hinterher.
„Kaffee. Schwarz, ohne Zucker.“
, dachte Julia. Na warte, so leicht wirst du mich nicht los.
Keller startete gerade den Motor seines schwarzen Mercedes AMG, als die Beifahrertür geöffnet wurde und Julia neben ihm Platz nahm.
„Welchen Part von Kaffee haben Sie nicht verstanden?“ Er funkelte sie an.
„Ich bin nicht hier, um Kaffee zu kochen, und ich bin auch nicht Ihre Praktikantin“, sagte Julia mit fester Stimme, auch wenn sie sich bei weitem nicht so selbstbewusst fühlte, wie sie sich gab.
„Ich muss Ihnen wohl mal klar machen, wie das hier läuft.“ Er drehte sich zu ihr. „Ich, Anweisungen geben.“ Er deutete mit dem Zeigefinger auf sich. „Sie …“ Er zeigte auf Julia. „… Anweisungen ausführen. Und wenn ich sage, Kaffee kochen, dann tun Sie das gefälligst auch!“
„Sie kriegen Ihren Kaffee, wenn wir zurückkommen. Bis dahin hat mir der Kriminalrat aufgetragen, Ihnen über die Schulter zu gucken, und das ist schwierig, wenn Sie nicht da sind.“ Sie spürte Kellers finsteren Seitenblick, während sie nach vorne sah und abwartete, ob er losfuhr oder sie endgültig rauswarf.
„Nervensäge.“
Die Erwiderung ‚Kotzbrocken‘ lag ihr auf der Zunge, verkniff sie sich aber. Er stellte die Soundanlage so laut, dass ihr fast das Trommelfeld platzte, während er mit quietschenden Reifen den Parkplatz verließ.
Einige Zeit später erreichten sie den Eisenauer Weg, der sie zum Ortsrand von Büsnau führte. Julia kannte die Gegend. Sie hatte als Kind mit ihren Eltern oft Ausflüge im angrenzenden Spitalwald, zum Bärenschlössle oder zu einer der vielen Seen gemacht. Die Erinnerung an ihre Mutter versetzte ihr sofort einen Stich. Ihre letzten Tage. Ihre letzten Stunden.
Das Zuschlagen der Autotür riss sie aus ihren Gedanken. Keller marschierte wortlos zu dem weißen Mehrfamilienhaus, vor dem bereits mehrere Streifenwagen parkten. Julia folgte ihm in die Dachgeschosswohnung im zweiten Stock. Sie band ihre schulterlangen, dunkelblonden Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und schlüpfte in einen weißen Einwegoverall, der für die Ermittler am Tatort obligatorisch war. Dann betrat sie das Zimmer.
Auf dem Bett lag die Leiche einer jungen Frau. Sie musste Mitte zwanzig sein und hatte eine etwas füllige Figur. Julia trat vorsichtig einen Schritt näher, um sich die Frau genauer anzusehen. Sie war vollkommen nackt und lag auf dem Rücken. Der Kopf war eigenartig zur Seite gekrümmt. Die Augen quollen hervor, das Gesicht wies eine bläulich-rote Färbung auf und war von roten Punkten übersät. Der Hals war geschwollen und stark gerötet. Oberkörper und Beine zeigten mehrere Verletzungen. Es war nicht das erste Mal, dass Julia eine Leiche zu Gesicht bekam, aber sonst lagen diese im Institut der Gerichtsmedizin und befanden sich daher in einem vorzeigbaren Zustand. Anhand der Verfassung der Leiche, vermutete Julia, dass die junge Frau bereits einige Tage tot war. Allein der Geruch löste bei ihr einen Würgereiz aus, den sie gerade noch so unterdrücken konnte. Sie wollte ihrem neuen Vorgesetzten keinen Grund liefern, sie zukünftig wirklich im Kommissariat sitzen zu lassen. Mal abgesehen von der Genugtuung, die ihm das verschaffen würde.
„Todeszeitpunkt?“ Keller, der sie seit ihrer Abfahrt ignoriert hatte, drehte eine Runde ums Bett.
„Vielleicht drei, höchstens vier Tage. Ich tippe auf Freitag.“ Der Arzt, ein Mann Mitte fünfzig mit Vollbart, erhob sich und wandte sich Keller zu. Die Spurensicherung, in weiße Faseranzüge gehüllt, war bereits eingetroffen, sammelte Indizien und schoss Fotos.
„Todesursache?“
„Vermutlich erstickt. Der Täter muss sie gewürgt haben. Die roten Flächen am Hals sind Würgemale, dazu passen auch die Petechien im Gesicht.“
Die punktförmigen roten Stellen im Gesicht stachen Julia ins Auge, während sie noch überlegt hatte, wie der Fachbegriff dafür war.
„Vergewaltigung?“
„Kann ich noch nicht sagen. Muss die Obduktion klären.“
„In Ordnung. Schaffen Sie die Leiche in die Gerichtsmedizin!“ Keller wandte sich einem nebenstehenden Beamten zu, der sich augenblicklich in Bewegung setzte. „Also gut. Was wissen wir?“
Im ersten Moment dachte Julia, er hätte mit ihr gesprochen. Doch tatsächlich galt die Frage Li, der hinter ihr aufgetaucht war.
„Bei der Leiche handelt es sich um Irina Heff, achtundzwanzig Jahre alt.“ Li warf einen Blick auf seine Notizen. „Laut Angaben der Vermieter eine Etage tiefer lebte sie allein und sehr zurückgezogen. Die Nachbarin von gegenüber hat sich mit den Vermietern in Verbindung gesetzt, nachdem sich ein unerträglicher Geruch im Treppenhaus ausgebreitet hatte. Der Geruch ging ganz klar von Frau Heffs Wohnung aus. Sie haben gemeinsam die Polizei gerufen, die sie so vorgefunden hat.“
„Ist das alles?“
Julia fragte sich, ob ihr Vorgesetzter jemals diesen pampigen Ton, den er offenbar gegenüber jedem anschlug, wechselte. Ihr ging das mächtig gegen den Strich.
„Keiner im Haus kannte sie näher. Einige der Nachbarn wussten noch nicht einmal, dass sie hier wohnte. Offensichtlich ist sie erst vor einigen Wochen hierhergezogen und hat mit niemandem mehr als ein Wort gewechselt.“
„Eine Eigenbrötlerin also“, sagte Keller.
, ergänzte Julia gedanklich. Niemanden, den es interessiert, niemanden, dem es auffällt. Außerdem eine Leiche, die erst Tage später gefunden wird.
„Die Nachbarin von gegenüber gab an, Frau Heff habe oft nervös und angespannt gewirkt. Wenn Sie mit ihr ein Gespräch beginnen wollte, habe sie nur große Augen gemacht und sich sofort in ihre Wohnung verzogen“, sagte Li.
Julia rieb sich die Stirn. „Vielleicht wurde sie verfolgt. Oder hat...




