Zimmer | Kleine moselfränkische Wortschatzkiste | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 180 Seiten

Zimmer Kleine moselfränkische Wortschatzkiste

Sammlung und Deutung moselfränkischer Dialektwörter
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-4907-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sammlung und Deutung moselfränkischer Dialektwörter

E-Book, Deutsch, 180 Seiten

ISBN: 978-3-7526-4907-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die "Kleine moselfränkische Wortschatzkiste" sammelt ca. 500 Wörter des moselfränkischen Dialektes und erklärt deren Bedeutung und die Bedeutungsherkunft.

Thorsten Zimmer hat an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Germanistik, katholische Theologie und Pädagogik studiert. Er bildet am Studienseminar in Koblenz Gymnasiallehrerinnen und -lehrer aus.
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Autoren/Hrsg.


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B

Bäad (Bürde); f., Pl.: ; / . - : Menge, Bündel, vor allem gebraucht im Zusammenhang mit Reben, Weiden oder Weinbergspfählen. - : Gehört zu mhd. ‚was emporgehoben, getragen wird, Tracht, Bürde, Last, Gewicht, Fülle’1 und bedeutet also das, ‚was vom Menschen auf Arm, Schulter, Hals, Kopf und Rücken getragen wird‘2. Das dazugehörige Verb ‚aufbürden’ wird ebenfalls in der Mundart verwendet. - : RhWB 1, 1136ff; 2DWB 2, 531; 1Lexer 1, 394

bäare (bärden); Verb: , ; - : Laut schreien. Der Begriff wird häufig in Bezug auf heulende und laut schreiende Kinder angewandt und enthält durchaus Kritik an dem bezeichneten Verhalten. - : Gehört zu mhd. ‚ein äußeres Erscheinen darlegen’ bzw. zu mhd. ‚Aussehen, Benehmen, Wesen’ und hat in der dialektalen Verwendung eine Bedeutungsverengung in Bezug auf ein bestimmtes Erscheinen und Benehmen - nämlich das zu kritisierende - erfahren. - : RhWB 1, 461 und 1, 462; DWB 1, 1127; Lexer 1, 127, 128

Bäaredriwa (Bärentreiber); m., Pl.: ; - : Schreihals, laut schreiender Mensch. Die Bezeichnung beinhaltet bereits Kritik an dem, auf den sie sich bezieht. Sie kann daher auch als Schimpfwort und gleichzeitig als Aufforderung, leiser zu sprechen bzw. das Schreien zu beenden, verstanden werden. - : Könnte zum Verb ma. ‚laut schreien’ (siehe dort) gehören. Bei der Verwendung des Wortes wird sicherlich an den potenziellen Bezug zu nhd. gedacht, da man von einem solchen eben auch lautes Rufen und Befehlen erwartet. Wie dieser Begriff in die Mundart gelangte, kann nicht mehr nachvollzogen werden. - : RhWB 1, 458; DWB 1, 1131

bäaze (beizen); Verb: ; . - : Wird ausschließlich verwandt in der Formulierung ma. und bezeichnet dann den Vorgang des Reinigens der Holzfässer. Vor der Traubenlese werden die Eichenfässer mit Wasser ausgespritzt, von den Gelegen genommen und mehrfach - in bestimmten Bewegungen - mit heißem Wasser ausgeschwenkt. Anschließend werden die Fässer außen mit einem speziellen Fassöl lasiert. Dieser Vorgang wird als ma. bezeichnet. Es dient neben der Reinigung auch der Abdichtung der Fässer. - : Gehört zu mhd. ‚beizen’. Das Beizen von Holz gehört schon immer zum Bedeutungsspektrum des Verbs. - : RhWB 1, 607; DWB 1, 1410f; Lexer 1, 161

Bach (Bach); f., kein Plural.; - - : Die Form bezeichnet nicht allein den Bach als solchen, sondern dient - gleichsam als - als Geländename für das gesamte Bachtal. - : Gehört natürlich zu mhd. ‚Bach’. Die Abweichung im Genus ist schon im Mhd. nachgewiesen und für verschiedene Gebiete belegt. Das Fehlen der Pluralform dürfte damit zusammenhängen, dass das Bezeichnete in der Lebenswelt der Sprecher nur einmal existiert: Es gibt ja nur den/die eine(n) Bach. Um andere Bäche differenzierbar zu kennzeichnen, genügt es, den entsprechenden Ortsnamen als Attribut zu ergänzen (z.B. die ). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Flurname, der sich auf den Zusammenfluss zweier kleinere Bäche am Oberlauf des Neefer Baches bezieht. Um die fehlende Pluralform zu ersetzen, dient hier die einfache Singularform zur Bezeichnung der Mehrzahl. Man benutzt den Flurnamen , f. . Die Präposition im Zusammenhang mit ma. - also: - bezieht sich auf die Verwendung der Form als Geländename, man begibt sich also nicht „in den Bach“, sondern „in das Bachtal“ hinein. - : RhWB 1, 350ff; DWB 1, 1057ff; Lexer 1, 108

Bachhoat (Bachhut); m., Pl.: ; - - : Großblättrige Pflanze, die an Bachläufen wächst (Pestwurz; ). Werden Blätter anderer Pflanzen - wie etwa die des Weinstocks - mit denen des Bachhut verglichen, so ist dies meist übertrieben und soll auf deren besondere und ungewöhnliche Größe hinweisen. - : Die Blätter der Pflanze erinnern in Größe und Form an einen Hut und werden von Kindern auch manchmal scherzhaft auf dem Kopf getragen. Der dialektale Pflanzenname gehört zu mhd. ‚Bach’ und mhd. ‚Hut’.- : Lexer 1, 108 und 1, 1393f

Bagasch (Bagage); f., kein Plural.; - : Gruppe, Gesamtheit von Menschen und Tieren, meist in (schwach) negativer Wertung. Der Begriff wird ebenso angewandt auf typisierte Personengruppen, die der Sprecher für empfundene Missstände verantwortlich macht - zum Beispiel Politiker -, wie auch zur Bezeichnung einer Gruppe von Tieren - zum Beispiel Hasen, Rehen oder Wildschweinen- , die einen landwirtschaftlichen Schaden angerichtet haben. - : Der Begriff wurde aus dem Französischen, nämlich frz. ‚Gepäck, Rüstzeug’, als Fremdwort in die Mundart übernommen. Er wird relativ originalnah ausgesprochen. - : RhWB 1, 392f;

baie (beien/ beugen); Verb: ; / - : Teilarbeit bei der Weinbergsarbeit des [siehe ma. ]. Es handelt sich um das Anbinden der zum Kranz gebogenen Hauptreben an den Weinstock. Die Arbeit grenzt sich ab vom Anbinden des Rebenstammes an den Weinbergspfahl. Für beide Arbeiten werden unterschiedliche Arten von Weiden benutzt: Beim benutzt man kurze, dünn gewachsene Gerten bzw. die Spitzen der dicken Ruten, die so genannten (siehe ma. ). Die dicken Rebstämme werden demgegenüber mit gespaltenen dicken Weidenruten befestigt. Beide Arbeitsschritte benutzen eine bestimmte Knottechnik, die heute kaum mehr beherrscht bzw. weitergegeben wird. - : Etymologisch gehört ma. zu mhd. ‚biegen, beugen’. Der Diphthong des Verbstammes legt allerdings nahe, dass die Tätigkeitsbezeichnung nicht aus dem mittelhochdeutschen Verb, sondern seiner neuhochdeutschen Entsprechung - also nhd. - abgeleitet ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Tätigkeit selbst in mittelhochdeutscher Zeit noch nicht bekannt war. Der Bezug zum Verb nhd. besteht nun darin, dass es bei der so bezeichneten Arbeit um das Festbinden der „gebogenen“ Hauptrebe geht. - : RhWB 1, 663; DWB 1, 1742ff; Lexer 1, 333f

Baiwed (Beiweide); f., Pl.: ; ./ ? - : Dünne Weidengerte bzw. abgeschnittene Spitze einer dickeren Weide, die nicht gespalten werden muss, und die zum Anbinden der (siehe ma. ) an den Stamm des Weinstockes benutzt wird. Die haben ungefähr eine Länge zwischen 80cm und 120cm. - : Gehört zu ma. (siehe dort).

bäje (bähen); Verb: ; - : Baden von Wunden und Entzündungen in schmerzlindernden und entzündungshemmenden Flüssigkeiten. - : Das Verb stammt aus dem Mittelhochdeutschen - mhd. , ,durch Überschläge erwärmen’, später auch in konkreten Wendungen ‚kranke Glieder bähen, die Geschwulste bähen‘1 - : RhWB 1, 396; 1DWB 1, 1076; Lexer 1, 113

Bälsebuck (Belsebock); m., Pl.: ; - : Furcht erregender...



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