E-Book, Deutsch, 180 Seiten
Zimmermann Der Sommer unserer Liebe
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-8948-0
Verlag: BoD E-Short
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 180 Seiten
ISBN: 978-3-7519-8948-0
Verlag: BoD E-Short
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
>> Liebe heißt nicht, jemanden zu finden, mit dem man leben möchte, Liebe heißt jemanden zu finden, ohne den man nicht leben kann << XO,FILOU Sarahs Enkelin Lara leidet unter Liebeskummer. Hals über Kopf hatte sich das junge Mädchen im Urlaub verliebt und musste jetzt mit dem Schmerz der Trennung zurecht kommen. Um ihr zu zeigen, wie tief die Liebe zwei Menschen ein Leben lang verbinden kann, lädt Sarah sie zu sich ein und erzählt ihr von ihrer ersten Großen Liebe. Eine Liebe, die so aufregend schnell beginnt, dass Sarahs Herz Sprünge macht, obwohl ihre Vernunft sagt, dass diese Liebe zum Scheitern verurteilt ist. Ob Sarah wohl ihrem Herzen oder ihrer Vernunft traut?
Lisa Zimmermann ist Bücherwurm durch und durch. Sie liebt Romane und Fanfictions. Schon als Teenager schrieb sie Gedichte und kleiner Gute-Nacht-Storys für ihre Nichten und Neffen. Irgendwann wurden daraus ihre Geschichten. Lisa arbeitet als Medizinische Fachangestellte und lebt mit ihrem Mann in Nordrhein-Westfalen.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Sie riss die Tüte mit den Chips auf und füllte sie in eine Glasschüssel.
Der Blick auf die Uhr zeigte ihr acht an.
Sie fragte sich, ob das was sie vorhatte funktionieren würde.
Lara würde in einer halben Stunde kommen. Hoffentlich hatte sie bessere Laune als die letzten zwei Wochen.
Lara ist 17 Jahre und gerade mitten in der Pubertät.
Ihre Eltern sind streng, was sie etwas stolz machte, schließlich war sie die Mutter ihres Vaters.
Sarah führte ein ruhiges Leben, sie ist letzte Woche 63 geworden und lebt alleine in einer Wohnung in Wesel. Ihr Mann starb vor drei Jahren und sie vermisst ihn immer schmerzlich.
Es verging kein Tag an dem sie nicht an Ihn denken musste.
Sarah traf sich einmal die Woche mit zwei anderen älteren Damen zum Kaffee und Karten spielen. Außerdem ging sie zwei Mal die Woche zur Kirchengemeinde und führte ehrenamtlich eine Gruppe für Frauen die unter Gewalt zu leiden hatten. Den Rest der Woche verbrachte sie damit einkaufen zu gehen und die Wohnung ordentlich zu halten.
Außerdem kamen ihr Sohn und ihre Tochter mindestens einmal die Woche mit den Kindern zu Besuch.
Lara war die älteste ihrer Enkelkinder und machte im Moment eine schwierige Phase durch.
Vor einem Monat verbrachte sie den Sommerurlaub mit ihren Eltern auf Teneriffa und verliebte sich in einen Jungen der zwei Jahre älter als sie war und auch Urlaub mit seinen Eltern im gleichen Hotel machte.
Jens, Laras Vater, hielt die Gefühle von Lara nur für eine jugendliche Schwärmerei, doch Sarah hatte das Gefühl das Lara richtig unter der Situation leidete. Sie war immer ein fröhliches Mädchen gewesen doch seitdem sie wieder da war, war sie nur noch traurig, sie sackte in der Schule ab und aß kaum noch etwas.
Vorher war sie begeistert von der Natur und fuhr Stunden lang mit dem Fahrrade durch die Gegend um Fotos von Tieren und Pflanzen zu machen.
Doch seit sie wieder da war verstaubte die Kamera im Regal. Der Junge hat sich am Anfang noch gemeldet bis er den Kontakt mit Lara auf Grund der Entfernung abbrach und sich seitdem nicht einmal mehr gemeldet hatte.
Für Lara war es die große Liebe.
Sie verstand nicht wie er nur wegen der Entfernung alles hinwerfen konnte.
Sie leidete und das war der Grund warum Sarah ihre Enkelin heute Abend zu sich eingeladen hatte.
Sie wollte ihr eine Geschichte erzählen.
Allerdings wusste sie nicht ob sie kommen würde, doch wahrscheinlich würde Jens dafür sorgen.
Dann klingelte es an der Tür. Sarah öffnete und vor ihr stand Lara, aber nicht so wie sie früher aussah. Lara legte viel Wert auf ihr Aussehen, sie investierte viel Zeit in ihr Make-up und ihre Frisuren. Doch jetzt stand sie in Jogginghose und ungeschminkt vor der Tür ihrer Großmutter.
Sarah begrüßte sie: " Guten Abend mein Schatz ich freue mich das du kommen bist ". "Hi Oma " sagte Lara und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Sarah führte Lara ins Wohnzimmer wo sie sich auf das Sofa setzte und etwas verwirrt dreinschaute.
"Oma ich verbringe gerne Zeit mit dir, aber ich verstehe nicht was ich heute Abend hier bei dir soll" sagte sie.
"Lara, ich weiß das du im Moment eine schwere Phase durchmachst " begann Sarah doch wurde direkt von Lara unterbrochen. " Eine Phase“, lachte sie, „das sagt Papa auch die ganze Zeit schon, es ist aber keine Phase, es war die große Liebe und nur wegen der verdammten Kilometer will er nicht mehr mit mir zusammen sein und ich kann nichts Anderes machen als an ihn zu denken. Ich weiß nicht wie ich die Schmerzen ignorieren soll die sich immer wieder in meiner Brust verteilen. "
Sarah legte ihr eine Hand aufs Bein „Es tut mir leid ich meinte das nicht so wie du es aufgenommen hast, ich möchte dir eine Geschichte erzählen die schon sehr, sehr lange her ist aber vielleicht wird sie dir weiterhelfen," sagte sie.
„Ich habe diese Geschichte noch nie jemanden erzählt" Sarah atmete tief durch und begann ihre Geschichte zu erzählen.
„Vor 45 Jahren, da war ich gerade 18 und hatte gerade die Schule abgeschlossen, da flog ich mit meiner damals besten Freundin Janina in den Urlaub, auch nach Teneriffa genau wie du mit deinen Eltern.
Du hättest uns sehen sollen. Zwei junge Mädchen, die wie zwei aufgescheuchten Hühner über den Flughafen rennen.“
Sarah muss grinsen, wenn sie jetzt daran dachte.
„Meine Eltern haben uns damals zum Flughafen gefahren und uns geholfen die Koffer aufzugeben und einzuchecken.
Danach waren wir auf uns alleine Gestellt.
Wir liefen über den Flughafen und schauten uns die ganzen Läden an. Ich war schon öfter mit einem Flugzeug in den Urlaub geflogen, doch für Janina war es das erste Mal.
Sie war so aufgeregt, dass wir in den Raucherbereich gingen.
Janina rauchte eine Zigarette nach der anderen. Eigentlich rauchte ich gar nicht, aber jetzt war auch ich so aufgeregt, dass ich fast in Versuchung kam.
Ungefähr eine halbe Stunde bevor unser Flug hoch ging trafen wir am Gate ein und warteten angespannt darauf, dass wir endlich das Flugzeug besteigen konnten.
Ich versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen, denn wie ich dir ja schon erzählt habe flog Janina an diesem Tag zum ersten Mal.
Ihr zu liebe versuchte ich ganz ruhig zu bleiben und versuchte ihr vorzuspielen, dass ich der totale Profi war. Endlich ertönte die Stimme durch die Lautsprecher, die uns aufforderte das Flugzeug zu betreten.
Wir saßen ungefähr in der Mitte und ich bot Janina den Fensterplatz an.
Alle Menschen sitzen gerne am Fenster“
„Ich liebe es zu sehen zu können wie die Welt unter mir immer kleiner wird“ sagte Lara.
Sarah lächelte „Siehst du, jeder Mensch liebt den Fensterplatz, außer mir.
Ich hasste es am Fenster zu sitzen. Immer wenn das Flugzeug eine Kurve flog hatte ich das Gefühl ich könnte sehen wir abstürzten.
Aber wie auch immer.
Als wir zum Starten bereit waren, bot ich Janina meine Hand an und sie nahm sie dankend.
Ich hasste das Starten und das Landen.
Jetzt frag ich mich warum das eigentlich so ist.
Das Gefühl was sich dabei in meinen Körper ausbreitete erinnerte mich ans Achterbahn fahren, was ich genauso hasste.
Der Flug sollte vier Stunden dauern und ich schlief fast die ganze Zeit.
Janina weckte mich als wir zum Landeanflug ansetzten und wir hielten uns erneut bei den Händen.
Als wir in den Flughafen gingen suchten wir das Laufband an dem unsere Koffer ankommen sollten.
Zum Glück fanden wir es schnell und unsere Koffer waren eine der ersten.
Mit unseren Koffern machten wir uns auf den Weg nach draußen.
Als wir rauskamen stockte mir der Atem.
Die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur waren hier so viel höher als in Deutschland. Ich zog meine schwarze Strickjacke aus und band sie mir um die Hüfte.
„Komm wir machen ein Foto“ sagte Janina und zog mich an sich ran um ein Foto von uns selber zu machen.
Weißt du so eins wo man die Kamera und sich selber draufhat.
„Du meinst ein Selfie Oma“ lachte Lara.
„Selfie?“ runzelte Sarah die Stirn „Ich wusste nicht, dass diese Art von Photographien auch einen eigenen Namen hatte. Aber gut.
Also wir machten ein Selfie.
Janina durfte damals die Kamera von ihrem Vater mitnehmen. Es war ein ganz neues Modell und man konnte den Bildschirm in verschieden Richtungen drehen.
Das war super praktisch, wenn wir sonst versuchten so ein Selfie zu machen“
Sarah deute zwei Anführungszeichen an „musste man die Kamera drehen und hoffen das man sich selber draufhatte und den teuren Film nicht um sonst voll knipste.
Doch mit der Kamera ihres Vaters konnten wir den Bildschirm drehen und genau sehen ob wir uns draufhatten. Janina machte drei oder vier Fotos von uns, dem Flughafen und der Umgebung.
Sie war überwältigt von den Palmen die den Flughafen umgaben.
Damals musste ich lachen, zwar war ich noch nie zu vor auf Teneriffa gewesen, doch ich wusste aus den vorherigen Urlauben, dass es bei weitem noch erstaunlicheres zu sehen gab als die Palmen vor dem Flughafen.
„Na komm schon“ sagte ich zu Janina „Wir müssen zum Bus, der uns zum Hotel fahren soll.
Guck mal bitte in deinen Unterlagen welche Nummer wir suchen“ bat ich sie.
Janina war gerade dabei sich eine Zigarette an zu zünden.
Dann holte sie ihre Unterlagen raus und blätterte sie durch. „Wir suchen den Bus mit der Nummer 13“ sagte sie „Na komm schon“.
Sie zog meinen Arm und wir machten uns auf dem Weg zum Bus.
Ich weiß noch wie sehr ich Gott für die Klimaanlage im Bus dankte.
Kurz nach dem wir Platz genommen haben fuhren wir los und ich merkte wie kaputt ich war.
Eine Stunde brauchten wir vom Flughafen bis zum Hotel.
Die Fahrt bis zum Hotel war wirklich aufregend.
Die Straßen waren so verwinkelt und eng, dass ich den Busfahrer bewunderte das er da lang kam.
Als wir endlich im Hotel ankamen und unser Zimmer beziehen konnten, ließ ich mich direkt aufs Bett fallen. Ich war unglaublich geschafft.
Janina fing direkt an ihren Koffer auszupacken.
„Ich weiß noch gar nicht was ich heute noch anziehen soll“ sagte sie. „Es ist egal was du anziehst wir haben schon halb zehn. Ich habe nicht vor heute noch viel zu machen“ erwiderte...




