Zwengel | Der Butler 11: Tod dem Butler | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 11, 156 Seiten

Reihe: Der Butler (Kriminalromane)

Zwengel Der Butler 11: Tod dem Butler


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-515-9
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 11, 156 Seiten

Reihe: Der Butler (Kriminalromane)

ISBN: 978-3-95719-515-9
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In Hamburg entgeht der Butler knapp mehreren Anschlägen und gerät in die Gewalt eines Unbekannten, der seinen Tod wünscht. In seinem Kellergefängnis versucht der Butler herauszubekommen, wer noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Dazu muss er sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und den Feinden, die er sich geschaffen hat. Nach dem spurlosen Verschwinden ihres Butlers begibt sich Lady Marbely auf die Suche nach ihrem treuen Gefährten. Sie ahnt, dass ihr nicht viel Zeit bleibt, um ihn zu finden.

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Kapitel 1

Der Butler beschäftigte seinen nimmermüden Geist mit Überlegungen zu seinem neuesten Fall, während er mit weit ausholenden Schritten die engen Gassen Hamburgs durchquerte. Dieses Mal war er sein eigener Klient, denn die Frage, die momentan seine gesamten logischen und deduktiven Fähigkeiten in Anspruch nahm, lautete: Wer versuchte gerade, ihn zu töten?

Seit er das Nobelhotel zwischen Alsterfleet und Bleichenfleet verlassen hatte, war er sich beobachtet vorgekommen. Inzwischen lag es gerade mal zehn Minuten zurück, seit er einem Anschlag entgangen war. Schlampig ausgeführt, aber nichtsdestotrotz um ein Haar erfolgreich. Das Geschoss hatte einen jungen Mann getroffen, der dem Butler entgegengekommen war und kurz vor ihm die Gehwegseite wechselte. Anstatt links an ihm vorüberzugehen, war der junge Mann nach rechts ausgewichen und dadurch zwischen den Butler und den Schützen geraten. Es musste sich um einen schallgedämpften Schuss gehandelt haben, denn es war nichts zu hören gewesen. Der Getroffene war noch zwei Schritte gegangen und dann zusammengebrochen. Unter anderen Umständen hätte der Butler sofort Erste Hilfe geleistet, doch er musste davon ausgehen, dass er das eigentliche Ziel war und der Attentäter es gleich noch einmal versuchen würde.

Wer wusste, dass der Butler sich in Hamburg aufhielt? Lady Marbely und er waren gestern recht spontan in die Hansestadt aufgebrochen. Sie befanden sich hier, weil Mylady eine neue Firma in ihr Imperium aufgenommen hatte. Ein Familienbetrieb, der vor dem Konkurs gestanden hatte und sich im Augenblick größter Not an die reichste Frau der Welt wandte. Nicht um Almosen zu erbetteln, sondern um ein seriöses, geschäftliches Angebot zu machen. Die finanziellen Probleme der Firma hatten zwei Gründe: Sie bezahlte ihren Angestellten gute Löhne und produzierte Qualität. Deshalb verpasste Lady Marbely der Firma eine gehörige Finanzspritze und beließ ansonsten alles beim Alten. Es gab keinen Grund, etwas an der Geschäftsleitung zu ändern. Diese Männer und Frauen wussten, was sie taten, und würden durch Myladys Starthilfe wieder auf die Beine kommen, ohne ihre Prinzipien und Standards aufgeben zu müssen.

Der Butler bezweifelte, dass der Anschlag auf ihn damit in Zusammenhang stand, denn das Geschäft war längst abgeschlossen. Er bog in eine Gasse zwischen zwei Häusern, die gerade breit genug für seine Schultern war. Dort konnte ihn niemand aus sicherer Entfernung erschießen, sondern musste dicht an ihn heran. Und in diesem Fall hatte der Butler ein Wörtchen mitzureden.

Er wartete ab. Momentan befand er sich außer Gefahr, hatte aber nicht zu viele Haken geschlagen, damit der Schütze an ihm dranbleiben konnte. Der Butler wollte nicht entkommen, sondern wissen, mit wem er es zu tun hatte, sonst würde er in nächster Zeit ständig mit einem weiteren Angriff rechnen müssen. Wenn er den Grund für den Angriff kannte, würde ihm das schon sehr weiterhelfen.

Der Butler überlegte, wer ihm wohl ans Leben wollte. Da kamen einige infrage. Vielleicht hatte es sich das Syndikat doch anders überlegt und Quiller sollte ihn als Mitwisser aus dem Weg räumen. Oder aber jemand wollte eines der Opfer rächen, die der Wettbewerb des Syndikats gefordert hatte.1

Möglich, dass jemand ihm und Mylady eine Verantwortung am Tod eines Familienmitgliedes gab, weil sie zu den wenigen Überlebenden gehört hatten. Es war auch vorstellbar, dass jemand versuchen könnte, über ihn oder Lady Marbely an das Syndikat heranzukommen. Doch da musste der Butler alle enttäuschen. Er kannte den Aufenthaltsort von Maxwell Quiller nicht und leider beschränkte sich sein gesamtes Wissen über das geheime Syndikat auf diesen einzelnen Mann.

Der Butler lehnte an einer Hauswand und lauschte in beide Richtungen der Gasse. Der Straßenverkehr war zu weit entfernt, um alle anderen Geräusche zu überdecken. Er hörte eilige Schritte, die immer wieder stockten. Zwei Männer, die ihn einholen wollten, aber an jedem Abzweig überlegen mussten, welchen Weg er wohl genommen hatte. Dabei diskutierten sie halblaut. Einer von ihnen war dafür, sich zu trennen, der andere wollte, dass sie zusammenblieben. Der erste gewann.

Hätte der Butler seine Glock 17C dabei, wäre er ihnen einfach entgegengetreten, aber so musste er etwas zurückhaltender vorgehen. Die beiden waren keine Profis, aber deswegen nicht ungefährlich. Der Butler machte nicht den Fehler, Leute mit mangelnder Ausbildung zu unterschätzen. Auch sie konnten unter den richtigen Umständen zur Bedrohung werden. Bei diesen beiden handelte es sich zweifellos um Einheimische. Das bedeutete auch, dass sie sich in dieser Umgebung wesentlich besser auskannten als er.

Der Butler hörte den ersten Gegner. Der bemühte sich, leise und gleichmäßig zu atmen, um nicht gehört zu werden, besaß aber nicht genug Kondition, um seinen letzten Spurt einfach wegzustecken. Der Butler konnte die Position seines schnaufenden Gegners so einfach bestimmen, als wäre er in der Lage, durch Hauswände zu sehen.

Die Pistole erschien zuerst um die Ecke. Der Butler ließ den Griff seines Regenschirms auf das Handgelenk schnellen. Mit einem Aufschrei öffnete der Mann seine Hand und ließ die Pistole fallen. Allerdings war der Verfolger härter im Nehmen, als erwartet. Trotz des Schmerzes schlug er ansatzlos mit seiner unverletzten Hand zu. Der Butler wich zurück, als sich die riesige Faust immer mehr seinem Gesicht näherte. Gleichzeitig senkte er den Kopf, sodass der Kerl anstatt des Kinns die metallausgekleidete Melone traf. Ein erneuter Schmerzensschrei und der Mann besaß nun zwei verletzte Hände. Dennoch war er noch immer nicht außer Gefecht. Er versuchte, den Butler mit seinen kräftigen Armen zu umschlingen, um ihn wenigstens so lange festzuhalten, bis sein Partner eintraf. Seine Kraft dürfte sogar ausreichen, um dem hageren Kerl ein paar Rippen zu brechen.

Der Butler wollte es nicht darauf ankommen lassen und stieß dem Mann seinen Schirmgriff von unten gegen das Kinn. Der Schläger hielt dadurch in seinem Angriff inne, was dem Butler die Gelegenheit gab, seine Melone abzunehmen und seitlich gegen den Kopf des Mannes zu schmettern. Endlich ging er in die Knie.

Bevor der Butler ihn endgültig ausschalten konnte, ertönten die Schritte des zweiten Verfolgers, der sich schnell näherte. Rasch zog sich der Butler zurück, um eine bessere Gelegenheit abzuwarten. Einer seiner Gegner war zumindest angeschlagen, doch leider hatte sich nicht die Gelegenheit ergeben, ihn nach Hinweisen zu durchsuchen oder seine Pistole zu nehmen.

Die beiden Männer stritten kurz miteinander, dann setzte der zweite die Verfolgung fort, nachdem sein Kollege ihm die Richtung genannt hatte.

Der Butler beschleunigte seinen Schritt und hörte den Lärm der Stadt deutlicher. Er näherte sich wieder einer belebteren Straße. Eine Gasse mit mehreren Müllcontainern führte direkt zu einer Ladenstraße. Er hatte sie noch nicht zur Hälfte durchquert, als eine Kugel über ihn hinwegpfiff. Sofort ging er hinter einem Container in Deckung. Die Gasse bot keine weitere Deckung, deshalb würde er ihr Ende nicht unversehrt erreichen. Zumal sich die Entfernung zwischen dem Schützen und ihm auch immer weiter verringerte. Mit dem Schirmgriff schlug er energisch gegen die Tür neben sich, die zu einem Lokal vorne an der Straße gehörte.

Nach dem zehnten oder elften Klopfen wurde die Hintertür von einem korpulenten Mann in schmutziger Kochmontur aufgerissen. In sehr lautem Spanisch erkundigte sich der Mann, ob sich der Butler geistiger Gesundheit erfreute, seine Eltern Geschwister gewesen waren oder er nur einfach zu viele Schnäpse zum Frühstück gehabt hatte.

Der Butler drängte sich an dem wütenden Mann vorbei in dessen Küche. Er hatte sie noch nicht ganz durchquert, als der Koch hinter ihm zu einer erneuten Schimpfkanonade ansetzte, die aber schnell unterbrochen wurde, als der zweite Eindringling ihm eine Pistolenmündung ans Nasenloch drückte.

Der Butler konnte nicht riskieren, dass sein Verfolger auf ihn schoss, während er durch einen voll besetzten Gastraum rannte. Selbst bei einem Meisterschützen drohte die Gefahr, dass Unbeteiligte in die Schusslinie gerieten. Also bog der Butler ab und nahm die Treppe zum ersten Stock hinauf. Eine dicke Kordel sollte den Zugang zu diesem Bereich bis zum Mittagsbetrieb verwehren. Der Butler stieg über sie hinweg und eilte die Stufen hinauf.

Der Gastraum im ersten Stock bestand aus einem größeren Balkon, der das Erdgeschoss zur Hälfte überdeckte. Beides zusammen wurde von einer gläsernen Fassade eingeschlossen, die eine lichtdurchflutete Umgebung schuf. Der Butler lief weiter, doch die Treppe endete vor einer Tür, die aufs Dach führte und verschlossen war. Die benötigte Zeit, um das Schloss zu knacken, würde ihm sein Verfolger nicht zugestehen. Kurz entschlossen öffnete er das Fenster neben sich und kletterte nach draußen auf das Glasdach des Lokals. Er streckte sich flach darauf aus und suchte nach einer Möglichkeit, sicher nach unten zu gelangen. Viel Zeit blieb ihm nicht, denn sein Verfolger musste nur den Arm aus dem Fenster strecken, um ihn bequem erschießen zu können. Im Abstand von zwei Metern verliefen Träger unter dem Glas. Wenn er sich auf ihnen hielt, würde er bis zum äußersten Rand des Daches gelangen können. Vielleicht gab es auf der Vorderseite des Lokals etwas, das in der Lage war, seinen Sprung aufzufangen. Oder einen Baum, über den er nach unten klettern konnte.

Der Butler bemerkte eine Bewegung seitlich von ihm und drehte den Kopf. Neben ihm waren zwei Stiefel auf dem Dach aufgetaucht, aus denen zwei stämmige...



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