Zwengel | Schattenchronik - Gegen Tod und Teufel 11: Flussvampire | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 11, 160 Seiten

Reihe: Schattenchronik - Gegen Tod und Teufel (Mystery Thriller)

Zwengel Schattenchronik - Gegen Tod und Teufel 11: Flussvampire


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-557-9
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 11, 160 Seiten

Reihe: Schattenchronik - Gegen Tod und Teufel (Mystery Thriller)

ISBN: 978-3-95719-557-9
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auf dem Rhein nähert sich eine Armada von Hausbooten der Stadt Köln. Mick Bondye und Cassandra Benedikt von der Geheimorganisation Schattenchronik machen Bekanntschaft mit einem bisher unbekannten Vampir-Clan, der von einer mächtigen Kraft gelenkt wird. Die beiden Agenten versuchen, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, bevor die Stadt von Vampiren überrannt wird.

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Kapitel 2

Das Diaphragma war eine Undergroundkneipe, die sich durch mehrere Kellerräume eines leerstehenden Reihenhauses zog. Die bunkerähnlichen Räumlichkeiten lockten hauptsächlich die Anhänger harter Rockmusik und aller verwandten Subgenres an. In dem schlauchähnlichen Hauptgang herrschte Gedränge, niemand machte hier unnötige Wege. Um von der Discogrotte zur vergleichsweise ruhigen Bar am anderen Ende zu kommen, musste man zu Stoßzeiten ganze zehn Minuten einplanen. Für eine Strecke, die man oberirdisch in weniger als einer halben Minute zurücklegen konnte. Früher hatte es nur an einem Ende Toiletten gegeben, mit dem Ergebnis, dass sich viele Gäste, hauptsächlich Männer – aber nicht nur – eine Alternative suchten. Kurz vor Ladenschluss ließ der Uringestank nur noch die völlig Abgestumpften weiter ausharren.

Mick Bondye stieg im Morgengrauen in Begleitung des jungen Kölner Kommissars Leon Pfeiffer die Stufen nach unten. Nur wenige Gäste waren zum Zeitpunkt, als das Verbrechen entdeckt wurde, noch anwesend gewesen. Man hatte sie befragt, ihre Personalien aufgenommen und sie anschließend nach Hause geschickt.

„Kommissar Pfeiffer“, stellte sich Leon dem Beamten vor, der ihnen mit schnellen Schritten entgegenkam. „Das ist mein Kollege Mick Bondye.“

Der hochgewachsene Spezialagent nickte dem Polizisten zu. Er hatte schwarzes Haar und indianische Züge. Das hervorstechendste Merkmal an Bondye waren allerdings seine eiskalten, bronzefarbenen Augen, die bei jedem Betrachter einen leichten Schauder auslösten.

Pfeiffer verzichtete auf weitere Erklärungen zu seinem Begleiter, denn das zog stets nur eine Flut von weiteren Fragen nach sich. Er hatte gelernt, den Begriff Schattenchronik zu vermeiden und nur sehr vage Auskünfte über den Grund seiner Anwesenheit zu geben.

„Ein ziemlicher Aufmarsch für diesen Fall hier“, sagte der Polizist. „Kommt mir so vor, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen.“

„Wir werden sehen“, sagte Mick und schob sich an dem Mann vorbei. Leon folgte lächelnd und der Beamte beeilte sich, mit ihnen Schritt zu halten.

„Das Personal hat das Mädchen gefunden, als sie mit dem Aufräumen begonnen haben“, berichtete er. „Das war so gegen drei Uhr. Sie lag in einer schwer einsehbaren Ecke, wenn niemand zum Putzen dort hingekommen wäre, würde sie wohl immer noch dort liegen. Zuerst dachten sie, es wäre nur eine der üblichen Schnapsleichen, die sie um diese Zeit immer rauskehren müssen. Dem Aussehen nach, schien sie heftigen Partys nicht abgeneigt zu sein. Sie wissen schon, schrille Haarfarbe, Stachelfrisur, Lederkombi, so eine Art Retro-Punk. Aber dann haben sie das Blut an ihrem Hals entdeckt.“

Mick erreichte den Fundort, der bereits fotografiert und untersucht worden war.

„Sie konnten sie nicht wecken und haben deshalb einen Krankenwagen gerufen“, fuhr der Beamte fort. „Inzwischen hat man uns aus der Notaufnahme gemeldet, dass sie außer Lebensgefahr ist.“

„Das überrascht mich“, sagte Mick und ging in die Knie. Er legte beide Handflächen auf den verschmutzen Boden und beugte seinen Oberkörper soweit nach unten wie möglich, ohne sich dreckig zu machen.

„Was macht er da?“, flüsterte der Beamte zu Leon.

„Spurensicherung. Könnten Sie uns vielleicht die Fotos besorgen, die hier gemacht wurden? Das würde uns weiterhelfen.“

Der Polizist warf noch einen Blick auf Mick und ging dann mit einem angedeuteten Schulterzucken davon.

Mick richtete sich wieder auf. „Das Mädchen wurde mit Rohypnol betäubt.“

„Woher weißt du das?“, fragte Leon erstaunt. „Wir haben doch noch keinen Laborbefund.“

Mick wies auf die Blutflecken und die Pfütze aus Erbrochenem, die am Fundort des Mädchens zurückgeblieben waren. „Am Geruch erkannt.“

„Ich dachte, es wäre geruchslos?“

„Für deine Nase schon“, sagte Mick lächelnd. „Früher war es farblos und ohne Geschmack, aber wegen der vielen Fälle von Missbrauch, hat man die Rezeptur geändert, sodass es bitter schmeckt, blau abfärbt und verklumpt. Entweder hat der Täter die junge Frau mit blauen Cocktails abgefüllt, bis sie nichts mehr schmeckte, oder er hat noch einen großen Vorrat von der alten Rezeptur. Ich tippe auf Letzteres. Vielleicht geht er schon längere Zeit so vor.“

„Vielleicht kann sie uns eine Beschreibung geben, wenn sie erwacht“, sagte Leon Pfeiffer, aber sie glaubten beide nicht daran. Man hatte das Mädchen mit dem Rohypnol außer Gefecht gesetzt, was bedeutete, dass sie nicht nur aus den Latschen gekippt war, sondern auch noch einen Großteil ihrer Erinnerungen an die vergangene Nacht eingebüßt hatte.

Am Eingang zum Diaphragma waren aufgeregte Stimmen zu hören. Eine davon gehörte dem Beamten von vorhin, die andere war eine Frauenstimme. Sie gehörte einer jungen Frau von Anfang zwanzig, die den Eindruck machte, eine anstrengende Nacht hinter sich zu haben. Sie blieb vor Mick und Leon stehen und blickte aufgeregt zwischen ihnen umher. „Sie sollen hier eine Frau gefunden haben. Meine Freundin ist seit letzter Nacht verschwunden, ich habe sie überall gesucht.“

„Wie heißt Ihre Freundin?“, fragte Leon.

„Sandra. Sandra Horner.“

„Und Sie sind?“, fragte Leon weiter.

„Mein Name ist Silke Hoffmann. Bitte, können Sie mir sagen, ob Sie Sandra gefunden haben?“

„Leider nein. Die Frau, die wir gefunden haben, hatte keine Ausweispapiere bei sich.“

„Ich muss wissen, ob es sich um meine Freundin handelt“, sagte die junge Frau. Sie zückte ihr Handy und wischte sich durch die Bildergalerie, bis sie gefunden hatte, was sie suchte. Sie streckte es Leon entgegen. Der Kommissar nahm das Handy und hielt es einem der Beamten vom Tatort hin, aber der schüttelte den Kopf.

Mick fasste Silke sachte an den Schultern, damit sie sich nicht wegdrehen konnte. Zuerst schien ihr die Berührung unangenehm, doch kaum hatte er ihr tief in die Augen gesehen, wurde sie seltsam passiv.

Leon meinte ein kurzes Aufblitzen in den bronzefarbenen Augen des Spezialagenten zu sehen. Sicher nur ein Lichtreflex. Allerdings gab es hier unten weder Scheinwerfer noch Sonnenstrahlen.

Silke wirkte völlig entspannt. Sie sah Mick an, als würde er ihr gerade eine professionelle Fußmassage verpassen.

„Versuch dich zu erinnern, Silke. Ist dir etwas aufgefallen? Egal, aus welchem Grund?“

Ihre Augen wanderten nach links oben, was bedeutete, dass sie gerade versuchte, sich zu erinnern. „Da war dieser Typ, er hat alle Frauen angemacht. Auch Sandra und mich, aber wir haben ihn abblitzen lassen. Er hat sich dann mit so einem pinkfarbenen Stachelkopf zufriedengegeben. Billig und vulgär, aber leicht zu haben.“

Der Beamte hinter ihnen wollte etwas sagen, doch Mick brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen, ohne den Blickkontakt mit Silke zu lösen, und fragte weiter: „Hast du einen der beiden anschließend noch einmal gesehen?“

„Das Mädchen nicht, aber der Kerl ist später wieder durch den Laden gestrichen und hat sich weiter umgesehen. Anscheinend hat er von ihr bekommen, was er wollte, und suchte nach mehr.“

Du ahnst ja gar nicht, wie recht zu hast, dachte Mick. „Wann hast du Sandra zum letzten Mal gesehen?“

„Wenig später. Sie ging auf die Toilette und kam nicht mehr zurück. Das ist leider keine Seltenheit bei ihr. Manchmal bekomme ich dann eine SMS mit einer kurzen Erklärung, aber manchmal meldet sie sich auch erst am nächsten Tag.“

„Warum bist du dann diesmal so besorgt? Vielleicht meldet sie sich noch.“

„Sie hat mir ihre Tasche gegeben, bevor sie zur Toilette ging. Sie hat weder Geld noch Ausweis noch ihr Handy bei sich.“

„Hast du nach ihr gesucht?“

„Natürlich. Ich habe den ganzen Laden auf den Kopf gestellt und jeden gefragt, der sie kennen könnte. Danach habe ich draußen überall nach ihr gesucht, habe ein paar Freundinnen geweckt, die allerdings nichts von ihr gehört haben. Ich bin zu ihrer Wohnung gefahren. Sie war nicht dort und ihr Ersatzschlüssel lag am üblichen Ort.“

„Sie ist vielleicht mit jemandem nach Hause gegangen.“

Silke nickte. „Das nehme ich auch an, ich kam hierher zurück, um nochmal nach ihr zu suchen, aber da war die Polizei schon da und wollte mich nicht hereinlassen.“

„Gut, Silke, jetzt gehst du noch einmal zurück in deiner Erinnerung und beschreibst mir den Mann, der euch angesprochen hat.“

„Er war schon alt, mindestens Mitte Dreißig“, sagte sie.

Leon grinste amüsiert wegen dieser Aussage.

„Glattrasiert, keine Tattoos.“

„Meine Güte, der muss hier doch aufgefallen sein wie ein bunter Hund“, bemerkte Leon sarkastisch.

„Hat er seinen Namen genannt?“, fragte Mick weiter.

Silke schüttelte den Kopf.

„Was hat er zu euch gesagt?“

„Er hat uns zu sich eingeladen.“

„Wo wohnt er?“

„Keine Wohnung, es war ... Ein Hausboot. Er hat uns auf sein Hausboot eingeladen.“ Ihre Erinnerung war wieder da, und sie redete mit einem Mal wie ein Wasserfall. „Hat uns ständig vorgeschwärmt, wie sinnlich es ist, sich von der Strömung treiben zu lassen, und wie die Lastkähne sein Bett zum Schaukeln bringen, blablabla. Wir wollten ihn einfach nur loswerden. Kaum zu glauben, dass sich jemand davon beeindrucken lässt.“ Sie schüttelte gedankenversunken den Kopf.

„Wo liegt dieses Hausboot, hat es einen Namen? Was hat er...



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