Adams | Das Café der guten Wünsche | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Adams Das Café der guten Wünsche

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-17863-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

ISBN: 978-3-641-17863-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Glück fällt nicht vom Himmel – aber manchmal ist es trotzdem zum Greifen nah …

Julia führt mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette ein kleines Café mit einem ganz besonders charmanten Konzept: Jedem Gast wird heimlich ein guter Wunsch hinterhergeschickt. Julia wundert sich nicht, dass alle Gäste das Café glücklicher verlassen, schließlich glaubt sie an die Macht der guten Gedanken – die auch ihre große Liebe Jean zurückbringen soll. Alle anderen Männer hält sie deshalb auf Abstand – bis Robert sich mit (anfangs) unlauteren Mitteln in ihr Herz schleicht. Ist es seine Schuld, dass auf einmal manches schiefläuft? Oder braucht sie nicht nur Glück, sondern auch eine große Portion Mut, um sich wirklich auf die Liebe einzulassen?
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Piet wunderte sich, warum Robert noch nicht wieder aufgetaucht war. Er legte ihm eine Notiz auf den Schreibtisch, dass er vielleicht später von der Mittagspause zurückkäme.

Laura hatte vor der Tür schon auf ihn gewartet und wusste nicht, ob sie ihn umarmen sollte. Da er es auch nicht wusste, beließ er es ebenfalls bei einem strahlenden Lächeln.

»Hallo Laura, schön, dass du da bist. Ich hoffe, Julia kommt ohne dich zurecht.«

»Zu dritt war es schon einfacher. Aber Bernadette ist ja nicht für immer in Frankreich.«

Sie schlugen den Weg zum Park ein und ließen sich dort auf einer Bank unter einer Birke nieder. Piet holte zwei Flaschen Limonade hervor und öffnete sie. Laura nahm eine Flasche entgegen und prostete ihm zu. »Auf … auf …«

»… uns.«

»Okay, auf uns.«

Die freie Hand legte Laura auf die Rückenlehne, sodass sie fast seine Schulter berührte. Er traute sich kaum, sich zu bewegen. Beide schwiegen, obwohl ihnen jede Menge auf der Zunge und dem Herzen lag.

»Ich …«

»Ich …«

»Du zuerst!«

»Nein, du«, ließ Piet als Gentleman Laura zuerst reden.

Lauras Gesicht wurde ernst. »Ich frage mich, ob wir Robert wirklich vertrauen können.«

Piet rückte von Laura ab. War das der einzige Grund, weshalb sie sich mit ihm treffen wollte? War er nur der Spion?

»Robert ist ein Freund von mir.«

»Ich weiß. Und Julia ist meine Freundin.«

»Sie sollte sich selbst ein Urteil bilden.«

»Sie glaubt von jedem nur das Beste.«

Laura glaubte genauso an die Macht der Gedanken wie Julia und Bernadette, im Gegensatz zu ihren Freundinnen war ihr jedoch bewusst, dass es genug Menschen gab, die Schlechtes dachten und taten. Vor diesen Menschen mussten sie sich schützen.

»Und du nicht?«

»Doch, ich glaube, dass in jedem Menschen das Beste steckt, aber dass viele es eben nicht leben.«

Piet nahm einen Schluck Limonade, um Zeit zu gewinnen. Ihm war klar, dass er ehrlich sein musste, wenn er Laura nicht verlieren wollte. Allerdings durfte er nicht riskieren, dass Robert vor Ablauf des einen Jahres ausziehen musste.

»Wenn Robert sich gegenüber Julia schlecht verhielte, würdet ihr doch darüber reden, oder?«

»Wahrscheinlich. Bisher schwärmt sie nur von ihm. Sie war völlig fasziniert, dass er ihr das Buch Auch du kannst glücklich sein auf Französisch geschenkt hat.«

Mit Mühe konnte Piet ein Lachen unterdrücken. »Murphys Gesetz hätte besser zu ihm gepasst. Wenn einer glaubt, dass der nächste Hundehaufen für ihn reserviert ist, dann Robert. Dass Menschen ein Gehirn besitzen, hat für ihn zur Folge, dass der Mensch an sich leidet, weil er ständig vorgeführt bekommt, was für ein Wurm er ist. Evolutionstechnisch völlig ungeeignet, denn wer kämpft schon gern aussichtslos?«

»Tja, er ist aber nicht nur ein Pessimist, sondern auch ein Schwindler. Julia hat er vorgegaukelt, dass er wie sie an das Gesetz der Anziehung und an eine bessere Welt glaubt.«

Laura dachte darüber nach, ob es nicht Julia war, die ihr etwas vorgemacht hatte, weil sie Robert unbedingt bei sich einziehen lassen wollte.

»Moment. Robert ist vielleicht ein Zyniker, aber er ist kein Unmensch. Vielleicht hat er sich auch besser dargestellt, als er ist, aber wer tut das nicht bei einem Vorstellungsgespräch?«

»Es ging nicht um einen Job, sondern darum, mit jemandem zusammenzuwohnen. Da muss man sich vertrauen können. Was kannst du mir über seine Freundin sagen?«

»Freundin?«

»Stimmt das etwa auch nicht?«

Piet überlegte einen Moment.

»Du meinst Dörte?«

»Ja, so einen Namen könnte ich nicht vergessen. Julia meinte, sie sei sehr neugierig auf diese Dörte und wundere sich, warum die gar nicht neugierig auf die neue Wohnung ihres Freundes sei.«

»Ach, Dörte! Anders als sonst hat Robert bisher die Finger von ihr gelassen, weil sie nämlich einen Freund hat.«

»Ist das nicht selbstverständlich?«

»Wenn man wie Robert nicht an die Liebe glaubt, braucht man auch keine Rücksicht zu nehmen. Deswegen dachte ich ja, diesmal sei es was Ernstes, weil Robert mehr im Sinn hat, als sie einfach nur … Oh!« Erschrocken hielt Piet inne.

»Was? Ich werde jetzt nicht alle Synonyme auspacken, die mir für ›oh‹ einfallen!« Laura sah nicht so aus, als glaube sie noch an den guten Kern in Robert, und redete weiter auf Piet ein. »Du gestehst mir, dass Robert ein übler Macho ist, und ich soll mir keine Sorgen um meine Freundin machen?«

»Er würde nie etwas tun, was die Frau nicht will.«

Piet griff nach ihrer Hand. »Sie scheint dir wirklich wichtig zu sein.«

»Das ist sie auch, und ich möchte nicht, dass Robert sie verletzt.«

In ihrem Blick lag so viel Liebe, dass Piet sie direkt auf sich bezog. Er beugte sich zu ihr, um sie zu küssen. In Erwartung des Kusses schloss Laura die Augen, um sie dann gleichzeitig mit ihrem Mund wieder zu öffnen. »Ich meine es ernst.«

»Ich auch.«

Piet stellte sich vor, wie er Laura küssen würde. Und Laura stellte sich vor, wie Roberts schwarze Gedanken die rosarote Welt rund um das Café der guten Wünsche in ein hässliches Grau verwandeln würden. Was für eine Ironie, dass ausgerechnet Robert Julia Marcelle Auclairs Buch geschenkt hatte, in dem die Autorin vor der Macht der Gedanken warnte. Gedanken waren wie Samen, die hässliches Unkraut oder blühende Wiesen hervorbrachten, sie waren Balsam oder Stachel in der Seele, gut oder böse, hässlich oder schön. Es gab keine neutralen Gedanken. Für Laura musste sich jeder entscheiden, so wie sie sich entschieden hatte, dem Schlechten in ihrem Leben keine Macht mehr zu geben. Wie oft hatte sie gehört: Stell dich nicht so an! Er meint es nicht so! Sei nicht so empfindlich. Sie war empfindlich, und das war gut so. Sie hatte eine feine Antenne für alle, die ihre Welt wieder dunkel werden ließen. Und dem Café näherte sich ein dunkler Schatten, den es zu vertreiben galt.

»An was denkst du gerade?«

»Wie du wohl denkst!«

»Ich glaube an die Liebe. Und ich würde lieber über dich als über Robert reden.«

Dagegen hatte auch Laura nichts einzuwenden.

So ein Pechvogel!« Der Sanitäter hob Robert auf eine Trage und trug sie mit seinem Kollegen namens Toni in den Krankenwagen. Toni war erst seit einer Woche dabei und hätte die tuschelnden Frauen, die dabei zuschauten, wie sie Robert in den Krankenwagen verfrachteten, am liebsten beruhigt. Eine hatte Tränen in den Augen gehabt.

»Meinst du, er kommt durch?«, fragte er.

»Wir sind keine Ärzte. Wir leisten nur die Erstversorgung und bringen ihn weg.«

Toni hob das Handy auf, das aus Roberts Hosentasche gerutscht war. »Ob wir jemanden informieren sollten?«

»Miss lieber den Blutdruck! Und schau, dass er nicht absackt. Das Handy steckst du am besten gleich in die Tüte, danach fragen die Patienten als Erstes – falls sie wieder aufwachen.«

Sie bogen zum Krankenhaus ab und übergaben Robert den Ärzten. Toni setzte sich mit Roberts Handy in den Wartebereich, während sein Kollege eine Zigarettenpause vor der Tür einlegte. Wenn ihm selbst etwas passieren sollte, würde er wollen, dass jemand Bescheid weiß. Jemand, der ihm nahesteht. Toni hatte seine Eltern unter »Mama« und »Papa« abgespeichert. In Roberts Handy fand er nur Namen und die Nummer vom Pizzataxi. Der letzte Anruf war an eine Julia gerichtet gewesen. Er drückte auf Wahlwiederholung.

Laura bereitete zwei Milchkaffee zu, während Julia sie löcherte, wie es mit Piet gewesen sei. Irgendetwas konnte nicht stimmen, denn dafür, dass sie gerade ein Rendezvous hatte, war Laura viel zu nachdenklich.

»Ist er doch nicht so toll?«

Laura senkte den Blick. »Piet schon.«

»Aber?«

»Ich bringe den Kaffee raus, bevor er kalt wird.«

Julia lief hinterher. »Aber?«

»In der Küche!«

In der Küche stützte Laura die Hände in die Hüften. »Aber Robert nicht!«

»Wie kommst du darauf?«

»Piet hat mir Dinge über ihn erzählt, die ihn nicht gerade zum idealen Mitbewohner machen. Und zwar nicht nur für Leute wie uns, sondern für alle Frauen!«

»Wie meinst du das?«

»Mann, Julia, der Typ verarscht die Frauen. Macht höchstens einen auf romantisch, um sie flachzulegen.«

»Zu mir war er bisher immer sehr nett. Ohne aufdringlich zu sein.«

»Klar, weil er was von dir will! Wenn du Glück hast, ist es nur das WG-Zimmer.«

Julia versuchte, ruhig zu bleiben. Robert konnte nichts dafür, dass Laura schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hatte. Kein Wunder, dass sie die kleinste Befürchtung aufbauschte. »Laura, ich verspreche dir, falls Robert irgendwas tun sollte, was nicht in Ordnung ist, schmeiße ich ihn sofort raus.«

»Wenn er sich rausschmeißen lässt.«

»Jetzt machst du genau das, was du anderen vorwirfst: schlecht von deinen Mitmenschen denken. Ist es nicht so, dass andere unsere Erwartungen erfüllen, selbst wenn wir sie nicht aussprechen? Also gehe ich weiterhin davon aus, dass Robert ein toller Mann mit guten Absichten ist, dann wird er sich mir gegenüber auch so verhalten.«

»Mensch, Julia, wie kann man nur so naiv sein!«

Laura sah Julias Reaktion als Beweis dafür an, dass Robert nichts als Ärger brachte. Aber wer weiß? Vielleicht war er eine Art Prüfung für sie beide. Ein Klingeln unterbrach die...


Adams, Marie
Marie Adams veröffentlichte unter anderem Namen bereits Romane – in denen es darum geht, die Liebe nach Jahren durch den Alltag zu retten und das Familienchaos zu meistern. Ihre große Stärke sind Wohlfühlromane mit allerlei Wendungen – schließlich weiß sie aus eigener Erfahrung, wie irrational das Glück manchmal sein kann. Die Autorin lebt und schreibt in Köln und hat neben ihren Romanen und Sachbüchern ebenfalls Artikel über das Dasein als Autorin in Fachzeitschriften veröffentlicht.



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