E-Book, Deutsch, Band 1, 592 Seiten
Reihe: Lights Out
Allen Lights Out
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-492-61201-2
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Heiße Dark RomCom für Leser:innen von Brynne Weaver endlich auf Deutsch! (Aly & Josh)
E-Book, Deutsch, Band 1, 592 Seiten
Reihe: Lights Out
ISBN: 978-3-492-61201-2
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Navessa Allen lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in Neuengland. Ursprünglich war ihre Idee für »Lights Out« nur ein kurzer Pitch für ein TikTok-Video, das jedoch unerwartet so viral ging, so dass sie die Geschichte tatsächlich aufschrieb.
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Alys Nachbarschaft war immer noch weihnachtlich dekoriert, und zu meiner Überraschung stellte sich das als größte Herausforderung in der Planung meines kleinen Stunts heraus. Es war eine Woche vergangen, seitdem ich ihre Nachricht an Tyler gesehen hatte. Sieben Tage, in denen ich versucht hatte, mir selbst diesen Wahnsinn auszureden, während ich gleichzeitig Schlösserknacken geübt und recherchiert hatte, ob Aly eine Alarmanlage hatte – hatte sie nicht, was wirklich inakzeptabel war. Ich war nachts durch ihr Viertel gefahren, um alles auszukundschaften.
Offensichtlich war es dem rationalen Teil meines Hirns kläglich misslungen, den Rest von mir zur Vernunft zu bringen, denn hier stand ich nun, in den Schatten neben Alys Hintertür, und versuchte, wieder zu Atem zu kommen, nachdem ich einen kleinen, straßenweiten Stromausfall ausgelöst hatte und dann hinter ihr Haus gerannt war, um die Birnen aus den Flutlichtern zu drehen, bevor der Strom wiederkam.
Ich presste die Stirn gegen die Hausverkleidung aus Vinyl und schloss die Augen. Man würde mich erwischen. Ich würde verhaftet werden und es in die internationalen Nachrichten schaffen – und wenn man bedachte, wer mein Vater war, würde mir keine Jury der Welt glauben, dass es mein erster Einbruch war. Sie würden davon ausgehen, dass ich etwas viel Übleres im Schilde geführt hatte, und ich würde für diese dämliche Aktion den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen.
Alles nur, weil ich eine hübsche Frau ficken wollte, während ich eine Maske trug.
Ich hätte nach Hause gehen sollen. Hätte mich von der Wand abstoßen, in mein Auto steigen, wegfahren und Alys Masken-Kink einfach vergessen sollen. Ein normaler Mann hätte das getan. Ein Mann, der alle Tassen im Schrank hatte. Aber anscheinend traf nichts von dem auf mich zu, denn sobald der Gedanke an einen Rückzug in mir aufstieg, wurde er mit einem lauten »Nein!« abgelehnt.
Vielleicht wurde es Zeit zu akzeptieren, dass ich nicht normal war und es auch niemals sein würde. Ich wollte Dinge, an die die meisten Leute nicht mal dachten, sehnte mich nach Dunkelheit und Verdorbenheit statt nach Licht und Liebe. Ich hatte gegen meine eigene Natur gekämpft, seit ich mich erinnern konnte … und ich war es leid.
Es war so verdammt anstrengend.
Es wäre viel einfacher, zur Abwechslung einmal nachzugeben. Eigentlich sogar eine Erleichterung. Ich hatte so hart daran gearbeitet, alles zu unterdrücken und in Ordnung zu bringen, was man mir als anormal präsentiert hatte, aber diese Gedanken und Sehnsüchte, die ein Großteil der Gesellschaft problematisch fand, bestanden auch nach einer Dekade Therapie und Medikamente.
Und das hier war meine Chance, diese Fantasien einmal auszuleben. Ich hatte mich so gut vorbereitet, wie es nur möglich war. Meine Haut war von Kopf bis Fuß bedeckt, also würde ich keine Hautzellen zurücklassen, die ein forensisches Team finden konnte. Nur einer von Alys direkten Nachbarn hatte eine Alarmanlage, und ich hatte mich in das System gehackt, um herauszufinden, ob die Kameras den Garten abdeckten. Taten sie nicht. Nur für den Fall, dass ich etwas übersehen hatte, trug ich eine Sturmmaske über dem Gesicht. Die Stiefel, die ich angezogen hatte, waren eine Nummer zu groß, und ich hatte Klebeband über die Sohlen geklebt, um keine erkennbaren Profilspuren zu hinterlassen. Jetzt ging es nur noch darum, ins Haus einzudringen, zu tun, was ich tun musste, und wieder zu verschwinden.
Ich atmete einmal tief durch, dann wandte ich mich der Tür zu. Das Licht des Halbmonds schien nur schwach, aber zusammen mit den Weihnachtsdekorationen in der Umgebung reichte es für mich aus, um den Türknauf mühelos zu erkennen. Ich ließ meinen Rucksack von den Schultern gleiten und zog mein kleines Dietrich-Set heraus. Die Stahlwerkzeuge glänzten im Mondlicht, als ich sie in die Hand nahm und mich an die Arbeit machte.
Ich neigte von der Persönlichkeit her zu zwanghaftem Verhalten und hatte diesen Vorgang so oft geübt, dass es mich nur eine Minute kostete, die Tür zu öffnen. Ich drehte den Knauf, während ich gleichzeitig betete, dass es nicht so einfach wäre. Dann stieß ich erleichtert den Atem aus, als die Tür sich nicht rührte, weil es noch einen Riegel gab. Das reichte allerdings immer noch nicht, um mich oder einen professionellen Einbrecher abzuhalten. Aly brauchte definitiv bessere Sicherheitsmaßnahmen.
Ich schrieb mir ein internes Memo, eine anonyme Bestellung für sie aufzugeben, als ich das Dietrich-Set wegsteckte und die teuren Magnete hervorzog, die ich online gekauft hatte. Den Riegel zu öffnen würde länger dauern, als das Schloss zu knacken. Ich hätte die Tür natürlich auch eintreten oder mir auf andere gewaltvolle Weise Zutritt verschaffen können, aber ich wollte Alys Besitz nicht beschädigen oder es anderen zu leicht machen, in meine Fußstapfen zu treten – was bedeutete, die Sache auf langsamere, kompliziertere Art anzugehen.
Schweißtropfen klebten auf meiner Stirn, als die Minuten vergingen. Jedes Mal, wenn irgendwo in der Nähe ein Geräusch erklang, erstarrte ich mit rasendem Herzen, erfüllt von der Angst, erwischt zu werden. Ich wäre fast abgehauen, als ich das plötzliche Heulen einer Sirene hörte, aber statt näher zu kommen, bewegte sie sich parallel zu Alys Straße und wurde wieder leiser.
Danach verbrachte ich eine ganze Minute damit, einfach nur zu atmen.
Das war absolut verrückt. Total durchgeknallt. Und doch konnte ich mich einfach nicht davon abhalten, die Magnete zu heben und mich wieder dem Riegel zu widmen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit packten die Magnete den Riegel, und das Schloss öffnete sich. Ich lehnte die Stirn gegen die Tür und atmete tief durch. Durch meine Adern floss so viel Adrenalin, dass mein gesamter Körper zitterte. Ich fürchtete immer noch, dass dieser Ausflug in einem Desaster enden würde, aber allein der Nervenkitzel, etwas so Gefährliches, Illegales zu tun, war berauschender als alles, was ich je erlebt hatte – inklusive Fallschirmspringen.
Hatte mein Dad sich so gefühlt? Hatte ihn dieser Nervenkitzel genauso sehr angespornt wie seine sadistischen Triebe?
Mit einem Kopfschütteln richtete ich mich auf. Über all diese Scheiße konnte ich später nachdenken. Jetzt musste ich ins Haus.
Ich drehte den Knauf und öffnete vorsichtig die Tür einen Spaltbreit. Die eine Sache, die ich online nicht herausfinden konnte, war, ob Aly irgendwelche Haustiere besaß. Ich hatte kein Bellen gehört, als ich das Schloss geknackt hatte, aber das bedeutete noch lange nicht, dass nicht im Inneren ein Kampfhund auf mich wartete, dem man beigebracht hatte, still zu lauern. Sicher, ich hätte meinen Mitbewohner fragen können, um meine Sorgen zu vertreiben – Tyler hatte Aly ein paarmal besucht, also würde er die Antwort wissen –, aber ich wollte nicht, dass er dachte, ich wäre an irgendeinem seiner Ex-Aufrisse interessiert. Und besonders nicht an Aly.
Der hintere Teil des Hauses war dunkel. Nur ein sanfter Lichtschein drang aus dem Wohnzimmer, wo Alys Weihnachtsbaum fröhlich leuchtend im Fenster stand. Das reichte aus, um die Umgebung zu betrachten und festzustellen, dass keine Hunde darauf warteten, mich anzufallen.
Eilig schloss ich die Tür hinter mir und schob den Riegel vor.
Ein entsetzliches Jaulen durchschnitt die Luft.
Verdammt! Aly besaß doch einen von Dämonen besessenen Hund, der mir wahrscheinlich jeden Moment das Hosenbein zerfetzen und mein Blut im ganzen Haus verteilen würde, sodass die Polizei es finden konnte.
Ich packte erneut den Türknauf und wollte gerade abhauen, als eine kleine, pelzige Kreatur in den Raum eilte und abrupt anhielt.
Eine Katze. Aly hatte eine Katze.
Wir beäugten uns in der Dunkelheit. Trotz des langen schwarz-weißen Fells war die Katze ziemlich kümmerlich. Wenn es hart auf hart kam, würde ich mich gegen sie wehren können.
»Leg dich nicht mit mir an«, warnte ich das Tier.
Wie als Antwort drehte sie mir die Seite zu und stellte sich auf die Zehenspitzen, wobei sie ihr Fell sträubte wie ein Stinktier.
Fast gegen meinen Willen musste ich grinsen. Die Katze...




