E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten
Reihe: Greek Summer
Allnoch Find Me at Sunset
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-492-61162-6
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Sommerliche New Adult-Romance auf Korfu (Malina und Elyas)
E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten
Reihe: Greek Summer
ISBN: 978-3-492-61162-6
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mareike Allnoch wurde 1996 in Bad Pyrmont geboren. Seit sie denken kann, ist sie vernarrt in Bücher. Irgendwann reichte ihr das Abtauchen in fremde Lesewelten jedoch nicht mehr, und sie begann, eigene Geschichten zu schreiben. Wahre Magie liegt für sie zwischen zwei Buchdeckeln. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest oder einer neuen Romanidee hinterherjagt, plant sie ihre nächsten Reiseziele. Sie liebt gutes Essen, Zeit mit Freunden und Familie und gemütliche Filmabende auf der Couch. Auf Instagram (@mareikeallnoch) steht sie im Austausch mit ihren Leser:innen.
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Ich musste für mindestens zwei Stunden weggedöst sein, denn als ich aufwachte, war es bereits später Nachmittag, und die meisten Gäste hatten den Strand verlassen. Trotz Lichtschutzfaktor 50 hatte ich mir einen Sonnenbrand im Dekolleté geholt, wie ich mit Blick auf mein Handy entsetzt feststellte. Das war dann wohl eine Lehre für mich, beim nächsten Mal häufiger nachzucremen. Oder von vornherein im Schatten zu bleiben.
Kurz ging ich mit den Beinen ins Wasser, das kälter war als gedacht und meinem erhitzten Körper eine angenehme Abkühlung bescherte. Anschließend zog ich mein Kleid wieder über, schnappte mir Strandtuch und Tasche und machte mich auf den Rückweg zum Hotel. Vor meinem Treffen mit dem Hoteldirektor wollte ich mich umziehen.
Nachdem ich mir an der Hotelbar noch einen frischen Salat und drei herrlich angebratene, pikant gewürzte Fleischspieße einschließlich eines Erdbeershakes genehmigt hatte, war es langsam an der Zeit, meinen zukünftigen Chef kennenzulernen.
Als ich an die Tür des Hoteldirektors klopfte, wurde diese ein paar Sekunden später von innen geöffnet.
Kurz war ich überrumpelt davon, wie attraktiv und jung der Hoteldirektor war. Ich hatte ihn zuvor zwar schon auf einem Bild auf der Internetseite des Hotels gesehen, allerdings wurde ihm das Foto nicht einmal ansatzweise gerecht. Auch wenn ich eigentlich mehr auf Blond stand, musste ich mir eingestehen, dass der braunhaarige Kerl vor mir ziemlich ansprechend war.
Gleich darauf schämte ich mich für meine Gedankengänge. Herrgott, das hier war mein zukünftiger Chef! Nur weil ich ein Faible für Schmetterlinge hatte, musste ich sie ja nicht gleich im Bauch haben.
Der Direktor schenkte mir ein warmes Lächeln. »Ah, Sie müssen Malina Breuer sein«, begrüßte er mich auf Deutsch. »Manuel Tsakiris. Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen!« Er reichte mir seine Hand, und ich erwiderte die Geste. Sein Händedruck war zwar resolut, aber es kam mir so vor, als machte er diesen Job noch nicht allzu lange. Er strahlte nicht diese Art von Autorität aus, die man nach einer längeren Berufserfahrung im Hotel hatte.
Er schloss die Tür hinter uns und deutete in den Raum hinein. »Setzen Sie sich«, bat er mich.
Ich nahm auf einem der Stühle vor seinem Schreibtisch Platz, bevor sich Manuel Tsakiris mir gegenüber setzte.
»Das mag jetzt vielleicht etwas unprofessionell wirken, aber darf ich Ihnen direkt das Du anbieten? Im geht das Team sehr familiär und ungezwungen miteinander um. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich dieses Gesieze ganz fürchterlich.« Er lachte etwas unsicher, was mir sogleich meine eigene Nervosität nahm.
»Sehr gern. Ich bin Malina.«
»Manuel.« Er zuppelte an seiner Krawatte, die irgendwie so gar nicht zu ihm passte. Ich hatte den Eindruck, er würde sie am liebsten in den nächsten Mülleimer pfeffern.
»Hast du schon dein Zimmer in Augenschein genommen?«, erkundigte Manuel sich, woraufhin ich nickte.
»Die Aussicht ist wirklich einmalig. Und diese verschiedenen Gerüche … Mich hat direkt die Kochlust überkommen.«
»Ich muss zugeben, dass sich meine Begeisterung fürs Essen gelegt hat, seitdem ich kaum noch etwas riechen oder schmecken kann«, gestand Manuel mit wehmütigem Blick.
Erschrocken sah ich ihn an. »Du kannst nichts mehr riechen und schmecken?«
Er schüttelte den Kopf. »Vor zwei Jahren habe ich nach einer schweren Grippe meinen Geruchs- und Geschmackssinn fast vollständig verloren. Anfangs war es hart, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.«
Was für ein Albtraum! Ich wollte mir nicht einmal ausmalen, wie es sein musste, nichts mehr zu riechen oder zu schmecken. Ich stellte mir das grausam vor, wie ein Leben im Dunkeln, fernab von Farben, Emotionen und Kreativität. In meinem Fall wäre es das Ende meines Berufs. Ich konnte nicht verhindern, dass ein unbehaglicher Schauder meinen Nacken hinabrieselte und dafür sorgte, dass sich die feinen Härchen auf meinem Arm aufstellten.
Jetzt lag es an Manuel, schockiert dreinzublicken. »Um Gottes willen, wie konnte ich das ausgerechnet einer leidenschaftlichen Köchin erzählen? So, genug von mir, kommen wir viel lieber zu dir und deinem Aufenthalt hier. Übrigens … wie kommt man darauf, von München nach Korfu zu wechseln? München ist doch eine wundervolle Stadt. Ich habe ein Auslandssemester dort verbracht.«
»Echt?«, fragte ich begeistert, da ich es schön fand, jemandem gegenüberzusitzen, der so ein offenkundiger München-Fan war. Gleichzeitig fiel mir auf, dass Manuel sehr sprunghaft in seinen Themenwechseln war. »Ich liebe München auch total, vor allem im Sommer. Aber es war schon immer ein großer Traum, in die Küche anderer Länder einzutauchen. Nichts gegen ein klassisches Wiener Schnitzel, deftige Käsespätzle oder deutsche Hausmannskost im Allgemeinen, aber die griechische Küche ist so unglaublich vielfältig.«
In dem Moment vernahm ich ein lautes Hämmern, das von draußen zu kommen schien.
Manuel kniff die Augen zusammen und rieb sich über die Schläfe. Auf einmal war die Gelassenheit aus seinem Blick verschwunden, stattdessen wirkte er angespannt.
»Diese Bauarbeiten von gegenüber machen mich noch wahnsinnig«, seufzte er.
Ich zählte eins und eins zusammen. »Du meinst das Hotel, das gerade auf der anderen Seite der Bucht errichtet wird?«
»Ja, genau das.« Manuel verzog unglücklich den Mund. »Es ist schon schlimm genug, dass die Bucht dadurch weiter zugebaut und die Natur zunehmend zurückgedrängt wird. Aber jetzt befindet sich das Hotel auch noch in unmittelbarer Nähe. Und damit in direkter Konkurrenz.«
»Ja, aber wieso wurde das denn überhaupt genehmigt?«, fragte ich. »Sind die beiden Hotels nicht fast ein bisschen zu dicht beieinander?«
Der Hoteldirektor hob die Schultern. »Wir haben versucht, ein Veto gegen die Baugenehmigung einzulegen, das hat aber nichts gebracht. Korfu lebt vom Tourismus, wie auch die anderen griechischen Inseln. Der Regierung ist natürlich daran gelegen, dass so viele Touristen wie möglich auf die Insel kommen.«
Weiteres Hämmern und Bohren ließen das kleine Bürozimmer regelrecht vibrieren. Manuel sah verärgert drein. »Es ist wirklich ungünstig, dass die Geräusche in der Bucht so laut widerhallen und dass die Bauarbeiten ausgerechnet zur Hochsaison stattfinden. Sei froh, dass du dich nicht für einen Job an der Rezeption beworben hast, meine Mitarbeiter dort sind es schon leid, Beschwerden hinsichtlich der Lärmbelästigung entgegenzunehmen. Stattdessen hast du die Chance, die Gäste durch deine Kochkünste zu verzaubern und von den Unannehmlichkeiten abzulenken.«
Diesmal war ich diejenige, die etwas verkniffen lächelte. Ich mochte Herausforderungen, aber das hier war doch ein bisschen viel Druck. Vor allem: Wenn die Gäste abends schon genervt im Restaurant erschienen, dann war ihre Erwartung an ein herausragendes Essen umso größer. Ich schluckte.
»Na ja, allzu lang werden die Arbeiten ja hoffentlich nicht mehr andauern.« Manuel setzte wieder eine entspanntere Miene auf, die wohl beruhigend wirken sollte. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass er noch einiges zu dem Thema zu sagen hatte, es allerdings herunterschluckte.
Er übergab mir meinen Arbeitsplan und ließ mich wissen, dass das Essen und die Getränke im Hotel für mich selbstverständlich inklusive wären. Ebenso war es mir möglich, in meiner Freizeit sämtliche andere Einrichtungen zu nutzen: den Pool draußen auf der ersten Etage, den Spa-Pool einschließlich großzügiger Wellnesslandschaft und das Fitnessstudio, die zusammen mit der Rezeption im Erdgeschoss lagen, sowie den Tennisplatz. Wobei ich nicht glaubte, dass ich auch nur einen Fuß auf den Tennisplatz setzen würde …
An der Tür hielt Manuel mich noch einmal zurück. »Willkommen im Team, Malina. Ich wünsche dir morgen einen schönen ersten Tag. Und bei Fragen oder Anregungen kannst du dich jederzeit an mich wenden. Meine Mitarbeiterin Xenia wartet morgen um 5:30 Uhr an der Rezeption auf dich. Deine Arbeitskleidung liegt bereits in deinem persönlichen Spind bei den Küchenräumen bereit.« Mit diesen Worten überreichte er mir den dazugehörigen ...




