E-Book, Deutsch, Band 2, 313 Seiten
Reihe: Kings of London Reihe
Bay London Gentleman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1364-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 313 Seiten
Reihe: Kings of London Reihe
ISBN: 978-3-7363-1364-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alles oder nichts ...
Wenn der britische CEO Landon Wolf etwas will, tut er alles dafür, es auch zu bekommen. Ablenkung ausgeschlossen! Zuerst war es seine Eliteeinheit, dann seine eigene Firma und schließlich Skylar Anderson. Ihre Begegnung sollte nur eine Nacht dauern. Doch nun kann Landon Skylar nicht mehr vergessen. Und als sie sich unerwartet schnell wieder gegenüberstehen, weiß Landon sofort, dass er sie nicht noch einmal gehen lassen kann, auch wenn es sie beide in Schwierigkeiten bringen wird ...
'Louise Bay ist eine Königin, wenn es um mächtige Geschäftsmänner mit reichlich Sexappeal geht! Ich kann von ihren Büchern nicht genug bekommen.' L. J. Shen
Zweiter Band der KINGS-OF-LONDON-Reihe von USA-TODAY-Bestseller-Autorin Louise Bay
Louise Bay ist eine erfolgreiche USA-TODAY-Bestseller-Autorin. Sie schreibt Romane, wie sie sie selbst gern liest: sexy und romantisch. Die Autorin lebt in London und liebt neben Tagen ohne Make-Up vor allem ihre Freunde, Elefanten und Champagner. Weitere Informationen unter: www.louisebay.com
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1. KAPITEL
LANDON
Die Nachmittagssonne beleuchtete die Gebäude Londons, und die Stuckfassaden aus dem Regency schienen hervorzutreten, als wollten sie sich stolz zur Schau stellen. Ich wusste nicht, wann ich das letzte Mal auf der Straße gestanden und an den Fassaden emporgeblickt hatte, um deren Schönheit zu genießen, anstatt nach ungewöhnlichen Vorgängen Ausschau zu halten. Es war fast, als befände ich mich in einer anderen Stadt, dabei arbeitete ich seit sieben Jahren nur zwei Straßen weiter. Normalerweise war ich völlig auf die Arbeit oder auf Menschen konzentriert und versuchte, Situationen und Stimmungen richtig zu deuten.
Ich entdeckte die Buchhandlung, die ich gesucht hatte, und stieg die wenigen steinernen Stufen bis zum Eingang hinunter. Wann war ich zuletzt in einem Buchladen gewesen? Noch immer war mir nicht klar, wonach ich eigentlich suchte – vermutlich nach Ideen oder Inspiration. Nach Orten, die ich in den kommenden Monaten besuchen, und nach Hobbys, die ich mir zulegen konnte. Als ich das letzte Mal über freie Zeit verfügt hatte, ging ich noch zur Schule und besaß zu wenig Geld, um etwas zu unternehmen.
Noch am Tag zuvor hatte mein Leben völlig anders ausgesehen.
Die Abteilung mit den Reiseführern erregte meine Neugier, und ich steuerte darauf zu. Mir war schleierhaft, was ich mit meiner Zeit anfangen wollte. Einen Strandurlaub hatte ich noch nie gemacht und würde es vermutlich auch nicht lange aushalten, nur im Liegestuhl zu liegen, mich in der Sonne zu aalen und Cocktails zu trinken. Im Grunde war das nicht mein Stil. Trekking schon eher. Ich war noch nie in Costa Rica gewesen, hatte aber gehört, dass es dort wunderschön sein sollte. Ich zog einen Reiseführer nach dem anderen aus dem Regal und begann, darin zu blättern.
»Landon Wolf, bist du das?«, rief eine vertraute männliche Stimme hinter mir.
Ich drehte mich um und sah Harry Reynolds, einen alten Kameraden aus der Armee, mit großen Schritten auf mich zukommen. Von der Architektur ferner Länder mochte ich keine Ahnung haben, aber mit Menschen kannte ich mich aus, und ich bezweifelte, dass Harry je zuvor in seinem Leben einen Buchladen betreten hatte. Unsere Begegnung war kein Zufall.
»Reynolds«, sagte ich und stellte das Buch, das ich zuletzt herausgeholt hatte, ins Regal zurück, um ihm die Hand zu geben.
»Verdammt, es ist großartig, dich zu sehen, Kumpel!« Er schüttelte mir die Hand und zog mich in eine Umarmung.
»Ist ja schon eine Weile her«, erwiderte ich. »Aber du siehst gut aus.«
»Das nehme ich als Kompliment vom bestaussehenden Mistkerl auf diesem Planeten. Was machst du hier?« Reynolds ließ den Blick durch den Raum schweifen.
»Die Frage ist wohl eher, was du hier machst. Wusste gar nicht, dass du lesen kannst.«
Er lachte leise. »Ach, ich sehe mich nur ein bisschen um. Aber da du mir gerade über den Weg läufst: Ich hätte da möglicherweise ein interessantes Angebot für dich.«
Ich wusste doch, diese Begegnung war kein Zufall. »Und du siehst dich also rein zufällig hier um?«
»Na schön, ich habe dich aufgespürt. Du hast deine Telefonnummer geändert«, gab er zu. »Und es gibt da etwas, worüber ich mit dir sprechen möchte. Komm, lass uns hier verschwinden, wir können auf der Straße weiterreden.«
Mir wurde flau im Magen. Wenn niemand hören durfte, was er mir zu sagen hatte, wollte ich womöglich gar nicht wissen, um was für ein Angebot es sich handelte. Ich wusste, dass Reynolds’ Private-Security-Firma die Arbeit aufgenommen hatte, nachdem ich selbst gerade ein ähnliches Unternehmen gegründet hatte, aber beruflich hatten sich unsere Wege nie gekreuzt. Und so sollte es auch bleiben.
»Also, wie ich höre, hast du deinen Laden verkauft«, sagte er, als wir auf der obersten Stufe angelangt waren und auf den Gehweg traten. Die Papiere hatte ich erst am Tag zuvor unterschrieben, Harry musste die Ohren also weit aufgesperrt haben.
Ich nickte. »Ja, das Angebot war einfach zu gut, um es abzulehnen.« Seit ich High-End-Aufträge bekam und regelmäßig für die Regierung arbeitete, hatte ich immer wieder Angebote von Kaufinteressenten erhalten. Anfangs war ich nicht interessiert, dazu mochte ich den Job zu sehr. Mein Zögern führte jedoch dazu, dass die Beträge immer höher wurden, und als ich in ein und derselben Woche ein weiteres Kaufangebot in Millionenhöhe bekam und mir außerdem ein Posten als Berater des Auslandsgeheimdienstes MI6 angeboten wurde, beschloss ich, dass es an der Zeit war, zu handeln.
»Ich habe davon gehört, schön für dich. Bedeutet das, dass du im Augenblick nicht weißt, was du mit dir anfangen sollst?«
Ich runzelte die Stirn und schob die Hände in die Taschen, während wir weiter in Richtung Fleet Street gingen. »Wer hat dir das denn erzählt?«
»Harvey meinte, du hättest jetzt ein paar Monate nur für dich.«
Das ergab durchaus Sinn. Seit wir den SAS, den Special Air Service der Armee, verlassen hatten, war unser gemeinsamer Freund Harvey freiberuflich tätig und übernahm Aufträge jeder Art. Ich hatte ihn angerufen und gefragt, ob er mich auf einer Reise begleiten wollte, aber er war leider beschäftigt.
»Harvey sagt, ihr beiden arbeitet zusammen.«
»Ja, seit ein paar Jahren schon«, bestätigte Harry. »Momentan ist er auf dem Mittelmeer für mich im Einsatz, Security für eine VIP.«
Ich schwieg. Für mich gab es nichts Langweiligeres, als in der Hitze herumzustehen und so zu tun, als garantierte ich für jemandes Sicherheit, obwohl ich tatsächlich nur dafür sorgen sollte, dass die betreffende Person sich wichtig fühlte.
»Er hat erwähnt, dass du dir eine Weile freinehmen willst …«, sagte Reynolds und fuhr stirnrunzelnd fort: »… oder was auch immer du als Nächstes vorhast.«
»Ich freue mich tatsächlich darauf, mal ein paar Monate lang nichts zu tun.«
»Ach komm, wir wissen doch beide, dass das Bullshit ist«, sagte er und lachte.
Es war zwar nicht direkt Bullshit, aber im Grunde hatte er recht. Untätig zu sein, fiel mir extrem schwer, es passte einfach nicht zu mir. Ich freute mich vielmehr darauf, etwas Neues zu tun, etwas Erfrischendes, Aufregendes.
»Ich hätte da einen Vorschlag«, fuhr er fort. »Mir fehlt Personal, und ich habe gerade einen fantastischen Auftrag an Land gezogen. Mir fehlt nur noch der richtige Mann dafür.«
Ich schüttelte den Kopf. »Da musst du dir einen anderen suchen, Reynolds. Ich mache keine Außeneinsätze mehr.« Für mein Unternehmen waren stets zahlreiche Männer im Einsatz gewesen, aber ich selbst hatte meine Zeit sinnvoller verbracht, und zwar, indem ich Strategien entwarf und das Unternehmen weiter ausbaute. In der Praxis vor Ort musste ich mir nichts mehr beweisen.
»Eigentlich ist es kein richtiger Einsatz. Eher so was wie bezahlter Urlaub.«
»Ich brauche das Geld nicht, glaub mir.«
»Ja, ich habe gehört, dass du ziemlich gut dastehst. Aber mal im Ernst … dieser Job ist total einfach. Du musst nur Aufzeichnungen über die Bewegungen eines Verdächtigen machen und mir mitteilen, mit wem er sich trifft. Das ist erstens einfach, und zweitens kannst du Zeit auf einer Superjacht in Südfrankreich verbringen.«
Jetzt war ich es, der lachte. »Und du glaubst, er merkt nichts davon, wenn ich mich auf derselben Jacht aufhalte wie er?«
»Nein, du wärst ein Teil der Crew. Ich habe es so arrangiert, dass einer meiner Männer als Deckarbeiter an Bord ist. Du sollst nur Aufzeichnungen über den Typen machen. Aufpassen, ob noch jemand an Bord geht und so.«
»Danke, kein Interesse.« Den Sommer über wollte ich tun, wozu ich Lust hatte. Ich würde mich nicht an die Fersen eines reichen Typen heften. »Such dir einen anderen dafür.«
»Aber du hast noch nichts vor, das hast du selbst gesagt.«
Ich schüttelte den Kopf. »Du wirst jemanden finden, da bin ich mir sicher. Es gibt da draußen jede Menge gute Schnüffler.«
Darauf folgte ein Moment Schweigen. »Es ist wichtig, Landon. Für diesen Auftrag will ich nicht irgendeinen.«
»Aber es klingt total simpel. Was ist so wichtig daran?«
»Na ja, die Zielperson ist … eine echte Herausforderung. Sie hat gefährliche Verbindungen. Möglicherweise macht der Typ Geschäfte mit Leuten, die wir beide mit allen Mitteln auszuschalten versucht haben, als wir noch bei der Armee waren. Ich brauche Leute, die wissen, was zu tun ist, egal, was passiert.«
»Okay, wie wär’s dann mit Jones oder Greenley oder …«
»Es gibt da draußen ungefähr fünf Männer, denen ich den Job zutraue. Zwei hat mir der Auftraggeber selbst zur Verfügung gestellt. Jones ist mit einem anderen Einsatz beschäftigt, Greenley ist einem Mittelsmann der Zielperson bekannt, und dann wärst da noch du. Ich brauche dich, Kumpel.«
Ich stöhnte. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, eine Weile freizuhaben, aber jetzt bat Reynolds mich um Hilfe, und ich hatte früher Seite an Seite mit ihm gekämpft. Es gab nur wenige Dinge, die ich nicht tun würde für einen Mann, der sein Leben in meine Hände und in dessen Hände ich mein eigenes Leben gelegt hatte. »In welcher Hinsicht ist dieser Job gefährlich?«
»Die Zielperson beschäftigt sich neuerdings nebenbei mit illegalem Waffenhandel. Seine legalen Geschäfte laufen nicht besonders gut, und er lebt gern auf großem Fuß, darum hat er beschlossen, sein Einkommen aufzustocken. Anfangs hat er nur an Regierungen in Südamerika verkauft, aber allmählich entwickelt er Ehrgeiz. Und...




